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Veröffentlicht am  9.06.10, 16:10 Uhr von  

Test: Osfoora HD – Twitter-Client für iPad

Osfoora HDIm App Store finden sich bisher noch nicht viele speziell für das iPad entwickelte Twitter-Clients. Der Großteil davon wurde von den Entwicklern zudem eher eilig programmiert, um von der ersten Stunde an dabei zu sein. Mit Osfoora HD kommt nun die iPad-Version eines iPhone-Shootingstars – und überzeugt.

Osfoora for Twitter war für das iPhone zuerst Ende Februar erschienen und hatte von Anfang an das Zeug zu einem der besten verfügbaren Twitter-Clients. Die Ankündigung des Entwicklers Said Marouf, er wolle auch eine iPad-Version auf den Markt bringen, ließ mich aufhorchen, hatte Osfoora für das iPhone es doch insgesamt gesehen geschafft, Tweetie 2 bzw. erst recht Twitter for iPhone als Standard-Twitter-Client abzulösen.

Am vergangenen Samstag war Osfoora HD nach einer Verzögerung durch Unklarheiten im Zulassungsprozess (siehe Twittermeldung hier und hier des Entwicklers) endlich für den App Store freigeschaltet worden und konnte nun einige Tage getestet werden. Der Gesamteindruck bisher ist sehr ausgewogen. Nur einige Geschmackssachen stören noch, ein paar Kleinigkeiten könnten Power-User vom Kauf abhalten.

 

Setup

Auf dem Startbildschirm muss man zunächst die Accountdaten eingeben. Über das Icon, das an die OS X-Benutzerverwaltung erinnert und sich wie die meisten Buttons angenehmerweise überall in der App an der gleichen Stelle befindet – in diesem Fall links oben in der Ecke – können wir immer wieder zur Accountauswahl zurückkehren und beliebig viele Twitter-Aliase hinzufügen.
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Auf dem Startbildschirm in der oberen Leiste gleich daneben finden wir den Button, der uns zu den Einstellungen führt. In der bekannten iPad-Benutzeroberfläche öffnet sich dann, wie z. B. aus der Mail-App bekannt, ein Popup, in dem wir allerhand Optionen finden. Nicht nur Schriftgröße, der Zeitintervall zum Laden neuer Tweets und die Anzahl der zu ladenden neuen Tweets lassen sich hier verstellen. Hier finden sich auch die Auswahlmöglichkeiten für die zu nutzenden Bild- (yFrog, TwitPic, Posterous, img.ly, Tweetphoto) und URL-Kürzungsdienste (TinyURL oder bit.ly, letzterer inklusive Möglichkeit, ein bestehendes Login einzugeben). Wer Textexpander nutzt, kann hier die zusätzliche Funktionalität ebenfalls aktivieren. Für das spätere Lesen im Offline-Modus stehen Instapaper oder Read It Later zur Verfügung. Im Prinzip ist also alles da, was man benötigt – es sei denn, man benutzt einen eigenen URL-Shortener, den Osfoora HD (wie auch die iPhone-Variante) nicht bietet.

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Wie zu sehen ist, bietet Osfoora HD anders als auf dem iPhone keine Möglichkeit, auf ein helles Theme zu wechseln. Für einige (wie auch den Autoren) war das durchgängig dunkle Erscheinungsbild ein Wechselgrund zu Osfoora, weswegen diese Tatsache sie nicht stören wird. Anderen, die es gewöhnt sind, auf hellem Hintergrund zu twittern, mag dies eher ungewohnt oder vielleicht sogar unkomfortabel vorkommen.

 

Tweets lesen und weiterverwerten

Wer die Einstellungen nach seinem Geschmack vorgenommen hat, dem wird sowohl im Hoch- als auch im Querformat der erste ungelesene Tweet am oberen Bildschirmrand samt Autor und wichtigen Profilinfos angezeigt. Ganz oben neben dem Zahnrad für das Optionsmenü bringt uns der Button mit der einzelnen Figur zum eigenen Profil, das sich dann als Overlay in der Displaymitte samt Ortsinfo, Listen und allen weiteren Informationen öffnet. In der Mitte steht der Name des ausgewählten Kontos, rechts daneben lassen sich alle Tweets als gelesen markieren (das gilt sowohl für die Timeline als auch für @-Replies und Direktnachrichten, die über die Leiste am unteren Bildschirmrand zu erreichen sind). Der stilisierte Aktenschrank führt zu Entwürfen und Textexpander-Snippets, die sich so einfach in Tweets einfügen lassen, und die bekannte Sprechblase ganz rechts öffnet ein Fenster zum Einfügen eines neuen Tweets.
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Unter einem ausgewählten Tweet findet sich die Leiste mit verschiedenen Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung des Tweets. Von links nach rechts: Antworten (bei mehreren Gesprächspartnern mit Auswahl “Reply all”, favorisieren, Retweet (inklusive Zitieren), Direktnachricht an den Autor, Tweet per Mail verschicken, Tweet mit Google Translate übersetzen, Tweet löschen und Gesprächsverlauf anzeigen. Der kleine Pfeil nach oben ganz rechts schließt die Tweetansicht, so dass mehr Platz für die Timeline bleibt.
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Wenn man seine Timeline länger nicht überprüft hat, wird durch zwei Pfeile angezeigt, dass eine ganze Reihe von Tweets der Übersicht halber übersprungen wurden. Ein Tipp darauf und die verpassten Updates werden nachgeladen.

