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Veröffentlicht am  17.07.10, 10:46 Uhr von  cs

iRig – Das iPhone als Gitarrenverstärker

IK Multimedia bietet mit dem iRig Gitarristen und Bassisten die Möglichkeit, das iPhone als Übungsverstärker zu benutzen. Hinter iRig verbirgt sich ein Adapter, der es ermöglicht Gitarren oder Bässe direkt an das iPhone anzuschließen. Die passende App AmpliTube sorgt für die entsprechenden Effekt- und Amp-Simulationen. Wie sich diese Kombination in der Praxis schlägt, und ob das iPhone oder ein iPod touch tatsächlich als Übungsverstärker dienen kann, das soll unser ausführlicher Test zeigen.

Lieferumfang

iRig wird ein einer schlichten Verpackung ausgeliefert. Zum Glück wurde hier auf eine Blisterverpackung verzichtet, sodass man ohne Verletzungen und Schere an die Hardware herankommt. Dem iRig liegt eine kurze Anleitung bei, die jedoch nicht wirklich von Nöten ist, beschränkt sich die notwendige Hardware-Installation doch auf das Einstecken des iRig in das iPhone und dem Anschließen eines Kopfhörers an dem iRig.

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Hardware

Die Hardware ist schlicht. Die 6,3mm-Klinkenbuchse zum Anschließen einer Gitarre macht den Löwenanteil in Sachen Abmessung aus. Ein schlichtes Kabel mit 3,5mm-Klinke dient auf der gegenüberliegenden Seite zum Anschluss an das iPhone. Im iRig selbst ist noch ein Kopfhörerausgang angebracht. Die Ein- und Ausgänge sind alle so platziert, dass die Kabel sich möglichst wenig in den Weg kommen und der Platzbedarf am iRig optimal genutzt wird. So ist der Kopfhörerausgang auf der gleichen Seite wie das Kabel zur Verbindung zum iPhone zu finden.

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Inbetriebnahme

Die hardwareseitige Inbetriebnahme ist ein Kinderspiel. iRig an das iPhone anschließen, Gitarrenkabel und Kopfhörer in iRig – fertig. Hierbei fällt auf, dass das Gewicht eines Gitarrenkabels ziemlich am iPhone zieht. Man muss also auf eine sichere Unterlage achten, damit das Gerät nicht auf den Boden fallen kann.

 

AmpliTube

Natürlich ist iRig nicht ohne eine entsprechende App sinnvoll zu verwenden. IK Multimedia bietet hierzu im App Store AmpliTube an. AmpliTube ist ein Verstärker- und Effekt-Simulator für iOS. Es gibt drei verschiedene Versionen, die sich in Umfang und Preis unterscheiden: AmpliTube Free, AmpliTube LE und AmpliTube Full. Die Free- und LE-Version kommen jeweils mit reduzierten Verstärkern und Effekten, die sich über In-App-Purchase zukaufen lassen. In der Full-Version sind alle enthalten. Die LE-Version kostet 2,39 Euro und die Full-Version kostet 15,99 Euro. Weitere Effekte kosten 2,39 Euro.

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Mit AmpliTube kann ein beliebiges Rig aus drei beliebigen Effektsimulationen, einem Verstärker, einer Lautsprecher- und einer Mikrofonsimulation zusammengestellt werden. Es stehen nützliche Tools wie ein Stimmgerät und ein Metronom zu Verfügung. Die verfügbaren Effekte gehen von einem Flanger über Overdrive und Fuzz, bis hin zu einem WahWah-Pedal. Jeder Effekt stellt ein virtuelles Abbild der “realen” Effekte dar. Die Drehknöpfe sind alle bedienbar. Wem das zu hakelig ist, der kann für jeden Drehknopf nach antippen auf der linken Seite den Ausschlag anhand einer Art Schieberegler bedienen. Jedes Effektpedal kann an- und ausgeschaltet werden. Das Interface ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet, alle LEDs, Knöpfe und Schalter können bedient werden. Die Effektsimulationen sind alle authentisch und klingen wirklich gut. Hier merkt man die langjährige Erfahrung von IK Multimedia auf diesem Gebiet. Besonders schön, wenn auch nicht wirklich nutzbar, ist die Möglichkeit das WahWah-Pedal durch die Neigung des iPhones anzusteuern. Doch ob jemand das iPhone auf eine Wippe legt und dann mit Füßen bedienen wird, ist fraglich.

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Die Verstärkersimulationen bieten jeweils die typischen Einstellmöglichkeiten. Hierbei sind die Verstärker bereits grob in Kategorien unterteilt. So gibt es Crunch, Metal, Clean oder auch eine Simulation eines Bass-Verstärkers. Die Bedienung ist ebenso einfach wie bei den Effekten. Alle Drehregler sind bedienbar und Einstellungen wie Gain, Volume, Bass, Mitte usw. können alternativ über den Schieberegler am rechten Rand vorgenommen werden. Zu einem Verstärker kann eine beliebige Lautsprecherbox gewählt werden. Typische Boxen, wie 2×12″ oder 4×12″ stehen zur Verfügung. Die Auswahl der beiden zur Verfügung stehenden Mikrofone erfolgt durch einfachen Tap auf das dargestellte Mikrofon. Der Klang der Verstärker ist individuell und jeder verschiedene Typ hat seine eigene Charakteristik. Beispielsweise ist die Übersteuerung des Crunch-Verstärker sehr schön regelbar und die Clean-Simulation gut definiert und klar.

