Review: 12. Oktober 2009,

Hero of Sparta: PSP Mini im Test

Hero of Sparta
Hero of Sparta

Gameloft gehört mit zu den ersten, die am 1. Oktober über PSN ein PSP Mini vertreiben wollten. Für diesen „denkwürdigen“ Tag entschied man sich beim Publisher dazu, einen Titel zu wählen, der bereits in Apples App Store zum Kassenschlager geworden war. Die Rede ist vom Kratos-Klon Hero of Sparta. Unser Review verrät euch, ob die Punktlandung für HoS auch im PlayStation Network geglückt ist.

Ich war gespannt wie ein Flitzebogen, was für Auswirkungen die Haptik von Steuerkreuz und Buttons der PSP bei Hero of Sparta zeitigen würden. Die ersten Schritte allerdings waren ernüchternd.

Schönheitsfehler

Er stampft eher wie ein Stier mit eiterndem Huf und er fuchtelt vor einer Kraft spendenden Quelle mit seinem Schwert herum, als wüsste er nicht, was zu tun sei. Die Rede ist von unserem Protagonisten in Hero of Sparta. Er ist halt nicht Kratos, und das wird nirgends so offensichtlich wie auf der PSP. Ich muss zugeben, ich spielte Hero of Sparta bereits am iPhone und war seinerzeit davon begeistert. Nur auf Apples mobiler Plattform macht HoS auch eine klein wenig bessere Figur.

Mit dem Auge

Zwar hat sich die Spielgrafik in HoS gegenüber der iPhone-Variante nicht grundlegend verändert. Im Gegenteil, man hat das Gefühl, auf der PSP wäre alles ein bisschen spartanischer als auf Apples Handheld. Zumindest die Farbtemperatur aber ist ein bisschen wärmer, die Farben wirken satter, nur manchmal eben zu kräftig. Der Umfang des Downloadpakets ist gegenüber der iPhone-Variante geschrumpft. Um ein Spiel als PSP Mini verkaufen zu können, hat man als Entwickler im PSN-Store offenbar noch schärfere Richtlinien einzuhalten, als in Apples App Store.

Natürlich sind die Levelgrafiken gestreckt, bzw. in einem anderen Format abgelegt als auf dem iPhone, doch wir kommen nicht wirklich ins Staunen durch das bisschen Mehr an Platz, dass da nun ist. Das Stampfen, von dem ich vorhin sprach: Es ist sehr offensichtlich, dass die Animation der Spielfigur ein bisschen arg rudimentär ist. Auf dem iPhone sieht das alles nicht gar so abgehackt aus.

Genau hinhören

Die Soundkulisse war auf dem iPhone erträglich. Grundsätzlich ist sie das dann auf der PSP auch. Die musikalische Untermalung ist stimmungsvoll, wird aber im vorliegenden Fall beim PSP Mini nicht immer unterbrechungsfrei geladen. Hat man ein Level abgeschlossen, verstummt die Musik erst, im folgenden Bildschirm startet eine neue, nicht ohne vorher noch den letzten Rest verschluckt zu haben. Das hört sich dann ein wenig so an, wie wenn eine CD nen Sprung hatte, oder Windows mit dem Bluescreen abdankt, aber der Media Player mit den letzten Sekunden im Arbeitsspeicher eine Ehrenrunde dreht.

It’s Quicktime

Bevor wir zu den schnellen Ereignissen wechseln, vorher noch ein Wort zu den langen Ladezeiten. Jedenfalls im Verhältnis zur iPhone-Variante lädt das PSP Mini zwischen den einzelnen Leveln immer einen Bruchteil länger. Das mag wohl daran liegen, dass von dem Memory Stick Pro Duo nachgeladen wird. Auf der PSP Go könnte dieser leichte Geschwindigkeitsunterschied sich vielleicht sogar in Rauch auflösen.

Was aber auf iPhone und iPod touch durchaus mit irgendwelchen Fingergesten zu erledigen war, geht auf der PSP natürlich mit Hilfe von Buttons. Ein Handheld, das welche hat, sollte Spieler glücklich machen, die sie auf Apples mobilen Spielekonsolen vermisst haben. Wer stetig Knöpfchen drückt, dem könnte es passieren, dass er am Ende ein Quicktime-Event wegdrückt, bzw. falsch bedient. Das ist dann persönliches Pech. Ganz Homer Simpson würde man aber gerne immer wie in dasselbe Fettnäpfchen treten, denn wozu ist das ein Hack and Slay, wenn wir nicht Buttonmashing betreiben sollen. Geschenkt. Meine ehrliche Meinung: Knöpfchendrücken mit echten Buttons kann spaßig sein, doch die verkürzten Animationen der Spielfigur lassen die ganze Action ein wenig blass wirken. Leider.

[wertung rating=“6.5″ artikel=“Hero of Sparta“]

Fazit

Doch kein Grund zu allzu großer Skepsis. Es gilt natürlich: Spieler, die Kratos kennen oder die iPhone-Variante schon haben, sollten sich überlegen, ob sie tatsächlich noch ein Mal zugreifen wollen. Die Bekanntschaft mit Gamelofts „Hack and Slash“-Helden auf der PSP hinterlässt bei mir zwar gemischte Gefühle, doch die sind weitgehend positiver Natur. Ich bin Fan des Genres, wie könnte ich da zu viel kritteln wollen. Doch der Flair von einst, den haben offenbar die Zeitläufte verschlungen. Hero of Sparta als PSP Mini ist für mich ein solides Spiel, über das man bei dem Preis sicher nicht meckern kann. Es teilt zwar nicht den gleichen überaus positiven Eindruck mit der iPhone-Version, doch eines haben beide Titel freilich gemeinsam: Sie sind viel zu schnell vorbei.



Hero of Sparta: PSP Mini im Test
4 (80%) 6 Bewertungen

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