Veröffentlicht am 12.11.09, 2:36 Uhr von at
Joe Hewitt war der Mann hinter der prominenten und beliebten Facebook-App im App Store. Gestern twitterte Hewitt, dass er mit der iPhone-Entwicklung gänzlich abgeschlossen habe – Schuld daran seien die kruden Zulassungsverfahren von Apple. Er übergibt die Entwicklung der Facebook-Anwendung in andere Hände.
Gestern ließ Hewitt seine Twitter-Leser wissen:
Time for me to try something new. I’ve handed the Facebook iPhone app off to another engineer, and I’m onto a new project.
Daraufhin wollte man von TechCrunch von Hewitt mehr über die Beweggründe für seine Entscheidung wissen. Gegenüber dem Magazin gibt Hewitt Apple die Schuld für sein Abkehr vom App Store, vor allem den Zulassungsbeschränkungen für Apps. Es widerspräche seiner Philosophie sich unter das Diktat eines sogenannten Gatekeepers (vgl. Wikipedia) zu stellen, für den Hewitt Apple offenbar hält und mit dieser Einschätzung nicht grundsätzlich falsch liegt. Er wird sich nun, so Hewitt, wieder seinen Wurzeln zuwenden, der Web-Entwicklung.
The web is still unrestricted and free, and so I am returning to my roots as a web developer. In the long term, I would like to be able to say that I helped to make the web the best mobile platform available, rather than being part of the transition to a world where every developer must go through a middleman to get their software in the hands of users.
Die Facebook-App (Affiliate) wird in Zukunft also von jemand anderem betreut werden. Und Hewitt wird, so kann man bei TechCrunch (engl.) nachlesen, sich einem noch nicht genauer spezifizierten Projekt zuwenden und steht nach wie vor in Diensten von Facebook.
Wenn Hewitt sich in einer ruhigen Minute zurücklehnt, wird er meiner Meinung nach 2 Dinge hoffentlich feststellen: Einerseits gibt es dort draußen ganz viele Gatekeeper und das Netz ist nicht derart frei, wie er es empfindet. Entsprechend sind seine Argumente für mich Scheinargumente. Vielleicht hat er auch nur aus einer emotionalen Enttäuschung heraus so entschieden – wir wissen es nicht. Andererseits, respektive besonders zynisch ist eigentlich die Tatsache, dass sein Arbeitgeber, Facebook, selbst die Rolle eines Gatekeepers ausfüllt und nicht unbedingt dadurch auffällt, weniger als Apple den proprietären Weg zu beschreiten.
Disclaimer: Ich bin trotz meiner Tätigkeit bei Macnotes kein Apple-Fanboy.
Und wie ist deine Meinung? Schreib uns einfach!
Tags: App Store, Facebook, gatekeeper, iPhone, joe hewitt
6 Kommentar(e) bisher
RT @Macnotes: Joe Hewitt: Facebook-App-Entwickler kehrt App Store den Rücken http://macnot.es/23443
Wahre Worte. Bis heute besitze ich kein iPhone – obwohl ich technisch sehr interessiert wäre. Grund: Zwangsverträge mit bestimmten Providern und Zensur aller erhältlichen Programme. Jailbreak hin oder her – wenn der Hersteller (wie hier Apple) nicht offiziell diese Beschränkungen aufhebt gibts auch kein Geld von mir. Schade dass so viele andere mit ihrem Konsumverhalten diese Art Protest verhindern.
@tice
Apple will das bestmögliche Erlebnis und maximale Sicherheit! Das geht nur auf dem Wege den Apple beschreitet!
Leider!
Ich frage mich seit meine Frau sich unbedingt einen iMac kaufen musste, was sich Apple eigentlich einbildet mit seiner / ihrer Produktpolitik. Die Begründung dass es Apple um die maximal mögliche Anwendersicherheit geht, trifft in meinen Augen nicht zu. Als überzeugter Linuxnutzer kann ich solchem Geschäftsgebahren gegenüber nur unverständisvoll den Kopf schütteln. MEIN System ist nicht nur sicherer, sondern auch leiter zu administrieren. Und ich kann Herrn Hewitts Entscheidung nur allzugut nachvollziehen.
Das Netz ist frei und muss es auch bleiben. Dazu gehört auch freie Software UND die freie Verteilung von Software. Sicherlich ist es unrealistisch zu verlangen, dass Software grundsätzlich frei sein muss, aber die Vertriebswege von Software dürfen keiner Zensur unterworfen werden!
Joe Hewitt: Facebook-App-Entwickler kehrt App Store den Rücken: http://macnot.es/23443
Joe Hewitt: Facebook-App-Entwickler kehrt App Store den Rücken: http://macnot.es/23443
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