MACNOTES

Veröffentlicht am  11.09.10, 8:10 Uhr von  

Kolumne: Festplattenheizung und Blinkenlights

Scheiße, facebook.Apple dissen ist fast ebenso lame wie übers Wetter zu kolumnieren, kombiniert gehts aber. Für die kalte Jahreszeit ist Apple-Hardware größtenteils ungeeignet, für mich jedenfalls. Denn irgendwann will ich meine Wohnung allein mit Servern und RAID-Arrays heizen und per globalem Scandisk die Temperatur hochregeln. Stromsparende Apple-Laptops sind da schlicht ungeeignet, ich prangere das an. Weiter stört die niedrige LED-Dichte auf Apple-Hardware angesichts der kürzer werdenden Tage.

Vor den wirren Wohnungsgestaltungsideen aber die Wochenaufreger. Bislang wurde über Googles Instant Search insbesondere unter dem Blickwinkel diskutiert, was die neuen, sofort aufklappenden Suchergebnisse Googles für Adwords-Kunden und Suchmaschinenoptimierer bedeuten, die implizite Relevanz von Firmen- und Produktnamen, die Google via Reihenfolge der Wortvorschläge vermittelt, wurde weniger betrachtet.

[singlepic id=9696 w=200 float=left] Dabei ist schon am Anfang des Google-Alphabets der Aufreger schlechthin zu finden. Aldi vor Apple. Was will Google damit zum Ausdruck bringen und vor allem: was tut Marktkauf? Microsoft zu schlagen, sollte dann doch zumindest drin sein. Zu AOL will ich gar nichts sagen, das ist einfach gruselig. Die ARD wiederum bringt mich zum Phänomen “Depublizierung”, das noch immer längst nicht die Aufmerksamkeit hat, die es verdient. Nach wie vor fliegen öffentlich gebührenfinanzierte Inhalte aus dem Netz.


 
Genug von Google-Suchergebnissen für “A”. Bei anderen Buchstaben siehts besser aus, immerhin. Insbesondere das I hat Apple gepachtet, auf “IP” hat man gar ein Quasimonopol.

[singlepic id=9698 w=200 float=left] [singlepic id=9697 w=200 float=right]
 
Ein schönes Google-Alphabet dichtete man, wo sonst, auf Boingboing.

A is for Amazon, to get all your books.
B is for Bank of America, which holds all your crooks.
C is for Craigslist, no services adult.
D is for Dictionary, to define your result.
E is for eBay, to spend all your cash.
F is for Facebook, web pages like trash.

[singlepic id=9688 w=225 float=right] Komisch, eine Woche voller iPods, und ich rede nur über Google. Neben der appletechnisch weniger spannenden Instant Search dringt der Suchmaschinenriese weiterhin auf bislang apple-dominierte Geschäftsfelder vor. Was nichts schlechtes sein muss – dass der Android-Marktanteil im Smartphonesektor größer als der Apples ist und weiter steigt, wird von manchen ja als Anlass dafür angesehen, dass Apple endlich die Entwicklerbestimmungen in Sachen iOS-Apps gelockert hat. Neben den knallharten Smartphonemärkten scheint neben Apple nun auch Google außerdem “one more hobby” zu pflegen: Google TV soll 2011 kommen. Ist das die “Therapie gegen das Apple-Virus”, von der Acer-Gründer Stan Shih diese Woche sprach? Apple sei ein Virus, der PC-Markt sowas wie die Therapie dagegen. Das ständig aggressiv mutierende Applevirus werde vom PC-Markt aber wahrscheinlich isoliert – “evolutionär” wachsende Märkte seien immer stärker als der gewesen als der “revolutionäre” Ansatz, der von Apple verfolgt werde. Eine schöne Metaphernspinnerei, bei der man gern mitspinnen möchte – Shih als Acer-Gründer ist dann vermutlich das Agar-Agar in der Petrischale, die ihm leider mitsamt der darin gezüchteten Rechnerbakterienkultur und einigen Tassen beim Digitimes-Interview aus dem Schrank gefallen ist.

Zum Wetter. Ein befreundeter Sysadmin schickte vor Jahren mal eine Beschwerdemail zum deutschen Wetterdienst, besseres Wetter kriegte er keins, aber eine freundliche Einladung zum Kaffee, sollte er im Lande sein. Wen die aktuellen Temperaturen stören, muss selber Hand anlegen. Ökologisch sinnvolle, stromsparende Hardware ist unter anderen Gesichtspunkten selbstredend eine wunderbare Sache und niemand wird sich ernsthaft beschweren wollen, dass man sich an aktuellen Apple-Laptopgenerationen nicht die Oberschenkel verbrennt. Aber selbst ein iPad-beheiztes Kopfkissen, auf dem man nach der Gutenachtlektüre entspannt einschläft, ersetzt nicht die schummrige Wärme in der Rechnerecke nach zwei Stunden Egoshooter. [singlepic id=9695 w=225 float=right] Statt zu wärmenden, festplattenintensiven Defragmentierungen wird einem für den Mac gar zur kommandozeilenbasierten Systemoptimierung geraten, bei der es einem allenfalls anschließend kalt den Rücken herunterlaufen wird.

