MACNOTES

Veröffentlicht am  10.10.09, 22:13 Uhr von  

Externe Festplatten bei Mac, Linux, Windows: NTFS statt FAT32 oder HFS+ mit MacFUSE

Macfuse NTFSIn heterogenen Rechnerumgebungen sind zum Transport großer Files Heimnetzwerk und Wechseldatenträger Mittel der Wahl. Externe Festplatten sind bis heute oft mit Fat32 formatiert. Das taugt zwar, wenn man Files mobil an anderen Rechnern mit anderen Betriebssystemen haben will, nur: DVD-Images oder HD-Movies liegen schnell über den 4GB, die FAT32 adressieren kann. Eine Lösung kommt mit NTFS aus der Windows-Welt. Lesen und schreiben ist mit MacFUSE unter Mac OS X kein Problem, gängige Linux-Distros beherrschen das Format out of the Box.

[singlepic id=4871 w=0 float=left] Womit die externe Platte formatieren, die auch mal an anderen Rechnern mit anderen OSen hängt? Bislang war meist FAT32 die Universallösung, mit der alle gängigen Betriebssysteme klarkommen. Will man große Files aber auf allen Systemen lesen und schreiben, kommt man nicht um ein moderneres Filesystem herum. Sowohl HFS+, ext3 und NTFS können Files jenseits der 4GB verwalten. NTFS wurde an dieser Stelle ausgewählt, weil es auf den wenigsten Systemen (nur den Mac-Rechnern) zusätzliche Treiberinstallationen voraussetzt und der Anwendungsfall derjenige ist, dass ein (so vorbereiteter) Mac-Nutzer eine Platte zu einem Windows-User mitnehmen kann, ohne dort Installations- und Testorgien veranlassen zu müssen. Einige Alternativen stellen wir am Ende kurz vor. Zu guter Letzt: Wir reden hier von einer Wechselfestplatte mit tendenziell unkritischen Daten, die man gelegentlich in der Gegend herumträgt. Seine Backups macht man nach wie vor besser auf einer anderen Platte mit einem hauseigenen Filesystem.
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MacFUSE ist ein Paket, das mehrere Filesysteme auf dem Mac verfügbar macht. Hier kümmern wir uns nur um NTFS. MacFUSE ist Freeware unter BSD-Lizenz und wird bei Google Code gehostet. Die Basis MacFUSE inclusive dem notwendigen NTFS-3G-Treiber für den eigentlichen Filesystemzugriff gibt es via Sourceforge.

[singlepic id=4905 w=200 float=right] Das DMG mounten, die .pkg-Datei installieren – das wars schon. In den Systemeinstellungen findet sich nun neben dem MacFUSE-Icon (welches wenig Optionen bietet) noch das für den NTFS-Betrieb wichtigere Symbol für NTFS-3G. Dort findet man anschließend auch eine Übersicht der so kommunizierenden, angeschlossenen Platten.
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Idealfall: man steckt das NTFS-Laufwerk ein, es mountet automatisch und Mac OS X kann darauf lesen und schreiben. Man wirft es dann wie gewohnt im Finder aus und trägt es nach Belieben zu anderen Rechnern. Haken und Ösen gibt es, sie fallen aber vergleichsweise harmlos aus.

1. Unmounten, unmounten, unmounten!

[singlepic id=4875 w=200 float=right] Der Zugriff auf NTFS unter Mac OS X fällt nicht ganz so robust aus wie jener unter Windows. Wenn das Laufwerk nicht ordentlich ausgeworfen wurde, weigert sich Mac OS X mit hoher Wahrscheinlichkeit, mit der Platte zu kooperieren. Auch unter Windows oder Linux muss das Laufwerk vor dem Abstöpseln ordentlich ausgeworfen werden, sonst ist Lese/Schreibschwäche auf dem Mac vorprogrammiert. Tritt dieser Fall ein, helfen die Tools auf dem Mac nicht weiter: die Platte muss unter Windows per Checkdisk repariert werden. Auch, wenn sie unter Windows problemlos gelesen oder beschrieben werden kann.

2. Einstellungen ändern darf nur der Admin

[singlepic id=4873 w=200 float=left] Standardmäßig können Einstellungen unterm Mac bezüglich der NTFS-Platte nicht verändert werden. Wer sich über permanent ausgegraute Optionen bei NTFS-3G wundert: aufs Schloss links unten klicken und das Adminpasswort eingeben.

3. Formatieren unter Windows

Formatieren sollte man seine externe NTFS-Platte unter Windows. Ein virtuelles Windows sollte vollkommen ausreichen, getestet haben wir das allerdings nicht.

