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Veröffentlicht am  6.05.10, 12:31 Uhr von  

iPad kaufen in New York: Der US-Odyssee zweiter Teil

New York Apple StoreFünf Tage in New York, die vorwiegend aus Apple Stores, Schlangen, Best Buy-Filialen und einer gut ausgenutzten U-Bahnkarte bestanden: Urlaub und iPad-Shopping verknüpfen ist in New York für Deutsche noch keine echte Option. Im zweiten Teil des Reiseberichts geht es um die Lieferpolitik Apples an Best Buy, den Schwarzhandel mit iPads am Times Square, ein vereiteltes Attentat und ein überfahrenes iPad. Außerdem: ein Happy End.

[singlepic id=7614 w=225 float=left] Im ersten Teil der “iPad kaufen in den USA”-Saga wurde bereits klar, dass Amerika nicht die Insel der iPad-Seligen ist – nur vorbestellt ist ein 3G-iPad zu haben, und selbst das nur bedingt, die Versorgungslage der New Yorker Apple Stores in Sachen iPads ist generell angespannt, auch was die reinen WiFi-Versionen angeht. Doch die einzige Anlaufstelle sind Apples eigene Geschäfte nicht – es gibt Alternativen. Dort sind die iPad-Angebote indessen eher noch schlechter – auf unterschiedliche Weise. Die nächsten Stationen eines fußmarschintensiven Fünftagestrips nach New York.
 

US-iPads kaufen, Pt.2: Best Buy

[singlepic id=7608 w=225 float=right] Wir erinnern uns: Damian und Ben waren es nach längerem Nutzen und Erklären des Ansichts-iPads im Bochumer 3gstore.de leid, kein eigenes Gerät zu haben und erweiterten den New-York-Urlaub mit einer zusätzlichen iPad-Shoppingtour, die nach fünf New Yorker Apple Stores mit zwei WiFi-iPads vorerst nur wenig Erfolg aufwies. Best Buy war die nächste Hoffnung – ob nun für einzelne iPads oder die Versorgungslieferung für den Freundeskreis. Und Best Buy sollte für die nächsten Tage Ziel zahlreicher Exkursionen sein: das U-Bahnticket machte sich bis Freitag schwer bezahlt. Nur in Sachen iPad blieb der Erfolg weitestgehend aus.

“Es war unglaublich frustrierend. Man ruft an, dann gibt es keine iPads oder es gibt welche. Wenn es welche gibt, fährt man hin, und bis man ankommt, sind sie weg.” Best Buy scheint von Apple allenfalls iPad-Restposten zu bekommen, die in den Apple Stores schlecht laufen – insbesondere 32GB-WiFi-Geräte kommen bei dem Händler an, aber auch diese nur in kleinen Mengen und unter Umständen, die für den Kunden gelinde gesagt intransparent sind. Begehrt sind insbesondere die 16- und 64GB-Modelle, und selbstredend die 3G-iPads – wenn man bei einem permanent ausverkauften Produkt wie dem iPad überhaupt von “begehrten” Varianten sprechen kann.

Auf Nachfrage erhielt man bei Best Buy wiederholt unterschiedliche, widersprüchliche oder gar keine Auskunft, was kommende Liefertermine und Reservierungsmöglichkeiten anging. Auch hier indessen: Freundlichkeit, höfliche Bedienung und der offenkundige Wunsch, den Kunden zufriedenzustellen, was jedoch in der Regel schwer umsetzbar war angesichts permanent nach iPads anstehenden Kunden einerseits, unregelmäßig eintreffenden Kontingenten der Stückzahlen zehn bis zwanzig iPads andererseits. Überflüssig zu sagen, dass auch Best Buy Barzahlungen ablehnt und den Kreditkarten-Kauf eines iPads trackt. Auch den freundlichsten Best Buy-Verkäufer kann man sich darüber hinaus zum Feind machen, wenn man nach iPads in größeren Mengen fragt – alle Wünsche jenseits von zwei Geräten führen zum rapiden Absinken der Sympathie für den Fragenden.

[singlepic id=7617 w=225 float=left] Noch finsterer wird die Stimmung bei Best Buy nur noch dann, wenn eins der raren iPads nach Einwirkung größerer physischer Kraft in einen nicht mehr verkaufbaren Zustand gerät. Damian und Ben konnten das verunglückte iPad zwar noch knipsen, nachdem es auf irgend eine Weise überfahren wurde, das Personal vor Ort schwieg sich über den Hergang des Unfalls auch nach mehrfachem Nachfragen eisern aus.

