MACNOTES

Veröffentlicht am  21.08.10, 0:06 Uhr von  rj

Videostreamen aufs iPad vom Netzwerk: Filme vom Server mit Air Video auf dem iPad betrachten

Air Video Streaming auf iPadDas iPad ist an sich Videobetrachter der Wahl für Bett und Sofa, nur der Netzwerkzugriff fehlt, um bequem die Filmsammlung von der Festplatte weg zu betrachten. Einfach das Filmverzeichnis aus dem Home-Netzwerk auf dem iPad aufrufen, Film auswählen und per Stream auf dem iPad schauen? Das geht, ohne Jailbreak und, wenn man es darauf anlegt, sogar kostenlos. Air Video bzw. Air Video Free ist ein Teil der Lösung.

Der andere Teil ist die zugehörige Serversoftware – die gibts für Windows ab XP aufwärts sowie Mac OS X Snow Leopard zum kostenlosen Download. Windowsrechner benötigen zusätzlich noch Bonjour, falls – das bei iPad-Nutzern wohl vorhandene – iTunes nicht installiert ist. Man installiert den Server und gibt ein Verzeichnis für das Streaming aufs iPad frei.
[singlepic id=9403 w=425] Schritt zwei: auf dem iPad installiert man Air Video bzw. Air Video Free. Letzteres ist kostenlos, ersteres kommt mit 2,39 zu einem sehr zivilen Preis aufs Tablet. Der Start ist an sich selbsterklärend, für Verwirrung sorgt nur, dass das Programm zum Starten von Streams gelegentlich eine Weile braucht – manchmal Minuten, bis ein Film anläuft. Keine Panik und einfach abwarten ist meist Mittel der Wahl.
 

Serverauswahl und Filmstart auf dem iPad

Air Video findet die Streaming-Server im jeweiligen Netzwerk automatisch. Serverseitig kann optional ein Passwort gesetzt werden, welches vor dem Medienzugriff auf dem iPad eingegeben werden muss. Ab dem freigegebenen Ordner kann man auf dem iPad durch die Unterordner navigieren, was die Freigabe kompletter Verzeichnisbäume ermöglicht.
[singlepic id=9409 w=200 float=left] [singlepic id=9407 w=200 float=right]
 
Die Lite-Version zeigt jedoch nur maximal drei Medien bzw. Ordner zufällig an, die Vollversion alle verfügbare Medien. Per Antippen wählt man Ordner bzw. Filme an, unter dem Vorschaubild ist anschließend die Live-Konvertierung oder das Vorab-Konvertieren anwählbar. Livekonvertierung liefert regelmäßig sehr gute Ergebnisse, weswegen wir uns auf diese beschränken werden.

Im Test streamte der Server sowohl .avi, .mkv (1080p) und sogar Ogg Media anstandslos aufs iPad. In der Nicht-Vollbildansicht können nach Antippen des Bilds einige Parameter eingestellt werden – Boost ist insbesondere bei leisen Filmen zu empfehlen – und mit einer Zweifinger-Spreizgeste startet man den Vollbildmodus. Dieser bietet per Antippen Start/pause, eine Spulfunktion, Rotation Lock und Lautstärkeregelung.
[singlepic id=9408 w=425]
 

Live- vs. Vorabkonvertierung von Filmen fürs iPad

Dieser Teil fällt sehr kurz aus: Vorabkonvertierung dauert ewig, und angesichts der vollkommen problemlosen Livestreaming-Möglichkeit brachen wir ein Encoding nach einer Viertelstunde ab, welches von zuerst veranschlagten 33 Minuten auf eineinhalb Stunden prognostizierte Konvertierungszeit anwuchs.
[singlepic id=9404 w=200 float=left] [singlepic id=9411 w=200 float=right]
 
Konvertiert wird selbstredend auf dem Server, gestartet werden kann der Konversionsprozess vom iPad aus. Konvertierte Videos werden als .MOV-Dateien mit dem Namensschema air-video ###.MOV im Userordner gespeichert, die Originalfiles nicht angerührt.
 