Mehr Widrigkeiten konnten im Testbetrieb nicht festgestellt werden.

In Kürze einige Alternativen zu NTFS:

Virtualisierungen anderer Betriebssysteme auf dem Mac bringen oft ihre eigenen Treiber mit, um den Filesystemzugriff der Systeme untereinander zu erleichtern. Paragon bietet mit ExtFS for Mac OS X eine kostenpflichtige Lösung zum Schreiben von NTFS-Partitionen unter Mac OS X an.

HFS+ kann unter Windows mit dem HFSExplorer zumindest gelesen werden. HFS und HFS+ auf Windows lesen und schreiben kann Transmac – für 15 Tage auch kostenlos.

ExtFS soll ext2- und ext3-Partitionen unter OS X les- und schreibbar machen, hier scheiterte das Mounten einer Ext3-Festplatte am Mac jedoch. ext2fsd wäre dann Mittel der Wahl, um ext2 und ext3 unter Windows zu lesen – falls jemand das Linux-FS als “Transportmedium” benutzen mag.

Alternativen und Optimierungen bitte gerne in den Kommentaren hinterlassen ;o)

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 16 Kommentar(e) bisher

  •  @Never09 sagte am 10. Oktober 2009:

    RT @Macnotes: Externe Festplatten bei Mac, Linux, Windows: NTFS statt FAT32 oder HFS+ mit MacFUSE http://macnot.es/20510

    Antworten 
  •  Steffen sagte am 10. Oktober 2009:

    Was ist mit der Möglichkeit die fstab Datei unter Snow Leopard zu modifizieren damit NTFS Datenträger funktionen? Funktioniert bei mir zumindest problemlos :-)

    Antworten 
  •  sam2 sagte am 11. Oktober 2009:

    was ist mit dem paragon ntfs
    der treiber funktioniert besser und schneller
    der google open surce ntfs beschreib treiber ist nicht brauchbar und hat mir so daten auf einer festplatte zerstört…

    Antworten 
  •  Thomas sagte am 11. Oktober 2009:

    Ich habe das ebenfall mit Paragon NTFS for MAC gelöst. Bisher habe ich das auf ca. 10 Rechner installiert und funktioniert bisher fehlerfrei. In der neusten Version gibt es auch ein Treiber um von Windows auf die MAC Platten zugreifen zu können (bei einer Bootcamp Installation auf einem MAC. Kann ichnur empfehlen und die Kosten halten sich im Rahmen.

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  •  rj sagte am 11. Oktober 2009:

    Paragon-Link ist nachgetragen – mein Versehen, war sogar noch offen im Browser… Steffen, die Modifikation würd mich interessieren – hast da nen Link? Erfahrungsgemäß ist da eben oft die Hemmschwelle ein wenig hoch, wenns an Systemfiles geht.
    Datenverlust als Problem konnte ich jetzt nicht nachvollziehen – “nicht brauchbar” scheint mir daher ein etwas hartes Urteil, die Geschichte wegen unsauberem Unmount und anschließendem Nichtlesenwollen auf Mac-Seite hatte ich im Vorfeld des Berichts hier einigemale nachvollzogen, ich wage zu behaupten, grob mit dem Filesystem umgegangen zu sein ;) – reparieren liess sich das aber problemlos.. Wie gesagt seh ich den Anwendungsbereich von solchen Lösungen aber nicht im wirklich produktiven/sicherheitskritischen Bereichen, sondern in solchen, wo man eben vorhandene Daten mal von a nach b bringen muss.

    Antworten 
  •  wasdagegen sagte am 11. Oktober 2009:

    Ich halte es auch nur für bedingt geeignet. Ich habe durch das Unmount-Problem mal ca. 10GB an Daten verloren, weil die offenbar noch nicht aus dem Cache festgeschrieben wurden. Chkdsk konnte noch gute 20GB wieder finden, die ich mühsam zurück sortieren durfte, aber 10GB waren weg.
    Außerdem ist es einfach ratten-nervig regelmäßig Windows starten zu müssen um chkdsk auszuführen, denn leider tritt dieses Unmount-Problem doch öfter auf als einem lieb ist, da ntfs3g gerne auch einfach mal abschmiert, wenn man die Platte viel benutzt.

