MACNOTES

Veröffentlicht am  28.05.10, 13:34 Uhr von  rj

Warum ich Apple gelegentlich hasse. Ein Rant über angebliche Bildrechte

iPad-Traum“To confirm, please remove any images of iPad which you are not authorised to use, from your website.” ist der Inhalt der letzten von mehreren Mails, die zwischen mir und Apple Europe in den letzten zwei Tagen hin- und hergegangen sind. Es geht um iPad-Bilder, die Apple aus recht verqueren Gründen entfernt wissen will. Das “I am authorized to use all the images you’ve objected” mag ich nun lieber öffentlich antworten.

Auf iphoneohnevertrag.de wurde in Kooperation mit Macnotes vor einiger Zeit ein iPad-Gewinnspiel ausgerichtet. Traum-iPads waren zu beschreiben, und zur Inspiration pixelte unser Grafiker Florian einige “Traum-iPads” zusammen. Mit Waagen-Funktion und Satellitenempfänger ausgestattet, beispielsweise.

[singlepic id=7963 w=225 float=right] “Unless you have written consent from Apple, the image you are using is not authorised for this promotion.” hieß es nun von Apple, woraufhin ich freundlich, aber bestimmt darauf hinwies, dass es sich um eine Collage, ein abgeleitetes Werk mit eigener Schöpfungshöhe handele, über das von Apple nicht zu bestimmen sei. Ich wage zu behaupten, meine Antwort recht versöhnlich und konstruktiv beendet zu haben:

“…But i don’t think the legal aspects make our real point. It was, as you’re saying, an appreciation of Apple products, we’re great Apple fans ourselves, we even used Apple hardware to create the images we’re talking about right now. I really like our artist, he’s a great drawer and designer, and i’d hate to delete his works.
What we *could* do: redesign the contest pictures with self-photographed iPad pictures. I guess noone would really notice the difference. On the other hand – where’s the point, then?
Another option: could you tell me who would be the right person to ask for written consent of Apple that those collages are OK with them?
And of course, we *could* remove the pictures. But really, thats one of those clueless actions of apple against its own fans noone really understands anymore.
Please tell me what you’d prefer. I’d be happy to hear from you…”

Die Antwort ließ hoffen:

“Unfortunately your promotion plans to include iPad which does not fit with our marketing strategy at this time, so we would ask you to remove the competition.”

[singlepic id=7964 w=225 float=left] Ach so – es geht nur um eine zeitlich unpassende iPad-Verlosung, die Apple aktuell ungelegen kommt? Na dann. Im Netz erhält man zwar aktuell den Eindruck, auf jeder dritten Webseite ein iPad gewinnen zu können, aber wenn eine Promoaktion Dritter gerade nicht so recht in Apples Marketingstrategie passt, dann wird die Situation vielleicht dadurch entschärft, dass die Aktion längst durch und die Wahl des Gewinners schon einige Wochen her ist. Was ich Apple auch schrieb, um vorzuschlagen, damit die Sache doch als erledigt zu betrachten.

Stattdessen erhielt ich eine circa dreiseitige Muster-E-Mail mit Regeln, die einzuhalten seien, wenn Apple-Produkte im Rahmen eines Wettbewerbs oder einer Verlosung vergeben werden. Party-Ausrichter Vorsicht: wenn es bei eurer nächsten Tombola einen iPod zu gewinnen gibt, dürft ihr weder den Myriad-Font verwenden noch vergessen, die vorherige schriftliche Genehmigung von Apple einzuholen. Und einen einzelnen iPod Touch verschenken geht gar nicht:

“iPod touch is only allowed to be used in special circumstances and requires a minimum purchase of 250 units.”

In Sachen rechtlicher Durchsetzbarkeit bewegt sich das ungefähr auf dem Level der legendären iTunes-Einschränkung, die untersagt, mit der Software biologische Waffen herzustellen. Ganz zu schweigen von der Ironie, dass Apple im iTunes-Store gleichzeitig Tracks von PUR zum Verkauf anbietet.

Entsprechend fiel mir auf die letzte Mail Apples keine angemessene Antwort ein. Glücklicherweise folgte heute eingangs erwähnte Erinnerung. Die ist zwar nicht zielführend, gab aber den Ausschlag, die Bilder wie angeboten auszutauschen – als “Basis” für die Collage werden nun eben selbstfotografierte iPad-Bilder verwendet. Den Unterschied dürfte niemand bemerken, ich bitte um Verzeihung, dass ich aus juristischen Gründen an dieser Stelle keinen “Vorher/Nachher”-Vergleich zeigen kann.

Nun werde ich auf die eingangs erwähnte letzte E-Mail sehr reinen Herzens mit einem

“Done.”

antworten.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 14 Kommentar(e) bisher

  •  @Bono01Live sagte am 28. Mai 2010:

    RT @Macnotes: Warum ich Apple gelegentlich hasse. Ein Rant über angebliche Bildrechte http://macnot.es/39989

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  •  max2008 sagte am 28. Mai 2010:

    Denke das hängt überwiegend, mit der mittlerweile erlangten Grösse des Unternehmens zusammen.
    In dem Verhältnis wie ein Unternehmen wächst, schrumpft die Höflichkeit mit der Kunden u.a. angesprochen werden.
    Das erlebt man leider nur zu häufig, daß Schöne daran ist letztendlich schneidet man sich damit ins eigene Fleisch.
    Einen “Bonus” wie Apple bei seinen Kunden hat, hält nicht ewig, der will gepflegt werden…andernfalls…!?!

