MACNOTES

Veröffentlicht am  27.01.10, 21:42 Uhr von  

Kommentar: Apple erobert das Sofa

Eine interessante Spannungs- (und Aktienkurs-)Kurve legte die heutige Keynote hin – denn Begeisterung von der ersten bis zur letzten Sekunde war trotz eines beeindruckenden neuen Geräts nicht zu verzeichnen – böse Worte vom digitalen Bilderrahmen mit zu wenig Speicher machten sowohl im Ticker-Chat wie auch in der Macnotes-Redaktion die Runde. Die Aussicht auf das optimale Sofa- und Bettgerät, auf durchdachte, bedienbare Apps und einen unerwartet niedrigen Preis hingegen lassen die Herzen durchaus höher schlagen. Bleibt die Sorge vor den UMTS-Tarifdetails jenseits der USA und das böse Wort “Juni”.

[singlepic id=6400 w=200 float=right] Zum Schluss blieb der – hoch subjektive – Eindruck, dass Apple ein Gerät aus der Taufe gehoben hat, das Potential mitbringt, unser Medienkonsumverhalten nachhaltig zu verändern. Bei allen beeindruckenden Adaptionen der iWork-Applikationen, trotz dem begrüßenswerten Start direkt mit anschließbarer Tastatur – das Apple iPad scheint in erster Linie das Buch, das Magazin und die Zeitung ablösen und die früheren Medienformate dabei nebenher deutlich bis drastisch verändern zu wollen.

Was das Gerät zum Sofa- und Bettbegleiter der Zukunft macht, auch im ÖPNV kann man sich das Gerät bestens vorstellen, und selbstredend ist Apple auf exakt diese Anwendungsfälle bestens vorbereitet – mit Magazinkooperationen, mit dem Bookstore und mit der bereits für die iPhone-Plattform vorhandenen Fülle an Bild- und Printmedien. Spätestens beim Gedanken ans interaktive Magazin bei der Zugfahrt oder der abendlichen Buchlektüre stört auch der breite Rand nicht mehr, der auf den ersten Blick recht unapple-elegant wirkt – denn schließlich will man das Gerät ja auch ordentlich in die Hand nehmen können.

[singlepic id=6402 w=200 float=left] Für diese Anwendungszwecke wird es weniger spannend sein, ob der Prozessor nun auch aktuelle 3D-Engines kann – denn spannender wird vermutlich die Frage, ob Apple einmal mehr schafft, ein Medienformat mit einem innovativen Produkt ins digitale Zeitalter zu befördern. Wie iTunes der CD, könnte hier gerade das iPad dem Buch und dem Printmagazin nicht gerade die Totenglocke, aber zumindest den Übergang in den Long Tail geläutet haben.

Wie auch im Fall von iTunes könnte das Ganze mit erheblichen Zugeständnissen an die Contentanbietern erkauft worden sein. Bleibt zu hoffen, dass Apple hier konsumentenfreundliche Deals und Formate offerieren kann – und ebenso, dass in Sachen 3G/UMTS-Unterstützung die Situation in Übersee bald geklärt ist. “Bis Juni” will man jenseits der USA ähnlich attraktive Deals wie mit AT&T herausgeschlagen haben. Der wurde auf der heutigen Apple Special Event bereits verkündet und sieht ungelockte iPads vor, die mit unterschiedlichen Prepaid-Tarifen via UMTS ins Netz kommen, wo kein WLan-Hotspot verfügbar ist. Bei Amazon ist das iPad ab heute bestellbar, ebenso das günstige 16GB-Einsteigermodell.

Die Hausaufgaben hat Apple jedenfalls erledigt. Mit dem iPad schafft das Unternehmen möglicherweise sogar den Spagat, auch weniger technikaffine Menschen für ein Hightech-Produkt zu begeistern und sie ganz nebenbei dazu zu bringen, einige vertraute Medienformate in Zukunft digital zu nutzen. Vermutlich aber auf einem ganz analogen Sofa.

(P.S. Andere spontane Assoziationen, wie eure iPad-Nutzung aussehen wird, sind hochwillkommen in den Kommentaren.)

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 16 Kommentar(e) bisher

  •  @ApplePodcast sagte am 27. Januar 2010:

    #iPad #Apple #erobert das #Sofa http://macnot.es/30701

    Antworten 
  •  Daniel sagte am 27. Januar 2010:

    10 euro für 250MB (3G, danach gprs) gibts bei o2 – zwar 3 monate mindestlaufzeit, aber ist doch schon ne gute sache.

