MACNOTES

Veröffentlicht am  17.06.10, 12:33 Uhr von  

Test: Mac mini Unibody 2,4GHz

Macmini 2010Einen Tag nach Verkaufsstart konnten wir den runderneuerten Unibody-Mac mini testen – der doch recht hochpreisige Kleinmac glänzt mit hoher Wohnzimmerkompatibilität und guter Integrationsmöglichkeit ins Multimedia-Center. Kurzfazit vorweg: wer das passende Anwendungsszenario für den neuen Mac mini hat, wird mit einem soliden Gerät bedient. Nur: wie sieht dieses Szenario aus?

 

Erste Eindrücke

[singlepic id=8249 w=225 float=left] Unseren Mac mini stellte freundlicherweise die Bochumer Filiale des mStore zur Verfügung – bereits beim Unboxing des Unibody-Mac mini wurde die gewohnt solide und transportsichere Verpackung gewürdigt. Im Folgenden geht es hauptsächlich um die inneren Werte – auch wenn (erwartungsgemäß) das gelungene, schlichte Design des kleinsten Desktop-Macs begeistert. Das deutlich verkleinerte Netzteil ist im Rechner selber untergebracht, wodurch die Stromzuführung “wohnzimmerkompatibler” wird – andere sprechen hier auch vom verbesserten “Woman Acceptance Factor”. Kurz gesagt: das Gerät ist auch verkabelt ein Schmuckstück.

Leichtere Wartungsmöglichkeiten sind durch die einfach abnehmbare Bodenplatte gegeben. Das Entstauben des Lüfters kann so schnell und nebenbei geschehen, der RAM-Wechsel ist vereinfacht, Festplattentausch ist etwas komplizierter, aber mit Hilfe zweier Minischraubenzieher ebenfalls vom Heim-Hardwareschrauber durchführbar, iFixit konnten das im Teardown bereits nachvollziehen. Notwendig scheint so ein Tausch nicht, dazu später mehr.
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Anschlüsse

[singlepic id=8247 w=225 float=right] HDMI und Mini Display Port liefern Grafikoutput, SD-Kartenleser und FireWire 800 binden externe Datenträger ein, hinzu kommen vier USB-Ports, die selbstredend die notwendige Output-Leistung bringen, um ein iPad zu laden. Gigabit-Ethernet ist selbstverständlich. Audio-Ein- und Ausgänge sind kombiniert optisch und digital ausgeführt, für die optische Ein- und Ausgabe braucht man einen Toslink-Adapter.

Das 8xSuperDrive vorn liest und schreibt CDs und DVDs der üblichen Formate – DVD±R, DVD±RW und Double Layer DVD±R. Unsichtbar an der Front ist der IR-Empfänger.
 

Inbetriebnahme

Der erste Abstrich in Sachen Wohnzimmerkompatibilität: der Powerbutton an der rechten hinteren Ecke des Mac mini ist für den Einsatz als Multimediarechner im Wohnzimmer nicht ganz optimal. Verkabelung hinten, Slot des optischen Laufwerks vorn dürfte die logischste “Aufstellvariante” im Home-Entertainment sein, und damit ist der Einschaltknopf schlecht erreichbar.

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Der erste Start geht dann wie gewohnt vor sich – Sprachauswahl, der unvermeidliche Willkommenstrailer, Einstellungen zu Region, Tastatur, Datenübertragung und WLAN, dann wird ein User angelegt und zu guter Letzt die Zeitzone eingestellt. Für die folgende Softwareaktualisierung sollte man besser eine schnelle drahtlose Verbindung oder gleich das LAN-Kabel angeschlossen haben, denn auch der eben erschienene Mac mini muss erst einmal auf Mac OS 10.6.4 gebracht werden.
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In Sachen iTunes war der Rechner anschließend leicht verwirrt, denn iTunes selbst meldet ein verfügbares Update, die Softwareaktualisierung wiederum findet keines. Was vermutlich am Launch von iTunes 9.2 gestern lag – heute meldete die Softwareaktualisierung anstandslos die iTunes 9.2-Verfügbarkeit und spielte das Update ein.
 