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  •  Andreas sagte am 28. Mai 2010:

    hallo richard,

    schreib die story doch an die e-mail adresse von steve jobs. mich würde “dessen” antwort interessieren.

    halte uns auf dem laufenden.

    ciao, andreas

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  •  Bernd sagte am 28. Mai 2010:

    Ein Rant?! Könnt ihr euch wirklich nicht besser ausdrücken?

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  •  Daniel sagte am 28. Mai 2010:

    “Warum ich Apple eigentlich hasse”
    Ich empfinde ähnlich wie du. Apples ganzes Auftreten wirkt immer so “locker” dabei ist das Unternehmen total verkorkst. Solche Aktionen machen doch wirklich gutes Marketing und außerdem denke ich nicht, dass ein Gewinnspiel Auswirkungen auf eine Apple eigene Marketingkampagne. Bevor ich mich näher mit dem Unternehmen beschäftigt habe dachte ich immer, Apple wäre ein ziemlich entspanntes und “rebellisches” Unternehmen. Aber seit ich mein Macbook Pro habe höre ich ja nur so schöne Dinge wie Mitarbeiter überwachen, mit Tricks testen ob sie Produktinfos leaken, in Unternehmen produzieren die echt miese Arbeitsbedingungen geben und versuchen andere Unternehmen vom Markt zu drängen. Mein nächster Laptop wird kein Mac mehr sein, lieber n 600 Euro Lappy und da schön Ubuntu raufhauen.

    Mfg Daniel

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  •  Daniel sagte am 28. Mai 2010:

    *auf eine Apple eigene Marketingkampagne hätte.

    Schade das es hier keine editier Funktion gibt ;)

    Antworten 
  •  daniel sagte am 28. Mai 2010:

    Derzeit arbeiten doch alle Grosskonzerne mit Hochdruck daran sich selbst zu zerlegen, da kann es doch eigentlich nicht wundern das Apple auch hier nicht nachsteht.
    Systemimmanenter Schwachsinn halt – irgendwo wird es schon einen Manager geben in dessen Excel-Tabelle dieses Vorgehen ganz toll aussieht.
    Ich kann das auf meiner Arbeit täglich erleben wie Projekte und ganze Abteilungen der Berg hinabgehen weil sie irgendwelchen Exceltabellen geopfert werden – dabei geht es vordergruendig gar nicht einmal um Einsparungen, nur das halt Entscheidungen getroffen werden basierend auf irgendwelchen Zahlen die sich von der Realität längst verabschiedet haben.

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  •  MacMacken sagte am 28. Mai 2010:

    E-Mails dieser Art kenne ich – und habe sie bislang ignoriert … relevante Rechtsfragen werden auch bei Apple von lokalen Anwaltskanzleien vorgebracht, die mit dem lokalen Recht und insbesondere auch der lokalen Sprache vertraut sind.

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  •  egoist sagte am 28. Mai 2010:

    … da würde ich glatt nochmal in meiner Muttersprache (ausführlich) antworten.
    Ich (als Apple) würde, wenn ich mit Kontakten im Ausland Kommunizieren wollte auch versuchen in deren Muttersprache anzufragen. Weltsprache hin, oder her… gehört sich so oder?!?? Stellt ihr anfragen an Apple per se in Deutsch??!?!

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  •  Volker Schmitt sagte am 28. Mai 2010:

    Die Rechtsabteilung scheint bei Apple sehr groß zu sein.
    Hoffentlich schreiben mich die Anwälte mit meinem iPad Beitrag nicht an. Mein English ist nämlich schlecht!
    Beitrag

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  •  rj sagte am 29. Mai 2010:

    egoist, wenn ich mit der Apple Europe-Vertretung in London kommuniziere, stört mich das Englisch weniger. Ich hatte in der Sache auch in München nachgefragt, da erreichte ich auf die Schnelle nur niemanden. Muss ich zugeben, dass mich sowas eher weniger stört, es ist halt ein internationales Unternehmen und gut. Der eigentliche WTF-Faktor war eben das “Häh? Wenn ich ein Apple-Produkt verschenken will, dann *mach* ich das!” und dass Apple meint, da in *irgend* einer Form reinreden zu wollen.

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  •  westernworld sagte am 29. Mai 2010:

    das paßt perfekt zum sonstigen gebahren der firma deren laptops für mich momentan zwar noch alternativlos sind, der ich nach 20 jahren als treuer user aber keinen funken sympathie mehr entgegen bringe. das war mal anders, wesentlich.

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  •  Captain Crunch sagte am 29. Mai 2010:

    Verdammt! Und mit was soll ich jetzt meine biologischen Waffen herstellen?

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  •  egoist sagte am 30. Mai 2010:

    @rj: Ich hab schon begriffen das du ein “fast” native speaker bist. Ich hätte da auch nix dran auszusetzen, feines English. Ich dachte da eher dran diesen unverständlichen Reaktionen, mal mit etwas Sprachkultur zu begegnen. (Bezog sich eher auf den MacMacken Kommentar mit dem Hinweis auf die Vertrautheit der lokalen Sprache – hab da schon meine Erfahrungen gesammelt) … Trotzdem, International hin oder her… das gehört sich so. Wenigstens der Versuch…Außerdem haben die Übersetzer bei Apple dann auch wiedermal einen Job(s).

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