MACNOTES

Veröffentlicht am  16.05.10, 13:42 Uhr von  

Steve Jobs lobt “Freiheit von Porn” auf dem iPad

Action Babes“Freiheit” im heutigen Wortsinn existiert in George Orwells “1984″-Neusprech nicht mehr, nur noch in Kontexten wie “Dieser Hund ist frei von Flöhen”. Eine recht analoge Verheißung macht Steve Jobs in Sachen iPad und behauptet, dass die “Freiheit von Porn” durchaus eine Errungenschaft und keine Gängelung sei. Indessen ist sie insbesondere eins: unzutreffend.

in einer Maildiskussion mit Ryan Tate machte Jobs die Anmerkung, dass man mit dem iPad eben “Freiheit” von Porn genieße, neben weiteren Freiheiten wie der vor Akku-Leersaugern oder Spyware. Eine Bemerkung, die Jobs “verfolgen werde”, so Tate, und er dürfte Recht behalten.
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Den Freiheitsbegriff ausgerechnet in einem solchen Kontext zu verwenden, ist gelinde gesagt unglücklich von Jobs. Der Hinweis, man werde anders über die so schöngeredete Einschränkung denken, wenn man “Kinder hat”, wie Jobs in einer weiteren Mail ergänzt, ist zumindest ergänzungsbedürftig. Auf dem iPad per se “Freiheit von Porn” zu erwarten, ist eine etwas voraussetzungsvolle Geschichte. Die steht und fällt nämlich mit dem Browser.
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Trotz fehlendem Flash ist es bekanntermaßen einfach, sich einschlägige Inhalte auf dem iPad zu betrachten – abgesehen von der vergleichsweise trivialen Problematik, dass man mit dem Apple-Tablet weniger Hände frei hat wie an einem Desktop. Will man selbiges unterbinden, kann man immerhin den Browser deaktivieren.

So drastische und gleichzeitig unflexible Beschränkungen – die man zudem permanent wieder rückgängig machen muss, will man selber am Gerät surfen – sind “jugendschutztechnisch” weitgehend sinnlos. Vergleichsweise einfach umsetzbar wäre beispielsweise die kurz präsente und gleich wieder verschwundeneExplicit”-Kategorie im App Store, die immerhin ein selektives App-Freischalten ermöglicht hätte. Will man den Nachwuchs unbeaufsichtigt an ein “pornofreies” iPad lassen, bleibt letzten Endes nur die Browser-Deaktivierung – und damit eine mehr als drastische Einschränkung des Nutzwerts.

[singlepic id=7771 w=225 float=left] Hinzu kommt, dass Apple bzw. die iPad-Appentwickler vor einem kleineren Problem stehen: auf dem iPad ist der Browser durchaus eine Alternative zu zahlreichen Apps. Während am iPhone eine Standard-Webseite auf dem mobilen Safari meist letzte Notlösung vor Mobile-Page oder optimierter App ist, wird auf dem iPad die Standard-Webseite oft wieder zum Medium der Wahl. “Freiheit von Porn” auf dem iPad als Feature darzustellen, obgleich es letztendlich mit der Browser-Deaktivierung erkauft werden muss, ist ein mehr als fragwürdiges Statement. Und ja: es wird Jobs nachgetragen werden.

Nachtrag: Dass Brustwarzen in Modemagazin-Apps retuschiert werden müssen, dürfte angesichts der Grundeinstellung in Cupertino allenfalls noch ein Tüpfelchen auf dem I von “Inkonsequenz” sein. (thx, fefe)

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 30 Kommentar(e) bisher

  •  MacMacken sagte am 16. Mai 2010:

    Freiheit von Apps, die private Daten abgreifen … schön wär’s, wie zahlreiche Negativbeispiele zeigen … und die müsste Jobs doch kennen, nicht?!