Benchmarks

Bevor weitere Software und tendenziell systembremsende Apps eingespielt wurden, machten wir die Benchmarks. Xbench lieferte ein Gesamterghebnis von 198.99 Punkten, die CPU alleine auf 169.57. Zum Vergleich: der 2009 getestete iMac 3,06GHz Core 2 Duo mit 4GB RAM kam auf 176 Punkte, das kleine 2,26 GHz Unibody MacBook deren 114. Das aktuelle MacBook Pro mit i5-Intelprozessor schlägt den kleinen Desktop-Mac erwartungsgemäß deutlich mit 285 Punkten.
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Cinebench kommt auf 1.30 Punkte, ein einzelner Prozessorkern der Core 2 Duo-CPU auf 0.71.
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Zahlen sind das eine, was das Gerät unter Last veranstaltet, ist das andere. Bringt man die Prozessorauslastung auf die 100%, spielt der Mac Mini die Apple-Stärken aus. Auch bei Dauerlast bleibt der Rechner leise. Das Gehäuse bleibt handwarm, der Lüfter erzeugt ein dezentes Rauschen, das hörbar ist, wenn man mit dem Ohr nah ans Gerät geht. Keine nervigen Heulfrequenzen hochdrehender Lüfter, stattdessen ein leises Kühlgeräusch, welches im Umgebungsgeräusch beim Filmgucken komplett untergeht. Auch von der Platte ist praktisch nichts zu hören – der Tausch gegen eine SSD ist auch für den gezielten Wohnzimmereinsatz überflüssig.
 

Praxiseinsatz

[singlepic id=8281 w=225 float=right] Wir hielten uns an den Multimedia/Wohnzimmereinsatz und hängten den Mac mini per HDMI-Ausgang ans Fernsehgerät. Korrekt erkannte Auflösung, gutes Bild: der kleine Mac ist für den TV-Einsatz durchaus prädestiniert. Spielt man Filme in 1080p-HD ab, laufen diese klaglos – nur sollte man neben dem Bildsignal auch den Ton an eine externe Quelle weitergeben. Der interne Lautsprecher des Mac mini ist gelinde gesagt ein Witz – tauglich für Systemmitteilungen, aber definitiv nicht für Film- oder Audiounterhaltung.

Nutzt man die Option zum Anschluss mehrerer Bildschirme, muss zunächst die Option zum Spiegeln der Bildinhalte in den Monitoreinstellungen deaktiviert werden, damit man einen echten Desktop über zwei Bildschirme bekommt. TV/Video und parallele Arbeitsplattform funktionieren im Vollbildmodus ebenso, der eingesetzte VLC-Player will in diesem Anwendungsfall noch eine deaktivierte “Bildschirme schwärzen”-Option, damit der Arbeitsmonitor auch bei Vollbildausgabe auf dem HDMI-TV benutzbar bleibt. Im Zwei-Monitor-Betrieb muss einer der Monitore selbstredend via Adapter an den HDMI-Anschluss, der andere an den Minidisplayport angeschlossen werden.
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Im Anwendungsfall mit 1080p und geöffnetem Safari bringt man nun aber auch die Grafik an ihre Grenzen – schon bei wenigen geöffneten Seiten beginnt die Videoausgabe neben dem Surfen zu ruckeln. Niedriger aufgelöste Videoinhalte laufen indessen auch beim Safari-Einsatz nebenher flüssig durch.
 

Fazit

Der neue Mac mini ist ein kleines Kraftpaket, das nicht nur wegen des geschrumpften Formats als Apple TV-Ersatz durchgeht. Auch sonst springt einen der Einsatz als Multimedia-Wohnzimmerrechner in vielen Beziehungen an. Die gängigen Einsatzmöglichkeiten bewältigt der Mini klaglos, auch im Gamingbereich macht der Performance-Zugewinn den Mini zur Option. Steam für Mac schafft hier weitere Attraktivität, auch hier stellt sich aber die Frage, ob man mit dem dann notwendigen Peripheriegerät – optimalerweise eben Bildschirm statt TV – den Stylefaktor fürs Wohnzimmer nicht wieder nachhaltig zerstört.

[singlepic id=8245 w=225 float=left] Als Arbeitsrechner macht der Mac mini ebenfalls eine gute Figur, nur werden sich hier viele potentielle Käufer die Frage stellen, ob man für 200 Euro mehr nicht gleich die mobile Option Macbook wählen sollte. Bei dieser fallen auch keine unvermeidlichen Zusatzkosten für Peripherie an – der Mac mini kommt “nur” mit HDMI/DVI-Adapter im Lieferumfang.

