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Veröffentlicht am  7.10.09, 12:55 Uhr von  Alexander Trust

iPostbank für iPhone im Test

iPostbank LogoDas iPhone ist grundsätzlich im Nachteil, wenn es um Business-Angelegenheiten geht, sagt man. Gegenüber den Kollegen von RIM und Palm ziehen Apple-Benutzer den Kürzeren, sagt man. Ob es sich hier nur um einen ungerechtfertigterweise ausgesprochenen Allgemeinplatz handelt, wollen wir an dieser Stelle nicht klären, wohl aber eine App der Postbank unter die Lupe nehmen, die dem iPhone zumindest Punkte auf der Habenseite bei Business- und Banking verschaffen kann. Warum iPostbank durchaus punkten kann, lest Ihr in unserem Review.
 

Die Funktionen

[singlepic id=4836 w=thumb float=left] Die wichtigsten Funktionen der App sind natürlich diejenigen, die das Banking angehen. Doch darüber hinaus bietet iPostbank Funktionalität an, die auch schon die App Post mobil mitbrachte. Wir dürfen nach Geldautomaten in unserer Umgebung suchen. Entweder mithilfe der Standortbestimmung automatisch oder indem wir eine Adresse von Hand angeben. Das funktioniert in beiden Fällen vorbildlich – einzig ist die “Intuitivität” von einer App zur anderen nicht besser geworden. Die Beschriftung “Eigenen Standort verwenden” finde ich unglücklich gewählt. Diese Formulierung wirkt unfertig und deutet natürlich daraufhin, den eigenen Aufenthaltsort zu ermitteln, aber nicht unbedingt darauf, im selben Atemzug nach Geldautomaten zu suchen. [singlepic id=4833 w=thumb float=right] Davon abgesehen werden von der App zudem solche Automaten und Servicestellen gefunden, die nicht direkt zur Postbank gehören, aber das kostenlose Geldabheben ermöglichen. Dazu gehören für Postbank-Kunden mittlerweile sogar Automaten an Tankstellen von Shell. Ein Tippen auf eines der Icons auf der Karte zeigt Kurzinformationen zum Geldautomaten an, respektive der Servicestelle. Ein weiteres Tippen öffnet einen Dialog, in dem wir entweder den gefundenen Geldautomaten zu einer Favoritenliste hinzufügen können, oder über die Maps-Anbindung uns den Weg zum Automaten suchen lassen können. Wie bei anderen Apps auch, springt iPostbank zu diesem Zweck aus der Anwendung in Maps hinein. Nach getaner Suche muss man entsprechend die App neu starten.
 

Task-Leiste

Von 4 Buttons bringt einer den User auf Klick zum Absende-Dialog von Mail mit einer vorformulierten E-Mail, die man an Freunde verschicken könnte, um sie auf das Angebot von iPostbank aufmerksam zu machen. Hier hätte man gut eine Suche nach einzelnen Buchungen unterbringen können. Oder einen direkten Sprung zum Kontostand eines favorisierten Kontos beispielsweise. Die Button-Leiste ist nicht individualisierbar, aber schade ist, dass sie dann nicht nur mit wichtigen Funktionen belegt ist.
 

