MACNOTES

Veröffentlicht am  17.08.10, 1:56 Uhr von  

The Chronicles of Riddick für Mac im Test

The Chronicles of Riddick: Assault on Dark AthenaApplication System Heidelberg hat vor einer Weile “The Chronicles of Riddick: Assault on Dark Athena” in einer Version für Macintosh veröffentlicht. Was hat das “Killerspiel” außer Hardwarehunger noch zu bieten? – Darauf geben wir in unserem Review ein paar Antworten.

Wir schreiben das Jahr 2009. Unter dem Mantel der Marke Atari wird mit der Lizenz von Universal Pictures ein neues Computerspiel mit “Vin Diesel” in der Hauptrolle veröffentlicht. Zumindest sieht die Hauptfigur dem Schauspieler hinreichend ähnlich und die Dialoge in den Zwischensequenzen und Gesprächen werden von ihm höchstpersönlich gesprochen. Gegenüber dem Vorgänger wurde dieser Titel um einen Mehrspielermodus erweitert.
 

Ressourcen-Hunger

“Assault on Dark Athena” erzählt die Vorgeschichte zu den Kinofilmen “Pitch Black” und “Die Chronicken eines Kriegers”. Gleichzeitig liegt dem Spiel der direkte Vorgänger “The Chronicles of Riddick: Escape from Butchers Bay” bei. Allerdings runderneuert, zumindest mit der Engine des Nachfolgers ausgestattet. Und in 2010? – Mac-Gamer haben auf dieses Erwachsenen-Spiel über ein Jahr lang warten müssen. Erst Mitte Juni lieferte ASH die Mac-Version aus. Geblieben ist natürlich die Alterseinstufung mit einer Freigabe erst ab 18 Jahren. Neu ist allerdings, dass die Hardwareanforderungen an einen Mac gegenüber der Windows-Variante in den Himmel gewachsen sind. Für diejenigen, die eine ATI-3D-Grafikkarte im Rechner haben gilt, das Anti Aliasing abschalten oder gar nicht erst anschalten. Es führt zu Problemen und kann das Spiel in manchen Situationen zum Absturz bringen, oder aber streckenweise bis in die Unspielbarkeit verzögern, vor allem wenn man sich gegen Licht werfende Objekte dreht.
 

 

Action-Man

Egoshooter auch zur Zeit des Erscheinens der Windows-Version boten die Möglichkeit, den Helden zur Seite laufen oder um die Ecke spingsen zu lassen. Letzteres geht, ein so genannter “Strafe”-Modus fehlt allerdings. Dazu kommt, dass man das Tastaturschema mindestens in einem Punkt anpassen sollte, weil nämlich die englischsprachige Tastatur zugrunde liegt und so Y und Z vertauscht sind. Entsprechend weit weg findet sich zu Beginn die Taste für das Springen. Dies ist manchmal nötig, weil Riddick den Action-Man mimt, der an Kanten entlang klettert und sich über diverse Konstruktionen hinweg mit ein paar Kletterübungen aushelfen muss. Er kann aber auch im Dunkeln sehen oder sich anschleichen und Gegner hinterrücks überwältigen. Warum und wieso Riddick im Dunklen besonders gut gucken kann, das erfährt man als Spieler, wenn man sich den Vorgänger, der im Paket ja enthalten ist, zu Gemüte führt. Im Faustkampf oder mit Handwaffen kann der Protagonist nicht nur bloße A-B-Bewegungen ausführen, sondern je nach Richtung der Pfeiltasten unterschiedliche “Schläge”, bspw. einen Uppercut. Wenn man zudem im richtigen Moment den Angriff eines Gegners antizipiert, kontert Riddick diesen schonungslos aus. Blut spritzt nicht selten. Für einen Egoshooter recht vielseitig.
 

