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Veröffentlicht am  14.02.10, 14:00 Uhr von  

Giana Sisters für iPhone im Test

Giana SistersLetztes Jahr starb der Erfinder der Giana Sisters, Armin Gessert. Sein Mario-Klon, wie manche das Jump and Run garstig betiteln, wird weiterleben. Nicht zuletzt auch deshalb, weil man seit dem letzten Jahr eine komplett neue Version auf Nintendos DS anbietet. Seit ein paar Tagen nun gibt es diese auch auf dem iPhone. Wir verraten euch, was Giana Sisters auf dem iPhone wirklich kann.

Die Ursprünge von Giana Sisters liegen noch in den 80ern. Einer Zeit, die heute schon als Retro klassifiziert wird. Doch das aktuelle Giana Sisters ist nicht unbedingt so antik, wenngleich es einen Retro-Modus vorhält, der uns das Spiel in klassischem Gewand 32 Level spielen lässt. Allerdings erreichen wir ihn erst, wenn wir das Jump and Run ein Mal durchgespielt haben. Bis dahin müssen wir uns mit modernerer Grafik begnügen, die man im April 2009 schon für Nintendos DS entwickelte. Bis man allerdings die 80 Spielabschnitte absolviert hat, vergehen gut und gerne ein paar Stunden.
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Sollte das Spiel eigentlich schon letztes Jahr im Dezember in den App Store gelangen, brachte der plötzliche Tod von Armin Gessert Anfang November den Zeitplan durcheinander. Dem Veteran der Spielebranche zu Ehren ist der Titel von Spellbound mit Verzögerung aber dennoch fertig gestellt worden – und die Entwickler von Bad Monkee haben gute Arbeit geleistet..
 

Auf die Ohren

Dem Spiel liegt auf jeden Fall ein erstklassiger Soundtrack zugrunde, der tatsächlich Erinnerungen bei einer ganzen Generation wach werden lässt. Sympathische und leicht eingängige Synthesizerklänge von Chris Hülsbeck, der auch viele andere Computerspiele klasse vertonte (z. B. Turrican, Monkey Island – Umsetzung für den Amiga), erzeugen eine tolle Atmosphäre. Entsprechend positiv fließt diese Komponente in die Bewertung ein.
 

 

Steuerung

Der Titel hält zwei unterschiedliche Kontrollmechanismen bereit. Entweder man kann mit einer “Classic”-Option auf der linken Bildschirmhälfte 2 Buttons zur Bewegung nach links und rechts einsetzen und findet gegenüber zwei Knöpfe für das Springen und optionale Feuern (geht nur wenn man Punk-Giana ist). Die andere “Touch”-Steuerung legt je einen virtuellen Button in die linke Hälfte des Bildschirms und einen in die rechte. Damit steuert man die Figur oder kann mit ihr springen. Hält man den Button länger, bewegt man die Spielfigur. Gefeuert wird durch bloßes Tippen in das untere, mittlere Drittel des Touchscreens. In beiden Varianten kann man den Blick der Spielfigur heben oder senken, indem man mit dem Finger entweder nach oben oder unten wischt, und zwar in den oberen zwei Dritteln der Bildschirmmitte. Das ist manchmal ganz sinnvoll, und wird einem im Verlauf des Spiels auch erläutert werden. Die Reaktion der virtuellen Buttons ist insgesamt sehr gut, und Spieler sollten versuchen, mit dem Druck ihrer Finger ein wenig herum zu probieren. Wer sich manchmal ärgert, dass er erneut ein Leben verloren hat, sollte beim nächsten Mal vielleicht ein bisschen kürzer nur auf dem Button verharren – das führt in der Tat dazu, dass die eigenen Spielfigur nicht ganz so hoch springt und manches Mal bewahrt es einen davor, gegen die teilweise arg niedrigen Leveldecken zu hüpfen.
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Das Scrolling ist nicht butterweich, sondern reagiert mit ein bisschen Verzögerung. Das ist wohl insgesamt der größte Kritikpunkt. Denn ansonsten bietet Giana Sisters 80 moderne + 32 klassische Level an und in neuem Gewand gibt es sogar Abwechslung durch unterschiedliche Spielwelten und Wettereffekte (es regnet). Es gibt Gegner, auf die man springen kann, um sie zu eliminieren, und anderen (z. B. aus dem Wasser springenden Fischen) sollte man eher tunlichst nicht zu nahe kommen. Die Widersacher könnten aus unterschiedlichen Plattformern entlehnt sein. Die angemerkten Fische sehen denen aus Sonic the Hedgehog verblüffend ähnlich und manche Spielumgebung (vgl. Screenshot) erinnert auch an Spiele wie Tetris. Dazu gesellen sich noch Bossgegner, die jedoch keine allzu große Hürde darstellen.
 

