News & Rumors: 29. Mai 2010,

Im Test: Split/Second: Velocity

Split/Second: Velocity – Screenshot
Split/Second: Velocity - Screenshot

Wir haben das neue Rennspiel von Disney Interactive Studios, Split/Second: Velocity, getestet, und zwar auf der Xbox 360.

Willkommen in der Show! Nein, wir sind nicht im falschen Review gelandet; der Aufhänger bei Split/Second Velocity ist tatsächlich eine TV-Sendung, die Autorennen mit jeder Menge Action verspricht. Ob die Quoten stimmen, analysieren wir im folgenden Text.

Gleich nach dem Einlegen der DVD kann die Karriere begonnen werden. Dies ist ratsam, denn in der ersten „Mission“ wird die Steuerung und das ganze Drumherum erklärt. Den „schriftlichen Teil“ haben wir demnach bestanden, doch wichtig ist bekanntermaßen, was auf dem Platz – ’tschuldigung, auf der Strecke geschieht. Dabei fällt auf, dass die Steuerung, wie es sich für einen ordentlichen Arcade-Racer gehört, sehr einfach gehalten ist und schnell in Fleisch und Blut übergeht. Gas, Bremse und Lenkung ist dort, wo man dies erwarten würde, nämlich auf den beiden Analog-Schultertasten sowie auf dem linken Analogstick. Eine Handbremse gibt es jedoch nicht, genau wie einen Turbo-Knopf. Dafür gibt es Drifts, die die Energie aufladen und Powerplays ermöglichen, doch dazu später mehr.

Auf Sendung

Nachdem das Tutorial abgeschlossen ist, kann es schon losgehen mit der ersten Sendung. Wie aus echten TV-Spektakeln bekannt, teasert ein kurzer Film an, was die „Zuschauer“ in der kommenden Folge erwartet. Dabei werden kurze Ausschnitte der Strecken gezeigt, bei denen einiges in die Luft fliegt. Viel mehr zu hören gibt es aus dem Off nun nicht mehr, denn der wortkarge Moderator wird sich innerhalb der Rennen zurückhalten. Insgesamt gilt es 12 Folgen zu bestreiten, die eine Staffel bilden. In einer Sendung gibt es sechs Rennen, darunter vier „normale“, ein Bonus- und ein Elite-Rennen. Das Bonus-Rennen muss freigeschaltet werden, indem man eine vorher definierte Anzahl an Gegnern mittels Powerplay eliminiert. Elite-Rennen dienen der Meisterschaft. Je nach Qualifizierung bekommt der Spieler Punkte. Daneben dienen diese Events der Qualifikation für die nächste Sendung.
Wer einfach nur Bock hat, eine Runde zu drehen, kann mittels „Schnellem Spiel“ die bereits freigeschalteten Strecken und Wagen noch einmal Revue passieren lassen.

Verrückte, zerstörbare Welt

Die Strecken in Split/Second Velocity sind allesamt komplett zerstörbar. Dies ist dem Rennkonzept geschuldet, denn mittels Powerplays, die Explosionen unterschiedlichster Art auslösen, soll den Gegnern das Leben schwer gemacht werden. Powerplays gibt es in drei Stufen; die erste lässt ein Objekt, beispielsweise einen Schulbus, in die Luft gehen, was eine Schockwelle verursacht und die leichteren Vehikel an den Straßenrand drückt. Sind alle drei Energiestufen geladen, steht manchmal ein „Stufe 2 Powerplay“ zur Verfügung. Dieses äußert sich dann in einer größeren Abbrucharbeit, bei der dann ein Hubschrauber einen Kipplader als Abrissbirne für einen Tunnel missbraucht. Im weitesten Sinne ebenfalls ein Powerplay (welches abermals alle drei Energiestufen benötigt) ist die Möglichkeit, eine Strecke zu ändern. Ist man vorher unter einem geparkten Schiff durchgefahren, so gibt der Boden nun nach, das Schiff versinkt zur Hälfte und das Deck dient nun als Sprungschanze. Dass alle Gegner, die sich zum Zeitpunkt der „Umbauarbeiten“ unter dem Schiff befanden, dann aus dem Verkehr gezogen sind, versteht sich von selbst.
Wo wir aber gerade bei Gegnern sind, diese sind natürlich nicht auf den Kopf gefallen und können gleichfalls von ihren Rachegelüsten Gebrauch machen. Überhaupt weiß die künstliche Intelligenz gut zu gefallen – die Bots fahren natürlich und versuchen sich auf Powerplays einzurichten, wobei sie das meist aufgrund der Druckwelle nicht schaffen. Dennoch und gerade weil auch Computergegner Powerplays auslösen, finden wir schade, dass Split Second keinen Turbo bietet. So kann man kurz vor Ziel das Ruder in der Regel nicht mehr herumreißen, wenn man aufgrund eines Powerplays Plätze verloren hat.

Konsequent Arcade

Split Second ist ein Arcade-Racer durch und durch. Wer hier auf Simulationselemente hofft, wird enttäuscht werden. Das fällt zuerst an der Steuerung auf, die keine Handbremse bietet und dann am Schadensmodell, das nur „ein bisschen“ existiert. Solang der Wagen noch nicht komplett Schrott ist, sieht er wie neu aus, selbst Leitplankenbesuche hinterlassen keine Kratzer im Lack. Diesbezüglich ist das Spiel ziemlich fehlertolerant, doch irgendwann ist das Maß voll und es gibt einen Crash, der jedoch nicht zwingend aus einem Powerplay resultiert. Im Wesentlichen kann man schon Need-For-Speed-like die Bande als Lenkhilfe verwenden – um das Fahrzeug zu demolieren, ist einiges an Tempo und ein spitzer Aufprallwinkel notwendig.