Solche Erfahrungen prägten die Tage bis zum Wochenende – eine Reihe von Best Buy-Filialen klapperte man wiederholt ab, unterbrochen nur von Telefonaten, Vorbestellversuchen, U-Bahn-Fahrten und längeren Fußmärschen, die im Zusammenhang mit der wachsenden Frustration um einiges erschöpfender ausfielen, als die reinen Kilometer vermuten lassen. Am Ende des Beutezugs standen schwer erkämpfte drei iPads aus Best Buy-Filialen – ebenfalls WiFi-Modelle, 3G-iPads waren bei Best Buy keine aufzutreiben. Fünf iPads in fünf Tagen New York – sollte das alles gewesen sein? Die Zeit war reif für verzweifelte Maßnahmen.
 

(Keine) US-iPads kaufen, Pt.3: Times Square, Straßenhandel

Der Terminus “Straßenpreis”, in Deutschland meist unterhalb der unverbindlichen Preisempfehlung der Hersteller angesiedelt, gewinnt an einem der Zentren New Yorks eine neue Bedeutung. Dort sind rund um die Uhr mehr oder minder obskure Händler anzutreffen – meist fünf oder mehr – die Elektronik aller Art anbieten, von Kameras über iPhones bis auch zum iPad.

[singlepic id=7613 w=225 float=right] Zwischen 800 bis über 1000 Dollar bewegen sich die Preise, die dort verlangt werden – ein riskantes Geschäft, auch wenn die Geräte auf den ersten Blick durchaus original schienen. Bezahlt wird per Cash, was bei Apple oder Best Buy zwar wünschenswert gewesen wäre, im Umfeld zwielichtiger Straßenhändler hingegen als eher schlechte Idee erscheint. Dementsprechend wurden über diesen Weg keine iPads erworben – aber fragen kostete nichts und zumindest den Versuch wollte man machen.

Naheliegend schien, beim Straßenhandel mit dem obligatorischen Feilschen bessere Preise zu bekommen, das Interesse an Diskussionen über die iPad-Preisgestaltung auf Händlerseite ist jedoch gering. Musterdialog:
– “Das krieg ich im Apple Store doch um 200 Dollar günstiger!”
- “Klar, dann geh doch in den Apple Store.”

Hier bricht die Preisverhandlung in der Regel ab. Das Problem ist den Straßenhändlern wohl bewusst, dass der Preis im Apple Store zwar niedriger ist, vom “kriegen” aber nur in sehr eingeschränktem Maß die Rede sein kann. Noch einen Monat nach Markteinführung der WiFi-Modelle verkaufen sich diese auf der Straße weit über Ladenpreis. Dasselbe gilt selbstredend für die iPad 3G-Modelle.

Der Times Square wurde am Wochenende für den Straßenhandel doch noch zu einem etwas heißeren Pflaster: nicht wegen Maßnahmen gegen die Weiterverkäufer, sondern angesichts eines vereitelten Autobombenanschlags am Samstag, der größere Schlagzeilen machte.
[singlepic id=7615 w=200 float=left] [singlepic id=7616 w=200 float=right]
Nach dem Autobombenalarm am Times Square: massive Polizeipräsenz, entspannte Situation, Sprengstoff-Hunde und gleichbleibend hohe iPad-Preise

Hohe Polizeipräsenz war geboten, nach anfänglicher Aufregung entspannte sich die Lage vor und hinter den Absperrungen am Times Square jedoch wieder. Auf die Straßenpreise hatte der Vorfall keine Wirkung, nach Deutschland fand kein Gerät der Händler den Weg.
 

Finale und Fazit

[singlepic id=7607 w=225 float=right] Am Samstag folgte ein eingeschränktes Happy End: über einen guten Bekannten fand man einen Weg, einige ausgewählte Freunde mit iPads zu versorgen. Und immerhin: auch eines der begehrten Apple iPad-Cases konnte man erwischen. Das Wochenende wurde dadurch ein Stück weit versöhnlicher – auch wenn der Sonntag mit dem eigentlich geplanten Entspannungs- und Kulturteil eher auf den Bereich Entspannung beschränkt blieb. Nach all den Kilometern, die man an den Vortagen im “Big Apple” heruntergerissen hatte, waren die Batterien leicht erschöpft.