    Antworten 
  •  chapero sagte am 27. Januar 2010:

    naja, mal schauen was die entwickler mit diversen app’s draus machen!

    erhofft hatte ich mir mehr!
    nee webcam fehlt leider, wie schon bei den iphones, was natürlich zu geil wäre wenn man unterwegs skypen könnt.
    was ich mir erhofft hatte, war ein produkt wo ich im hörsaal handschriftlich mitschreiben kann und die handschrifterkennung es umwandelt! wo ich schnell skizzen anfertigen kann. wo ich zusätzlich bilder/zitate oder ganze artikel einfügen kann.
    ich werd wohl weiter in der vorlesung mit dem laptop mitschreiben, die skizen auf papier machen, einscannen und anschließend einfügen.

    letztendlich ist es nur ein bigsize iphone!

    naja wie dem auch sei, zuhause hab ich mein macbook unterwegs mein iphone, … für ein ipad werd ich wohl keine verwendung finden!
    a

    Antworten 
  •  Benjamin sagte am 27. Januar 2010:

    @Daniel: 250 MB für Handynutzung (d.h. mobile Websites, die nicht sehr datenintensiv sind) ist was anderes als 250 MB für normales Surfen im echten Web. Dafür reichen 250 MB vielleicht für einen Tag. Bei mir zumindest (ein paar Fotoblogs und schon sind die 250 MB voll).

    Ich werde mir das Tablet nicht zulegen. Tolles Stück Technik das meiner Meinung nach noch zu sinnfrei ist. Ich sitze lieber mit richtiger Tastatur und MacBook auf der Couch als mit einem Tablet,

    Antworten 
  •  Alex sagte am 27. Januar 2010:

    Das iPad wird auf jedenfall gekauft. Ich könnte mir sogar vorstellen, das man es z.B. auch an den Kühlschrank hängen kann (kein Witz) um von dort aus den Einkaufszettel zu füttern (z.B. Remember the Milk -> sync mit dem iPhone im Supermarkt) und/oder Rezepte direkt abrufen kann. Endlich wird der KüchenPC Wirklichkeit. Ich denke es wird auch weitere Anwendungen neben den beschriebenen Sofa-Optionen geben. Es ist im Grunde genommen ein Gerät das überall in der Wohnung platz findet. Dann heisst es nicht: Ich muss mal eben an den Computer Emails abrufen – nein, man nimmt sich einfach das iPad – wo liegt es noch gleich. Willkommen in der Zukunft – endlich.

    Antworten 
  •  bono01 sagte am 27. Januar 2010:

    Leider keine Verwendung für das iPad. Das kann Apple also getrost behalten! ich warte auf das nächste iPhone. Hoffentlich wird das wenigstens besser.

    Antworten 
  •  exkeks sagte am 27. Januar 2010:

    Weitere denkbare Anwendungsbereiche:
    a) zu Hause
    - Kochbuch
    - Fernsehzeitschrift
    b) unterwegs
    - Zeichenblock
    c) bei der Arbeit
    - Wörterbuch oder sonstiges Nachschlagewerk

    Antworten 
  •  chapero sagte am 27. Januar 2010:

    naja warten wir ab, wann es die ersten beschwerden gibt, zwecks flackernden displays, explodierenden batterien,…. die momentanen applesorgenkinder!

    Antworten 
  •  sippenhaft sagte am 28. Januar 2010:

    Die Namenswahl ist gründlich in die Hose gegangen: #iTampon

    Antworten 
  •  pparler sagte am 28. Januar 2010:

    Ich denke schon, daß das iPad DIE Revolution ist bzw sein wird. Was es bis jetzt noch nicht gibt kann (fast) alles per Software nachgereicht werden. Und ich wette, es ist auch schon eine iSight eingebaut, die mit iOS4 dann auch noch freigeschalten wird. Es wird so kommen, in 5-10 Jahren braucht keiner mehr ein Macbook, sondern nur noch das Pad (Desktop-Computer sind ohnehin schon am aussterben).
    Gut finde ich, daß Apple hier mal sinnvollerweise auf das 4:3-Format setzt, das für Web und ‘normale’ Apps sowieso sinnvoller ist als ein Breitformat. Für Videos unterwegs gibt’s den Touch oder das iPhone, zu Hause hat jeder eine Fernseher stehen.

