MACNOTES

Veröffentlicht am  2.08.10, 14:40 Uhr von  

Facetime-Phonesex: Erste Angebote stehen, Apple putzt woanders

Hottest Girls AppKeine Woche vergeht, ohne dass Apples strikte Haltung an der XXX-Front nicht wieder eine neue Widersprüchlichkeit produziert. Ein US-Vermarkter hat nun recht konkrete Startkonditionen für einen Facetime-Videochat genannt. Währenddessen geraten Apples Versuche, das Image der “sauberen” Plattform zu bewahren, zunehmend albern.

Es wäre ungefähr so, als ob die Post oder die Telekom plötzlich versuchen würde, mit einer No Porn-Kampagne Sympathien zu wecken. Ebensowenig wie eine Telefonleitung mit dem Gespräch oder ein Briefumschlag mit dem Inhalt zu tun hat, liegt es in Apples Hand, iPhone-Nutzung zu steuern. Gegen den in “wenigen Wochen” startenden Sexvideochat des US-Unternehmens CamWorld auf iPhone 4-Basis kann Apple entsprechend wenig unternehmen. Nach wie vor wird im Übrigen via Craigslist nach Darstellerinnen gesucht. Die Kunden sollten mit Minutenpreisen um die fünf bis sechs Dollar rechnen.

Die Pläne dürften Apple Bauchschmerzen machen. Denn die Versuche, das große Wort Steve Jobs’ vom “Freedom from Porn” in eine notdürftige Synchronisation mit der Realität zu bringen, muten immer kläglicher an. Letzter Höhepunkt der endlosen Geschichte: Letzte Woche verschwanden vier erotische Buchtitel auf einen Schlag aus der iBooks-Bestsellerliste, darunter Platz eins, ein Text mit dem vielsagenden Titel “Blonde and Wet, the Complete Story”.

Mehr Beweise, dass die Käufergruppe der “iDevices” ebenso wie alle anderen in durchaus großer Zahl die einschlägigen Inhalte kauft und konsumiert, sind wohl nicht vonnöten. Die restriktive Linie kann Apple jedoch nur recht eingeschränkt fahren. Während die Facetime-Variante von ChatRoulette iChatr kurzerhand aus dem App Store flog, weil zu viele Nutzer die Genitalien in die Kamera hielten, wird dasselbe mit Facetime kaum möglich sein – schließlich wird das Feature von Apple selbst im iPhone 4 angeboten.

Zukünftige Probleme mit Facetime-Liveporn könnten somit insbesondere die Anbieter bzw. deren Kamerapersonal bekommen. Einerseits sei der anziehende Faktor an dem Sexchatservice die empfundene Nähe und Intimität, die durch das Gespräch direkt am eigenen Smartphone zustandekäme, andererseits stehen die Darsteller vor dem Problem, dass Ganzkörper-Aufnahmen während dem Facetime-Chatten auf biologische Grenzen stoßen: entweder hält man das Gesicht oder eben etwas anderes in die Kamera.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 12 Kommentar(e) bisher

  •  kr sagte am 2. August 2010:

    Lieber Richard, was ist nun eigentlich Dein Problem?

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  •  rj sagte am 2. August 2010:

    Mir gehts gut, danke der Nachfrage :o)

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  •  lphilipp sagte am 2. August 2010:

    Schön, dass es Dir gut geht; aber was Du mit Deinem Artikel bezweckst ist auch mir etwas schleierhaft. – Vielleicht: Das Geschäft mit der menschlichen Sexualität lässt sich nun mal nicht verrhindern; also soll Apple sich mal nicht so zieren? -
    Die Wahrheit ist leider, dass (frei zugängliche) Darstellungen sexuellen Inhalts(auch von Gewalt und Brutalität!) vor allem bei jungen Menschen Schaden anrichtet. – Da gab es mal eine Mär von der heilsamen Wirkung der Pornographie etc. — Die Auswirkungen lesen wir täglich in der Zeitung. Aber vielleicht lest Ihr ja keine Zeitungen mehr.

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  •  Schweisspapst sagte am 2. August 2010:

    Ist schon ziemlich naiv, wie versucht wird Porno auf dem iPhone zu verhindern, weil es ja nicht in das Image von Apple passt.

    Das ist so als wolle man den Verkauf von Drogen verhindern oder das stattfinden von Kriegen.
    Dabei ist doch eines ganz klar: das was sich finanziell lohnt wird auch gemacht. Die Moral interessiert hier niemanden solange die Kasse stimmt.
    Das der Markt das von alleine reguliert sollte man akzeptieren, auch wenn es einem nicht gefällt. Das ist auch ein Teil der Freiheit auf die wir alle pochen.

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  •  Thorsten sagte am 2. August 2010:

    Ich freue mich, dass es sehr einfach ist, Porn mit dem iPad und dem iPhone zu konsumieren. Zudem das super Display das Material sogar noch schärfer aussehen lässt. Apple hat im AppStore sogar prima Apps für diese Aktivitäten: Mit ImagePro kann man sehr schnell Unmengen an Fotos über Google laden, wenn man den Content Filter deaktiviert ;) Entfernt Apple auch diese App demnächst, weil zu viele User “böse” Suchnegriffe in die Bildersuche eingeben? Selbst wenn, gibt es noch immer Safari …

    Ich fand den Artikel sehr nett und informativ. Es bleibt spannend …

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  •  lphilipp sagte am 2. August 2010:

    Auf zum fröhlichen W*chsen vor dem iPad!