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  •  @Herr_Jakob sagte am 16. Mai 2010:

    RT @Macnotes: Steve Jobs lobt "Freiheit von Porn" auf dem iPad http://macnot.es/39050

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  •  mnfrd sagte am 16. Mai 2010:

    das ein angetrunkener spaetjugendlicher nicht begreift, was jobs da sagt, und sich am wort ‘porn’ festhaelt. mag ja sein.
    dass ihr in das unreflektierte gejohle einfallt, muss nicht sein.
    der letzte teils des replys ist der wichtigere:
    ‘some tradional pc folks feel like their world is slipping away. it is.’
    es ging bei dem gespraech um den begriff ‘revolution’.
    stellt euch vor, die passiert tatsaechlich, und ihr merkt es nicht.
    bislang konnten alles kreuz und quer durch die prairie galoppieren. jetzt baut einer die eisenbahn. ihr duerft weiterreiten, cowboys, nur nicht auf den schienen ;)

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  •  archibald sagte am 16. Mai 2010:

    “..abgesehen von der vergleichsweise trivialen Problematik, dass man mit dem Apple-Tablet weniger Hände frei hat wie an einem Desktop.”

    :D

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  •  anonym sagte am 16. Mai 2010:

    Unglücklich ist eure Übersetzung von “freedom from porn”. Wenn man nicht wörtlich mit “Freiheit von Porn” sondern eher mit “Pornographiefreiheit” (im Sinne von pornographiefrei) übersetzen würde, wäre die Verwirrung nicht so groß. Verwechselt nicht “freedom from” mit “freedom of”.

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  •  Ralf sagte am 16. Mai 2010:

    Schon erstaunlich dass sich jemand wie Steve Jobs Zeit für so einen eMail Troll nimmt (nehmen muss?).

    Seine Schlussworte (leider in dem MacNotes Bericht unerwähnt) bringen es auf den Punkt:

    “Do you create anything, or just criticize others work and belittle their motivations?”

    Denn bei genauer Betrachtung der ganzen Schreierei auf diversen News-Seiten und Foren über Schwachsinn wie Zensur und Entwicklergängelung seitens Apple fällt auf, dass die, die sich beschweren und schreien oft gar nix mit der Sache zu tun haben sondern einfach nur gerne Rabatz machen.

    Ganz im Ernst: Wenn ich nach 24 Uhr durch verschiedene Fernsehprogramme zappe, dann wünsche ich mir, so mancher Programmdirektor hätte Apples Schneid und würde den P0rn-Scheiss der da gesendet wird aus seinem Programm werfen.

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  •  christoph sagte am 16. Mai 2010:

    Zugegeben, Jobs’ Bemerkung und Formulierung ist extrem unglücklich, und es wird ihm noch lange vorgehalten werden, besonders von der Apple-Hater-Crowd.
    Allerdings will sich mir die allgemeine Aufregung einfach nicht verständlich werden. Inwiefern ist Apple verpflichtet… – oder sagen wir: wieso wird es Apple als Makel vorgeworfen, Porno-Apps im hauseigenen Vertriebskanal für Apps nicht zuzulassen? Ich kann genauso wenig in jedem x-beliebigen Supermarkt oder Kaufhaus Pornovideos kaufen. Wie die Gründe dafür moralisch zu beurteilen sind, ist eine andere Debatte, aber es ist doch kein unerhörter Skandal, dass es über Kanal XY keine Pornoinhalte gibt. Genau so wie bei vermutlich den allermeisten anderen Downloadportalen oder YouTube oder oder oder eben auch. Keiner beschwert sich, dass auf ARD keine Pornos laufen. Keiner beschwert sich, dass bei Hugendubel neben dem Afrika-Bildband kein Pornobilderbuch steht.
    Wenn der User sich Pornos anschauen will kann er es doch über irgendwelche Webseiten machen. Kein Problem. Was anderes wäre es – und dann wäre auch der Aufschrei “Apple schwingt sich zum Hüter über unser aller Moral auf” verständlich – wenn Apple einen unumgänglichen Contentfilter in MobileSafari integriert hätte. Haben sie aber nicht.

