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Veröffentlicht am  30.07.10, 16:36 Uhr von  

Camera Connection Kit für iPad: Es macht, was es soll

iPad Camera Connection KitUnd das ist nicht viel. Das Camera Connection Kit für iPad ermöglicht das Importieren von Bildern und noch ein paar Formaten aufs iPad – wahlweise über USB-Anschluss oder direkt von der SD-Karte. Andere Formate (und andere Geräte) werden von dem Adapter weitgehend ignoriert. Wer nur Fotos aufs iPad schaufeln will, wird das Kit brauchen. Für alle anderen ist neben der langen Lieferdauer die Beschränktheit der Adapterlösung schlicht ärgerlich.

Man wird es bemerkt haben: meiner persönlichen Ansicht nach ist das Camera Connection Kit eine der Unverschämtheiten, die sich Apple eben leisten kann, und angesichts dessen entsteht dieser Text nicht mit der gewissen Distanz, die sonst üblich oder möglicherweise auch notwendig ist. Im Nachhinein scheint es schwer vorstellbar, dass bei eBay Wucherpreise für die beiden iPad-Adapter gezahlt wurden. Knapp 30 Euro kosten die beiden Adapter fürs iPad offiziell in Deutschland, die Lieferzeit wird von Apple aktuell mit “2-3 Wochen” angegeben. Das heute hier angekommene Kit wurde vor etwas über 5 Wochen bestellt.
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Zum Einsatz. Apple-Inzucht leicht gemacht: naheliegenderweise schlossen wir zuerst ein iPhone via Dockingkabel und USB-Connector ans iPad an. Eine automatische Erkennung macht das iPad in dem Fall nicht: erst, wenn man das iPhone nach dem Einstecken auch anschaltet, springt die Foto-App an und bietet den Import der iPhone-Bilder an.
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Den Weg in die andere Richtung sieht Apple nicht vor: das iPhone meldet ungerührt das nicht unterstützte Zubehör. Nun ja, erwartbar.

Dieselbe Bilderimportfunktion wird beim Ankoppeln einer SD-Karte gestartet, auch hier läuft der Import reibungslos vonstatten. Auch ein Videofile wurde so mitimportiert, welches dann auch aus der Foto-App heraus abgespielt werden konnte.
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Was natürlich neugierig macht, wie weit man das Gerät zum Import beliebiger Dateien verwenden könnte. Wir befüllten einen USB-Stick mit Bildern, einem Quicktime-Film, einem .epub-Buch, ein paar .mp3-Files sowie einem .MKV-Movie. Letzterer wurde erwartungsgemäß völlig ignoriert, die anderen Files eher unerwartetermaßen auch.

Des Rätsels Lösung: Das iPad schaut nur in den DCIM-Ordner des angeschlossenen Datenträgers. Flugs alles dorthinkopiert – das anschließende Ergebnis war besser, aber nicht gut. .mov und Bilddateien werden angezeigt, importiert und von der Foto-App wiedergegeben. MP3 wird in die Foto-App (!) importiert, aber nicht abgespielt. Die anderen Fileformate werden gepflegt ignoriert. Überflüssig zu sagen, dass die Movie-Files nicht unter der Video-App zur Verfügung stehen, ebensowenig die mp3-Files im iPod. Das alles mag nicht die Schuld des Camera Connection Kits selbst sein – es zeigt aber auf überdeutliche Weise, wie drastisch Apple Funktionen kastriert, wenn man in Cupertino der Ansicht ist, das müsse so sein. Es bleibt zu hoffen, dass die Jailbreaker hier was ändern.
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Wie gesagt: der verärgerte Text an dieser Stelle sollte nicht dahingehend missverstanden werden, dass das Camera Connection Kit nicht das leiste, was es soll. Es ist nur hart an der Grenze des Hinnehmbaren, wenn ein Adapter 30 Euro kostet, der bei einem Premium-Gerät eine Funktion (weniger umfangreich) nachrüstet, die andere Geräte völlig selbstverständlich von Haus aus in leistungsfähigerer Version mitbringen. Die äußerst willkürliche Beschränkung des Imports auf bestimmte Formate tut ihr übriges. Apple versteht mich gelegentlich zu begeistern und gelegentlich zu verärgern, in ganz wenigen Fällen machen sie mich schlicht fassungslos.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 19 Kommentar(e) bisher

  •  rj sagte am 30. Juli 2010:

    *haarespaltermodus* “Objektive Fan-Berichte” gibts per se nicht ;) */haarespaltermodus*

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  •  Fussal93 sagte am 30. Juli 2010:

    er erkennt alle meine fotodateien von meiner kamera und meinem iphone, daher kann ich mich nicht beklagen:)

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  •  Florian sagte am 30. Juli 2010:

    Ich finde das Camera Connection Kit super praktisch, da ich mein iPad so als Foto-Speicher benutzen kann. Wenn ich auf Reisen gehe, kann ich mir so schnell die Fotos von meiner Kamera in groß anschauen, unnötige Bilder löschen und auf dem iPad verwalten. – Ich spare mir so viele SD-Karten und da ich mein iPad eh immer dabei habe, ist das Connection Kit super :)

    Man kann sogar das iPhone an das iPad anschließen.