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  •  Schweisspapst sagte am 2. August 2010:

    so ein iPad Ständer ist schon eine nützliche Sache :)))))

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  •  @superglide sagte am 2. August 2010:

    Facetime-Phonesex: Erste Angebote stehen, Apple putzt woanders http://macnot.es/45726 (via @Macnotes)

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  •  designaktivist sagte am 2. August 2010:

    … also ich finds auch super geschrieben, weiter so!

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  •  Das Wirtshaus im Spessart sagte am 2. August 2010:

    Und es läßt sich leicht abwischen… Einfach toll, Apple hat an alles gedacht.

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  •  rj sagte am 2. August 2010:

    lphilipp, du triffsts schon ganz gut: Ich halte die “Pornverhinderstrategie” Apples für bekloppt, ja, kontraproduktiv. Vorneweg: an deine These der “schädlichen Wirkung” glaube ich in dieser Pauschalität nicht. Aber mal just in Case: wäre es nicht “sicherer”, wenn Eltern dann nicht dahingehend von Apple belogen werden, dass das iPad per se eine pornfreie Plattformsei (was es eben nicht ist), sondern eben Klarheit angesagt ist dahingehend, dass das iPad wie jedes andere Medium auch Zugang zu Porn verschafft? Eltern, die Apple/Jobs Glauben schenken, sind verarscht worden. Its as easy as that.

    Ansonsten bin ich durchaus der Ansicht, dass Porn in der Regel nicht schadet. Da gibts ein, zwei Rahmenbedingungen – zum einen beginnen sich Jugendliche eben erst irgendwann für die einschlägigen Inhalte zu interessieren. Davor brauchen sie nicht “aus Versehen” drauf stossen, Die Gefahr halt ich aber generell für gering. Wenn es entsprechend auch Begleitinfos gibt (was leider viel zu selten der Fall ist), dann ist ab dem Zeitpunkt an sich das meiste imo vollkommen unbedenklich, nur sind diese Begleitinfos rar und die entsprechende medienpädagogische Praxis eher verklemmt bzw. nicht vorhanden.

    Wenn dich meine Ansichten zu diesem konkreten Thema näher interessieren: die hab ich nebenan vor einiger Zeit mal etwas weiter ausgebreitet, insbesondere was das “Wie geht man damit um, dass Jugendliche ‘unangemessene’ Inhalte gesehen haben?” angeht, das in der Praxisdebatte meines Erachtens nach vollkommen unter den Tisch fällt. Diesbezüglich ein etwas böserer Seitenhieb, den ich mir grade angesichts deiner Vorlage aber auch nicht verkneifen kann: ich les nicht nur “noch” Zeitungen, ich hab unter anderem Medienpädagogik studiert und, wie ich glaube, behaupten zu können, mit durchaus gutem Erfolg. Unter anderem deswegen ist, wie man vielleicht auch erkennen kann, das Thema Jugendschutz/Pornografie/Gewalt/Internet ein wenig ein Steckenpferd von mir, das ich auch auf Macnotes gelegentlich ein wenig in der Gegend rumreite..

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  •  Apfel-Geniesser sagte am 3. August 2010:

    es wurde doch in etlichen Blogs bereits erwähnt, dass Apple eine “neue” Weltreligion ist und Steve der Papst dieser Religion. Jede Relegion hat seine Schwerpunktthemen und dazu zählt nunmal kein Pornokonsum!
    Vielmehr soll wie bei den Katholiken der User so handeln: “gehet dahin und vermehret euch, so dass es mehr potenzielle Käufer gibt, die ihr dann mit in die heiligen apple-store-hallen mitbringen möget!”

    also keine Sexualität zum Spaß, sondern nur zu Fortpflanzung??? sry Steve, das zeigt doch wieder einmal mehr diese beschissene Doppelmoral von Euch Amis, nach außen immer schön prüde, aber auf der anderen Seite Pornoweltmarkt Nr. 1!

    Niemand verlangt ja, dass Apple sich am Pornomarkt beteiligt oder gar aktiv fördert, aber
    ein Verbot bezweckt nichts, sondern fördert nur die Neugier. Und das Argument ein paar Beiträge weiter oben, von wegen der Jugend etc.: es kann doch eh jeder auf pornografische Seiten/Inhalte im Netz zurückgreifen und da nützt es nix ein paar Apps. zu verbieten, die ja mit gewissen Registrierung-Anforderungen/Legitimierung oder ähnlichem zwecks Jugendschutz betrieben werden könnten, aber am eigentlichen “Problem” ändert das eh nix.

    Also lieber Steve Jobs, kümmert Euch lieber um die eigenen Probleme (da habt ihr ja in letzter Zeit mehr als genug von) und versucht nicht eure erwachsenen/volljährigen User zu erziehen!!! Denn merke Steve: “Die Evolution findet immer einen Weg”

    in diesem Sinne, viel Spaß denjenigen die “fünf gegen Willi” spielen wollen. Ich kuschel mich jetzt lieber bei meiner Frau an und … (das geht euch gar nix an) :-)

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        1. Kolumne: F…Time! am 21. August 2010
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