Die bereits erwähnte Festplattenheizung ist auch bedingt durch den Trend zum NAS im Keller nicht mehr ganz aktuell. Google-Suchen nach Festplattenheizungen fördern gar tatsächlich beheizte Festplatten für Outdoor- und Militäreinsatz zu Tage. Warme Rechner gegen kalte Tage: bei Apple eher Fehlanzeige. Bei aller Liebe: zuhause heize ich immer noch mit Windows.

Die Time Capsule krankt gleich unter zwei Defiziten in Sachen rechnerzentrierter Wohnungseinrichtung. Ein weiteres Fernziel meinerseits besteht in einem komplett LED-beleuchteten Weg vom Bett bis zum Bad, der auch bei ausgeschalteter Beleuchtung einen nächtlichen Toilettengang ausreichend erhellt. Mit Apple-Gerät kaum zu schaffen, da muss man zu Horstboxen und Netgear-Routern greifen. Wo bleibt eigentlich das Positive? Gute Frage angesichts der Konfrontation mit metallic-pinken iPod Nanos. Tuts ein Pferd im Apple-Store?
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Sorry, mehr Schönes ist die Woche im Netz nicht passiert. Heute gibts außerdem keinen Rausschmeißer, sondern stattdessen ein wenig abschließende Agitation und Propaganda. Heute Mittag ist in Berlin die “Freiheit statt Angst”-Demonstration. Man soll als Demonstrant dort nicht einmal mehr anlasslos von der Polizei gefilmt werden, preist die gnädige Obrigkeit! Jedenfalls: Hingehen macht die Welt besser, und wer fernab von Berlin sein Dasein fristen muss, international geht einiges zum Action Day “Freedom not Fear”. Auch jenseits der Demo gibt es genügend Möglichkeiten, sich zu beteiligen.

Schönes Wochenende.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 14 Kommentar(e) bisher

  •  @ubahnverleih sagte am 11. September 2010:

    RT @Macnotes: Kolumne: Festplattenheizung und Blinkenlights http://macnot.es/48618

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  •  f2b sagte am 11. September 2010:

    naja mit ein paar x-serves mit dualem netzteil und passendem hdd-array garniert mit ein paar 12-kern mac pros und neuen cinema displays samt angeschlossenem macbook pro dürftest du deine bude sicherlich arm bekommen. was sich die teile an strom genehmigen find ich schon nicht mehr grün…

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  •  JB sagte am 11. September 2010:

    Ja, Macs sind richtig schlecht. Mein Hund beschwert sich schon seit Jahren: http://www.heise.de/ct/schlagseite/2002/25/gross.jpg

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  •  Horst rudolf sagte am 11. September 2010:

    Bin zwar selber Kolumnist, aber “apple dissen” und….”lame” etc., da verstehe ich trotz 5 Fremdsprachen nur Bahnhof. Da wird wohl im Suff getextet, oder ist das nun Deutsch?
    HR, derzeit aus Asien, wo Chinesen etwa auch so Englisch schreiben – die sollten dann wirlich unsere Jobs uebernehmen und wieder Rechtschreibung einfuehren – wai nong?

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  •  myPod sagte am 12. September 2010:

    @Horst rudolf
    Musik ist Kulturgut, richtig? Müsste eigentlich, denn Videospiele sind es auch. Jedenfalls machen Rapper gerüchtehalber auch “Musik” und wenn diese sich “dissen”, dann bedeutet dass, dass sie sich in freundschaftlichen Absichten beschimpfen. Und “lame” kommt aus einer ähnlichen Ecke und bedeutet so viel wie “lahm”. Was dir ein Wörterbuch (wie leo.org) bestätigen würde. “to dis somebody” steht übrigens auch drin. :)

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  •  rj sagte am 12. September 2010:

    Horst Rudolf, jeder, wei er mag, aber ich kolumniere stocknuechtern :) Terminologie… ich bin alles andere als ein “Spraschbewahrer” und freu mich eigentlich imer ueber Moeglichkeiten, sich bei diversen Slang- und Szenesprachen zu bedienen. Den Diss, nun ja, wie gesagt, Hiphop. Mit “lame” muesst man im Netz aber klarkommen. Und – nimms mir nicht uebel, ich meins nicht boese – grade als Kolumnist wuerd ich dir eine Haltung dahingehend empfehlen, dass man sich drueber freut, auf neue, farbige Begriffe zu stossen, statt als erstes mal prophylaktisch Scheisse zu bruellen. Die machen die Sprache wie auch das Dasein bunter und lustiger.