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Tweets verfassen

Auch, wer sich selbst seiner Umwelt mitteilen möchte, findet bei Osfoora HD zahlreiche Möglichkeiten, dies zu tun: Die App unterstützt den Twitterer beim Einfügen von im iPad gespeicherten Fotos, der aktuell gespielten Musik (oder eines anderen gespeicherten Songs), Twitternamen von Bekannten, dem aktuellen Aufenthaltsort und Hashtags sowie beim Kürzen von eingefügten Links (v. l. n. r.). Außerdem lässt sich alles bisher getippte über das X ganz rechts wieder verwerfen.

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Hier noch einige Screenshots zu den weiteren Features wie der Suche von Tweets in der Nähe, Suche nach Hashtags und dem Auffinden von anderen Usern. Wie zu sehen ist, lassen sich all diese Funktionen übersichtlich über die untere Menüleiste aufrufen:

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In der Suchleiste finden sich noch einmal ein paar Icons, die nicht vollständig selbsterklärend sind: Man kann seine gesuchten Begriff für später speichern und wieder aufrufen (dafür die beiden lesezeichenähnlichen Buttons). Über die stilisierte Uhr kommt man an die zuletzt gesuchten Schlagwörter, die Figur in der Lupe ist zum Auffinden von anderen Usern und das Balkendiagramm führt zu den aktuellen Twitter-Trends.
 

Was ist besonders gut?

Als Fan von dunklen Hintergründen gefällt mir natürlich das “Dark Theme” besonders gut. Ebenfalls bemerkenswert ist die Konsequenz, mit der der Entwickler beim Programmieren von Osfoora HD vorgegangen ist: Nicht nur ist die App intuitiv bedienbar, auch finden sich die Funktionen fast immer an den gleichen Stellen. Ist mal etwas an einer anderen Stelle als gewohnt, hat das seinen Grund. Hier funktioniert alles immer gleich – im Hoch- wie im Querformat.

Auch und gerade auf dem iPad ist es wichtig, Links speichern zu können. Osfoora HD bietet dem Nutzer nicht nur die Möglichkeit zum Verschicken von Tweets und Links per Mail, sondern auch das Speichern zum späteren Lesen sowohl in Instapaper als auch Read It Later – eine Wahl, die einem Twitterrific*, Twittelator* und auch Tweetdeck nicht lassen. Hier ist jeweils Instaper voreingestellt.
Umfangreiche Optionsmenüs findet man bei der Konkurrenz bisher auch nicht, Osfoora HD hat dieses sogar innerhalb der App, so dass man nicht den Umweg über die iPad-Einstellungen gehen muss.

Prima gelöst ist auch die Anzeige von Gesprächsverläufen: Sie öffnet sich in einem übersichtlichen Popup und profitiert zusätzlich von der ohnehin hohen Geschwindigkeit der App. So ist man schnell up to date.
Hinzu kommt der native Boxcar-Support für die Push Notifications (der mittlerweile auch für die iPhone-Variante gilt).
 

Was sollte noch verbessert werden?

Einer der Vorteile ist auch gleichzeitig ein Nachteil: Egal, ob Portrait- oder Landschaftsmodus: Osfoora HD verändert sich nicht. Die von vielen anderen Apps bekannte, an Mail erinnernde, Spaltenansicht im Querformat sucht man hier vergebens. Je nach Geschmack kann das ein größerer Negativpunkt sein.

Störend ist auch, dass sich beim Start immer der letzte ungelesene Tweet in der Detailansicht öffnet – und zwar ganz unabhängig davon, ob man sich jetzt speziell dafür interessiert oder nicht. Besser wäre es, die Timeline hätte den gesamten Platz des Displays zur Verfügung, bis man sich selbst entscheidet, einen Beitrag genauer anzusehen.

Wie bei der iPhone-Version muss man auch hier bemängeln, dass man Links und Fotos nicht direkt antippen kann, sondern erst in die Detailansicht eines Tweets wechseln muss – und das, obwohl aufgrund der fehlenden Spaltenansicht schon so viel Platz für die Tweets zur Verfügung steht.