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  •  Nils sagte am 30. Juli 2010:

    Auch wenn das Camera Connection Kit insgesamt recht gut funktioniert und ziemlich genau das tut, wofür ich es haben wollte, sind mir doch beim ersten – zugegeben – oberflächlichen Testen zwei kleine Schönheitsfehler aufgefallen:

    Nicht alle Kameras werden erkannt. Insbesondere “ältere” Geräte wie z.B. eine Canon 350D werden per USB-Kabel nicht erkannt, was in dem Fall besonders ärgerlich ist, da diese Kamera eine CompactFlash-Karte verwendet. Da wird wohl langfristig nur ein SD-in-CF-Adapter und viele neue SD-Karten helfen.

    Und, was mich besonders gewundert hat, einem iPhone 3G mit iOS 4.0 ließen sich auch keine Bilder entlocken. Auch Ein- und Ausschalten wie oben beschrieben hilft nicht. Sehr schade! Aber vielleicht gehts ja demnächst doch irgendwie…

    Insgesamt positiv ist jedoch, dass – wenn es funktioniert – der Import flüssig und recht zügig verläuft und sogar RAW-Bilder so importiert werden, dass sie von den gängigen Programmen aus der Bildergalerie heraus geladen werden können.

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  •  oetze sagte am 30. Juli 2010:

    hmm, erstmal schöner artikel, jedoch würde ich mir wünschen, das “der name programm wäre”. heisst also das ich eine beliebige kamera (auch web-/videocams) anschließen kann und dann eben dieses in einer app sehen und eventuell sogar mitschneiden könnte. das wär der hammer aber da dies nicht im interesse apples liegt, müssen wir wohl auf das nächste ipad mit kamera warten – oder jb

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  •  rj sagte am 31. Juli 2010:

    Jochen: es steht ja auch genau so bereits in der Überschrift :)

    Aber im Ernst – diese halbgare Geschichte regt ich wirklich nur auf. Was soll das, dass ich ein mp3-File via Connection Kit in den Bilderordner verfrachten, aber nicht abspielen kann? Warum brauch ich überhaupt sowas, um ein simples USB-Speichergerät anschließen zu können? Klar, Apple *will nicht*, dass man externe USB-Speichermedien ans ipad anschließen kann. Aber dass das einfach nur ne Kastration ist, ne willkürliche Einschränkung, das wird spätestens mit dem Kit eben überdeutlich.

    Wenn dann noch der Verzicht auf nen Karten-Speicherslot damit erklärt wird, dass es ja “einfacher” sei, wenn es keine Verwechslungsgefahr zwischen Dock-Port und SD-Kartenslot oder was auch immer gibt… spätestens beim Chaos, was ich jetzt wie rum via Kit anschliessen kan und was nicht und was dann aus nicht nachvollziehbaren Gründen *einfach nicht geht*, ob nun kabelverbindungs-, import- oder abspieltechnisch, das ist einfach nur noch Quatsch.Es *könnte* nämlich problemlos gehen.

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  •  rj sagte am 31. Juli 2010:

    tinbert: ja. iPhone-Videos nimmts mit rüber. Hier auch exakt so nachvollzogen worden.

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  •  tinbert sagte am 31. Juli 2010:

    Ich hätte mit meinem Kommentar warten sollen – eben brachte mir die Post mein Connection Kit :)
    @Nils: wenn du die Canon in den PTP/Print-Modus bringst, wird sie problemlos erkannt und die Bilder können importert/gelöscht werden.

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  •  Thorsten sagte am 31. Juli 2010:

    Hmmm … also ich sehe die Sache nicht so kritisch. Ich habe einen Camera Connector bestellt und geliefert bekeommen. Er macht genanu das, was er soll. Er erleichtert den Arbeitsfluss erheblich, weil ich direkt eine Kamera anschließen kann.

    Ich sehe diese Lösung sogar ganz im Gegenteil zum Artikel mit viel Hoffnung: Wir haben nun einen direkten USB-Anschluß am iPad – der Rest ist ausschließlich (!!!) eine Software-Frage. Somit können wir nun hoffen, dass mit iOS 4 oder 5 entsprechend neue Möglichkeiten freigegeben werden.

    Ich mein, man darf auch nicht vergessen, dass iOS 3.x quasi Version 1.0 für das iPad ist. Dafür läuft alles erstaunlich fehlerfrei und gut. Apple hatte ja nun nicht ewig Zeit mit der Feetigstellung dieser Version.

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  •  XPert sagte am 31. Juli 2010:

    “Ich mein, man darf auch nicht vergessen, dass iOS 3.x quasi Version 1.0 für das iPad ist. Dafür läuft alles erstaunlich fehlerfrei und gut. Apple hatte ja nun nicht ewig Zeit mit der Feetigstellung dieser Version.”

