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Veröffentlicht am  6.07.10, 11:43 Uhr von  kg

Plattformgeschlossenheit: EU-Kommission plant rechtliche Schritte gegen Apple, Microsoft und andere

App StoreDie EU prüft derzeit Schritte gegen Apple und könnte dafür sorgen, dass Apple zumindest in der Europäischen Union seine Softwarebedingungen ändern muss – Microsoft wurde aus ähnlichen Gründen bereits zu einer Strafe von 4,1 Milliarden Dollar verdonnert.

Sowohl in China als auch in Europa stehen Apple Probleme ins Haus: Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, wünscht sich eine genauere Überprüfung der Kompatibilität verschiedener mobilen Betriebssysteme, darunter auch das iPhone. Der App Store wurde von Kroes als ausdrückliches Beispiel genannt – da es sich um eine geschlossene Infrastruktur handelt, in der andere Anbieter keine bzw. nur geringe Chancen eingeräumt werden. Auf der sogenannten “Digitalen Agenda” der EU steht unter anderem das Ziel, neu zu definieren, in welche Kartellfallen Firmen tappen können. Darunter fällt unter anderem auch die Frage der Marktposition: “Weil nicht alle wegweisenden Technologien auf Standards basieren, können die Vorteile einer Interoperabilität verloren gehen- Die Kommission wird untersuchen, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um signifikante Marktteilnehmer dazu zu bringen, Interoperabilitsinformationen zu lizensieren, um gleichzeitig Innovation und Wettbewerb zu begünstigen.”

Kroes’ Ansicht: Marktbeherrschende Unternehmen sollen nicht einfach entscheiden können, eine Interoperabilität zu untersagen. Es gehe dabei nicht um eine spezielle Firma, sondern um alle Hersteller: Der Konsument soll die Wahl haben, wenn es um Software oder Hardware geht. Genau dies könnte Apple in einigen Bereichen zusetzen: Im App Store haben Apps keine Chance, die über Portierungsumgebungen erstellt wurden, dies gilt unter anderem für Flash-Anwendungen, die mittels weniger Klicks zu iPhone-Apps gemacht werden können. Diesen Fall untersucht nicht übrigens nicht nur die EU, sondern auch die US-Handelskommission FTC. Sollte die EU mit den Forderungen durchkommen, könnte Apple bald dazu gezwungen werden, Apps, die nicht in Xcode geschrieben wurden zu akzeptieren und für den Verkauf im Store freizugeben.

Die EU hat vor einigen Monaten bereits erfolgreich Microsoft dafür abgestraft, dass der Internet Explorer als Standardbrowser unter Windows installiert wird, seit kurzem bekommt der Nutzer deshalb bei der Windows-Installation die Option, zwischen 5 verschiedenen Browsern zu wählen.

[via rethink]

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 9 Kommentar(e) bisher

  •  Andy sagte am 6. Juli 2010:

    Also ich finde das total daneben. Wir reden hier ja nicht vom Gemüse- und Obstmarkt, wo die Produkte die gleichen sind, aber nur ein Verkäufer zum Zug kommt, weil er einfach jeden Gemüselieferanten, der ihm über den Weg kommt aufkauft o.ä..

    Ohne Apple gäbe es die Platform / Dienstleistung AppStore überhaupt nicht, Apple hat darin viel investiert und Apple steht für alles grade was dort passiert – also kann Apple verdammt noch Mal auch die Konditionen für seine Dienstleistung festlegen, wie es ihnen recht ist (solange nicht gegen geltendes Recht, etc. verstoßen wird).

    Bezüglich letzterem ist hier sicherlich zu Prüfen, ob ein Verstoß gegen das Kartellrecht vorliegt. Nach billigem ermessen Offenlegung und Öffnung zu erzwingen, steht jedoch meiner Meinung niemandem zu.

    Und was bei populistischen Aktionen am Ende rauskommt wissen wir in Deutschland ja langsam nur zu gut.

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  •  egoist sagte am 6. Juli 2010:

    na…darum gehts doch… solange nicht gegen geltendes Recht, etc. verstoßen wird!!!

    Ich bin ein alter Flasher und hätte es mir schon zugetraut ein APP nach meinen bedürfnissen zu schreiben… um nochmal x-code draufzusatteln fühle ich mich zu alt und zu “off-Topic”, bin schließlich PT/Heilpraktiker und kein Coder. Aber meine Flash-Jugend hat spuren hinterlassen, Resourcen-Fresser hin oder her, ich kanns.

    Und was rauskommt sind so tolle Sachen wie PearC etc. – WhyNot???

    Warum wird eigentlich nur MS gezwungen, wieso ist auf OS10 “nur” der Safari drauf, wieso nicht den Zwang wie bei MS?! Bei mir dümpelt der Safari auch nur so vor sich hin und FF raucht die Seiten ab.

