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Veröffentlicht am  2.09.10, 12:44 Uhr von  

Ping: Apples Social Music-Dienst, erste mittlere Eindrücke

PingAls eines der coolen neuen Features des neuen iTunes 10 angekündigt, ist das musikbezogene Social Network Apples… nun, was genau? Kein besseres last.fm, kein anderes Genius, keine MySpace-Alternative und ein allenfalls schlechteres Twitter. Den ersten Eindrücken nach ist Ping ein etwas kastriertes Social Network mit eher rudimentären Funktionen und dem üblichen Apple-Kontrollwahn. Wo bleibt das Positive? Es gibt Luft nach oben.

Voraussetzung für Ping: iTunes 10 und ein vorhandenes iTunes-Account. Bei der Anmeldung zu Ping wird zunächst das iTunes-Kennwort fällig, weiter muss man den üblichen Datenschutzerklärungen zustimmen. Einmal mehr ermöglicht man Apple selbstredend, die gewonnenen Informationen weiterzuverwerten.
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Anschließend stellt sich erste Ratlosigkeit ein. Ping bewegt sich in Sachen Komplexität irgendwo zwischen Twitter und Facebook und setzt sich damit erst mal zwischen alle Stühle. Während die Kargheit von Twitter gleich den Blick auf die Kernfeatures lenkt und der Möglichkeits-Overkill Facebooks beliebige Anpassungen erlaubt, ist Ping “worst of both worlds” – man ist zwar leicht verwirrt, stößt aber permanent an Grenzen.
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Was ist von einem Dienst zu halten, der mir empfiehlt, U2 zu folgen? Vielleicht sollte man besser vorläufig konstatieren, dass es mit der Künstlerauswahl, die sich in Ping äußert, noch einfach nicht so weit her ist. Mit der Zeit werden dort mehr als die einschlägigen Verdächtigen aufschlagen, aber selbstredend stellt sich die Frage, warum man mit Ping hier deren (möglicherweise ohnehin gefilterten) Timelines nochmals lesen soll, wenn man sie bereits auf Twitter, Facebook und Konsorten hat.

Die Freunde und ihre Aktivitäten? Kauft man ein, kann man das mitteilen. Auch hier aber die Frage, ob der einzelne Musikkauf die spannende Information schlechthin ist und nicht eher das Hörverhalten – worauf sich die Frage anschließt, wofür man Ping braucht, wenn man Last.fm hat.
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Die gute alte Selbstdarstellung? Bisher kaum vorgesehen. Im Profil prüft Apple das Bild, beim Text ist man hingegen offenbar recht entspannt.

[singlepic id=9551 w=225 float=left] In die eigene Timeline posten kann man anlassbezogen – um ein Album, einen Track oder einen Kauf zu kommentieren. Auch hier scheint sich Apple selbst an kräftiger Kritik nicht zu stören – warum auch, gelesen werden die Statements nur auf Ping, eine Webversion oder gar die Möglichkeit, Aktivitäten auf Ping in besser frequentierte Netze wie Facebook oder Twitter zu feeden, sind (bisher) nicht vorgesehen.
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Anders herum dürfen das wie gesagt die Künstler tun – nur etwas langsam. Abgesehen davon, dass die “folgbaren” Musiker noch etwas dünn gesät sind, sind die Walls auch noch unvollständig. Dass auf Lady Gagas Ping-Seite einige explizite Statements zur gleichgeschlechtlichen Ehe fehlen, konnten wir teilweise nachvollziehen – nach welcher Logik (und in welcher Reihenfolge) Tweets übernommen oder ausgelassen werden, ist bislang nicht erkennbar. Twitter ist naturgemäß schneller, aber eben auch umfassender.

[singlepic id=9550 w=200 float=right] Meldet man ein Statement, wird der “Denunziant” darauf hingewiesen, dass der Autor nichts von der Meldung erfährt. Der User, auf dessen Wall das beanstandete Statement steht, bekommt von der Meldung jedoch ebenso nichts mit. Hält Apple für die User die Walls sauber? Bislang ebenfalls unklar.

Zusammengefasster erster Eindruck? Man kommt nicht so recht drauf, was Ping nun sein soll. Features sind versteckt, typische bzw. zentrale Möglichkeiten eines Social Networks – anlassunabhängige Postings, Feeds/Syndication – fehlen. Die Einbindung bestehender iTunes-Möglichkeiten ist recht rudimentär – will man eine Rezension schreiben, muss man das auf der Seite des Albums tun, aus der eigenen Ping-Seite heraus geht nichts.

Wie eingangs gesagt: Luft nach oben. Um mit den Platzhirschen mitzuhalten, muss sich Apple jedoch noch das eine oder andere einfallen lassen – oder einfach ein wenig mehr Vernetzungsmöglichkeiten schaffen. Kein Netzwerk ist eine Insel – und als eine solche im iTunes-Universum wird Ping kaum zu etwas Größerem werden.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 17 Kommentar(e) bisher

  •  @Korrupt sagte am 2. September 2010:

    Ping: Apples Social Music-Dienst, erste mittlere Eindrücke: http://macnot.es/47936 <- was da steht, ist alles wahr.