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Um ein Setup zu speichern und später wieder verwenden zu können, stehen 36 Speicherbänke, sogenannte Presets, zur Verfügung. Leider sind diese lediglich von 1 bis 36 durchnummeriert, eigene Bezeichnungen können nicht hinterlegt werden.

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Ein besonderes Feature von AmpliTube ist die Möglichkeit zu Songs mitzuspielen. Die Songs müssen jedoch in die Anwendung importiert werden. AmpliTube bietet keine Möglichkeit, auf die bereits auf dem Gerät vorhandenen Songs zuzugreifen. Die Songs müssen von einem Rechner im gleichen Netz importiert werden. Durch die App wird hierfür ein Webserver zur Verfügung gestellt, mit dessen Hilfe per Web-Browser die gewünschten Songs hochgeladen werden können. Nach erfolgtem Import kann der Song abgespielt und dazu mitgespielt werden. Will man komplizierte Passagen wieder und wieder üben, kann die Loop-Funktion auch für A/B-Loops verwendet werden.

 

Fazit

iRig ist für Musiker in Verbindung mit AmpliTube ein großartiger Übungsverstärker. Die Möglichkeit schnell und bequem verschiedend Amps, Effekte und Lautsprechersimulation zu verwenden macht das Spielen zu einem Vergnügen. Das Mitspielen zu anderen Musikstücken ist wirklich gelungen. Zu einem Blues improvisieren, einen Coversong üben oder einfach nur mit seinem Lieblingssong jammen – jederzeit möglich. Man kann seinen Übungsverstärker ab sofort immer dabei haben, sogar mehr noch: Ein komplettes Rig für die Hosentasche.

Der Gesamtpreis von ca. 50,- Euro für die Vollversion von AmpliTube und iRig ist im ersten Moment nicht günstig, aber sein Geld wert. Die absolute Krönung wäre die Möglichkeit, Spuren einzuspielen/aufzunehmen. Doch auch ohne ist die Kombination 5 von 5 Macs wert. Wer wirklich aufnehmen möchte, kann immer noch über den Kopfhörerausgang in einen Rechner oder Mischpult gehen und damit aufnehmen.

5/5Testurteil: 5/5 Macs
Bezeichnung: iRig
Hersteller: IK Multimedia
Preis: 29,99 Euro

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 16 Kommentar(e) bisher

  •  pete sagte am 11. Februar 2011:

    FRAGE:
    Hallo zusammen,
    kann man mit der Kombination Irig und Ipad auch eine Akustkgitarre mit Tonabnehmer anschliessen, oder funktioniert dies nur mit E-Gitarren?

    Grüsse

    Antworten 
  •  cs sagte am 11. Februar 2011:

    @Pete: Gute Frage. Ein Piezo-Abnehmer hat eine andere Impedanz. Aber ich denke das sollte gehen. Ich werde es mal zu Hause testen und mitteilen, in wie fern es Probleme oder Übersteuerung etc gibt.

    Antworten 
  •  Rockstar sagte am 21. September 2011:

    Hey Rockstars, bin neu auf das “iPhone / iRig-Gebiet” eine Frage habe ich… Ich habe mir das Amplitube Free runtergeladen, es funktionierte wunderbar bis ich an den Effekteneinstellung rumgespielt habe. Jetzt kann ich die Effekte (Noise Filter- Delay- Distortion) garnicht mehr benutzen nachdem ich sie mit EMPITY einmal entfernt habe…Ich meine ich kann die Effekte immer wieder aufrufen wenn oben an der Leiste klicke aber am Sound ändert sich garnichts, trotzdem wie auf Bypass…Hilfe ich möchte weter rocken!!!

    Antworten 
  •  julian sagte am 19. Juni 2012:

    coole sache, kann man das irig auch einfach an den verstärker nur als phones quasi anstecken?

    Antworten 
  •  Sophie sagte am 20. Dezember 2014:

    Hallo,
    habe mir das iRig gekauft, AmpliTubeFree auf dem Iphone installiert. E-Gitarre und Kopfhörer angeschlossen.
    Leider funktioniert es nicht. D.h. ich höre die E-Gitarre nicht über Kopfhörer (auch nicht über Iphone Lautsprecher). Das Metronom der App kommt jedoch über Kopfhörer / Lautsprecher an. Was kann die Ursache sein? Support konnte nicht weiterhelfen.

    Antworten 
    •  Alexander Trust sagte am 21. Dezember 2014:

      Sorry, ich selbst hab das Produkt nicht getestet. Aber ich hab in der Kürze im Netz zwei Hinweise gefunden:

      1. Versuch mal den Solo-Tap bei Drums abszustellen. Das hat wohl manchen Leuten geholfen.
      2. Anderen zufolge verliert die App durchaus mal die Verbindung und Einstellungen. Ein Löschen und eine Neuinstallation würde helfen.

      Grundsätzlich zeigt mir Google, dass Du mit deinem Problem nicht alleine zu sein scheinst, wenngleich Leute das auch schon 2011 gehabt haben. Nur offenbar ist das nicht so Plug and Play, wie man hofft.

      Antworten 

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