MACNOTES

Veröffentlicht am  27.07.09, 21:57 Uhr von  Alexander Trust

Den Apfel vermessen: Benchmarks mit OS X

Benchmarks – das sind Tests, die in einem vorgegebenen Zeitintervall bestimmte Operationen ausführen. Wie oft diese im Zeit-Limit verarbeitet wurden, wird dabei ausgewertet. Benchmarks erfreuen sich großer Beliebtheit, vor allem unter den Spielern. Diese wählen jedoch meist die Windows-Plattform, denn Spiele sind normalerweise Windows-optimiert. Doch es gibt auch Benchmarks für Mac OS X, von denen wir uns drei Vertreter näher angeschaut haben.
 

Die Prominenz: Cinebench

Cinebench ist bekannt wie ein bunter Hund. Das mag daran liegen, dass es neben der Mac OS X-Version auch eine Windows-Version gibt, vor allem liegt es aber daran, dass hiermit zwar die 3D-Leistung des Rechners getestet werden kann, diese aber unabhängig von der verbauten CPU geprüft wird. Will heißen, dass der Anwender auch nur den Prozessor stressen kann. Basis des Benchmarks ist die Software CINEMA 4D, mit der es möglich ist, 3D-Objekte zu rendern. Besonderes Merkmal des Programms: Die CPU-Tests sind in zwei Modi geteilt. Zum einen kann nur ein einziger Kern getestet werden und zum anderen können alle verfügbaren Kerne rechnen. Das Programm gibt neben den beiden Punkteständen ebenso den Faktor der Leistungssteigerung an. Bei einem Core 2 Duo aus einem schwarzen MacBook (Sommer 2007) ist die Leistungssteigerung also bei etwa 1,7.
[nggallery id=1023]
Neben der CPU kann die Grafikkarte ihr Potenzial aufblitzen lassen. Der OpenGL-Benchmark lässt den Mac eine Sequenz in OpenGL in Echtzeit rendern und überprüft, wie flüssig das vonstatten geht. Auf dem Test-Mac ist dies ein Intel Onboard-Chip, von dem man entsprechend keine Wunder erwarten sollte.
Aufgrund der Popularität von Cinebench ist es relativ gut als Vergleichsmerkmal bezüglich CPU-Performance geeignet. Selbst große Publikationen wie Computerbase testen regelmäßig CPUs mittels Cinebench (allerdings mit der Windows-Version).
 

3D-Mark für Browser: Peacekeeper

In der Welt der PC-Spieler und -Übertakter ist Futuremark für seine Benchmark-Programme PC-Mark und 3D-Mark bekannt. Doch für die Apple-Plattform haben die Finnen ebenfalls etwas in petto, wenn auch nur indirekt; es geht um einen Browser-Benchmark. „Indirekt“ deshalb, weil Inhalte, die Browser darstellen sollen, vom Betriebssystem unabhängig sind. Dennoch kann mit dieser kleinen Web-Anwendung jeder für sich entscheiden, welcher Browser für ihn vielleicht nicht der richtige, dafür aber der schnellste ist. Es geht um den Benchmark Peacekeeper. 
Peacekeeper fährt diverse Funktionen ab, so wie es jeder Futuremark-Benchmark tut. In einer bestimmten Zeit müssen wohl definierte Aufgaben erledigt sein. Im Fall von Peacekeeper sind das heute gängige sowie noch kommende Browser-Funktionen. Gemeint ist hierbei das Rendern und Modifizieren von HTML-Objekten, eine Login-Funktion und Navigation auf JavaScript-Basis, Operationen mit externen Daten (AJAX), Seiten-Manipulationen mittels DOM, sowie das Parsen von Text, etwa das Filtern von Eingaben.
[nggallery id=1024]
Eine besonders ansprechende Sache läuft leider außer Konkurrenz, weil nicht alle “wichtigen” Browser etwas damit anfangen können. Die Rede ist von Canvas. Sie sind sehr schön anzusehen, also sollte nicht unbedingt der IE verwendet werden, um den Benchmark zu genießen.
So schön der Benchmark auch ist, er ist wenig aussagekräftig in Bezug auf das System. Beachtet werden sollte, dass Prozessor (CPU) und zum Teil auch Grafikkarte (GPU) die Testergebnisse beeinflussen können, also sind Vergleiche mit anderen Rechnern nahezu nichtssagend. Allerdings ist auf demselben System schön zu sehen, welcher Browser am besten performt, denn in sich sind die Ergebnisse schlüssig.
 

