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Veröffentlicht am  2.08.10, 15:49 Uhr von  kg

Greenpeace-Bilanz: Apple erfüllt Öko-Versprechen, andere Hersteller nicht

Greenpeace forderte vor rund vier Jahren, dass die größten PC-Hersteller weltweit auf gefährliche Chemikalien in ihren Geräten verzichten werden. Alle damals angesprochenen Hersteller versprachen Besserung – umgesetzt hat seine guten Vorsätze allerdings nur Apple.

Konkret ging es den Umweltschützern von Greenpeace um Stoffe wie Polyvinylchlorid (bekannt als PVC) sowie bromhaltige Flammschutzmittel (Brominated Flame Retardants, BFR), die sich noch vor einigen Jahren in praktisch allen Computer wiedergefunden haben. Im „Leitfaden für grüne Elektronik“ wurden Ziele für die Zukunft festgehalten, praktisch alle Hersteller haben versprochen, ihre Produktionsweise zu optimieren und so weit es geht auf solche Stoffe zu verzichten. Dafür gab es Bonuspunkte für das Greenpeace-Öko-Ranking, dem Green Electronics Guide, der alle drei Monate erscheint und die Fortschritte der Hersteller verzeichnet. Die ersten finalen Fristen sind abgelaufen, wirkliche Besserung gab es allerdings nicht – lediglich Apple hat Wort gehalten und verzichtet soweit wie möglich auf gefährliche Zusatzstoffe.

Flammschutzmittel sind in technischen Geräten nötig, um die bestehenden Brandschutzbedingungen zu erfüllen – BFR sind dafür ideal, da sie preisgünstig zu haben sind. Nachgewiesenermaßen sind die bromhaltigen Flammschutzmittel allerdings schädlich für Lebewesen aller Art, vor allem wenn sie in Gewässer gelangen schaden sie den dort lebenden Organismen. PVC kann in Verbindung mit Weichmachern die Fortpflanzung von Lebewesen gefährden. Aus PVC werden z. B. Kabelüberzüge gefertigt. Es gibt PVC-Alternativen, zum Beispiel Polyethylen. Dies ist allerdings teurer – entsprechend verzichten viele Hersteller aus Kostengründen darauf.

Das aus der Verwendung der schädlichen Stoffe folgende Dilemma betrifft weniger die Industriestaaten als viel mehr die Entwicklungsländer wie Nigeria und Ghana: Dort landet üblicherweise der Elektroschrott, der hierzulande anfällt. Dort werden die Altgeräte nicht direkt „recyclet“, sondern in ihre wertvollen Einzelteile zerlegt: Kabel und Platinen aus Rechner, Drucker und Co werden häufig verbrannt, um an das in den Geräten enthaltene Gold sowie das Kupfer zu kommen. Dies verpestet nicht nur die Luft, sondern hat auch schlimme Folgen für Umwelt und Lebensbedingungen der Menschen – beim Verbrennen bromhaltiger Flammschutzmittel entsteht unter anderem Dioxin, das extrem giftig ist.

Unter den Herstellern, die ihre selbstgestellten Ziele nicht erreicht haben: Dell, Samsung, Lenovo, Asus, Toshiba, Acer und HP. Ende 2009, so versprachen die Hersteller, soll der Verzicht auf BFR und PVC in Kraft treten, bisher erfüllen aber nur wenige Geräte die freiwilligen Grenzwerte. Bei den meisten Herstellern wird mittlerweile 2011 als Jahr der Umsetzung angegeben – zwei Jahre über dem versprochenen Termin.

Nicht nur Greenpeace, sondern auch Öko-Experten raten seit Jahren davon ab, weiterhin PVC und BFR in technischen Geräten einzusetzen, die EU hat eine Verbot noch nicht offiziell ausgesprochen. Und solange es keine Verpflichtung gibt, auf die Stoffe zu verzichten, werden sie die meisten Hersteller auch nicht aus ihren Geräten verbannen – weil es billiger ist.

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