Streaming-Serverlast und vernünftiger Ressourcengebrauch

[singlepic id=9412 w=200 float=left] Das Problem: damit das iPad Filme aus dem Netzwerk streamen kann, muss irgendwo im Netz der Streamingserver laufen. Die dicke Kiste mit den externen Platten anzulassen, um vorm Einschlafen noch einen Film im Bett zu sehen und danach/währenddessen in Schlaf zu sinken, mag manchem das Ökoherz schwer machen, ganz abgesehen von Stromkosten und Lärmbelastung.

[singlepic id=9413 w=200 float=right] Je nach Energiesparmodi und -einstellungen wird auf einem Rechner mit laufendem Server für iPad-Streams das eine oder andere Gerät deaktiviert. Ein Macbook Pro schaltet zumindest den Bildschirm in den Energiesparmodus, während der Stream unbeirrt auf dem iPad weiterläuft. Klappt man das Macbook zu, schaltet sich indessen der Stream nach Leerlaufen des vorbereiteten Buffers ab. Ein Macbook dürfte deutlich sparsamer sein als der dicke Desktoprechner, lässt man es einschlafbedingt über Nacht laufen. Alternativ können via Remote Desktop-App oder VLC natürlich auch die Streamingrechner nach erfolgtem Filmschauen heruntergefahren werden, ohne nochmal das Bett zu verlassen.
[singlepic id=9402 w=425]
Abgesehen davon ist am Streamingrechner das Arbeiten problemlos möglich – der Server encodiert das Video beim Livestreamen schrittweise, der zickzackförmige Lastverlauf zeigt die einzelnen “Encoding-Runden” recht deutlich an. Weder auf einem 3,2GHz-Windowsrechner noch einem aktuellen i3-MBP kam es zu Lastproblemen beim Streamen. Dauerlast auf dem Serverrechner führt zu schlechter aufgelösten Streams mit Pixeln und Artefakten. Gelegentlich kommt es allerdings zu Desynchronisierung von Bild und Ton, wenn auf dem ausliefernden Rechner speicher- und prozessorintensive Anwendungen gestartet werden. Die Synchronisation stimmte im Test ab der nächsten “Encodierungs-Runde” jedes mal wieder.
 

Bildqualität iPad vs. Rechner

Wir konnten nicht nachvollziehen, aufgrund welcher Encodingeigenschaften und Formaten der gestreamten Filme die Qualität auf dem iPad besser oder schlechter war – spontan mag man denken, dass Filme in hohen Auflösungen auf dem iPad schlechter aussehen, da mehr Codierungsaufwand anfällt. Der als Schwarzweissfilm gut komprimierbare Chaplin-Film lieferte indessen die schlechtesten Ergebnisse auf dem iPad. Filme in höheren als iPad-Auflösungen sehen tadellos aus.
[singlepic id=9410 w=200 float=left] [singlepic id=9405 w=200 float=right]
 
Der vage Rat sei verziehen: je besser die Originalqualität, desto besser scheint das Video beim iPad-Streaming zu sein. Der Server scheint nebenher einigermaßen intelligent zu sein, was die Ressourcenzuordnung angeht – ist der Rechner anderweitig beschäftigt, ist der Videostream auf das iPad von schlechterer Qualität.
 

Ich bin jung und brauche das Geld

Obligatorische Vorabbemerkung: die Zweifünfzig für Air Video sind angesichts des Nutzwerts ein mehr als fairer Preis, den man zahlen sollte, wenn man das Programm gelegentlich einsetzt. Zum Testen reicht die Free-Version bestens aus – nach jedem Start gibt sie im freigegebenen Verzeichnis drei zufällig ausgewählte Medien bzw. Ordner frei, die komplett betrachtet werden können. Zum Ausprobieren, wie die Live-Konvertierung fürs iPad-Streaming mit den verschiedenen Formaten zurechtkommt, reicht das vollkommen aus.