Das Multitalent: Xbench

Ein relativ alter Hase auf dem Feld des Mac OS X-Benchmarks ist Xbench. Bereits seit 2002 lässt es die Hardware schwitzen. Das kostenlose Tool belegt gerade einmal 300 Kilobyte lang die Internetleitung und ist doch eines der universellsten und vor allem unkompliziertesten Benchmark-Programme, die es gibt. Durch die große Datenbank, der von Benutzern hochgeladenen Ergebnisse, lässt sich der eigene Mac gut vergleichen. Doch das ist fast überhaupt nicht notwendig, denn das Programm zeigt Klarwerte für fortgeschrittene Anwender, aber auch eine Prozentzahl, wie schnell der Mac ist. Die Normierung liegt dabei auf einem PowerPC G5-System, das mit Mac OS X 10.4 Tiger ausgestattet ist.

[inspic=4040,left,fullscreen,thumb]Getestet werden viele unterschiedliche Komponenten des Rechners. Neben der Rechenleistung der CPU in verschiedenen Disziplinen, werden auch die Grafikkarte und der Arbeitsspeicher auf Leistungsfähigkeit hin überprüft. Dazu gibt es einen Reaktionstest, der überprüft, wie schnell etwa Klicks auf Buttons in Dialogen reagieren. Der in der Liste letzte Test ist der eines Datenträgers. Mit dessen Hilfe kann ermittelt werden, wie schnell ein Massenspeicher beim Lesen und Schreiben arbeitet. Dabei werden praxisnähere und -fernere Methoden zur Hilfe gezogen, die unter dem Strich aber einen Durchschnitt ergeben, der der Realität durchaus nahe kommt. Xbench beschränkt sich dabei nicht nur auf interne Festplatten, ebenfalls USB-Sticks können einem Geschwindigkeitstest unterzogen werden.

Stefan KellerDies ist ein Gastbeitrag von Stefan Keller. Er ist durch Neugier und eine Gelegenheit zum Mac gekommen (er hat mein altes, schwarzes Macbook übernommen, Anm. d. Red.). Er ist jetzt leidenschaftlicher unterwegs-vorm-Apfel-sitzer. Daneben ist er Forenbetreiber, unterhält ein eigenes Blog und gibt seinen Computern Namen. Bei Twitter findet ihr ihn unter Realrellek.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 10 Kommentar(e) bisher

  •  René sagte am 27. Juli 2009:

    Peacekeeper-Link ist kaputt. Da hat es jemand mit den Anführungsstrichen übertrieben…

    Antworten 
  •  at sagte am 27. Juli 2009:

    Danke für den Hinweis. Sein ODT-Dokument hat die Anführungszeichen umgewandelt. Ich hab die Links jetzt angepasst. Funktionieren alle.

    Antworten 
  •  Chilloutman sagte am 28. Juli 2009:

    GeekBench wurde nicht erwähnt. Ich finds nicht schlecht. Ist multiplatform und sehr simpel.

    Antworten 
  •  Mike sagte am 28. Juli 2009:

    Benchmarks sind eigentlich Bullshit. Sie heben nur einen Aspekt einer bestimmten CPU hervor, bzw. ein Programm, sie sind kein Freifahrtsschein um einen Vergleich durchzuführen.
    Viele Benchmarks werden extra so geschrieben, dass sie etwas gut aussehen lassen, was auf anderen Systemen dann nicht mehr stimmt.
    Schlimm sind immer die Leute, die glauben, dass ein Benchmark die ganze Wahrheit ist und immer darauf beharren, dass sie recht haben.