Konto wechsle dich

[singlepic id=4837 w=thumb float=left] iPostbank lässt den Kunden mehrere Konten gleichzeitig verwalten. Der Wechsel innerhalb der Anzeige eines aktiven Kontos funktioniert problemlos, ist aber insgesamt doch recht umständlich. Erst klickt man dafür in ein Dropdownfeld, daraufhin wird ein Auswahlrad angezeigt. Eine direkte Auswahl ist nicht möglich. Der Nutzer muss zunächst das Konto auf der “Walze” auswählen und dann den Button bestätigen. Den Zeitraum, für den die Umsätze angezeigt werden sollen, kann man auf die gleiche Weise einstellen. [singlepic id=4835 w=thumb float=right] Angeboten werden hier 10, 30, 60 oder 90 Tage und außerdem die Anzeige aller Umsätze. Es sind also streng genommen 3 oder mehr Aktionen notwendig, um das Konto zu wechseln. Denn nach erfolgter Einstellung muss man erst noch auf den Button “Wechseln” tippen, ehe sich etwas tut. Ein versehentlicher Klick in den abgedunkelten Hintergrund bewirkt allerdings ein Zurückspringen. Die vorgenommenen Einstellungen bleiben zum Glück bestehen, so dass man nicht ganz bei Null anfangen müsste. Nach der Auswahl des Anzeigezeitraums verschiebt sich die Buttonleiste mit dem “Wechseln”-Knopf unglücklich außerhalb des sichtbaren Bereichs. Man muss dann immer erst mit einer Einfingerbewegung den Bildschirmausschnitt an die entsprechende Stelle scrollen.
 

Finanzstatus

Das Konto von Petra Pfiffig steht als Demokonto zur Verfügung. So kann jeder sich davon überzeugen, dass es möglich ist, mehrere Konten gleichzeitig zu verwalten, Daueraufträge und Überweisungen auszuführen. Für beide Formen von Transaktionen kann und muss man verschiedene Angaben machen. Die Überweisung lässt sich sofort oder terminiert ausführen, und darüber hinaus lassen sich ausgefüllte Überweisungen als Vorlage speichern. Das erspart einem bei einer nochmaligen Ausführung die Tipparbeit. Leider kommt einem die App beim Ausfüllen der Formularfelder nicht entgegen. Für das Eintragen von Beträgen und Bankleitzahl sowie Kontonummer müssen wir immer erst manuell vom Buchstabenmodus in den Zahlenmodus der Tastatur wechseln. Ein unnötiger Schritt, der von Entwicklerseite nur hätte behoben werden können, wenn man eine lokale App erzeugt hätte. Doch iPostbank setzt bei der grundsätzlichen Funktionalität auf eine Webapplikation und ist damit auf die Kapazitäten der API von Apple angewiesen, und, so habe ich mir sagen lassen, kann man diesen Fauxpas nicht ohne Weiteres aus der Welt räumen. Das automatische Ausfüllen einer Überweisung dagegen klappt prima. Der Auswahlmechanismus ist der gleiche wir zuvor schon einmal beschrieben.
 

Ohne Depot und EU

[singlepic id=4838 w=thumb float=left] Postbank-Kunden, die ihr Depot verwalten wollten – solche soll es geben -, müssen darauf vorerst verzichten, denn iPostbank bietet keine Depotverwaltung an. Insgesamt ist die App relativ einfach gestrickt. Ein Export der vorhandenen Umsätze ist nicht vorgesehen. Eine Visualisierung der vorhandenen Daten, in welcher Art auch immer, ist ebenfalls nicht implementiert. Aber das würde dann wohlmöglich den Rahmen einer kostenlosen App zum Suchen von Geldautomaten und Ausführen von einfachen Transaktionen (EU- und Auslandsüberweisungen sind nicht möglich) sprengen. Nur vielleicht müssten dann sowohl Anbieter solcher kostenlos Apps, wie auch die Nutzer, ihre Wahrnehmung bezüglich solcher kostenlosen Angebote anpassen.
 

Der Preis und die Konkurrenz

Und iPostbank ist kostenlos. Kurze Werbeeinblendungen für eigene Produkte wie bei der Konkurrenz sind ebenfalls enthalten. Schaut man sich die Konkurrenz in dem Bereich aber genauer an, wird man ansonsten kaum kostenlose Apps zum Onlinebanking finden. Die Sparkassengruppe bietet über die Entwickler von Star Finanz die App S-Finanzstatus an. Doch diese erlaubt nur das bloße Überprüfen von Kontoständen auf verschiedenen Konten einer Bankleitzahl. Einzelne Buchungen lassen sich damit nicht ansehen. Transaktionen unterwegs ausführen geht damit ebenso nicht, und die entsprechende App mit weitaus mehr Funktionsumfang kostet 6,99 Euro. Umständlicherweise bietet die Sparkassengruppe einen Filialfinder zusätzlich kostenlos an. Bank X Mobile, das für den Mac ein umfassendes Konten- und Finanzverwaltungstool von ASH ist, gibt es auch für das iPhone. Vom Preis von 19,99 Euro abgesehen und einem durchaus sehr großen Funktionsumfang, den iPostbank nicht bietet, sprechen jedoch lauter Negativbewertungen enttäuschter Bank X-User nicht unbedingt dafür, dass in diesem Fall teuer auch gut ist.

