MACNOTES

Veröffentlicht am  29.07.09, 12:54 Uhr von  rj

Mehr Gründe fürs Apple-Tablet: Hardwarelieferanten, Kindle-Konkurrenz und Arnold Schwarzenegger

ModbookEine sichere Sache scheint langsam das Apple-Tablet zu sein: Diskutiert wird nur noch das Wann und das Wie. Die neueste Ansage in Sachen Erscheinungstermin ist September, die ersten Zulieferer der Komponenten seien bekannt. Für den schnellen Releasetermin sprechen einige Faktoren und möglicherweise sogar anstehende eBook- und Bildungspläne des kalifornischen Gouverneurs Schwarzenegger.

Was für das Tablet spricht: die Technik scheint reif dafür. Ausreichend Rechenleistung bei stromsparendem und leisem bzw. geräuschlosem Betrieb steht zur Verfügung. Neben den Gerüchten um den Gigaherz-Samsungchip und möglichen Eigenentwicklungen Apples mit dem P.A.Semi-Team kommen auch von Intel demnächst lüfterlos betreibbare Netbook-Prozessoren.

Fertigung, Features und Konkurrenz des Apple-Tablets

Die Fertigung des Tablets soll den Gerüchten zufolge bei der Hon Hai Precision Industry Co. stattfinden. Der Touchscreen soll von Wintek stammen, während die Batterien von der Dynapack International Technology Corp geliefert werden. In Sachen Speicher wird vermutet, dass ein Teil der aktuell anlaufenden Toshiba-Produktion für Apple auch in Tablets verbaut wird.

Das “interaktive Album” will man zusammen mit den großen Labels auf das kommende Mac-Tablet bringen – eine kleine Revolution, die seit der Entwicklung von der LP über die CD hin zum Audiofile der Musik wieder mehr und aufwändigere “Beilagen” gestattet. Mindestens ebenso interessant scheint aber die Spekulation, dass Apple nun die Zeit für reif hält, den eBook-Markt aufzumischen.

Hier hat der Konkurrent Amazon mit dem Kindle die Latte nicht unbedingt hoch gehängt. Die Begeisterung für das Grau in Grau des eBook-Readers hält sich in Grenzen, die Multifunktionalität des Gadgets ebenso. Wenn Apple das Kapitel “eBook” nun neu schreiben will, wie es bereits im Fall des Smartphone gelungen ist, dann wäre der Zeitpunkt aus einigen Gründen günstig.

eBooks für die Bildung: Tablet-Durchbruch made in California?

Denn in Apples Heimatstaat Kalifornien sind die Schulbuch-Preise seit einiger Zeit ein Politikum. Seit Jahren wird versucht, freie Unterrichtsmaterialien auf eBook-Readern an die kalifornischen Schulen zu bringen, da die Kosten für die gedruckten Auflagen zu hoch seien. Eine umstrittene Mathematik, die gelegentlich die Kosten von Kindern mit eBook-Readern sehr optimistisch einschätzen. In Kalifornien wird sie nun trotzdem offenbar konkret: Schwarzenegger hat bereits im Mai diesen Jahres angeordnet, die Weichen für einen eBook-Launch im Herbst diesen Jahres zu stellen. Im September, möglicherweise?

Ob die jüngsten Entwicklungen für oder gegen die eBook-Pläne des Gouvernators sprechen, ist nicht wirklich klar. Inzwischen ist Kalifornien praktisch pleite, die aktuellen Haushaltspläne sehen drastische Einschnitte im Bildungssektor vor. Unter anderem sollen keine neuen Bücher angeschafft werden. Bereits angelaufene Pilotprojekte arbeiten überwiegend mit günstigen Notebooks.

Trotz dieser Unwägbarkeiten hat Apple mit dem “Cocktail”-Musikformat, einer ebenfalls gerüchteten Apple-TV-Funktion, potentieller Anwendungen im Bildungsbereich sowie einer eBook-geeigneten Shopinfrastruktur mit iTunes gleich mehrere Anwendungsbereiche parat, die das Tablet über den “tablettypischen” Anwendungsbereich – Netbook-Ersatz mit Touchscreen, elektronischer Schreibblock – hinausgehen bzw. lang herbeigeredete Techniken wie eben das eBook in eine zeitgemäße und überzeugende Form bringen.

Offene Tablet-Fragen

Interessante Fragen sind nach wie vor offen – ob nun ein “richtiges” Modbook von Apple erwartet werden darf oder eher ein großer, multifunktionaler iPod Touch? Tendenziell eher letzteres, dafür spricht bereits die Preisregion, in der das kommende Gerät angesiedelt wird. Kompatibilität zu iPod Touch/iPhone-Apps? Möglich, wenngleich die hohe Auflösung nach anderen Screendesigns und Oberflächen schreit. Ein eigener App Store auch fürs Tablet? Wie Amazon mit dem MP3-Shop Apple direkte Konkurrenz macht, wird auch Apple den eBook-Markt nicht links liegenlassen. Insbesondere, wenn man mit einer Bildqualität aufwarten könnte, die der des bedruckten Papiers wenigstens in Ansätzen nahekommt.

Wird es neben iPhone-OS und Mac OS X noch einen weiteren Betriebssystem-Ableger im Hause Apple geben? Und dann natürlich das spannendste: iTablet, iTouch, ganz anders – wie soll das jüngste Kind der Applefamilie heißen?

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 4 Kommentar(e) bisher

  •  @superglide sagte am 29. Juli 2009:

    RT @Macnotes: Mehr Gründe fürs Apple-Tablet: Hardwarelieferanten, Kindle-Konkurrenz und Arnold Schwarzenegger http://macnot.es/13296

    Antworten 
  •  Rage27 sagte am 30. Juli 2009:

    Hmmm, schöner Artikel! Also ich tippe beim Namen ja auf das MacBook Touch, aber schauen wir mal! :-) Ja, ich glaub’ auch, dass es für ein Apple Tablet eher einen eigenen AppStore geben muss, da dass ergonomisch mit einem Transfer der meisten Anwendungen im AppStore sonst nicht passen würde. Vielleicht kann man iPhone Anwendungen höchstens als Widgets betreiben. Hält es jemand für möglich, dass man beim Display zwischen eInk Display und normaler Anzeige umschalten kann? Ein “normales” Display wäre im Vergleich zum eBook Reader Display ja doch ein Kompromiss (mit dem man allerdings natürlich durchaus leben könnte…)

    Antworten 
  •  Simón sagte am 30. Juli 2009:

    Mal wieder ein Top-Artikel von rj!
    Ich persönlich glaube nicht an einen zweiten App-Store für das Tablet. Es wäre nicht Apples Art, die Leute derart zu verwirren. Ich stelle mir das so vor: Entwickler können die App auch in einer höheren Auflösung/für das Tablet optimiert an Apple senden. Besucht man nun den App Store, erkennt iTunes automatisch, was für ein Gerät benutzt und lädt die entsprechende Version herunter.
    Zum Namen: Ich bin mir sicher, dass der Tablet nicht “iTouch” heißen wird, denn das ist für sehr viele der iPod touch; Ich denke, ebenso wie Rage27 an ein MB Touch.

    Antworten 
  •  Stefan sagte am 10. August 2009:

    Es wird iBook heißen. Hello again… :-)

    Antworten 

Kommentar verfassen

Werbung
© 2006-2013 MACNOTES.DE. Made with insanely great for all things Mac. Apple.de