Hausaufgaben gemacht

Anders als manche Billigheimer haben Spellbound und Bad Monkee ihre Hausaufgaben gemacht und sehr nützliche Funktionalität in das Spiel integriert. Wenn ich einige Zeit nicht spiele, wird natürlich der Bildschirm schwarz. Das Spiel friert in dem Moment ein, und lässt mich später an der Stelle weiterspielen. Und wenn ein Anruf eingeht oder wir eine Kurznachricht beantworten, dann können wir im Spiel bei einem erneuten Start zumindest auf der Landkarte dasjenige Level aussuchen, das wir zuletzt gespielt haben. Abgesehen von den iPhone-spezifischen Dingen, hat man bei längeren Spielabschnitten in Abständen Blumen als Zwischenspeicher eingebracht – ein Unding, wenn man längere Level zu absolvieren hat, und immer von vorne beginnen muss, falls man an einer schwierigen Stelle scheitert? – Zumindest aber für Anfänger und Gelegenheitsspieler nicht wirklich motivierend. Ein Indiz, dass man mit dem Spiel nicht nur Turrican- oder Mega-Man-Spezialisten ansprechen wollte.
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Verlieren, wie man am Game Over-Bildschirm erkennt, ist so bitter nicht. Man kann in der Folge mit dem Level weitermachen, das man zuvor schon erspielt hatte. Man wird dann mit 5 neuen Leben ausgestattet und so kann im Prinzip jeder auf lange Sicht das Spiel schaffen.
 

Fazit

Giana Sisters für iPhone ist für mich insgesamt ein richtig gelungenes, klassisches Jump and Run, wie es im Buche steht. Die moderne Optik macht nicht unbedingt den Eindruck von damals kaputt, sondern passt sich, zusammen mit dem Soundtrack gut in ein Kostüm für die heutige Zeit – eher ein Maßanzug, denn einer von der Stange. Abzüge erhält der Titel in der B-Note dennoch. Einen halben Punkt ziehe ich ab, weil das Scrolling ein bisschen Verzögerung hat und weil Jump and Runs für eine Vielzahl von Spielern ohne die Haptik, die richtige Buttons bieten, immer ein “anderes” Gefühl vermitteln. Das Problem haben aber alle Genrevertreter auf Apples Handhelds und bei Giana Sisters ist die Steuerung insgesamt sehr ordentlich programmiert. Das Gefühl ohne echte Knöpfe – es muss nicht in jedem Fall schlechter sein. Entsprechend komme ich zu einer Gesamtwertung von 4,5 von 5 Macs. Besonderes Schmankerl sind die 32 Klassik-Levels. Motivation genug, das Spiel zumindest ein Mal durchzuspielen. Und im Vergleich zum inhatlich identischen Spiel für Nintendo DS ist Giana Sisters für iPhone deutlich günstiger, kostet nämlich nur 3,99 Euro.
 
4,5/5Testurteil: 4,5/5 Macs
Bezeichnung: Giana Sisters
Hersteller: Bad Monkee
Preis: 3,99 Euro

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 10 Kommentar(e) bisher

  •  @dirkvord sagte am 14. Februar 2010:

    Macht süchtig! Testende! RT @Macnotes: Giana Sisters für iPhone im Test http://macnot.es/32083

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  •  @mobil_tipps sagte am 14. Februar 2010:

    RT @dirkvord2010Macht süchtig! Testende! RT @Macnotes: Giana Sisters für iPhone im Test http://macnot.es/32083

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  •  @kloeschen sagte am 14. Februar 2010:

    RT @Macnotes: Giana Sisters für iPhone im Test http://macnot.es/32083

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  •  Bärchen sagte am 14. Februar 2010:

    Wusste gar nicht dass giana Sisters so eine Geschichte hat. Eire Test sind immer sehr lesenswert :-)

    Antworten 
  •  @alexf10 sagte am 14. Februar 2010:

    RT @Macnotes: Giana Sisters für iPhone im Test http://macnot.es/32083

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  •  SB sagte am 14. Februar 2010:

    Leider nicht gut recherchiert: Chris Huelsbeck hat Monkey Island nicht vertont, sondern die Musik lediglich für den Amiga konvertiert.

    Die Ehre gebührt Michael Land.

    Wenn man schon versucht, Hintergrundinformationen zu geben, sollte man sauber recherchieren.

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  •  at sagte am 14. Februar 2010:

    Danke für den Hinweis. Aber wenn ich ehrlich bin, solltest du dich dann auch mal auf diversen Internetseiten zum Thema Monkey Island umtun, die dieses Faktum nicht zu deiner Richtigkeit formulieren… ich mein, wenn schon anonym, dann wenigsten fair.

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  •  Kn4llFr0sch sagte am 14. Februar 2010:

    Das können die Wenigsten. Und noch viel weniger im ach so anonymen Internet.

    Ich glaube viel eher, dass Leute wie SB solche Beiträge regelrecht nach Fehlern durchforsten. Ich kann mir nämlich beim besten Willen nicht vorstellen, dass er wusste, wer MI vertont hat.

    Vielen Dank für den informativen Beitrag @ at

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  •  @randolf sagte am 15. Februar 2010:

    RT @Macnotes: Giana Sisters für iPhone im Test http://macnot.es/32083

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  •  GeskoSmart sagte am 16. Februar 2010:

    Schade das nicht der Original-Soundtrack vom C64 neu eingespielt wurde sondern nur die remake Version die schon für die Handy-Version herhalten musste. Naja, klingt aber auch ganz nett und ist tatsächlich auch von Chris Hülsbeck :)

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