    Na wenn man den Kunden so leicht zufriedenstellen kann hat Apple ja endlich gewonnen. Wahnsinn! Ein Gerät funktioniert (halbwegs) obwohl es noch die erste Version ist. Juhu. :D

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  •  DerPicknicker sagte am 31. Juli 2010:

    Da es bis jetzt noch keine Kaufpflicht für das iPad oder andere Apple-Geräte gibt, verstehe ich den Beitrag sowie das Rumweinen in einigen Kommentaren nicht.
    Was das Gerät kann und nicht kann war jedem bekannt, das Kit macht, wofür es beworben wurde … wo genau ist jetzt das Problem?

    Und wenn es nicht passt, kann man sich ja so ein Plastik-Netbook kaufen. Aber wahrscheinlich wird man dort wieder über andere Sachen rummäkeln.

    Dieser Blog-Beitrag war aus meiner Sicht ungewohnt unnötig.

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  •  Jim sagte am 1. August 2010:

    Irgendwie wußte ich bisher nicht, dass Kritik neuerdings in Deutschland verboten ist. Selbstverständlich darf man doch ein Produkt kritisieren. Nach der obigen Argumentation wäre ja jegliche Kritik an einem Produkt überflüssig, wenn der Verkäufer vorher einfach ein paar Funktionen explizit benennt. “Alles andere war dann eben nicht vorgesehen, was kritisiert Ihr denn dann rum”.

    Unverständlich, wie leicht sich manche doch gängeln lassen. Außerdem: Es gibt in der Computerwelt bestimmte Funktionen, die man bei bestimmten Geräten, Anschlüssen, Adaptern etc. einfach vorraussetzen darf. Mal ein Beispiel: Wenn mein iPod einen Kopfhöreranschluss hat, darf ich doch annehmen, dass ich dort Kopfhörer, Lautsprecher, Stereoanlage etc. anschließen darf, also alles, was einen Klinkenstecker hat. Oder muss ich mich erst schlau machen, ob Kopfhörermodell XYZ funktioniert und Apple vielleicht Modell ABC nicht unterstützt!? Und die Stereoanlage oder das Autoradio funktioniert schon gar nicht.

    So sehe ich das mit USB auch. Wenn das Ding importieren kann, ist es mir egal, wie es heißt: Es hat eine USB-Buchse und schafft Daten ins iPad. Fertig, aus.

    Was sollen da irgendwelche Beschränkungen? Viren, Schadprogramme, böse Jailbreak-Apps etc.? Den ganzen Teufelskram bekomme ich auch über iTunes ins iPad rein.

    Ich war mal richtiger Apple-Fan (kein Fanboy), inzwischen wird mir die Firma leider immer unsympatischer. Schade eigentlich, denn die Produkte sind im Prinzip ok. Aber Apple macht es einem momentan sehr leicht, sich von ihnen abzuwenden: Fehler, Probleme, Preiserhöhungen, Reglementierungen usw.

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  •  Derpicknicker sagte am 1. August 2010:

    Das ist wie in der zwischenmenschlichen Beziehung. Manchmal redet man aneinander vorbei.
    Apple hat mit dem Gerät keine eierlegende Wollmilchsau geplant, die man beliebig erweitern kann, mit tausenden Schnittstellen.
    Und auf der anderen Seite gibt es kunden, die sich genau das erhofft haben.

    Antworten 
  •  Frank sagte am 5. August 2010:

    Dann lieber gar keinen Arikel schreiben, als so einen Unfug!
    Es heißt schließliche “Camera Connection”, wo bitte erwartet man da MP3 Import und e-book Import. Seit wann kann eine Kamera MP3 und e-books aufnehmen.
    Wer diese Funktionen nutzen will, dem steht der itunes Store oder das itunes Programm zu Verfügung. Das ein Messer nicht wie eine Gabel benutzen kann, sollte doch klar sein.

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  •  spuli sagte am 6. August 2010:

    Hat jemand mal getestet, was passiert, wenn man das connection kit an das Iphone anschließt? Kann man dann Bilder von der Digi-Cam oder der SD-Karte aufs iPhone ziehen?

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  •  kg sagte am 6. August 2010:

    @spuli das geht leider nicht – “Dieses Zubehör wird vom iPhone nicht unterstützt” ist die simple Aussage, die nach dem Anschließen auf dem Display aufploppt. Mal ab davon, dass auch iPhoto auf dem iPhone das unterstützen müsste.

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  •  at sagte am 7. August 2010:

    Ich hab zwar ein iPad, aber ich hab eben auch ne Sony-Kamera. Entsprechend verträgt sich das sehr schlecht mit cem Connection Kit, weil Sony ja auch auf das proprietäre System von Memory Stick* setzt.

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  •  sankari sagte am 29. September 2010:

    @tinbert: Kann mich nur anschließen, der Tipp bzgl. des Print/PTP Modus bei der EOS 350D funktioniert. Hatte mich einen Moment lang geärgert und schon fast die Rückgabebedingungen meines Händlers studiert ;-)

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  •  Steve sagte am 8. August 2011:

    Funktioniert das Kit auch nicht mit iFile (Jailbreak)

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