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  •  at sagte am 12. September 2010:

    Wenn ich ein Wort nicht kenne, führte mich mein erster Weg schon zu Schulzeiten an eine Quelle, die mir erklärt hat, was es mit dem Wort auf sich hat. Das gilt auch für fremde Sprache, warum soll ich es dann bei der Muttersprache anders machen? Die allermeisten von uns haben nen aktiven Wortschatz von knapp 10T Wörtern, passiv sind’s 90T aber der Duden alleine gibt mehrere Hundertausend her. Sollte dem Horst zu denken geben.

    Es gibt zwei Möglichkeiten, man kann immer auf alle Rücksicht nehmen und Texte schreiben, die dann vor Konformität nur so glänzen, aber dann liest du überall dasselbe. Oder aber du hältst dich halt nicht daran und dann bist du mit solchen Horsten konfrontiert.

    Ach und Horst: Wenn du gefragt hättest, wäre Richard der erste gewesen, der dir eine helfende Hand geboten hätte. Aber wir wissen’s ja nun schon zu Genüge, kritisieren geht halt viel leichter von der Hand, das hat was Pseudo-Erhabenes an sich. Komisch, dass jemand, der sich mit Technik “anscheinend” nicht derart auskennt, dass ihm die Begriffe fremd sind, gleichwie noch dazu in China verkehrt, sich die Zeit genommen hat, die Kolumne eines Tech-Magazins zu lesen und darüber hinaus noch die Zeit hatte, sich zu beschweren. Mensch Horst, muss dort drüben echt trist sein.

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  •  Thomas sagte am 12. September 2010:

    Vielen Dank für das bescheuerte Bild mit dem Terminal-Befehl. Ich Vollidiot habe ihn ausgeführt und nun ist meine Mac OS-Installation zerschossen! Ich sitze gerade in England und habe weder meine Snow Leopard-DVD, noch mein Backup mit mir.

    Das war garantiert das letzte Mal, dass ich diese Seite besucht habe. Die Leute an der GeniusBar konnten mir nicht helfen und nun darf ich mir hier für 30 Pfund eine SL-DVD kaufen, damit ich überhaupt weiterarbeiten kann, bis ich im Oktober zurück nach Deutschland fliege…

    Wie wäre es mal mit einer anständigen Warnung, die man überall gut sehen kann, bevor man so ein Bild postet!?

    sehr lust…..

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  •  Thomas sagte am 12. September 2010:

    ach ja, zig Gigabytes mit DSLR-Fotos sind nun im Daten-Nirvana…
    Das ist so rücksichtslos, als wenn man auf einer Windowsseite eine .exe-Datei mit Trojaner zum Download anbieten würde.

    Wer nicht aufpasst, der hat das Nachsehen…

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  •  myPod sagte am 12. September 2010:

    @Thomas
    Bei Windows hat man immer “format c:” angegeben ;)
    Bei Systemen wie Mac OS X eines ist, sagen wir “Unix”, ist es so, wie es sein soll. Es hält dich nicht davon ab, dumme Dinge zu tun, denn sonst würde es dich auch davon abhalten, coole Dinge zu tun. _Gerade_ in einer Kolumne und der Befehl, inkl. der ironischen Erklärung, stand nur im Bild und eben nicht im Fließtext, sollte man enorm vorsichtig sein. Das ist wie beim 1. April, da kann man auch nicht heise.de lesen, ohne alles genau nachzuprüfen, weil man gar nicht weiß, was nun wahr ist und was der komische Scherz.

    Außerdem wurde im Text gewarnt:

    bei der es einem allenfalls anschließend kalt den Rücken herunterlaufen wird.

    Rate mal, warum es “kalt den Rücken herunterläuft”, wenn man es doch macht?

    Antworten 
  •  lololol sagte am 12. September 2010:

    lol, apple user sind ja echt hell :D Hauptsache fancy bullshit gekauft

    Antworten 
  •  Freundschaft sagte am 12. September 2010:

    “Once a macfag, always a macfag.„
    — Tyler Pittman, ED Mailing List.

    “HURR DURR I’M AN ELITIST MACFAG, SO I PREFER SHIT OVER ICE CREAM.„
    —Typical mac user

    “If I had the choice between being gay and owning a Mac, I would rather be gay because if I owned a Mac, I would be both gay and own a horrible computer.„
    —Reliable source

    noch fragen?

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  •  Frodoo sagte am 13. September 2010:

    Einige Unix-Befehle sollte man auch als Appleuser kennen.
    Das Bild ist auf jeden Fall nett ;)

    Antworten 
  •  eltomato sagte am 17. September 2010:

    @Thomas:
    Aber er is doch jetzt schneller, oder nich?
    Es hält also was es verspricht :P

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