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  •  Tina sagte am 16. Mai 2010:

    Kein Porn im App Store? Träumt weiter. Ich empfehle einen Besuch bei http://www.KRAPPS.com

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  •  rj sagte am 16. Mai 2010:

    Dass man in dem Bereich nichts in dem Sinn “richtig” machen kann, dass alle zufrieden sind, ist mir klar.Ironischerweise könnte ich mit Jobs’ Statement besser leben, *wenn* es den (zuschaltbaren) Filter in Mobile Safari gäbe. So macht man einen auf Saubermann wider besseres Wissen.
    Die Shopanalogie ist mir bewusst, richtig treffend find ich die indessen nicht. Eher passend wäre die, dass man in nem Shop nen Fernseher kauft, der sich anschließend weigert, die FSK18-Filme vom DVD-Player wiederzugeben, übers TV-Out vom PC gehts aber. Und das ganze gepriesen als die Clean-Content-Plattform für die ganze Familie und einen technologischen Fortschritt.

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  •  Ralf sagte am 16. Mai 2010:

    Mal eine Frage an die MacNotes “Redaktion”:
    Wenn eine Erotikfirma an euch heran treten würde um z.B. die Werbefläche oben rechts für entsprechende einschlägige Annoncen zu mieten – würdet ihr das tun?

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  •  rj sagte am 16. Mai 2010:

    Danke für die Anführungszeichen und die Frage, Ralf :) Auch wenn ich keine Vergleichbarkeit sehe. Aber um sie zu beantworten: a) Es kommt drauf an. b) Hatten wir schon. Spät zur Nacht in deutscher Zeitzone, aber hatten wir. Wurde drüber diskutiert, schauten wir uns die Resonanz an, flog wieder raus.

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  •  Alisson sagte am 16. Mai 2010:

    Und natürlich nicht zu vergessen das App 3Gstore sonst nichts. Zum kotzen so was. Entschuldigt die Wortwahl aber anders kann ich es nicht mehr sagen.

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  •  max_mac sagte am 16. Mai 2010:

    Das einzige, was hier unglücklich ist, ist die wörtliche Übersetzung.

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  •  kabile sagte am 16. Mai 2010:

    Wenn das iPad nur ein beliebiges Produkt wäre, könnte Apple machen was sie wollen. Aber wenn das iPad eine Revolution auslösen soll, dann eine des Vertriebsweges. Wenn dieser Vertriebsweg aber von Leuten kontrolliert werden, die in welcher Form auch immer Zensur ausüben, dann kann er mir gestohlen bleiben! Ich gehöre bestimmt nicht zu der “Apple-Hater-Crowd”. Seit 1984 habe ich mit DOSen-Usern unzählige Diskussionen über die Vorteile des Mac-OS geführt. Auch geht es mir ebenso wenig um Pornographie,sondern allein darum, dass ich ein Medium ablehne, dass von selbst ernannten und von niemandem autorisierten Saubermännern zur Durchsetzung ihrer persönlichen Vorstellungen von Moral benutzt wird. Die weibliche Brust als jugendgefährdend zu bezeichnen, gleichzeitig aber verstümmelte Leichen aus irgendeinem Krieg zu zeigen, macht doch die Fragwürdigkeit so einer “Moral” mehr als deutlich!

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  •  Ralf sagte am 16. Mai 2010:

    Ich glaube, dass sich in letzter Zeit immer mehr Steve Jobs wahres Gesicht gezeigt hat. Das hier war kein unglücklicher Ausrutscher, sondern seine echte Überzeugung. Und wer da noch hinter steht, der hat den Knall noch nicht gehört.

    Ich entscheide, welche Websites ich mir anschaue! Ich entscheide, welche Programme ich laufen lasse. Und bevor ich mich der blökenden Herde hinter Steve anschließe, suche ich mir lieber Alternativen. Davon gibt es ja glücklicherweise genug.