    Antworten 
  •  Hannes sagte am 2. September 2010:

    Ich finde ja, dass auch das hier – http://twitter.com/matrixagent/status/22788080422 – viel darüber sagt, wie hastig Apple da mal wieder etwas rausgekloppt hat, das weder Hand noch Fuss hat.

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  •  rj sagte am 2. September 2010:

    OMFG! :)

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  •  intro sagte am 2. September 2010:

    Ich kann dem besagten Dienst nicht wirklich etwas abgewinnen und daher kommt für mich eine Nutzung erstmal nicht in Frage. Vielleicht entwickelt sich Ping in den nächsten Jahren zu einem großen Projekt :-))Grins

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  •  It's me sagte am 2. September 2010:

    Pong….

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  •  YaMo sagte am 2. September 2010:

    Als Steve anfing von Ping zu sprechen, aber erst bei der Einleitung war, da dachte ich:”YEAH, die verbinden iTunes und last.FM!”… aber dann kam die Ernüchterung…

    Momentan sehe ich absolut keinen Sinn, sich dort abzumelden, erst recht nicht, wenn von den Freunden kaum jemand iTunes benutzt, wie es bei mir der Fall ist…

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  •  jojo sagte am 2. September 2010:

    Werden bei einem von Euch Fotos und Videos angezeigt, die von Interpreten gepostet wurden?

    “Jack Johnson hat ein Foto gepostet” … da ist aber kein Foto!?

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  •  r0ssi sagte am 2. September 2010:

    Schöne “Beispieltexte”, die Du gewählt hast! :)

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  •  der Denkende sagte am 2. September 2010:

    Wenn die möglichkeit da Wäre das ganze mit Twitter und Facebook kurz zu schliessen, dann wäre der Erfolg garantiert. Setzt aber eben auch Vorraus das sich Ping auf Musik (evt. noch Film, bzw. Multimedia) beschränkt und dort das ganze nach vorne treibt.

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  •  Robert sagte am 2. September 2010:

    Schon dumm wen man auf allen Hochzeiten tanzen will, aber den Darth Vader Helm nicht abkriegt. Ja der Zenit, den hat Apple schon letztes Jahr überschritten, jetzt gehts Berg ab.. ich meine nicht finanziell aber zumindest kreativ gesehen.

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  •  klaus sagte am 2. September 2010:

    Mal abwarten, das ist sicherlich erst der Anfang, Apple wird beobachten was da passiert, wie die User reagieren und was sich mit den begrenzten Möglichkeiten anstellen lässt! Und wer weiß, evtl. weiten die das dann ja auch aus (App-Store, iBooks usw). Ich bin mal gespannt wohin das dann gehen wird!

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  •  mr.zer0 sagte am 2. September 2010:

    EPIC FAIL von apple!
    1. datenschutz etc. ist mal unterstes niveau! die leute, die den gleichen fehler mit FB gemacht haben, werden sich dort sicher NICHT anmelden!
    2. ist es eine blöde kopie von facebook und twitter mixed… nur dämlicher.
    3. zeitverschwendung, ich seh keinen sinn dahinter.
    4. die daten werden sowieso an die labels weitergegeben, ich möchte zugern wissen wieviel milliarden apple dafür kriegt. datenverkauf ist heutzutage ein goldgruben-business.

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  •  mr.zer0 sagte am 2. September 2010:

    5. nicht einmal einen vernünftigen namen haben sie für dieses netzwerk gefunden. wenn ich ping höre, erinnere ich mich an bing. dann an google. und dann an street view und dann ans schlechte image.

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  •  brian sagte am 2. September 2010:

    ich glaube, es wurde der sinn von sowas noch nicht richtig verstanden….
    das liegt meiner meinung einfach daran, dass alle von dem jetzigen wege ausgehen, wie leute musik konsumieren.
    man muss sich aber die zukunft zwingend wie last fm oder spotify oder simfy vorstellen. in dieser zukunft bezahlen alle eine flatrate und könne alles höre!!!!!!
    dann macht es auch sinn, sich sinnlos durch freundesempfehlungen, neuen stars, infos und playlisten zu klicken.
    zurzeit ist das alles noch verkrüppelt durch die schwachsinnige vorstellungen sich einzelne mp3 kaufen zu sollen!!!!!! dieses konzept ist schon jetzt genauso tot wie die cd!!!!

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  •  stadtkind sagte am 2. September 2010:

    Gestern im ersten Moment fasziniert gewesen, heute morgen ausprobiert … und … das … war’s auch schon wieder. Was fehlt ist eine Facebook Connect-Schnittstelle, um leichter meine Freunde zu finden bzw. einzuladen. Wer macht sich heute noch die Mühe, Mail-Adressen aus dem Adressbuch zu fischen und Einladungen zu verschicken?

    Mal sehen was daraus wird. Ich versuche optimistisch zu sein, aber nach dem Tara gestern mit Apple TV und Co. fällt mir das arg schwer.

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  •  brian sagte am 2. September 2010:

    was email adressen? echt? wow, steve wird alt..

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  •  Oldie from the 70s sagte am 3. September 2010:

    ich halte von den ganzen Netzwerken generell NIX!!! Bin auch sehr erstaunlich, dass auf der einen Seite alle ihren persönlichen Kram (Personendaten, privateste Fotos usw. usw.) auf diese Plattformen ballern und dann sich über Datenschutz etc. aufregen.

    Ich

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