    Antworten 
  •  epoc1000 sagte am 28. Juli 2009:

    @Chilloutman stimmt geekbench fehlt eindeutig in dem Überblick, wobei die 64bit Version ja nicht kostenlos ist. Ich finde aber vor allem die Datenbank im Internet sehr gut.

    Antworten 
  •  epoc1000 sagte am 28. Juli 2009:

    @mike aber darum geht es doch manchmal ganz genau. zum beispiel wie schnell webapps sind (java benchmarks) oder fpu’s, damit man einen anhaltspunkt für genau diese verwendungen bekommt. natürlich ist ist am ende eine gewichtung nach bestimmten faktoren fragwürdig, aber bei jedem test spielt etwas subjektivität mit.

    Antworten 
  •  Stefan Keller sagte am 28. Juli 2009:

    Ja ehm hallo erstmal…

    @ Mike
    Ja, prinzipiell sind Benchmarks gleichwertig mit Schwanzvergleichen. Aber seit dem uns AMD (ja und auch Apple mit dem PPC G3 und G4 seinerzeit) zeigte, dass MHz nicht alles sind, brauchte man eben etwas, was die Rechenleistung misst. Da machen sich Benchmarks ganz gut. Je umfassender sie sind, desto praxisrelevanter sind sie dann auch, denn dann werden nicht mehr nur spezielle Facetten abgedeckt, sondern über den Durchschnitt gesehen alles. Im Prinzip machts Futuremark da schon ganz richtig, da wird extrem viel getestet und anschließend in einem Punktesystem ausgegeben, wobei die Punkte prinzipiell vergleichbar sind. (Dass das nun gerade bei den Browsern nicht so ist, liegt daran, dass da viel zu viele Randbedingungen einfließen, die gar nicht erfasst werden (können)).

    @ Chilloutman
    Zugegeben, wir wollten uns mit dem Artikel erst einmal über eine übersichtliche Anzahl von, vor allem, Mac-Benchmarks auslassen.
    Theoretisch wäre da auch Cinebench nicht in Frage gekommen, weil es nicht Mac-only ist. Das Problem ist, dass bei Multi-Plattform-Programmen oftmals die Portierung suboptimal ist (Adobe-Software läuft unter Windows wesentlich träger als unter Mac, bei MS-Office ists genau anders herum. Auch Opera ist unter Windows schneller). Cinebench ist aber so unglaublich verbreitet, dass es, einfach mal angenommen, es ist vernünftig portiert, auch einen einigermaßen praktischen Nutzen hat.
    Peacekeeper ist als eine Art “was es sonst noch Kurioses gibt” hineingerutscht.

    Aber wenn das Interesse besteht, kann ich euch auch GeekBench noch einmal vorstellen. :)

    Antworten 
  •  Maclover sagte am 28. Juli 2009:

    Xbench war damals ja mal ganz nett, aber mittlerweile ist es wirklich nicht mehr zeitgemäß.

    Geekbench ist zeitgemäß und ich habe nach Entdeckung im Forum einen Geekbench-Benchmark-Vergleichs-Thread gestartet. Wäre cool, wenn ihr da mitmacht!

    Antworten 
  •  epoc1000 sagte am 29. Juli 2009:

    @maclover das brauchst du eigentlich nicht, da es ja den wirklich praktischen browser gibt

    Antworten 
  •  JMM sagte am 5. August 2009:

    Cinebench ist Gut portiert. Mein iMac hat unter OS X etwa 300 Punkte mehr als unter Windoof.

    Antworten 

Kommentar verfassen

Werbung
© 2006-2013 MACNOTES.DE. Made with insanely great for all things Mac. Apple.de