Die vier von fünf Macs gelten insofern nur für die Interessenten, die ihre ganz konkreten Gründe für den Kauf genau eines Mac minis haben. Der Mini positioniert sich mit viel Stil zwischen allen Stühlen. Die preisliche Nähe zum Macbook werden einige potentielle Käufer zum Schwanken bringen, und als dezenter bzw. schöner Heimserver ist der Mini zwar verbrauchs- und lautstärketechnisch zwar gut geeignet, aber schlicht und ergreifend auch recht teuer – ab 809 Euro ist man mit der Standardvariante dabei, die Serverversion ist ab 1.149 Euro zu haben.

4/5Testurteil: 4/5 Macs
Bezeichnung: Mac mini Unibody 2010
Hersteller: Apple
Preis: ab € 809,-

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 19 Kommentar(e) bisher

  •  Cedric sagte am 17. Juni 2010:

    Über 800 € für ein Multimedia-Gerät das zwar HDMI und Full HD beherrscht, aber kein 5.1 Digitalton ausgeben kann? Was für ein Reinfall…

    Antworten 
  •  Felix sagte am 17. Juni 2010:

    Wie kommt ihr darauf, dass es sich nur um Stereoausgänge handelt? In den Specs steht was von Multichannel Audio über HDMI. Und die optische Ausführung der Klinkenstecker, sollte ja SPDIF sein, ist sicher auch in der Lage digital einen Mehrkanalton an den passenden AV-Receiver zu übermitteln.

    Antworten 
  •  bono01 sagte am 17. Juni 2010:

    5.1 Ausgang dürfte doch in HDMI vorhanden sein. Wer eine 5.1 Anlage nutzt hat doch meist eh über HDMI den Verstärker angeschlossen.

    Antworten 
  •  Jim Panse sagte am 17. Juni 2010:

    Also die Aussage mit dem Audio ist nicht korrekt. Außerdem wie wäre es, wenn ihr mal auch Geekbench als Benchmark verwenden würdet? Es ist eines der besten Benchmarks auch zum direkten Vergleich zwischen Macs und PCs. Zudem kann man die Leistung in 32bit und 64bit testen.

    Ansonsten feines Geräte und danke für den schnellen Test! :)

    Antworten 
  •  rj sagte am 17. Juni 2010:

    Sorry fuer den fehler – ich hatte eigentlich gehofft, es waer schnell genug gefixt gewesen :)

    Antworten 
  •  bono01 sagte am 17. Juni 2010:

    Wieso vergleicht ihr eigentlich nicht den neuen Mini auch mit dem alten Modell was die Benchmarks angeht?

    Antworten 
  •  rj sagte am 17. Juni 2010:

    Vollkommen trivialer Grund: Wir haben keins rumstehen. :o/

    P.S., nachgetragen: Geekbench schauen wir gern das nächste mal an. Zugegeben, großer Freund von benchmarks bin ich nicht, ist *immer* so eine Sache mit der Aussagekraft, vor allem über Systemgrenzen weg.

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  •  Thorsten sagte am 17. Juni 2010:

    Mir fehlt für ein ernstzunehmendes Wohnzimmer-Multimediagerät ehrlich gesagt das Blu-ray-Laufwerk…

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  •  Felix sagte am 17. Juni 2010:

    Lassen sich Blu Rays überhaupt mit Mac OS X abspielen?

    Antworten 
  •  Cedric sagte am 17. Juni 2010:

    BR-Laufwerk hin oder her, OS X ist und bleibt keine Lösung für Mediacenter. Fehlende BD-Unterstützung, miserable Performance, kaum nützliche Zusatzprogramme für den Mediacenter wie unter Windows, etc.

    Nach 6 Monaten experimentieren mit Linux, Mac und Windows bin ich wieder da wo ich vorher war: Windows 7 MediaCenter + TotalMediaTheatre Pro und DVB-S2 Karte…

    Da könnte man höchstens nen Slot-In BD-Laufwerk in den Mac mini einbauen und ihn unter Windows betreiben – aber da gibt es preislich weitaus attraktivere Geräte auf ION-Basis.

    Antworten 
  •  robert sagte am 18. Juni 2010:

    Ich denke wer jetzt noch einen alten MacMini gekauft hat, hat Glück gehabt. Sicher nicht wegen der Ausstattung, aber den Preis.
    Apples Weigerung an BlueRay klingt fast so fad wie die für Flash bei iOs.
    Aber es wird wieder viel zu viele Käufer geben…
    Achja, guter Artikel, nur Steam am Mac ist zurzeit noch eher eine Witznummer.