Ebenfalls kostenlos angeboten wird T-Banking. Hiermit könnten sich Bankgeschäfte von überall erledigen lassen, wenn man denn Kunde von T-Online ist. Denn ohne Zugangsdaten des Internetproviders bleibt diese App nutzlos.
 

Zur Sicherheit

Dazu kommt bei T-Banking ein sehr gravierendes Problem mit der Sicherheit. Doch gerade die ist, was Kunden bei Applikationen in so sensiblen Bereichen wie den eigenen Finanzen, besonders interessiert. Es kursieren in den Kommentaren zur App, aber auch in Foren im Internet Hinweise darauf, dass T-Banking seine Daten nicht etwa mit verschiedenen Servern synchronisiert und absichert, sondern einen zentralen Server nutzt, der zudem vom Hersteller selbst stammen soll. Das bedeutet so viel wie, dass der Rosa Riese mithört und Kontodaten ausspioniert?!

Das in der iPostbank-App integrierte „iBanking“-Modul ist hingegen genau so sicher wie das normale iBanking im mobilen Web. Es kommt ein “embedded Browser” zum Einsatz und die Kommunikation läuft also dezentral, zudem wird sie, wie auf der Website auch, SSL-verschlüsselt.
 

Fazit

Während einige viele Anwender von T-Banking sich denken, geschenkt ist noch zu teuer (vgl. Kommentare im App Store), kann man das von iPostbank nicht behaupten. Wenn man eine App wie diese bewertet, muss man allerdings berücksichtigen, für wen sie gemacht ist: für Kunden der Postbank. Ein Vergleich mit Bezahlapps (iOutBank Pro), die das Verwalten mehrerer Konten unterschiedlicher Institute erlauben, wäre nicht ganz fair. Postbank-Kunden können halbwegs zufrieden sein mit dem, was sie erhalten. Leider ist die Bedienbarkeit an einigen Stellen, wie beschrieben, zu umständlich gestaltet und die Kür schafft iPostbank leider ebenfalls nicht, da sie nur Inlandsüberweisungen und Daueraufträge anbietet abzuwickeln. Das ist mir 3 1/2 von 5 Macs wert. Kunden der Postbank können vor allem im Vergleich zur kostenlosen Konkurrenz ganz zufrieden sein. Allerdings sollten sie Ansprüche formulieren, damit die Entwickler die App möglichst bald schon in deren Usability und Funktionalität verbessern. Dann stünde sogar einer Wertung mit 4 von 5 Macs nichts im Weg.
 
2.5/5Testurteil: 3.5/5 Macs
Bezeichnung: iPostbank (iTunes)
Hersteller: Deutsche Postbank AG
Preis: kostenlos

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 2 Kommentar(e) bisher

  •  Tekl sagte am 7. Oktober 2009:

    Ja, Bank X ist echt eine herbe Enttäuschung. Abstürze und nicht funktionierender Sync stehen an der Tagesordnung. Ich hoffe die bessern nach, ansonsten wäre das meine erste App, für die ich Geld wirklich rausgeschmissen habe, und dann auch nicht zu knapp.

    Antworten 
  •  joschka sagte am 7. Oktober 2009:

    also ich kann ioutbank sehr empfehlen. gibts in 2 versionen. die guenstige kann nur ein konto verwalten. die teure kann mehrere konten. auch von unterschiedlichen bankinstituten. und von der aufmachung und bedienung bin ich voll und ganz zufrieden.

    Antworten 

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