    Antworten 
  •  @owmedia sagte am 28. Januar 2010:

    RT @Macnotes: Kommentar: Apple erobert das Sofa http://macnot.es/30701

    Antworten 
  •  DonSqueak sagte am 28. Januar 2010:

    Ich sehe Desktops im Moment in so etwas wie einem zweiten Frühling. Ich persönlich werde wohl in diesem Jahr auf 27″ iMac umsteigen und mein MacBook durch ein 3G iPad ersetzen. Brauche ich unterwegs Rechenleistung, greife ich über RemoteTap auf den iMac zu und lege mir, was ich an Dateien brauche, in meine Dropbox. Quickoffice oder gar iWork helfen bei portablen Office-Aufgaben und das Internet wird auch in Zukunft in erster Linie ge-iPad-det. Ceterum censeo Flash esse delendum.

    Antworten 
  •  iMatze sagte am 28. Januar 2010:

    Wieso erobert Apple das Sofa?

    Das ist bei mir daheim schon längst passiert; dass meine Freundin nebendran im Internet shoppt und ich dafür nach den neuesten Apps suche, ist alles andere als ungewöhnlich….

    Bei mir bleibt der erwartete große Must-Have-Faktor erst mal aus. Das heißt nicht, dass ich mir das Ding nicht kaufen werde (dafür bin ich zu sehr Apfel-affin), aber dass ich kein Problem damit haben werde bis Juni/Juli zu warten.

    Ich habe die Hoffnung auch noch nicht ganz aufgegeben, dass bis zur Einführung weltweit noch was hardwaremäßig passiert (iSight-Kamera etc.), weil alles weitere wäre ein Kaufargument mehr. gesten habe ich auch mehr erwartet, aber die können ja softwaretechnisch jederzeit nachgereicht werden.

    Mein pers. Fazit: Sehr gut, aber noch nicht phänomenal.

    Antworten 
  •  nick sagte am 28. Januar 2010:

    Ich sehe den Einsatz für mich nicht so.
    Ich hatte auf ein Tablett gehofft, welches eher richtung Netbook statt iPhone geht.
    Für unterwegs Mails checken und kurz was googlen reicht mir das iPhone. Für Zuhause habe ich den MacBook.
    Ich hätte gerne etwas, das ich in den Urlaub oder mit ins Büro nehme und so den MacBook ersetzt. Also bspw. im Urlaub Fotos der Kamera sichern, Filme von USB-Platte abspielen usw. Surfen von Webseiten (ja, auch solche mit Flash-Inhalten) u.ä.
    Romane lese ich lieber auf Papier. Zeitungen und Fachbücher eher auf ePaper (Kindle und Co). Wobei ich da das Problem sehe, dass ich keine Lust habe, meine ganzen Fachbücher nochmals zu kaufen.
    Also erstmal abwarten, was die ersten Praxistests ergeben und dann weiter schauen.

    Antworten 
  •  Hans sagte am 28. Januar 2010:

    Es ist einfach super, super clever, was Apple da macht. Viele sagen, “Das ist doch nur ein großes iPhone…” und merken nicht, dass genau *das* den Reiz und Erfolg des iPad ausmachen wird! Die vertrauten Apps sind da, dieselbe Bedienung, die Infrastruktur, die Entwickler, die Einsatzgebiete – es gibt null Umgewöhnung und nix neu zu lernen, dafür (dank großem Screen + Bookstore) doch zahlreiche neue Möglichkeiten. Marketing-mäßig kann man sowas gar nicht besser machen, das ist reif für ein Lehrbuch.
    Wie andere Kommentare schon sagen: Einkaufszettel am Kühlschrank füttern (dank online-sync dann auf dem iPhone unterwegs dabei), Mails, Wetter-App, Kochbuch, surfen und News lesen zwischendurch etc.. Nichts, was man nicht längst schon auch anders machen könnte – aber jetzt wird es rund und fängt an, Spaß zu machen.

    Tja, es ist wie es ist, so’n Teil muss her. :-)

    Antworten 
  •  nick sagte am 28. Januar 2010:

    Ich denke, dass iPad ist nur für Leute interessant, welche noch kein iPhone haben. Der Mehrwert (abgesehen vom Display) erschließt sich mir noch nicht wirklich.

    Antworten 

Kommentar verfassen

 0  Tweets und Re-Tweets
       0  Likes auf Facebook
         1  Trackback/Pingback
        1. Wir sind iPad! am 28. Januar 2010
        Werbung
        © 2006-2013 MACNOTES.DE. Made with insanely great for all things Mac. Apple.de