Die Bedienung ist zwar intuitiv, aber vergleichsweise wenig innovativ. Alles bis auf das Scrollen funktioniert über einzelne Fingertipps, es gibt keine Aktionen, der per Wischgeste oder mit mehreren Fingern ausgeführt werden können oder müssen. Hier wurde die Einfachheit der Originalität vorgezogen.

Hinzu kommen noch einige Kleinigkeiten wie die fehlende Unterstützung für eigene URL-Shortener, kleinere Probleme bei der Übertragung von per Twitter aufgeschnappten Kontaktinfos ins Adressbuch oder die Tatsache, dass das Hinzufügen neuer Accounts nur im Hochformat funktioniert.
 

Fazit

Trotz der verschiedenen Mängel muss Osfoora HD attestiert werden, bisher zumindest der umfangreichste Twitter-Client im App Store zu sein. Für eine erste Version ist dem Entwickler die App extrem gut gelungen. Zu Gute halten muss man ihm außerdem, dass er ständig auf der Suche nach Feedback ist. Said Marouf hat bereits angekündigt, dass er Hinweise zu Fehlern in der und Problemen mit der App gern aufnimmt und auch Anfragen nach neuen Funktionen sammelt. Ein helles Theme ist beispielsweise bereits in Arbeit.
Bedenkt man, dass es sich um einen einzelnen Studenten handelt, der mit der Entwicklung beschäftigt ist, ist das schon eine respektable Leistung und es ist davon auszugehen, dass viele der Probleme in künftigen Versionen behoben werden. Für die bis hierher am einfachsten zu bedienende und eleganteste sowie umfangreichste Twitter-App im App Store gibt es daher zunächst vier von fünf Macs.

4/5Testurteil: 4/5 Macs
Bezeichnung: Osfoora HD for iPad*
Entwickler: Said Marouf
Preis: 2,99 €

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 6 Kommentar(e) bisher

  •  @alexf10 sagte am 9. Juni 2010:

    RT @Macnotes: Test: Osfoora HD – Twitter-Client für iPad http://macnot.es/41077

    Antworten 
  •  @iknrr sagte am 9. Juni 2010:

    RT @Macnotes: Test: Osfoora HD – Twitter-Client für iPad http://macnot.es/41077

    Antworten 
  •  tb sagte am 9. Juni 2010:

    Derzeit mein Client der Wahl auf dem iPad. :)

    Antworten 
  •  sebastian sagte am 9. Juni 2010:

    Ich nutze Osfoora seit längerer Zeit schon auf dem iPhone. Als ich mir das iPad zugelegt hatte, habe ich direkt nach der App gesucht. Vergeblich. Deswegen danke ich dir, dass du Osfoora hier erwähnst, sonst hätte ich wohl noch länger auf andere Clients ausweichen müssen.
    Wie der Zufall es so will sieht man in diesem Moment leider nur den blöden Wal auf der Startseite bei Twitter.
    App ist schon installiert und ich kann’s kaum erwarten Osfoora HD endlich testen zu können.
    Btw: Super Job den du / ihr da mach(s)t! Weiter so!

    Grüße vom Niederrhein,
    Sebi

    Antworten 
  •  Ralf sagte am 9. Juni 2010:

    Ich kann mit Osfoora nicht viel anfangen. Gut, das dunkle Theme ist Geschmacksache – aber der Platzverbrauch die rieseigen Schriften und Elemente ist doch sehr störend. Man hat durchgängig ds Gefühl, in einer App für schlecht sehende Menschen unterwegs zu sein. Durch die riesigen Flächen werden dann Pop-Ups notwendig, die sich schwarz über schwarz legen und damit das Design endgültig zerschießen.

    Von den Features her ist zwar alles da, ich kann jedoch nichts finden das Twittelator nicht ebenso oder gar besser hätte – das Urteil “komplettester Twitter-Client” scheint mir hier etwas subjektiv gefärbt. Was ich etwa an Twittelator genieße ist die ruhige, aufgeräumte Optik und Details, wie dass Bilder in Tweets gleich direkt in der Timeline angezeigt werden. Hier sind in Osfoora wieder mehrere Klicks notwendig um zum Bild zu kommen.

    Den großen Vorschaubereich oben empfinde ich ebenfalls als eher störend, eine seitliche Anordnung entfällt aufgrund der sinnlosen Tweet-Breite über das ganze Display. Ein Umschalten von Hoch- auf Querformat bringt – wie im Text beschrieben – rein gar nichts, die Queransicht ist nur noch absurder.

    Fazit: Ästhetisch und in der Bediehnung alles andere als ein Genuss.

    Antworten 
  •  Pottblogger sagte am 9. Juni 2010:

    Danke für den Testbericht – und für das Eingehen auf für einige Leute unwichtige Dinge, die mir persönlich aber wichtig sind.

    Werde vielleicht mal den Autoren kontaktieren – wenn bit.ly geht, müsste ein eigener Shortener auch recht einfach implementierbar sein.

    Antworten 

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