 

Technische Unzulänglichkeiten

Einige der beigebrachten Screenshots in diesem Artikel greifen technische Unzulänglichkeiten auf, wenn beispielsweise Gegner in einer Tür oder einer Metallwand feststecken, weil man sie mit dem letzten Schlag in diese Richtung niedergestreckt hat. Sie fallen selbst dann nicht zu Boden, wenn man die Türe öffnet. Die Kollisionsabfrage ist also nicht ganz in Ordnung. Mancher Schatten der Spielfigur ist ziemlich unausgereift: Wie in einem der Screenshots zu sehen, wirft zwar eine der doppelt gebogenen Klingen in Riddicks Hand einen Schatten auf eine Kiste, aber die Hand in der er es hält nicht, geschweige den der Rest seines Körpers. Problematisch verhält es sich bisweilen mit dem Springen: Oft genug bin ich mit Riddick aus Bodenluken nur mit notorischem Drücken der Sprungtaste und willkürlichem Verändern der Blick- und Laufrichtung hinausgekommen, weil man es versäumt hat Kanten von Objekten komplett als solche zu markieren und es an einer Wand einer Bodenluke scheinbar nur ein paar Milimeter gibt, an denen man hochspringen kann und herauskommt. Solche Dinge sorgen im Spiel kurzfristig für Frust, egal ob das Jahr 2009 oder 2010 heißt.
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Ebenfalls nicht besonders einfallsreich ist das Tutorial in das Spiel integriert worden. Wir müssen jedes Mal die Taste F1 benutzen, um den Hinweistext angezeigt zu bekommen. Auf Standard-Mac-Tastaturen sind aber die Funktionstasten anders belegt, nur der Druck einer zusätzlichen Funktionstaste samt der zugehörigen F1-Taste führt dann zum gewünschten Ergebnis – ein Umstandskasten eben. So wie ich oft betone, dass der erste Moment der wichtigste ist, weise ich häufig in meinen Spieletests darauf hin, wenn ein Hersteller das erste Stelldichein verhunzt. So auch in diesem Fall und leider am Mac besonders. Die Rede ist von der Installationsroutine, die keine ist. Beim Einlegen der DVD geschieht zunächst nichts. Wir müssen im Finder das Objekt der Begierde in einem Ordner starten. Nach dem Kopieren einiger Gigabyte (12 an der Zahl) geschieht wiederum nichts. Wir haben also einem Fortschrittbalken in einem grauen Fenster zugesehen, wie er immer voller wird, und dann müssen wir von Hand im Programme-Ordner die Dark Athena.app starten. Zumindest eine Schreibtisch-Verknüpfung hätte man hier einrichten können. Der erste Start ist dann besonders schwer verständlich, zumindest für Nicht-Englischsprachler. Die Einblendung eines englischen Hilfetextes, der informiert, wenn man Probleme habe, könne man ein “Support-Ticket” auf einer englischsprachigen Website ausfüllen – dafür, dass der Titel von einer deutschen Firma für den Mac vertrieben wird nicht unbedingt die beste Einstiegshürde. Die nächste folgt auf dem Fuße – die Produktregistrierung, sowohl für den Einzel- wie auch für den Mehrspielermodus muss man einen Code eingeben, der sich im Handbuch findet.
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Dichte Atmosphäre

Sei’s drum. Wir ärgern uns also immer mal wieder und wenn wir alle Vorkehrungen getroffen haben und ein Mac Pro oder iMac vorhanden ist, können wir immerhin Vin Diesels Stimme lauschen, die er Riddick im Videospiel geliehen hat. Das gibt dem Spiel ein ganz eigenes Flair. Und grundsätzlich kann man sich über die Inszenierung nicht beschweren. Immerhin wird in beiden Teilen die Geschichte häppchenweise via Zwischensequenzen erzählt. Doch optisch können diese nur dann überzeugen, wenn es sich um wirkliche Videoszenen handelt. Die anderen 80 Prozent der in In-Game-Grafik animierten Szenen, wissen nicht zu überzeugen. Die Blicke der Figuren wirken teilweise leblos und apathisch. Man merkt nur über die Stimme, welche Atmosphäre vorherrscht. Lippensynchronität ist nur vorhanden, wenn man keine Probleme mit der Grafikkarte hat, eine falsche Einstellung führt ansonsten dazu, dass der Ton nicht parallel zum Bild ausgegeben wird. Doch lassen wir alle negativen Vorzeichen mal beiseite, bleibt ein atmsophärisch intensiver Shooter übrig. Das ist bis hierhin vielleicht zu wenig gewürdigt worden, wird einem aber auch nicht unbedingt einfach gemacht am Mac. Denn auf einem Windows-Rechner und auf Nextgen-Konsolen, für die das Spiel ebenfalls erschien, hatte man viele Probleme nicht, die auf der OS X-Plattform nur dadurch bedingt sind, dass es sich nicht um ein natives Objective-C Game handelt und die Treibersituation nicht die Beste ist.
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Kein Multiplayer

