MACNOTES

Veröffentlicht am  4.09.10, 8:03 Uhr von  rj

Kolumne: Death comes ripping

Death Comes RippingSeit Dienstag riecht die CD noch etwas strenger und ist das Vinyl noch ein wenig toter. Ersteres verdanken wir iTunes, letzteres einem wunderschönen Service, über den man sich nach dem Ableben zu Schallplatten verarbeiten lassen kann. Sex, Leichen und Tuntenklatschen mit iPhone-Unterstützung – alles, was wir auf dem Apple Special Event vermissten, heute in der Macnotes-Kolumne.

Bevor nun aber die Hölle losbricht, das Lieblingsgadget der vergangenen Woche, das ipad-tipps ausgegraben hat. [singlepic id=9584 w=225 float=right] Den iPlunge gibts in jedem gutsortierten Baumarkt, und falls man den iPad-Ständer gerade nicht braucht, kann er zum Entstopfen diverser Hausinstallationen genutzt werden. Seltsam ist nur der Preis – Apple-Zubehör im einstelligen Eurobereich?

Hate the Living, Love the Dead: wer sich nach dem Ableben den trauernden Hinterbliebenen zumindest akustisch zuverlässig in Erinnerung halten will, sollte den Dienst von andvinyly in Anspruch nehmen. Dort kann man seine sterblichen Überreste nach Einäscherung zu Vinylplatten weiterverarbeiten lassen. RIP, Mix, Burn, Press gewissermaßen. Man ist noch ein wenig legerer als Apple und übernimmt keine Haftung für Urheberrechtsverstöße bei den Tondokumenten, die zur Selbstbepressung hochgeladen werden können.
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Interessante Fragestellung: überwiegt bei einem pietätslosen Urheberrechtsverstoß das Interesse der Rechteinhaber oder die Totenruhe, die bei einer Beschlagnahme der Tonträger wohl ebenfalls in Frage stünde?

Mommy, can i go out and kill tonight? Die App, auf die alle Nazis gewartet haben! Wer kennt das nicht: man hängt mit seinen tumben Kumpels rum, säuft, hat die vierzehn Wörter schon gewechselt, die man fehlerfrei herausbekommt und würde nun gerne Neger, wahlweise Schwule klatschen. There’s an app for that! Man lädt das kostenlose Grindr, das freundliche GPS ermittelt die nächsten Tunten und vor fröhlicher Baseballschlägeraction steht nur noch ein wenig Kontaktaufnahme via Chat. Selbst eine Sexpartner-Ortungsapp kann man zweckentfremden, und man verzeihe mir meinen Kulturpessimismus, selbst wenn der Freitag bereits enthusiastisch eine Hetero-Version von Grindr fordert.
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Die zweifellos kommenden Hetenvarianten ersparen möglicherweise den Schreck beim Feststellen, dass in 0 Meter Entfernung schon das nächstgelegene schwule Profil zu finden ist. An der Grundproblematik ändert sich nichts: man ersetze nur “fröhliche Baseballschlägeraction” mit “Vergewaltigung” oder, wie es bei 4chan fröhlicher ausgedrückt wird, “Surprise Sex”. Was der Gesetzgeber tut, dazu komme ich gleich. Das Real Life ist jedenfalls etwas anderes als eine beliebige Partnerbörse, und wir werden sehen, was die zweifellos kommenden, weiteren mobilen Dienste dieser Art an Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen. Ficken, ficken, ficken. Es muss an den prüden Apple-Plattformen liegen, irgendwie komm ich immer auf dieses Thema, wenn Antoni Urlaub hat und ich Kolumnen füllen soll.

Aber wenn wir schon beim Thema sind: die schönste GPS-Ortung potentieller Paarungspartner führt nicht zu dauerhafteren Romanzen, wenn die “Chemie nicht stimmt”, und an was macht sich selbige fest? Am Musikgeschmack. Nach meinen letzten Ausfälligkeiten in Richtung iPod und iTunes hatte ich einige Zeit ein permanentes Geräusch im Ohr, das wie “Aber Richie, intelligente Playlisten!” klang. Ignorieren ging nicht, also macht man sich Gedanken. iTunes kann bekanntermaßen ebenfalls zu last.fm scrobbeln, und nun kommt die große intime Preisfrage: wer unter der werten Leserschaft hat a) einen Scrobbler laufen und b) noch nie überlegt, ob der laufende Song der eigenen Imagepflege abträglich ist? Zu meinen Scrobbelzeiten ertappte ich mich häufiger beim Gedanken, Album $albumname lieber nicht zu spielen oder last.fm auszumachen, denn was sollen denn die Leute denken, die meine Playlist sehen? Daher, Wunschfeature für iTunes 10: ich will eine Trackverwaltung, die einzelne Songs und Künstler vom Scrobbler-Plugin von last.fm ausnehmen kann. NIN und Neurosis ist ok, aber wenn die Welt erfährt, dass ich heimlich Covenant gespielt habe, dann ist das schlecht fürs Image.

