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Veröffentlicht am  2.06.10, 12:35 Uhr von  kg

Steve Jobs über Flash, iPad, iPhone HD/4G, Apple TV und Foxconn bei der D8-Konferenz

Steve JobsSteve Jobs war gestern bei der D8-Konferenz von All Things Digital zu Gast und wurde dort von Kara Swisher und Walt Mossberg zu Themen wie Flash, iPad, den Vorgängen bei Foxconn und dem geleakten iPhone HD befragt.

Man kann Steve Jobs zumindest eines attestieren: Er beherrscht es, nichts Konkretes zu sagen.

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Kommentar zu Apples Marktwert

Zu Beginn des D8-Interviews äußerte sich Jobs zu Apples Marktwert, der seit kurzem den von Microsoft übertrifft: “Es spielt keine große Rolle, es ist nicht das, was wichtig ist., Es bringt dich nicht dazu, morgens zur Arbeit zu gehen… Es ist ein wenig surreal.” Als Jobs in den Neunzigern zurück zu Apple kam, war die Firma kurz vor dem Bankrott. “Ich hatte erwartet, dass alle guten Leute bereits weg wären, aber ich fand noch viele von ihnen vor und fragte sie, warum sie noch da seien.” Ihr Antrieb: Sie glaubten an Apple.

 

Apple und Flash

Auch zum Thema Flash wurde Jobs befragt. “Apple hat nicht die Ressourcen, die andere haben, und wir haben die Aufgabe zu entscheiden, auf welches Pferd wir setzen. Wir versuchen immer die Pferde auszuwählen, die auf dem Weg nach vorne sind.


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Apple hat seit jeher den Dreh rausgehabt, genau die Technologien aus ihren Geräten zu verbannen, die langfristig obsolet werden: Serielle Schnittstelle, der Verzicht auf das Diskettenlaufwerk und die Nutzung von FireWire sind nur einige Beispiele. “Wir haben keinen Krieg mit Adobe angefangen. Wir haben eine technische Entscheidung getroffen. Aber erst beim iPad fing man bei Adobe an, sich ernsthaft darüber zu beschweren. “Thoughts on Flash” war dabei eine Reaktion darauf, man war Adobes Aussagen in der Presse Leid. “Sollten wir [mit der Entscheidung gegen Flash, Anm.d.Red.] richtig liegen, werden es die Leute trotzdem kaufen, wenn nicht, dann eben nicht. Aktuell lieben die Leute das iPad- wir verkaufen eines alle drei Sekunden.

 

Das iPhone HD und die Folgen

Über Gizmodo und die iPhone HD/4G-Leaks wurde ebenfalls gesprochen: “Es gibt laufende Ermittlungen, aber ich kann ihnen sagen, was ich weiß. Um ein kabelloses Produkt zu produzieren, müssen wir es testen. Man kann es nicht nur in seinen Laboren behalten. Es gibt Diskussionen darüber, ob es in der Bar vergessen oder doch aus der Tasche gestohlen wurde, aber die Person, die es gefunden hat, hat versucht, es zu verkaufen. Es ist eine großartige Geschichte. Vielleicht ist auch irgendwo Sex darin enthalten… jemand sollte einen Film darüber drehen.


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Wissen sie, als diese Gizmodo-Sache passierte, bekam ich Ratschläge von Leuten, die sagten “lass die Dinge einfach schleifen, du solltest keinem Journalisten nachgehen, nur weil er Diebesgut gekauft und versucht hat, dich zu erpressen.” […] Und ich dachte, das schlimmste das passieren kann, ist, dass wir unsere Grundsätze verändern und es einfach ignorieren. Das kann ich nicht. Eher würde ich kündigen.

 

Foxconn-Selbstmorde

Auch zu den Foxconn-Selbstmorden bezog Jobs Stellung: Apple habe bereits den Augenmerk auf den Sachverhalt gelegt, und es sollen bereits Mitarbeiter zur Untersuchung hingeschickt worden sein. “Foxconn ist kein Sweatshop, es ist eine Fabrik. 13 Selbstmorde unter insgesamt 400.000 Mitarbeitern innerhalb eines Jahres ist weniger als die Selbstmordrate der USA, die bei 11 von 100.000 liegt, aber es ist trotzdem problematisch.