    Ein ehemaliger Fanboy

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  •  Claus sagte am 16. Mai 2010:

    wie kann man sich nur darüber aufregen, dass Apple kein Porno in seinem Shop zulässt? Hatte oben schonmal wer geschrieben; bestimmte keiner würde sich darüber aufregen, dass tegut keine Pornos verkauft. Dann gehe ich entweder dahin, wo welche angeboten werden (sprich kaufe mir kein iPad habe aber dann auch keinen Appstore womit eh alles hinfällig ist…bietet der Andoid / ovi / winmobile store eigentlich Porno apps an?) Wenn ja, warum? Einzig unglücklich ist die Argumentation von Jobs, dass Apple Porno fern hält, denn sie wollen bzw. können es lediglich über die Nichtzulassung von entsprechenden Apps nicht noch einfacher machen. Apple kann weder bestimmen, was im web inhaltlich verbreitet wird noch sind sie dafür verantwortlich, Allerdings würden ein entsprechender (zuschaltbarer !) Jugendschutz in Safari die “Anstrengungen” im Appstore untermauern bzw. nicht nutzlos erscheinen lassen. Letztlich kann aber jeder mit seinem Eigentum machen was er will und keiner ist gezwungen Apple Produkte zu kaufen.

    Ein Nicht Fanboy aber jemand, der bereits Apple Produkte hat und auch das iPad bestellt hat…

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  •  christoph sagte am 16. Mai 2010:

    @rj Shopanalogie revisited ;)
    Man kauft einen Fernseher (iPad) mit integriertem DVB-T Empfänger (AppStore), nun muss man eben mit den Kanälen (Apps) leben, die man über DVB-T halt so empfängt (keine “Vollerotik”) – mit seinem DVD Player (MobileSafari) kann man aber dennoch seine Pornos (Webseiten) anschauen :) – aber das sind jetzt unterhaltsame Gedankenspiele.

    Leute, bringt das doch nicht alles auf so eine absolute ideologische Ebene! kabile und Ralf, ihr könnt euch doch alle Webseiten anschauen die ihr wollt, da wird nichts zensiert und nichts vorgeschrieben von Jobs oder Apple (außer Flash, aber das ist jetzt wieder ein anderes Thema). Apple hat doch deutlich gemacht, dass sie da unterscheiden: ein offenes standardkonformes (und auch auf iXY unzensiertes) Web und native Apps, bei denen sie eben entscheiden was sie wollen und was nicht (so wie viele andere Anbieter solcher Vertriebskanäle auch) – und dass sie in ihren Download Charts neben “DoodleJump” nicht noch “Geile iTeens” o.ä. stehen haben wollen, kann ich vollkommen verstehen.
    kabile: das iPad _ist_ ein x-beliebiges Produkt – dass es eine Revolution des Vertriebsweges und daran gescheitert ist, hast du jetzt konstruiert. (Nebenbei bemerkt bin ich selbstverständlich auch kein Fan der Sex-Gewalt-Doppelmoral, aber dass Apple dafür verantwortlich ist, kann man nicht behaupten)
    Again: niemand wird gezwungen, sich ein iXY zu kaufen, dafür zu entwickeln oder auf dieser Plattform zu verlegen. Alternativen gibt es, nutzt sie. Und nutzt das Web als Plattform.
    Ralf: ja ich denke auch, dass es Überzeugung war – die Überzeugung in seinem Laden keine Pornographie anzubieten. So wie in den meisten Läden off- oder online eben auch. Aber: du _kannst_ entscheiden, welche Webseiten du dir anschaust. Keine Gängelung seitens Apple in dieser Sache. Dass Apple mit seinem AppStore und den iDevices einen Weg beschreitet, der schon seit zig Jahren von z.B. den Herstellern von Videospielkonsolen beschritten wird, ist für jemanden, der mit diesem Modell nicht klarkommt natürlich schade – aber Apple ist weder der einzige noch der letzte noch der staatlich verordnete Anbieter solcher Geräte und auch nicht verpflichtet, irgendjemanden ideologisch zu befriedigen.