Aber natürlich kann man sich die Funktion auch dahingehend nützlich machen, dass man einen dedizierten “iPad-Movie-Streaming”-Ordner einrichtet, in den man die Filmdateien reinwirft, mit denen man den Videoabend auf dem iPad bestreiten will. Mit drei Filmen ist an in der Regel auch für einen ausgedehnten Filmabend gerüstet. Und befinden sich nur drei Medien im freigegebenen Ordner, dann bleiben dem Client wenig Möglichkeiten, was die Zufallsauswahl betrifft – man hat seine drei Wunschfilme garantiert verfügbar. Zur nächsten iPad-Videosession via Heimnetzwerk tauscht man einfach die Filme im Freigabeordner des Servers aus.

Fazit: eine funktionale App, die das Filmschauen auf dem iPad erheblich angenehmer macht. Schade, dass keine “echten” Netzwerkzugriffe möglich sind – Streaming vom NAS oder der HD am Router wäre energiespartechnisch der Streamingserver-Lösung natürlich überlegen, nur würden dabei die Ressourcen des iPad für die notwendigen Konvertierungen ohnehin meist nicht ausreichen.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 6 Kommentar(e) bisher

  •  Marcel sagte am 21. August 2010:

    Geht übrigens auch übers Internet. Das Endgerät muss aber in einem halbwegs schnellen WLan eingebucht sein.
    Ich nutze es schon lange mit dem 3G und einem MB 2,16 C2D, der kommt allerdings ordentlich außer Atem und reagiert träge beim Konvertieren…

    Antworten 
  •  rj sagte am 21. August 2010:

    Ich sag mal so: den Filmordner irgendwie netzweit freitzugeben ist trotz Passwortschutz ein wenig so ein “hmmm, nun ja”-Unternehmen :)Die Option fand ich auch spannend, aber da dachte ich dann, lass mal lieber, das wuerd ich dann doch erst mal auch ausgiebig testen wollen, bevor ich dazu rate.

    Antworten 
  •  Matthias sagte am 21. August 2010:

    ich nutze diese möglichkeit auf dem iphone und nachdem ich mir das ipad zugelegt habe,war air video eines der ersten apps auf dem gerät.

    eine weitere möglichkeit finde ich über eyetv sehr gelungen.dvbt auf dem ipad macht wirklich laune und die qualität ist zudem recht gut.

    Antworten 
  •  pampelmuse sagte am 21. August 2010:

    Ich hatte anfangs auch Air Video genutzt, aber mein Rechner war wohl zu schwachbrüstig für die Live-Umwandlung (oder zumindest zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt). Ich bin dann auf StreamToMe umgestiegen, dass erscheint mir wesentlich ressourcenschonender zu sein.
    Ehrlich gesagt wundere ich mich, dass dieses Programm so selten als alternative Streaminglösung genannt wird…

    Antworten 
  •  Frank sagte am 22. August 2010:

    Ich nutze Air Video auf dem iPad und mit dem Apple Kabel, wo man iPad und iPod Touch am tv anschließen kann. Dadurch sehe ich schnell Mein ganzes Eye tv Archiv auch auf dem tv, ohne dort jeden Film erst konvertieren zu müssen. Aber Achtung. Die aktuelle Air Video Version läuft nicht mit dem tv Kabel wenn man ein gerät mit Ios 4.x hat. Programmierer weiß Bescheid, update steht aber immer noch aus.

    Antworten 
  •  Kemal sagte am 9. April 2011:

    das geht auch wunderbar mit dem ipad auf http://www.kinokiste.com

    da schau ich immer die filme mit dem iPad und dann AirPlay auf meinen Fernseher … funktoniert 1A

    Antworten 

Kommentar verfassen

Werbung
© 2006-2013 MACNOTES.DE. Made with insanely great for all things Mac. Apple.de