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Dazu gesellt sich noch ein stark ausgeprägter Gummiband-Effekt, der in Arcade-Racern jedoch auch „irgendwie“ dazugehört. Es ist also nicht wirklich möglich, sich nennenswert von der Masse abzuheben, dafür ist es aber ebenso nicht schwer, nach einem Unfall den Anschluss wieder zu finden.
Apropos Tempo, das ist einer der Punkte, mit denen Split Second richtig gut punkten kann. Das Spiel ist schnell und actiongeladen und kann auch genau dies perfekt auf dem Bildschirm inszenieren. Im Einzelspielermodus schafft dies die Xbox 360 zudem mit einer konstant hohen Framerate, sodass keine technisch bedingten Frust-Momente zu erwarten sind.

Das ist die perfekte Welle

Beim Versuch, das Rad neu zu erfinden, gingen die Blackrock Studios ihren Weg nach vorn und machten aus ihrem Spielkonzept eine Tugend. Natürlich darf der normale Rundkurs nicht fehlen und auch der Eliminator-Modus, bei dem nach Ablauf der Eieruhr der letzte im Feld aussteigt, ist fast schon Standard. Erfrischend neu waren aber die anderen Varianten des Rennspiels. Gegen die Uhr fahrt ihr auf einer Strecke, begleitet nur von einem Hubschrauber, der Bomben abwirft. Fairerweise ist auf der Straße markiert, wo die Bomben einschlagen werden, trotzdem müsst ihr mit genügend Sicherheitsabstand und ausreichend Geschwindigkeit ausweichen. Ihr habt drei Leben und müsst Punkte sammeln. Wenn die Druckwelle gar nicht zu spüren war, gibt es die meisten Zähler.
Richtig spaßig fanden wir aber die amokfahrenden LKW. Diese müssen überholt werden, doch damit das nicht gar zu einfach wird, werfen sie brennende Fässer ab. Bei jeder Überholung gibt es Punkte und einen Zeitbonus. Ist die Zeit abgelaufen, folgt der Sudden Death, d.h. der nächste Treffer beendet das Rennen. Innerhalb des Zeitrahmens gibt es aber unbegrenzt viele Leben.

Mehrspielermodus: Unfertig

Der Mehrspielermodus teilt sich in zwei Komplexe auf. Erfreulicherweise gibt es nämlich neben dem Online-Spiel auch den Splitscreen, bei dem zwei Spieler an der gleichen Konsole gegeneinander antreten können. In den Einstellungen kann zudem festgelegt werden, ob der Bildschirm horizontal oder vertikal geteilt werden soll. Es stehen alle Fahrzeuge und Strecken aus der Karriere zur Verfügung.
Der Online-Modus hingegen wirkt etwas lieblos. Die Pflicht meisterten die Entwickler zwar wirklich gut; wir konnten keine Lags oder Slowdowns beobachten, doch dafür ist die Kür etwas bescheiden ausgefallen. Das spiegelt sich einerseits im Fehlen bestimmter Features wider, andererseits kommt es dadurch zu gewissen Balance-Problemen. So gibt es online generell zwar alle Strecken, aber nur die im Singleplayer-Modus freigespielten Wagen. Damit ist jemand mit vollendeter Karriere deutlich im Vorteil, denn die Wagen werden mit zunehmendem Fortschritt immer schneller. Ebenso fehlen kleine, aber durchaus liebgewonnene, Features, die wir aus anderen Spielen kennen, etwa die Abstimmung über die nächste Strecke. Hier ist der Host des Spiels König und kann ganz undemokratisch entscheiden, welche Strecke als Nächstes kommt. Falls selbiger jedoch aus irgendeinem Grund die Verbindung gekappt bekommt, geht es normal weiter im Text; die Rolle des Hosts übernimmt dann ein anderer Spieler. Eine nervige Unterbrechung findet hier nicht statt. Sollte es vorkommen, dass man nicht alle acht möglichen Fahrer aus Fleisch und Blut auf die Stecke bekommt, erbarmt sich die Konsole, den Rest mittels Bots aufzufüllen.

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Fazit

Am Ende des Tages sind wir von Split/Second: Velocity doch ganz angetan. Es fließt reichlich Adrenalin durch die Adern und die Rennmodi machen richtig Laune auf das Zerstören der Umgebung und quasi nebenbei noch das Rennen zu gewinnen. Im Singleplayer-Modus lässt der Titel dabei nichts anbrennen und zieht seine Sache ordentlich durch. Die sechs mal zwölf Rennen, die es allein in der Karriere zu fahren gibt, dürften je nach Ehrgeiz zwischen 10 und 15 Stunden Spielspaß bereithalten. Einzig der Online-Modus trübt das Bild etwas – aber letztlich ist Split/Second Velocity ein erfrischender Arcade-Racer. Gut gemacht, Disney!



Im Test: Split/Second: Velocity
4,2 (84%) 20 Bewertungen

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