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  •  David sagte am 16. Mai 2010:

    Oh Mann Jungs, nehmt doch mal die Hand aus der Hose. Apple ist ein US-Unternehmen und daß unsere Brüder und Schwestern im Westen – oft – etwas prüder sind ist doch wohl den Meisten bekannt.
    Apple will halt an Alle verkaufen und macht den einfachen Weg für Schmudellbildchen und -filmchen dicht…. but who cares ?
    Es ist Ihr (Apple’s) Kanal und warum sollten sie da tun was andere wollen ?
    Es wird immer so getan als ob die Bild und “Happy Weekend – (gibts die noch ?)” deswegen vor dem Bankrott stehen würden.
    Wenn eine Firma meint Ihr Geschäftsmodell auf Pornographie stützen zu wollen, dann kann sie es doch auch weiterhin tun – ohne das IPad/Ipod/Iphone – seien wir doch ehrlich einen Schaden wird sie davon nicht erleiden.
    Und genau hier ist auch der Hauptfehler in der Argumentationskette von Richard Joos, Apple kontrolliert den Verkauf ( auch ein kostenfreier Erwerb ist hier gemeint ), was man(n) mit anderer Software frei BEZIEHEN kann, spielt keine Rolle. Mehr “zensiert” Apple auch nicht, nur die Gegenstände, die auf das Unternehmen – rechtlich – zurückfallen können.

    LL&P
    David

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  •  kabile sagte am 17. Mai 2010:

    Was bitte schön soll denn am iPad so revolutionär sein, wenn nicht die Möglichkeit Bücher und Zeitschriften quasi wie Musik nur noch virtuell mit nehmen zu können? Ins Internet kann ich auch mit meinem Laptop, zum entspannten lesen taugt es aber nicht. Also diskutiere ich nicht die Möglichkeit mit dem Browser überall hin zu können (mobiles Internet revolutionär zu nennen wäre auch zu lächerlich), sondern die Frage welche Bücher und Zeitschriften kann ich darauf lesen. Wenn Apple moralisch oder politisch missliebige Bücher verbannt, seid ihr dann auch der Meinung, die könne man schließlich woanders kaufen? Kann man – aber die beworbene Freiheit ist das jedenfalls nicht.

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  •  Ralf sagte am 17. Mai 2010:

    Kabile hat Recht!

    Und Flash ist genauso eine Nummer. Es gibt tausende Websites mit gutem Inhalt, die immer noch via Flash präsentiert werden. Warum sperrt Steve Jobs diese Anbieter aus? Weil sie nicht in der Lage sind, HTML 5 zu verwenden? Wen sperrt er als nächstes aus?

    Antworten 
  •  nick sagte am 17. Mai 2010:

    Es geht nicht um Porno oder nicht.
    Es geht darum, dass Zensur bei einem quasi Monopol ausgeführt wird.
    Dass ich Anwendungen nicht über den App-Store laden kann ist mir egal, wenn es denn Alternativen dazu gibt. Gibts aber nicht wirklich.
    Und das ist es was mich stört. Es fängt mit Porno an und geht mit anderen Themen weiter.
    Ich habe ein iPhone und einen MacBook, aber Apples Politik gefällt mir nicht und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich weitere Apple-Produke kaufen werde (obwohl ich technisch sehr davon überzeugt bin)

    Antworten 
  •  Razon sagte am 17. Mai 2010:

    Was ich mich frage, ist, wo wohl die Grenze gezogen wird. Was ist mit Michelangelos “David” oder John Coliers “Lillith”, Kunstgegenstände von in jeder Hinsicht hohem Wert, die halt nur nackte Körper zeigen? Fallen die auch unter den Bann der Pornografie?

