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Veröffentlicht am  6.08.10, 16:25 Uhr von  

Adobe vs. Apple: Verfahren bei der FTC in vollem Gange

AppleAdobe hat offenbar bereits im Mai bei der Federal Trade Commission eine Beschwerde gegen Apple eingereicht, die sich zu einem umfangreichen Verfahren entwickelt hat. Der Grund ist das Verbot von Apple gegenüber Entwicklern, die von Adobe bereitgestellte Flash-Entwicklungsumgebung für iOS-Apps zu nutzen.

Was bisher immer wieder spekuliert worden war (bereits im April tauchten entsprechende Meldungen auf), gilt für die Kollegen von Wired.com nun als erwiesen: Die FTC gab selbst an, ein mittlerweile fast 200-seitiges Dokument über den Fall angelegt zu haben, weigerte sich aber, es den Reportern verfügbar zu machen.

Spekuliert wird nun über die Gründe des Verfahrens. Da der so genannte Cross Compiler zunächst eine andere Sprache verwendet und erst am Ende den Code in eine von Apples Geräten lesbare Form übersetzt, verhindert der überflüssige zusätzliche Schritt die schnelle Weiterentwicklung und Verbreitung der Plattform. Dahinter könnte aber noch mehr stecken: Adobes Programm könnte auch zur einfacheren Programmierung für andere Betriebssysteme wie Palms/HPs WebOS, Googles Android, Nokias Symbian oder auch das noch nicht erschienene Windows Phone 7 eingesetzt werden. Auf diesem Weg würde auch die Konkurrenz von der Entwicklungsumgebung profitieren – was Apple möglicherweise verhindern möchte.

Apples Argumentation ist da naturgemäß eine andere: Eine Sprecherin verwies auf ein Interview mit Steve Jobs aus dem April, in dem er einen anderen Punkt in den Vordergrund stellte: Wenn eine weitere Entwicklungsumgebung eines Dritten zwischengeschaltet wird und Apple selbst – wie bei den größeren iOS-Updates beispielsweise – neue Schnittstellen für Programmierer freigibt, wäre die schnelle Implementation in viele Apps davon abhängig, dass Adobe wiederum die neuen Möglichkeiten mit in sein eigenes Produkt aufnimmt. Eine solche mögliche Verzögerung, die sich entsprechend auch für den Endnutzer bemerkbar macht, sei für Apple nicht tolerierbar.

Adobe war für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen, die FTC äußert sich generell immer erst zu Fällen, wenn diese durch eine Einigung mit den Streitparteien abgeschlossen sind.

Die Streitigkeiten zwischen Apple und Adobe haben mittlerweile fast Tradition: Nicht nur, dass Adobes Flash von Steve Jobs immer wieder als zu unsicher und schlecht programmiert bezeichnet wird und es von iOS-Geräten seit jeher nicht unterstützt wird. Auch gegenseitige Patentrechtsverletzungen wurden immer wieder angezeigt.

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