 

Apple vs. Google: Suchmaschinenfrage und Plattformkrieg


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Der Plattformkrieg zwischen Microsoft, Facebook und Google soll laut Jobs nie stattgefunden haben. “Wir haben uns nie in einem Plattformkrieg mit Microsoft befunden, und vielleicht haben wir deshalb verloren. Wir denken über den Wettbewerb nach, aber wir legen einen größeren Fokus darauf, bessere Produkte herzustellen.

Seit dem Kauf von Siri wurde darüber spekuliert, ob Google vom iPhone weichen muss. Dies verneinte Jobs: “Wir wollen bessere Produkte als sie herstellen. […] Nur weil wir nun Mitbewerber sind, werden wir sicher nicht unverschämt werden.” Zum Kauf von Siri: “Es ist eine Artificial Intelligence”-Firma. Wir werden nicht in das Suchbusiness einsteigen.

 

iPad-Entwicklung und Prioritäten

Zum Thema iPad wurde Jobs etwas genauer: Tatsächlich begann die Entwicklung am Tablet-Projekt früher als die für das iPhone, nur stellte man im Zuge dessen fest, dass das Mobiltelefon wichtiger sein dürfte.


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Ich hatte diese Idee mit dem Glasdisplay, einem Multitouch-Display auf dem man mit den Fingern tippen kann. Ich habe dies unserem Team weitergegeben, sechs Monate später kamen sie mit dem Prototypen.” Nach einigen Tests wurde Jobs klar, dass man auf Basis dessen ein Smartphone daraus bauen könnte, das Tablet-Projekt rückte damit wieder in den Hintergrund.

 

iPad und der Content

Im Bereich des Contents auf dem iPad sieht Jobs eine klare Verantwortung im Bereich der redaktionellen Kontrolle. “Ich will uns nicht als eine Nation von Bloggern sehen. […] Wir brauchen einen redaktionellen Überblick, jetzt noch mehr als bisher.” Was dabei aber wichtig ist, seien niedrige Preise: “Gib deinen Produkten einen aggressiven Preis und geh auf Masse.

 

Zum App Store

Über die Kontrolle im App Store wurde ebenfalls geredet. “Es gibt zwei Plattformen, die wir unterstützen. Eine ist komplett offen und unkontrolliert und ist HTML5. […] Und dann gibt es den betreuten App Store. Wir haben einige Regeln, aber wir lassen 95% aller Apps innerhalb von einer Woche in den Store. Das sind Tausende in der Woche. […] Wir machen manchmal Fehler, aber wir korrigieren sie. Wir tun unser bestes, wir ändern die Regeln, wenn es sinnvoll ist. Manchmal passiert es, dass uns Leute anlügen, wir finden es heraus und lehnen die Apps ab, und die laufen zur Presse, bekommen ihre 15 Minuten Ruhm und hoffen, dass wir uns umentscheiden. […] Wir laufen nicht zu Presse und sagen “dieser Typ ist ein Hurensohn!” – das machen wir nicht.

Jobs zeigte sich zudem verärgert darüber, dass das Statistikunternehmen Flurry bereits im Vorfeld Informationen über das iPhone OS 3.2 und ein noch unbekanntes Gerät veröffentlichte. “Sie haben diese Informationen bekommen, indem sie Entwickler dazu gebraucht haben, Software in die Apps zu tun, die Informationen zurückschicken. […] Das verstößt gegen unsere Privacy Policies, und das geht uns mächtig auf die Nerven. Deshalb haben wir festgelegt, dass Analyse-Tools keine Informationen über die jeweiligen Geräte weitergeben dürfen – vor allem, wenn es um gezielte Werbung geht.