    Gleiches Recht für alle?! Klärt mich auf…

    Im APP-Store ist so viel Müll, das kann man auch mit 3rd-party-Software erstellen, ohne dem x-code wehzutun. Und die Win-Coder hätten auch wieder etwas mehr Spaß und müssten nicht OSx86ern oder gar auf original-Mac-OS-Hardware “umsteigen”.

    Weltoffene und freundliche Standards sehen anders aus….

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  •  Sisko sagte am 6. Juli 2010:

    @ egoist:
    Microsoft wurde doch nicht gezwungen andere Browser selbst zu liefern und zu installieren. Warum sollte also Apple bei OS X andere Browser liefern?

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  •  brian sagte am 6. Juli 2010:

    mehr druck auf apple bzw alle großen corps. ist immer gut für die enduser!

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  •  Diesel sagte am 6. Juli 2010:

    Gut Ding braucht Weile ;-) – EIgentlich schon zu spät ;-0

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  •  kpa sagte am 6. Juli 2010:

    @Sisko

    Natürlich wurde MS dazu gezwungen. Bei Windows 7 wird man nach der Installation gefragt, welchen Browser man installieren möchte. Wählt man einen anderen als IE, dann wird nur dieser andere Browser installiert, z.B. auch der Safari.

    Ich begrüsse es sehr, dass die EU hier was unternehmen möchte. Mich nervt die Bindung an den AppStore sehr und ist auch Grund, dass ich mir unter diesen Bedingungen kein neues iPhone mehr kaufen werde.
    Das iPhone könnte so schön sein:
    - Alle Html-Seiten inkl. Flash
    - Firefox mobile
    - auch Java wäre möglich und damit auch freie Wahl der Entwicklerwerkzeuge
    - Syncing over WLAN wäre bestimmt schon längst gelöst
    - …

    Bisher hat sich immer gezeigt, dass Konkurrenz die Auswahl erhöht. Ich möchte nicht, dass Apple für mich eine “Qualitätskontrolle” durchführt – das traue ich mir alleine zu.

    In diesem Sinne, Daumen hoch für die EU-Kommision, lasst sie bluten wie einst Microsoft :-)

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  •  Sisko sagte am 6. Juli 2010:

    @ kpa
    Aber die anderen Browser sind bei Microsoft auch nicht “drauf”, sie müssen auch erst runter geladen werden und werden dann installiert.
    Sie werden nicht von Microsoft mitgeliefert.

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  •  kpa sagte am 6. Juli 2010:

    @Sisko

    Das ist aber auch überhaupt nicht entscheidend, ob der andere Browser erst heruntergeladen werden muss. Entscheidend ist, dass nach einem Klick der Download und die Installation des anderen Browsers gestartet wird – und der IE deaktiviert wird.

    Bei einer MacOS-Installation ist der erste Schritt nach der Installation auch das Herunterladen des letzten Updates, ein alternativer Browser mehr würde da nicht ins Gewicht fallen.

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  •  egoist sagte am 7. Juli 2010:

    RICHTIG. Genau das ist mir auch aufgefallen… WIN7 muß dem User die Browserwahl überlassen. OSX bietet mir keine Auswahl und Safari ist vorinstalliert.

    Wo ist nun der Unterschied??? Warum darf MS nicht den selben weg gehen. IE vorinstalliert und der mündige User entscheidet selbst welche Browser sonst noch laufen.

    Und bitte erzählt mir nicht man kann angebissenen Apfel und Microdoof nicht vergleichen….

    Wenn man nun die App-Store manipulation (Beitrag von Heute in News) miteinbezieht, wird die Frage nach der Sicherheit eines geschlossenen APP-Stores deutlich in Frage gestellt.

    Hallo Apple, mein Opa hat schon gesagt: Alles was nur aus nullen und einsen besteht ist kopierbar/manipulierbar = NICHT sicher… never!!!

    little-off-topic:

    Ich bin seit 10 Jahren (zusätzlich) Tablet-PC-User… mit WIN-XP jetzt WIN7… Leute, ganz ehrlich… dieser iPad hype überzeugt mich nicht, wenn die Hersteller mutiger gewesen wären hätten wir heute die bunteste iPad-Vielfalt die Ihr euch vorstellen könnt. Native “richtige” Betriebssysteme, tolle Performance usw. aber leider hat das alles 10 Jahre im Dornröschenschlaf verharrt. Hallo Hersteller: Gebt doch mal Gas, dann kann Apple schleunigst sein iPad2 auf den Markt schleudern (jetzt RICHTIG!) und die iPad-Rest-Posten nach Bangladesch verschenken. my2cents

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