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“Mr Jobs, übernehmen sie” – mit diesem Satz beschloss ich den letzten Absatz, den ich – ich schwöre! – einen Tag vor dem Apple Special Event und dem verzichtbaren Erscheinen dieses Unfalls von Apples neuem sozialen Musiknetzwerk namens “Ping” geschrieben habe. Deswegen ist er jedoch längst nicht überholt, eher anders aktuell, was mich zum vorletzten Songtitelmotto dieser Kolumne bringt: Braineaters. Wir leben in Deutschland, und hier wird nun mal alles durch die Politik geregelt. Diese hat sich nun an einer Regulierung der Recherche in sozialen Netzwerken versucht, die dämlicher ist als alles, was bisher in Sachen Netzpolitik verbrochen wurde. Bei XING darf der Personaler stöbern, bei Facebook nicht und auf Myspace nur bei Musikern und Musikkritikern. So ungefähr die Kurzfassung eines überflüssigen und nicht kontrollierbaren Gesetzesentwurfs, der die Privatsphäre bei Jobbewerbungen schützen soll. Als bekennender Bewerbernamensgoogler will ich es nicht beim Statement belassen, dass Leute ohne Saufbilder bei StudiVZ wohl auch sonst kein Leben und keine Freunde haben und aller Wahrscheinlichkeit nach Scheißtypen sind. Nein, ich setze noch einen drauf und sage: solange ich was mitzureden hätte, wird niemand eingestellt, dessen last.fm-Profil auf schlechten Musikgeschmack hinweist. Daher nochmals: Wir brauchen kein Ping, ein iTunes mit Scrobbelverwaltung muss her! Auch Lady Gaga-Hörer sollen eine Arbeit kriegen dürfen, solang sie ihr Laster nicht öffentlich breittreten.

[singlepic id=9515 w=200 float=right] Nur wird man das niemals dem Gesetzesgeber klarmachen können. Ich bin mir sicher, dass der Dialog zwischen Netzexperten und “Netzpolitikern” permanent daran scheitert, dass man beim Anhören letzterer schlagartig dümmer wird. Man hört zwei Sätze und schwupps, ist man verblödet. Irgendwann lade ich mir ein eigenes Deutschland bei Ikea runter und mach dort alles anders. Mit der jüngst erschienenen App geht das sogar.

Last Caress. Zum Schluss gibts für mich wohl wieder Haue, weils Werbung sei: aber hey, wenn für nen Blogeintrag schöne Accessoires verschenkt werden, dann kann man das aufs Wochenende auch nochmal weitererzählen. Insbesondere die App-Magnete sind allerliebst, ich hätte zugegebenermaßen gern noch ein Grindr-Icon. Dass iTunes im alten Look an meinem Kühlschrank klebt, stört mich indessen gar nicht. Und wer mich deswegen nun nicht mehr mag, darf einstimmen in den Rausschmeißer für heute. Ich weiss, das Original ist besser, aber es ist das einzig vernünftige Cover von Metallica überhaupt.

Schönes Wochenende.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 5 Kommentar(e) bisher

  •  @Korrupt sagte am 4. September 2010:

    Kolumne: Death comes ripping: http://macnot.es/47980 <- ich hatte Spaß.

    Antworten 
  •  @dobschat sagte am 4. September 2010:

    Ich auch :) RT @Korrupt: Kolumne: Death comes ripping: http://macnot.es/47980 <- ich hatte Spaß.

    Antworten 
  •  thb sagte am 4. September 2010:

    boah alter !
    wer bist du denn ?
    und wat willste uns hier mit diesem
    hingeschluderten text sagen ?
    echt unlesbar !!

    mfg

    thb

    Antworten 
  •  @crucible1965 sagte am 4. September 2010:

    Kolumne: Death comes ripping: http://macnot.es/47980

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  •  brian sagte am 4. September 2010:

    guter musikgeschmack ;)

    Antworten 

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