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Veröffentlicht am  17.12.09, 17:52 Uhr von  

Worldwide Loyalty Team: Apples Geheimpolizei sucht nach Verrätern

AppleInnerhalb von Apples Büros und Filialen soll es mit dem Worldwide Loyalty Team eine Gruppe von Mitarbeitern geben, die darauf spezialisiert ist, andere Kollegen auszuspionieren und bei Steve Jobs und Finanzchef Peter Oppenheimer Bericht darüber zu erstatten. Erklärtes Ziel: Firmengeheimnisse sollen Firmengeheimnisse bleiben, Verräter sollen schnell erkannt werden.

Genaueres über das Worldwide Loyalty Team wurde nun über Gizmodo bekannt. Als Informant wird im Text ein gewisser “Tom” genannt, der selbst bereits bei Apple angestellt war und genauere Details zum Vorgehen der Gruppe haben will.

Apple lasse diese Maulwürfe überall arbeiten, vor allem in Abteilungen, wo Informationslecks erwartet werden. Das Management wisse nichts von ihnen, aber sobald irgendwo ein Leck vermutet wird, kämen diese “speziellen Truppen” zu irgendeiner beliebigen Tageszeit herein, vor allem morgens. Sie wenden sich an die wichtigste Person am Platz und bitten darum, die Aktion zu koordinieren.

Die Durchführung dieser “Aktionen” sei dabei recht simpel: Alle Mitarbeiter müssen an ihren Arbeitsplätzen bleiben, alle Handys werden eingesammelt und überprüft. Alle relevanten Daten von den Geräten werden gespeichert, außerdem werden Textnachrichten gelesen und Bilder angesehen. Außerdem müssen alle Beteiligten ein Non-Disclosure Agreement unterschreiben, um sicherzugehen, dass Informationen zu den Überprüfungen nicht an die Öffentlichkeit gelangen.

Privatsphäre ist ein Fremdwort – kein Wunder, dass nicht nur bei Gizmodo Assoziationen zur Gestapo hochkommen, zumindest was die Überwachungsmechanismen angeht. Wer die Überprüfung nicht freiwillig mitmacht, wird entweder noch genauer unter die Lupe genommen oder direkt herausgeworfen. Sollte sich jemand tatsächlich als Informant herausstellen, muss dieser bis zum Ende des Arbeitstages bleiben und danach mit der Security zusammen die Firma verlassen. “Da passiert einiges hinter verschlossenen Türen, über das ich nichts weiß. Ich weiß aber, dass sie die verdächtigen Angestellten tatsächlich ausfragen und ihnen mit einem Gerichtsprozess drohen.”

Neben diesen größer angelegten Durchsuchungen finden auch Überprüfungen des Mailverkehrs statt, ab und an werden auch falsche Informationen zu Projekten gestreut, um potentielle Schwachstellen genauer eingrenzen zu können.

Wie viel Wahrheit in diesen Berichten steckt, lässt sich nur schwer herausfinden, es ist aber nichts Unbekanntes, dass Apple hart daran arbeitet, Informationen innerhalb der Firma zu halten. Dies gilt unter anderem auch für die Zulieferer und die Produzenten der jeweiligen Geräte. Auch die Mitarbeiter sind sich ihrer Geheimhaltungspflicht bewusst: Sie müssen bei Eintritt in den Job ein Verschwiegenheitsabkommen unterzeichnen, außerdem dürften sie als Mitaktionäre auch selbst wissen, wie wichtig die Geheimniskrämerei innerhalb der Firma ist. Apple wäre mit diesem Vorgehen auch nicht allein auf weiter Flur: Viele andere Unternehmen haben ebenfalls ein waches Auge auf seine Mitarbeiter, vor allem all jene, bei denen Geschäftsgeheimnisse am Ende bares Geld bedeuten.

Wie ernst die Lage aber dennoch ist, zeigte im Juli der Fall eines Mitarbeiters von Foxconn, der Firma, die für Apple das iPhone produziert. Damals verschwand ein Prototyp einer kommenden iPhone-Generation, der von einem Mitarbeiter an Apple verschickt werden sollte. Als dies auffiel, wurde der Mitarbeiter zu den Vorgängen befragt und nahm sich kurze Zeit später das Leben – er war dem Druck nicht gewachsen.

Sollte es diese Überprüfungen aber tatsächlich geben, dann erinnert es auch ein Stück weit an George Orwells “1984″, das Apple selbst in seinem Werbespot im gleichen Jahr aufgriff:

Der Mac war bereits damals ein geheimes Projekt, Jobs und seine Mannen haben sich aber stets als Piraten gesehen. So ändern sich die Zeiten.