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Cloud-Dienste, Medienverwaltung, TV-Zukunft

Ebenfalls angesprochen wurden die aktuell mitunter etwas eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten der verschiedenen Medieninhalte, konkret die Nutzung von Cloud-Diensten. “Wir wollen, dass die Nutzer schauen können was immer sie wollen, und wann sie wollen. […] Man will eine Inhalte auf verschiedenen Geräten nutzen. Aktuell kann man dies nicht ohne Kabel tun. Wir müssen daran härter arbeiten. Wir müssen es verbessern.” Mit einem simplen “We’re working on it” wurde dann deutlich, dass tatsächlich an einer Cloud-Lösung für Mediainhalte (z. B. iTunes.com) gearbeitet wird. Was die Übertragung von Bildsignalen über HDCP angeht, schiebt Jobs die Schuld der Industrie zu: “Das Problem ist, dass Hollywood nicht will, dass es ihnen so geht wie der Musikindustrie. Man kann es ihnen nicht verübeln. Nur ist die Content-Sicherung keine ihrer Aufgaben und sie greifen sich an Strohhalme. Aber wir müssen mit ihren Einschränkungen leben.


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Auch über die TV-Welt an sich wurde gesprochen: “Die TV-Industrie hat ein subventioniertes Modell, bei dem jeder Kunde eine kostenlose Set-Top-Box bekommt. Niemand wird jemals dafür Geld bezahlen. Man schaue sich TiVo, Roku, uns… und Google in ein paar Monaten an. Die TV-Industrie hat ein subventioniertes Businessmodell, das jedem eine Set-Top-Box gibt, und deshalb die Innovationen auf dem Sektor unterbindet. Die einzige Chance, etwas daran zu ändern ist, ganz von vorne anzufangen, die Box aufzumachen, sie zu redesignen und sie dem Kunden so schmackhaft zu machen, dass er sie sofort kaufen muss. Aktuell ist das aber nicht möglich. Das Fernsehen wird verlieren, wenn es keine praktikable Marktstrategie entwickelt.

 

Wie Steve Jobs arbeitet

Jobs’ typischer Arbeitstag wurde ebenfalls beleuchtet: “Ich habe einen der besten Jobs der Welt. Ich komme morgens rein und arbeite mit einigen der besten Leute der Welt. Wir spielen im besten Sandkasten. Wir sind strukturiert wie ein Start-Up. […] Wir treffen uns einmal in der Woche, um über unsere Firma zu reden.. und da ist eine großartige Zusammenarbeit an der Spitze, und das färbt sich auf alle Angestellten ab. […] Nichts macht meinen Tag besser als eine Mail von jemandem, der mir sagt, wie toll das iPad ist. Das ist es, was mich bei der Sache hält.

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 6 Kommentar(e) bisher

  •  Hete sagte am 2. Juni 2010:

    Super Bericht sehr interessant und informativ!

    Antworten 
  •  @vogt_florian sagte am 2. Juni 2010:

    Steve Jobs über Flash, iPad, iPhone HD/4G, Apple TV und Foxconn bei der D8-Konferenz: http://macnot.es/40427

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  •  Niclas sagte am 2. Juni 2010:

    damit wurde doch das iphone hd jetzt inoffiziell bestätigt oder hab ich das falsch verstanden?

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  •  robert sagte am 4. Juni 2010:

    Ja ja, Apple macht Fehler. Der Erfolg gibt immer recht. So einfach ist das! Wir bauen Atomkraftwerke und haben Strom, der Erfolg gibt recht und ab und zu passiert ein kleiner Fehler.
    Eins muss man Jobs lassen, er kann Menschen mit wenig Verstand gut leiten und seine Idee der simplen Computer zielt ja genau auf diese.
    Falsch ist das nicht, nur macht es schon Angst, das mit guten Computern kaum Geld verdient wird, sondern eher mit Musik und Video… arme Zukunft!

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  •  Drago sagte am 23. Juni 2010:

    hmm, ist euch mal aufgefallen, daß steve hier bereits die Videobearbeitung für iPhone/iPad ankündigt…!? und ein paar Tage später präsentierte er uns iMovie für iPhone.

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  •  kg sagte am 23. Juni 2010:

    @Drago rudimentäre Videobearbeitung gab es ja schon im alten System… also von daher…

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