Nach dem gestrigen ersten Teil des New York-Berichts folgte der (durchaus berechtigte) Vorwurf, es sei moralisch und ökologisch kaum vertretbar, fürs iPad-Shopping eben mal nach New York zu jetten. Dem soll definitiv nicht widersprochen werden: geplant war der Fünf-Tages-Trip durchaus als New York-Städtetour mit angenehmem Nebeneffekt. Wobei nach den ersten Frustrationen in Sachen iPad eben auch die Jagdinstinkte ihr Übriges taten. Eben deswegen an dieser Stelle die Warnung: wer aktuell die Städtetour mit dem iPad-Kauf verknüpfen mag, wird aller Wahrscheinlichkeit nach entweder das eine oder das andere kriegen. Der Urlaub ist dabei definitiv die einfachere Option – der iPad-Kauf bleibt in New York auch einen guten Monat nach Produktlaunch eine Herausforderung.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 8 Kommentar(e) bisher

  •  @ifranz sagte am 6. Mai 2010:

    iPad kaufen in New York: Der US-Odyssee zweiter Teil http://macnot.es/38297 (via @Macnotes)

    Antworten 
  •  Hmw sagte am 6. Mai 2010:

    Guter Artikel!

    Antworten 
  •  bono01 sagte am 6. Mai 2010:

    Man muss ja bescheuert sein wenn man nicht noch die paar Wochen länger warten kann und es hier in Deutschland kauft. Sorry aber kann ich nicht verstehen!

    Antworten 
  •  Steffi sagte am 6. Mai 2010:

    Ich hatte durchaus mit einem Städtetrip an die Ostküste geliebäugelt um das heiß begehrte iPad 3G (nur das kommt für mich infrage) endlich zu erhalten, habe es mir nach diversen Foren-Berichten aber deutlich einfacher vorgestellt. Klingt ja fast so, als ob ich doch besser bis zur Produkt-Vorstellung in Deutschland warte oder ist dann mit einer ähnlichen Verknappung zu rechnen? Dann werde ich wohl doch überteuert und ohne echte Service im Internet bestellen müssen?

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  •  Razon sagte am 6. Mai 2010:

    Das war anscheinend ne echt krasse Tour. Um ehrlich zu sein, hätte ich nicht erwartet, dass das iPad so einschlagen würde. Bin wirklich gespannt, wie der Release in Deutschland anläuft. Hoffentlich stürzen sich die Leutr so drauf, dass die Versorgungslage mit dem neuen iPhone entspannter wird als in den letzten Jahren zu Verkaufsstart. Ich bin nämlich dieses Jahr mit der Vertragsverlängerung reif für ein Neues. Hab das gute alte 3G langsam doch satt :-)

    Was ist eigentlich aus dem guten “Never buy a First-Gen-Apple” geworden? Oder seid ihr der Meinung, dass das iPad eine Ausnahme bildet? Würde mich mal interessieren…

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  •  rj sagte am 6. Mai 2010:

    Eine Ausnahme… ich denk, es kommt darauf an. Ich wollt der Tage eh noch meine Ausredensammlung für den iPad-Kauf präsentieren, auf die konkrete Frage hin würd ich sagen, dass das 1st Gen an sich das kann, was ich erwarte und die kommenden Features (Kamera, HD(?) usw.) nicht die sind, die ich unbedingt will. Softwareseitig wird eh weiter nachgerüstet, und ganz konkret warte ich an sich am dringendsten auf Features, die nur via Jailbreak kommen werden: ein Filesystem, Seitenspeichern im Browser (+überhaupt einen ordentlichen Browser), VLC usw. …insofern bin ich grade auf runderneuerte/neue Cydia-Apps bei weitem gespannter als auf eine kommende iPad-Generation.

    Das wiederum sind alles Sachen, für die ich nicht auf ne zweite Generation warten muss. Aber das alles eben unter dem Vorbehalt, dass die Einsatzwünsche der iPad-Habenwoller eben auch recht weit auseinandergehen und das eben mein persönliches Ding ist.

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  •  Herks sagte am 10. Mai 2010:

    Bin Ende der Woche in NYC und wollte mir ein Ipad zu legen. Kann mir jemand einen Tipp geben, wie das mit dem Vorbestellen im Apple Store am besten funktionert. Der Link: http://reserve.apple.com/WebObjects/ProductReservation.woa/wa/reserveProduct?lang=en&country=US&prelaunch=ALL scheint nämlich nicht mehr zu funktionieren. Thx!

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  •  Herks sagte am 10. Mai 2010:

    Ups, meinte eigentlich reservieren und nicht vorbestellen.

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