Der Zufriedenheit der Mitarbeiter tut das Worldwide Loyalty Team derweil keinen Abbruch: Die amerikanische Jobseite glassdoor.com hat auf Basis von Umfragebögen eine Topliste erstellt, in der die beliebtesten Arbeitgeber der Vereinigten Staaten vermerkt wurden. Apple erreicht in dieser immerhin Platz 22 – und landet unter den Technologie-Unternehmen nur knapp hinter Google.

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 11 Kommentar(e) bisher

  •  @alexf10 sagte am 17. Dezember 2009:

    RT @Macnotes: Worldwide Loyalty Team: Apples Geheimpolizei sucht nach Verrätern http://macnot.es/27955

    Antworten 
  •  @ViviLewi sagte am 17. Dezember 2009:

    RT @Macnotes Worldwide Loyalty Team: Apples Geheimpolizei sucht nach Verrätern http://macnot.es/27955

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  •  @tlehmann sagte am 17. Dezember 2009:

    Unglaublich! Die #Apple #Stasi: Worldwide Loyalty Team http://macnot.es/27955

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  •  anonymel sagte am 17. Dezember 2009:

    Frau Grannemann,
    wissen Sie nicht, dass die Gestapo u. a. Familienmitglieder von Inhaftierten folterterte um vom Inhaftierten Aussagen zu erhlten?

    Was wissen Sie überhaupt über die Gestapo?

    Mit Ihrer Aussage “kein Wunder, dass nicht nur bei Gizmodo Assoziationen zur Gestapo hochkommen” verunglimpfen Sie die Gestapoopfer, das ist Strafbar.

    Davon abgesehen, die ganze Geschichte ist doch so Abstruß, da zweifelt doch selbst ein BILD-Leser ob des Wahrheitsgehalts.

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  •  Richie sagte am 17. Dezember 2009:

    Ein Anonymel, der mit Verunglimpfung und Strafbarkeit zaunpfahlwinkt, da krieg ich ja direkt Blockwartassoziationen. Hoffentlich ist das erlaubt.

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  •  Nick777 sagte am 17. Dezember 2009:

    Zwar scheint es mir ein wenig, dass Anonymel übertreibt, allerdings halte ich es für extrem unwahrscheinlich, dass dort private Mails und die Handys etc. gecheckt werden.
    In Deutschland ist dieses schlicht weg verboten. Mit den amerikanischen Gesetzen bin ich nicht vertraut, aber ich gehe davon aus, dass ein solches Eindringen in die Privatsphäre ebenfalls strafbar ist, und das Apple wohl kaum so ein Risiko eingehen wird.
    Tut mir Leid, aber das ist einfach nur Gerüchteküche auf unterem Niveau (Meine Meinung!) – Extrem unglaubwürdig.

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  •  Mike van Dike sagte am 17. Dezember 2009:

    Bei Apple arbeiten 35.000 Leute, da ist es doch eher unwahrscheinlich, dass erst jetzt sich jemand zu Wort meldet.

    Und die Sache mit Foxconn ist kein Problem der Apple Geheimhaltung, sondern ein Problem der chinesischen Kultur.

    Bei Sony gibts doch auch die Geheimhaltung zu neuen Produkten wie die PS3 oder PSP.

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  •  kg sagte am 17. Dezember 2009:

    @Nick777 was die Handys angeht: Bei Apple sind zumindest in Cupertino nur die firmeneigenen iPhones erlaubt, die Apple an die Mitarbeiter verteilt, soweit ich weiß. Kameras sind ganz verboten. Und wenn im Hausnetz nur apple.com-Adressen funktionieren, wäre es auch in diesem Falle rechtmäßig, dass die Mails gegengecheckt werden – weil über Firmenadressen je nach Policy generell keine privaten Mails verschickt werden dürfen.

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  •  Hannes96 sagte am 18. Dezember 2009:

    Kameras sind verboten und nur iPhones zugelassen…
    Haben die keine Kamera oder ist deren Bildqualität keine Gefahr ?
    Also der o.g. Text: “Als Informant wird im Text ein gewisser “Tom” genannt, der selbst bereits bei Apple angestellt war und genauere Details zum Vorgehen der Gruppe haben will.”
    weist auf eine Quelle hin, die keine im journalistischen Sinne sein sollte. Will sagen, da macht sich die Verfasserin zum Büttel andere Interessen.
    Bitte vorher etwas mehr die Datenqualität checken.

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  •  Timmy sagte am 18. Dezember 2009:

    Ich denke mal wo normale iphones die Kamera haben, sitzt bei Mitarbeiter iphones ein plastikdummy. Auch kein 3G und die Dinger haben nur 256KB Speicher…. Ich höre gerade den Reis aus dem umgefallenen Sack in China rieseln…..

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  •  kronline sagte am 18. Dezember 2009:

    Bei Gizmodo haben sich diverse Ex Apple Mitarbeiter zu Wort gemeldet die solch ein Vorgehen in ihrer Zeit bei Apple nie erlebt haben und sich das auch nicht vorstellen können.

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