Abgesehen davon, dass ein Mehrspieler-Modus schwerlich lange Zeit viele Fans an sich binden kann, weil die Technik schon 2009 nicht mehr ganz taufrisch gewesen ist, lief in unserem Test der Mehrspielermodus aus unerfindlichen Gründen nicht. Dabei würde der neben normalen Modi wie Capture the Flag einige durchaus interessante Varianten anbieten, vor allem den “Pitch Black”-Modus sollte man erwähnen. 6 Spieler können maximal daran teilhaben. Fünf schlüpfen in die Rolle von Wachpersonal, einer in die Rolle von Riddick. Die Spielumgebung ist dunkel bis finster. Riddick, der im Dunkeln gut zurecht kommt, ist allerdings nur mit den doppelt gebogenen Klingen bewaffnet. Derjenige, der Riddick erledigt, schlüpft in der nächsten Runde in dessen Haut.
 

Fazit: Es hätte so schön sein können

Mac-Gaming steckt leider immer noch in den Kinderschuhen, auch Steam und Valve konnten hier bislang kaum nennenswerte Erfolge verbuchen. “The Chronicles of Riddick: Assault on Dark Athena” ist für erwachsene Spieler, die SciFi mögen, ein durchaus dichter, atmosphärischer Shooter. Man sollte aber ein wenig Geduld mitbringen, einerseits, um sich an die Steuerung zu gewöhnen, andererseits, um die doch ein wenig altbackene Grafik mit der Zeit trotzdem lieb zu gewinnen. Dafür kriegt man dann am Ende etliche Stunden Spielzeit geschenkt, und das gleich doppelt. Singleplayer werden übrigens in diesem Paket bevorzugt, denn der erste Teil verfügte gar nicht erst über einen Mehrspielermodus.
Es bleibt dennoch fraglich, ob man am Mac so viel Mehr an Leistung benötigen sollte, um gleichwertige Ergebnisse erzielen zu dürfen wie an einem Durchschnitts-PC. Und gerade auch weil es ein Mac ist, hätte man erwartet, dass die Installation sich fast von selbst erledigt. Das haben Windows-Spiele in vielen Fällen dem Mac voraus. Technische Unzulänglichkeiten einmal aus dem Weg geräumt, kriegt man ordentlich was fürs Geld. Doch wegen der ganzen Nörgelei gibt es am Ende nur (oder immerhin?) 4 von 5 Macs für ein ansonsten recht solides Shooter-Erlebnis. Das läuft allerdings nur auf Intel-Macs mit OS X 10.6.3, eine waschechte 3D-Grafikkarte mit 256 MB RAM sollte man ebenfalls besitzen.
 
4/5Testurteil: 4/5 Macs
Bezeichnung: The Chronicles of Riddick: Assault on Dark Athena
Hersteller: Application Systems Heidelberg
Preis: 40,00€

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 2 Kommentar(e) bisher

  •  James sagte am 17. August 2010:

    “Killerspiel”? Was besseres, als dieser schwammige und unseriöse Begriff, ist euch dazu nicht eingefallen? Ein wenig enttäuschend..
    Sonst recht gelungener und ausgewogener bericht.

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  •  at sagte am 17. August 2010:

    Nicht uns sondern mir und ich verwende ihn gerne und öfter, finde das Wort nicht unseriös sondern kultig.

    Antworten 

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