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Veröffentlicht am  25.08.10, 10:28 Uhr von  

iPhone/iPad-Vorlesefunktion in iBooks: Bücher als Audiobooks, Lex Apple?

iPadEin eBook-Reader mit Vorlesefunktion macht ein eBook zum Audiobook. Was wiederum den Verwertern nicht gefällt, die an einem vorgelesenen Buch mehr verdienen wollen als an der Textvariante. Aus diesem Grund musste auf Amazons Kindle die Möglichkeit zur Deaktivierung der Vorlese-Funktion geschaffen werden. Auf iPhone und iPad liest iBooks indessen ebenfalls auf Wunsch alle Bücher und PDFs der Bibliothek vor – bislang ohne Beanstandung. Möglicherweise, weil die Vorlesefunktion Teil der Bedienungshilfen für Sehbehinderte ist?

Bereits beim Vorgehen der Authors Guild gegen den Kindle und seine Vorlesefunktion kam es zu erheblichem Streit: Amazon gab nach und räumte den Rechteinhabern die Möglichkeit ein, für ihre Bücher die Vorlesefunktion des Kindle zu deaktivieren, falls diese ihre Audiobooks nicht in Konkurrenz zum simpel vorgelesenen eBook treten lassen wollten. Kampagne gegen die DRM-Gängelung auf dem eBook-Sektor folgte – ohne DRM keine Vorleseeinschränkung. Apple hingegen hält sich vornehm aus dem Streit zurück, was angesichts der Vorlese-Möglichkeit auf iPhone und iPad via iBooks und Bedienungshilfen möglicherweise die beste Strategie ist.

Die Vorlesefunktion auf den iDevices “versteckt” sich in den Bedienungshilfen und ist offensichtlich für Sehbehinderte gedacht. Will man sich sein Buch vom ipad bzw. iPhone vorlesen lassen, sollte man zunächst schmerzbefreit sein, was recht seelenlos wirkende Roboterstimmen angeht. Weiter muss man sich eine andere Bedienung angewöhnen, da mit der Aktivierung der Vorlesefunktion auch einige Gesten und Tippfunktionen anders funktionieren. Nach diesen Warnungen ans Werk.
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Einstellungen – Allgemein – Bedienungshilfen. Dort aktiviert man VoiceOver.

[singlepic id=9463 w=225 float=right] Anschließend wird man darauf hingewiesen, dass nun einige Gesten anders funktionieren – die Funktion kann supernervig werden, da sie alles vorliest, was auf dem Bildschirm passiert und ausgewählt wird. Einmaliges Antippen eines Icons oder Buttons führt daher auch nicht zu seiner Anwahl bzw. zum App-Start, sondern nur zur Markierung. Dazu wird vorgelesen, was man gerade angetippt hat.

Faustregeln: Einfachtippen ist keine Auswahl/Start mehr, sondern Vorlesestart. Doppeltippen entspricht dem früheren Einfachtippen und startet Apps bzw. drückt Buttons. Weiterhin wichtig: statt der einfingrigen Wischgeste zum Blättern von Homescreens oder Buchseiten muss man den Wischer dreifingrtig ausführen. Damit sollte man zum Test (und dem anschließenden Wiederabstellen der Vorlesefunktion) gerüstet sein.

Man schließt die Einstellungen, wischt sich (dreifingrig) zu seiner iBooks-App und ruft diese per Doppeltipp auf. Ebenso mit Doppeltipp öffnet man ein Buch, mit dem Dreifachwischer blättert man zur Seite, ab der vorgelesen werden soll.

[singlepic id=9462 w=225 float=left] Tippt man eine Zeile an, wird diese vorgelesen. Wischt man (einfingrig!) senkrecht über die Seite nach unten, liest VoiceOver das Buch vor – inclusive automatisches Umblättern und Kapitelwechsel.

Wie bereits erwähnt, lässt der “Charme” der Vorlesestimme zu wünschen übrig. Sie tut aber den Job, und hat man sich an die Umstellungsprozedur gewöhnt, ist VoiceOver schnell ein- und wieder ausgeschaltet. Da die Funktion Teil der Bedienungshilfen für Sehbehinderte ist, könnte sich eine durchaus spannende Debatte ergeben, sollte die Authors Guild auf der Unrechtmäßigkeit der “öffentlichen Tonaufführung” auch auf Apples Plattform beharren. Bis dahin kann man sich indessen via iBooks Bücher und PDFs nach Belieben vorlesen lassen.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 3 Kommentar(e) bisher

  •  Christian sagte am 25. August 2010:

    Das hat m.E. gar nichts mit einer Lex Apple zu tun, sondern nur mit Barrierefreiheitsgründen. Hard- und Software, die nicht zugänglich sind, darf in den USA die öffentliche Hand doch nicht mehr anschaffen.

    Anders ausgedrückt: VoiceOver ist wirklich ganz toll, aber wer diese Stimmen für einen Hörbuch-Ersatz mit professionellen Sprechern hält, der findet auch eine herunterladbare MIDI-Datei einen adäquaten Ersatz für ein richtiges Audiofile.

    Antworten 
  •  Mathias sagte am 27. August 2010:

    Also ich habe das jetzt mal ausprobiert und mir ist folgendes aufgefallen:

    1. Vorlesen beginnt er wenn man zweifingrig nach unten wischt, nicht einfingrig.
    2. Die stimme ist wirklich kein Hörbuchersatz, sondern rein als Bedienungshilfe zu ertragen.
    3. Das navigieren ist wirklich extrem nervig, ABER

    Tipp: man kann die VoiceOver Funktion auf die Tripple-Hometaste legen. Also einfach so einstellen zum gewünschten Buch “normal” navigieren und dann drei mal die Hometaste klicken, dann mit zwei Fingern nach unten und los geht’s. Nach dem vorlesen wieder Tripple-Klick und alles ist wieder normal!

    Viel Spaß

    Antworten 
  •  Christoph Zeller (@Jinchuuriiki) sagte am 7. März 2013:

    Mal ehrlich: da wundert sich die Verleger warum sie nicht beliebt sind? Ist doch genau der gleiche Mist wie mit allen anderen Content Herstellern: Da wird einem immer mehr Kontrolle und statt mehr Qualität geboten!

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