    Antworten 
  •  Crockett sagte am 18. Juni 2010:

    Wer den alten MacMini gekauft hat, kann sich auch ein Blue Ray-Laufwerk nachrüstkit bestellen. Kostenpunkt allerdings um die 200USD.

    In dem neuen MacMini werden vermutlich die flacheren 9,5mm Laufwerke drin stecken!?? Diese bauhöhe gibt es noch nicht bei Blue Ray-Laufwerken. Bitte lasst es mich wissen, falls ich mich irre.

    Hier der Link zum Upgrade-Kit:
    http://www.amexdigital.com/Press_Release-E_BD-UG1%20Mac%20mini%20Blu-ray%20Drive%20Upgrade%20Kit.htm

    Ich würde mich sehr freuen, wenn Apple Blue Ray einführen würde. Die Problematik liegt vermute ich allerdings tatsächlich in der Bauhöhe der Laufwerke.

    Liebe Grüße
    Crockett

    Antworten 
  •  Jim Panse sagte am 18. Juni 2010:

    @rj, mit Geekbench bekommt man wenigstens aussagekräftige Ergebnisse und das zwischen Macs und PCs.

    @all: Ich möchte jetzt nicht nerven, aber es heisst immer noch BluRay!!

    Antworten 
  •  kg sagte am 18. Juni 2010:

    @Jim Panse ich muss dich leider korrigieren: Es heißt Blu-ray. ;)

    Antworten 
  •  Boedefeld sagte am 19. Juni 2010:

    Super schickes Gerät, Hardware ist okay, auch wenn es besser ginge, aber da ist ja wieder das Problem mit den Chipsätzen. Meiner Meinung nach hat Apple das gut hinbekommen mit dem Mini, wäre da nicht der Preis.
    Der ist meiner Meinung nach deutlich zu hoch angesetzt.

    Antworten 
  •  Rubberbandman sagte am 19. Juni 2010:

    wenn man bedenkt, dass ich letztes Jahr am “Black Friday” für meinen “kleinen” MacMini mit 4GB Arbeitsspeicher, Apple Alu-Tastatur, HP Drucker, 3 Jahre erweiterte Garantie und noch oben drauf nen iPod Nano 5G für 549 EUR bekommen habe, dann ist der Preis schon echt happig, aber das kennt man ja von Apple.
    Ebenfalls für mich nicht nachvollziehbar, warum Apple an dem Core 2 Duo festhält. Mit nem i5 wäre der Mac Mini für die 800 EUR besser aufgestellt und Preis/Leistungs/Design mäßig wieder sehr attraktiv für mich und wahrscheinlich auch viele andere geworden. Nun muss mein Mac Mini noch ne weile halten, bis der MacMini nen Vierkerner spendiert bekommt… bis dato Mac Mini “BIG” 4 President :)

    Antworten 
    •  kg sagte am 20. Juni 2010:

      @rubberbandman Apple nutzt den i5 nicht, weil sie ansonsten auf die integrierte Intel-Grafik zurückfallen müssten, aus lizenzrechtlichen Gründen. Mit Core2Duo und Nvidia-Grafik hat der Rechner immer noch mehr Leistung als mit i5 ohne zusätzliche Grafikkarte. Ist genau wie beim MacBook vor kurzem.

      Antworten 
  •  Meier sagte am 24. August 2010:

    Doch fehlt zu der Hardware derzeit noch eine entsprechende Garfikkarte auf dem Markt. Mit den Lizenzen dürfte es keine Probleme geben, da diese schon bei den MacPro vorhanden sind.

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  •  Andreas sagte am 12. Dezember 2010:

    Ich denke, trotz der bis jetzt eher nicht so berauschenden Kritiken, dass der neue Mac mini wieder einmal eine sehr runde Sache geworden, klar ist es ein stolzer Preis für einen ” Wohnzimmer-Mac”, aber mal ehrlich unter dem TV ist das einfach genial, ich meine schnell seine Mails checken, in iTunes paar Lieder für die “Hausparty” laden, und am morgen nach der Party die Bilder von der Nacht bearbeiten und nen coolen Film daraus machen und “Hangover-like” seine Kumpels schocken

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        1. Mac mini Unibody: Probleme beim Festplattentausch möglich am 18. Juni 2010
        2. Kolumne: iPad-Allerlei am 19. Juni 2010
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