    Was mich stört ist zum anderen, das Jobs diejenigen, die Pornografie konsumieren als nieder hin stellt, indem er Pornografie als etwas Schlechtes darstellt. Aber auch hier scheint mir der Grundsatz von Adorno treffend: “Erster und einziger Grundsatz der Sexualethik: Der Ankläger hat immer unrecht.” (Adorno, Minima Moralia, Seite weiß ich grad nicht)

    Wenn er aus rechtlich-jugendschutztechnischen Gründen Pronografie aus dem AppStore verbannt, so ist das in Ordnung. Aber Pornografie und damit indirekt alle, die sie konsumieren, abzuwerten, das ist nicht in Ordnung, und dazu hat “Mister Turtleneck” keinerlei Recht. Der Mann ist Konzernchef und kein Mensch mit einer Betechtigung und/oder Ausbildung zur moralischen Richtlinienvergabe. Ich spreche ihm aufgrund seiner mehr als bedenklichen Aussagen diese Kompetenz auf das entschiedenste ab und vermute rein niedere finanzielle und damit egoistische Beweggründe, die sich aus dem Zusammenhang von Apple, Disney und dem Appell an das prüde Saubermannimage ergeben und mit denen in amerikanischen Wohnzimmern mit der ganzen Familie Geld verdient werden kann.

    Denn natürlich wird der amerikanische Durchschnittsvater in der Öffentlichkeit und vor seinen Kindern gegen Pronografie sein und sich seinen Brasilian-f**t-Porn heimlich ansehen. Die pornografische Problemitk und damit ein Teil der männlichen Sexualität, der enorme Auswirkungen au diese Gesellschaft hat, wird somit in das Zwielicht staubiger Hinterzimmer verbannt, anstatt dass eine Enttabuisierung und damit möglicherweise eine Entmystifizierung stattfindet, die, so meine Meinung, allein dazu beitragen können, dass sich das Bewusstsein im Bezug auf Pornografieproduktion und Konsum bei Gegnern und Befürwortern ins Positive verändert.

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  •  @nicolebralo sagte am 17. Mai 2010:

    Steve Jobs lobt “Freiheit von Porn” auf dem iPad: http://macnot.es/39050

    Antworten 
  •  Claus sagte am 17. Mai 2010:

    Apple hat weder ein Quasi noch sonst irgend eine Monopol !!
    Es gibt hunderte Alternativen. Das in Bezug auf einen mobilen Tablett Computer alle anderen -wieder mal- gepennt haben ist ja nicht Apples Schuld. Warum sollen Sie also Porno / Flash oder sonst was erlauben, wenn sie es nicht wollen, nur weil einiger der Meinung sind das Apple gefälligst das zu machen hat was alle Hersteller machen. (wobei ich keinen Hersteller kenne der, wenn er überhaupt einen Appstore hat, eine Porno App anbietet!) Warum gesteht man Apple nicht zu, Ihr geistiges Eigentum so wie sie es wollen unter die Leute zu bringen. Apple zwingt keinen ihre Produkte zu kaufen, der Konsument kann Apple nur zwingen etwas zu tun oder zu lassen indem er keine Apple Produkte kauft… Das nennt man bei uns soziale, in USA freie Marktwirtschaft…. Sorry für die Belehrung, aber entweder reden manche alles von Apple schlecht, weil sie es zu teuer finden oder sind von ihrem Hass auf Apple dermaßen verblendet zu haben, dass sie nicht mehr klar denken können…oder wollen…

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  •  nick sagte am 17. Mai 2010:

    Apple hat das Monopol was Anwendungen auf dem iPhone betrifft. Oder kennst du einen anderen offiziellen Weg, eine App auf dein iPhone zu bekommen?
    Andere Hersteller haben keinen Appstore, richtig. Dort bekommt man die Anwendungen aber auf anderem Weg aufs Gerät.
    Genauso wie ich Herr meiner Fernbedienung bin und somit selbst entscheide, was ich ansehe und was nicht, so möchte ich auch selbst entscheiden, was auf mein iPhone kommt und was nicht.
    Aber immerhin eines hast du richtig erkannt: noch kann der Verbraucher mit bestimmen und braucht diese Geräte nicht zu kaufen. Das kann sich aber auch schnell ändern und deshalb sollte man sich von Anfang an wehren.
    Nebenbei glaube ich dem Hr. Jobs nicht, dass er diese Ideen zum Wohle der Konsumenten gebiert, sondern ausschließlich aus eigenem Interesse.