    Ich nutze ntfs3g immer noch, aber so wenig wie möglich und auch nur für Daten, deren Verlust ich verschmerzen kann oder von denen ich ein Backup habe. Man kann einfach nur hoffen und beten, dass eines Tages die blöden Hersteller sich auf ein einheitliches System einigen oder als Kompromiss, dass MS die NTFS Specs veröffentlicht (inkl. chkdsk), so dass stabile Implementierungen unter anderen OS möglich sind.

    Antworten 
  •  MannyRivera sagte am 11. Oktober 2009:

    Also ich habe bei Paragon NTFS folgendes Problem, wenn ich es an meinen TV USB Eingang hänge, erkennt er dieses dann nicht mehr, an was kann das liegen? Hab ja noch nicht so lange privat einen MAC, davor hatte ich keine Probleme damit!

    Vielleicht weis jemand weshalb das nicht geht, wäre echt hilfreich, danke.

    Antworten 
  •  Aleks sagte am 11. Oktober 2009:

    @rj: Hier wird beschrieben, wie man unter Snow Leopard die fstab modifizieren muss, um Read/Write-Support zu haben: http://www.macosxhints.com/article.php?story=20090913140023382

    Lg
    Aleks

    Antworten 
  •  el-flojo sagte am 11. Oktober 2009:

    Hm, ich hab’s mir grade installiert aber vermisse das NTFS-3G Icon in den Systemeinstellungen. Auch nach einem Neustart.

    Antworten 
  •  Oli sagte am 11. Oktober 2009:

    M.E. ist es leider _keine_ Lösung auf NTFS zu setzen. Die Specs zu diesem Dateisystem sind von M$ immer noch nicht veröffentlicht worden. Das mündet ironischerweise sogar darin, dass die beste erhältliche Doku über NTFS von Open Source Programmierern ausgeschnüffelt worden ist.
    Nur weil Windows und Microsoft so beharrlich weigern etwas in Richtung Kompatibilität zu unternehmen, braucht der Rest der Welt keinen Kniefall vor ihnen zu veranstalten. Soll doch auch mal M$ damit anfangen, andere Dateisysteme zu unterstützen.
    Wenn jemand große Dateien von mir benötigt (wäre nicht das erste mal), bekommt er sie auf HFS+ oder EXT 3. Vielleicht noch ReiserFS. Aber auf keinen Fall NTFS.

    Viele Grüße,
    Oli

    Antworten 
  •  Aleks sagte am 11. Oktober 2009:

    @Oli: Ich verstehe Deine Einstellung sehr gut. Trotzdem sehe ich ein Riesenproblem darin, dass derjenige, der die Dateien haben möchte, eben keine Ahnung von Computern hat. Bei mir wären das wohl 90% aller Freunde ;) Und denen möchte ich nicht erklären (müssen), dass sie sich erst einmal irgendwelche Ext3-Treiber o. ä. auf ihrem System installieren müssen. Im Zweifel müsste nämlich ich das erledigen, weil derjenige es noch nicht einmal schafft, iTunes ohne Probleme zu starten :P

    Antworten 
  •  rj sagte am 12. Oktober 2009:

    el-flojo – sorry, derber Blackout – ich hatte das falsche .dmg verlinkt. Argh!

    Ansonsten: was Aleks sagt. Mir waeren auch offenere Loesungen lieber und ich hatte im Vorfeld auch mit ext3 rumgespielt. Nur steht man da vor dem angesprochenen Problem mit dem Zielsystem, dass dann erstnal vorbereitet sein will.

    Btw., wenns so rueberkommt, als sei NTFS da der Stein der Weisen und die geniale, praktische Loesung schlechthin: das war mitnichten meine Intention. Dass es eine Behelfsloesung fuer sicherheitsunkritische Situationen ist, hoffte ich einigermassen rueberbekommen zu haben… und wenn jemand was besseres weiss, dann immer her damit, koennte ich wunderbar gebrauchen…

    Antworten 
  •  Ernst sagte am 9. November 2009:

    Fat32 to NTFS

    Antworten 
  •  Peter Thanner sagte am 23. Januar 2010:

    Muss man nun beide dmg.s installieren um ntfs lesen und schreiben zu können unter Mac Os X oder nur die von sorceforge. Beinhaltet diese das Komplette?

    danke im Voraus Peter

    Antworten 
  •  rj sagte am 24. Januar 2010:

    Das Sourceforge-DMG beinhaltet alle notwendigen Files.

    Antworten 
  •  d4rk1 sagte am 31. Januar 2010:

    Hat jemand mal mit UDF oder sowas rumgespielt?
    Mit CD/DVD-RW sollte das ja überall funzen, warum nicht auf ner Platte/Stick?

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