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Veröffentlicht am  19.02.10, 11:46 Uhr von  kg

Jobs: Flash ist eine aussterbende Technologie, iPad-Laufzeit mit Plugin nur bei 1 1/2 Stunden

FlashNicht nur beim Town Hall-Meeting, sondern auch bei einer Präsentation des iPad für das Wall Street Journal soll sich Apple-Chef Steve Jobs recht herablassend über Adobe Flash geäußert haben. Unter anderem der Vorwurf: Würde Flash auf dem iPad eingesetzt werden, läge dessen Akkulaufzeit nur noch bei 1 1/2 Stunden.

Im Zusammenhang mit einer großen Tour durch verschiedene Medienunternehme soll Jobs auch beim Wall Street Journal gewesen sein, vor allem um künftige Ziele und mögliche Einsatzgebiete des iPad zu zeigen. Dabei soll sich Jobs recht unverschämt über die Ablehnung von Flash auf dem iPad gezeigt und den Anwesenden geraten haben, künftig auf Flash zu verzichten. Unter anderem soll er Flash als “CPU-Rowdy” und eine “Quelle für Sicherheitslücken” bezeichnet haben – und sieht es als eine aussterbende Technologie an: “We don’t spend a lot of energy on an old technology.” Als Vergleichspunkte wurden einige Entscheidungen herangezogen, für die Apple seinerzeit erst Häme und dann Bewunderung einheimsen konnte: Den Verzicht auf Diskettenlaufwerke im iMac sowie unter anderem auch die Entfernung veralteter Ports aus den jeweiligen Geräten – zuletzt der bisher von Apple hochgeschätzte FireWire 400-Anschluss.

Statt 10 Stunden soll ein iPad mit installiertem Flash lediglich anderthalb Stunden Akkuleistung haben – und anderem wegen der aufwändigen CPU-Aufgaben, die dafür nötig sind. Diese Zahl scheint aber an den Haaren herbeigezogen – 10 Stunden Akkulaufzeit beziehen sich auf die stetige Verarbeitung und das Abspielen von Video, unabhängig davon, ob fürs iPad optimiert oder nicht.

Dem Wall Street Journal wurden angeblich gezielt die Alternativen aufgezeigt. Der Vorschlag: Statt Flash auf den H.264-Codec setzen, der sowohl auf dem iPad als auch im Flash Player nutzbar ist. Einen Punkt, der dabei aber offenbar verschwiegen wurde: H.264 muss lizensiert werden und kann je nach Einsatz langfristig eine teure Alternative werden. Außerdem ersetzt der Codec Flash nicht komplett: Während Videos sich anders umsetzen lassen, sind interaktive Grafiken noch nicht möglich. So “trivial” wie Jobs es bezeichnet haben soll, ist es sicher nicht. Außerdem spielt der Zeitfaktor eine Rolle: Es wäre einiges an Arbeit nötig, um alle Systeme von Flash weg auf andere Wege umzuändern. Außerdem ist HTML5 bei weitem noch nicht so weit entwickelt, dass man es als reellen Ersatz anerkennen kann.

Währenddessen sieht Adobe Systems-CEO Shantanu Narayen keinen Nachteil in Apples Entscheidung und baut auf eine große Basis anderer Hersteller, die an Flash interessiert sind. Ihm zufolge nutzen “85 der 100 beliebtesten Internetseiten” Flash, 75 Prozent der Webvideos basieren ebenfalls auf Flash – auf den meisten der von ihm nicht näher genannten Seiten dürfte Flash allerdings primär für Videos und/oder Werbeeinblendungen in Verwendung sein. “Bedenkt man die Menge an Inhalten im Netz, die Flash nutzen, hindert man seine Kunden daran, das Netz in all seiner Pracht zu begutachten,” so Narayen in einem Interview auf dem Mobile World Congress. Apples Prinzip in seinen Augen: Man versucht, ein proprietäres Schloss vor Inhalte zu hängen. Womit er sicher nicht unrecht hat – aktuell erscheint Jobs’ Entscheidung gegen Flash auf iPhone, iPod touch und iPad allerdings vor allem aus Performancegründen nicht ungerechtfertigt.

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 13 Kommentar(e) bisher

  •  @florianfiegel sagte am 19. Februar 2010:

    Jobs: Flash ist eine aussterbende Technologie, iPad-Laufzeit mit Plugin nur bei 1 1/2 Stunden http://macnot.es/32873 (via @Macnotes)

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  •  @joshuasdream sagte am 19. Februar 2010:

    Jobs: Flash ist eine aussterbende Technologie, iPad-Laufzeit mit Plugin nur bei 1 1/2 Stunden http://macnot.es/32873 (via @Macnotes) #fb

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  •  XPert sagte am 19. Februar 2010:

    Fragt sich wer an der dann ach so kurzen Akkulaufzeit mehr Verantwortung trägt.. Adobe oder Apple selbst. Der Akku des iPhone bekleckert sich ja auch nicht gerade mit Ruhm.

