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Veröffentlicht am  25.03.10, 17:29 Uhr von  kg

Apple-Aufsichtsrat: Wenige Unabhängige, viele Loyale

Apple AktieDas Wall Street Journal hat die Geschichte des Apple-Aufsichtsrats seit Steve Jobs’ Rückkehr 1997 genauer beleuchtet. Ein Fazit, das sich bereits auf den ersten Blick ziehen lässt: Jobs hat die Aufsichtsratsmitglieder bisher bewusst ausgewählt, um Loyalität zu gewährleisten.

Jobs’ Rückkehr zu Apple im Jahr 1997 hatte für den Aufsichtsrat vor allem eine Folge: Bis auf wenige Ausnahmen wurden die Mitglieder auf Jobs’ Wunsch herausgeworfen, bis auf zwei Ausnahmen: Edgar Woolard und Gareth Chang. Ersterer hatte zu den Kündigungen noch zusätzliche Details parat: Der alte Rat wurde beschuldigt, alles den Bach runtergehen haben zu lassen.

Seitdem hatte Jobs immer ein Auge darauf, wer im Aufsichtsrat sitzt, auch um mögliche Konflikte zu vermeiden. Bis kurz vor Bekanntwerden seiner Krankheit ging das auch gut: Jerome York, der letzte Woche verstorbene Apple-Vorstand, soll überlegt haben, zu kündigen, nachdem Jobs’ tatsächlicher Gesundheitszustand ans Tageslicht kam. York soll gesagt haben, dass die Vertuschung der Tatsachen ihn “anwiderten”. Einziger Grund dafür, doch nicht abzutreten, sei gewesen, dass er kein Aufsehen wegen seines Kündigungsgrundes erregen wollte.

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Der Aufsichtsrat besteht derzeit lediglich aus sechs Personen – und ist damit einer der kleinsten im Bereich der großen Unternehmen. Alle Mitglieder sind von Jobs handverlesen – abhängig davon, inwiefern sie ihm gegenüber Loyalität beweisen. Genau das ist aber das Problem für viele Anleger, obwohl die Renditen stimmen. Grund: Ein unabhängiges Gremium vertritt eher die Interessen der Aktionäre und kann bei Bedarf die Entscheidungen des Firmenchefs hinterfragen. Entsprechend fordert Roderick Hills, ehemaliger Präsident der amerikanischen Börsenaufsicht SEC, dass der Nachfolger des verstorbenen York jemand sein sollte, der Jobs Paroli bieten und bei Bedarf auch einschreiten kann. Ein erster Schritt ist mit der Einstellung der Avon-Geschäftsführerin Andrea Jung bereits getan, die Bill Campbell ersetzt hat und nun auch eine leitende Funktion eingenommen hat. Campbell soll ebenfalls recht Jobs-nah gewesen sein.

[via WSJ]

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 5 Kommentar(e) bisher

  •  mactom sagte am 25. März 2010:

    Ist Frau Jung nicht für Fred Anderson gekommen, der ja die Probleme mit der SEC hatte (oder haben sollte)?

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  •  kg sagte am 25. März 2010:

    @mactom ja, das ist sie, aber sie hat vor kurzem dem Posten von Bill Campbell übernommen. Darauf bezog sich das.

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  •  mactom sagte am 25. März 2010:

    Danke. Ich musste das im Original auch ein paar Mal lesen, um das zu kapieren: Es geht um die Funktionen im Aufsichtsrat. Wieder schlauer geworden.

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  •  kg sagte am 25. März 2010:

    @mactom ich habe vorher auch nochmal gezielt nachgucken müssen, wen sie damals ersetzt hat und wessen Job sie nun innehat.

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  •  chr sagte am 26. März 2010:

    was soll denn “…und wessen Job sie nun innehat…” heissen?
    Wir wissen doch alle: es gibt nur einen wahren Jobs!
    Sorry für den Kalauer. Es ist ein guter Hintergrundartikel, danke dafür. Interessant!

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