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  •  kabile sagte am 17. Mai 2010:

    @ Claus: gerade weil ich die Apple-Produkte seit mehr als 25 Jahre liebe und sie Teil meines Lebens sind, ärgert mich der moralische Zeigefinger von His Steveness! Das iPad als Produkt finde ich fantastisch und würde es mir nur allzu gerne kaufen. Seit Deiner Belehrung weiß ich nun aber, ich muss es gar nicht und werde es auch erst tun, wenn ich Bücher und Zeitschriften unter Umgehung des Appstore darauf laden kann – und zwar legal und ohne Verlust der Garantie. Aber jemand der glaubt, alle, die nicht seiner Meinung sind seien verblendet und könnten nicht mehr klar denken, wird das wohl nicht verstehen. P.S.: Irgendwie erinnert mich die Argumentation an meine Jugendzeit. Selbst bei der kleinsten Kritik an unserem Staat hieß es gleich, dann geh doch nach drüben!

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  •  Claus sagte am 17. Mai 2010:

    tja, schade, dass Apple das meist mögliche Geld mit ihren Produkten verdienen wollen… bleibt zu hoffen dass Google das nicht will und dann eine Kopie macht, die (nicht wirklich) subjektiv gesehen so gut ist wie das iPad aber mehr oder alle Freiheiten hat, sich aber trotzdem auch nicht nur annäherend so gut verkauft wie das Original.
    Apple hat das Monopol auf das was auf einem Gerät installiert wird, dass Sie selbst entwickelt haben? Das kann man doch Apple nicht ernsthaft zum Vorwurf machen wollen? Ich kann schon verstehen, dass das dem einzelnen Konsumenten nicht gefällt allerdings weiß ich nicht, wieso man ein Unrechtsstaat mit diktatorischen Strukturen mit einem Unternehmen vergleichen sollte, dass Geld verdienen will. Das ist, als würde man Nichtapplelkaufen mit Republikflucht vergleichen…

    Antworten 
  •  kabile sagte am 17. Mai 2010:

    “Seufz” – das war genau anders herum gemeint. “Drüben” war die DDR und die Analogie bezog sich nicht auf die dortigen Verhältnisse, sondern darauf, dass man Kritik nicht aushält (begreift) und den Kritikern daher nahelegt, sich zu trollen. Ich will nicht weg von Apple – ich will das Apple keine Zensur ausübt. Selbst Alice Schwarzer wäre es nicht eingefallen Modeheften den pornographischen Stempel auf zu drücken. Das ist nicht moralisch, sondern schwachsinnig! Bei Macs ist es mir übrigens nie aufgefallen, dass Apple mir vorschreibt, was ich darauf zu installieren habe.

    Antworten 
  •  Claus sagte am 17. Mai 2010:

    sorry in diesem Kontext wurde das in meinem Bekanntenkreis nie verwendet, keiner wäre darauf gekommen “Geh doch nach drüben” zu sagen, denn uns war schon lange vor der Wende klar, dass alles besser war als drüben zu leben. Nach heutigen Maßstäben müsste man 50% der Bundesbürger ausweisen, denn mindestes in dieser Höhe liegt der Anteil derer die an jedem und allem was zu nörgeln, aber nichts konstruktiv beizutragen haben.

    Antworten 
  •  Chilloutman sagte am 18. Mai 2010:

    Es wird niemand ausgesperrt, denn jeder ist freiwillig auf der iPhone-Platform oder eben nicht. Es gibt ja Konkurrenz. Mr. Jobs hats meiner Meinung nach mit diesen Mails auf den Punkt gebracht.

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