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  •  sepp sagte am 19. Februar 2010:

    …Flash als “CPU-Rowdy” und eine “Quelle für Sicherheitslücken”…
    Kann man 1:1 auf Apples Quicktime anwenden ;-)

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  •  z3r0 sagte am 19. Februar 2010:

    Was du für Wunder von einem Akku erwartest frage ich mich! Es ist das meistgenutzte mobile Gerät, kein Wunder das die Kapazität nicht ausreicht. Würde ein gleichwertiges Gerät der anderen Hersteller ebenfalls so ausgiebig genutzt, sähe das Ergebnis nicht anders aus.

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  •  kg sagte am 19. Februar 2010:

    @XPert: Ich bin mit der Akkuleistung des iPhone auch nicht sonderlich zufrieden, im Vergleich zu anderen ähnlich ausgestatteten Smartphones ist es was Akkulaufzeit angeht aber noch gut dabei. Zumindest bei diversen Android-Handys muss man spätestens nach einem Tag Benutzung inklusive Apps und Datendurchsatz das Netzteil anhängen.

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  •  J. sagte am 19. Februar 2010:

    “H.264 muss lizensiert werden”. Selten so gelacht.
    In .flv Containern steckt im Jahr 2010 ja wohl auch H.264.

    Und h.264 mit dem Flash-Plugin zu gucken ist genauso sinnvoll, wie den Gegner mit einer geladenen .44′er zu erschlagen.

    Steve hat das schon ganz richtig erkannt: Flash ist obsolet. The END.

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  •  XPert sagte am 19. Februar 2010:

    Es ist klar, dass der Akku eines iPhone auch sehr beansprucht wird. Trotzdem kann man es als Hardwareentwickler nicht auf die Software schieben, wenn die Akkulaufzeit bei sachgemäßer Nutzung in den Keller geht. – Machen wir uns nichts vor, für viele, viele Seiten benötigt man Flash und ein “Auch-Internettablet”, dass diese Seiten nicht anzeigen kann ist ein wenig nutzlos.
    Ich will auch keinem Apple-Fan auf die Füße treten und ihre Schätzchen schlechtreden, aber es macht die Geräte auch nicht besser, nur weil es andere Hersteller gibt, die es noch schlechter machen. (siehe Akkuleistungsvergleich Android iPhone)

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  •  Maurice sagte am 19. Februar 2010:

    Viele Webseiten haben eben Flash-Elemente (nicht nur Werbung) welche ich leider auf meinem iPhone nicht nutzen kann. Das nervt mich! Adobe sollte den Flash-Player optimieren und Apple sich mit Äußerungen bzgl. Adobe etwas zurücknehmen.

    Alle schreien nach HTML5 – genau diese Leute werden sich dann über die tollen HTML5-Werbebanner aufregen, welche dann genauso über die Webseiten “fliegen”…

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  •  Mike sagte am 19. Februar 2010:

    Das mit der Akkulaufzeit Kommt schon hin – mein MacBook pro kann wireless locker 6h surfen. Stelle ich den flash-Blocker aber aus, verringert sich die Laufzeit auf 1.5-2 Stunden.

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  •  Sasha sagte am 20. Februar 2010:

    Flash ist der Krebs des Internets. Nur weil der Mist oft vorhanden ist macht es das nicht besser.
    Wenn Adobe sich bei seinen so vielen Suite Updates mal ein wenig mehr auf Optimierung konzentrieren würde, dann wäre Flash auch nicht so verdammt hungrig. Adobe ist das Anwenderhoch, was Qualität angeht, nämlich nicht so gut bekommen.

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  •  @Lochblechdach sagte am 20. Februar 2010:

    Jobs: Flash ist eine aussterbende Technologie, iPad-Laufzeit mit Plugin nur bei 1 1/2 Stunden http://macnot.es/32873 /via @Macnotes

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  •  jochen sagte am 21. Februar 2010:

    erstaunlich, wie unqualifiziert und emotional dieses thema hier diskutiert wird. für apple geht es doch einzig um den schutz des geschäftsmodells. die argumente gegen flash sind nur vorgeschoben. ein entweder oder muss es auch gar nicht geben. html5 und flash können gleichzeitig von einem system unterstützt werden. falls flash wirklich so nervt, wie hier einige behaupten, können sie das plugin einfach deaktivieren. lasst also die nutzer entscheiden!

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