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Veröffentlicht am  28.09.10, 17:11 Uhr von  

Great Adventures: Lost In The Mountains für iPad im Test

Great Adventures: Lost In The MountainsNach der PC-Version haben sich die Entwickler von Fenomen Games an der iPad-Version ihres Point-And-Click-Adventures Great Adventures: Lost In The Mountains versucht. Wir verraten euch, ob das Genre sich auf dem iPad umsetzen lässt.
 

Versunken im Schnee

Zu Beginn müsst ihr euch zwei aus sechs Charakteren aussuchen, einen männlichen und einen weiblichen. Je drei stehen zur Verfügung – die Wahl, die ihr trefft, hat auf das Spielgeschehen aber sonst keinen Einfluss. Der weibliche übernimmt dabei die Rolle des zierlichen Wissenschaftlers, der zudem noch geschickt ist, während der männliche für’s Grobe sorgt. Er ist Mechaniker und stark. Die Charaktere haben sogar Namen, diese werden jedoch erst im abschließenden Dialog genannt.
[singlepic id=9925 w=thumb float=right] Ihr seid auf dem Weg ins Wise Rock Berghotel. Hier sollte eigentlich euer Vater einen Vortrag halten, doch aufgrund des Schneesturms wurde die Konferenz abgesagt und alle Anwesenden evakuiert. Der Vater war leider nicht unter den in Sicherheit gebrachten, was Grund zur Sorge darstellt. Hier steigt ihr ins Geschehen ein.
 

Präsentation

[singlepic id=9924 w=thumb float=left] Great Adventures: Lost In The Mountains kann hier gut punkten. Die Präsentation ist gelungen. Bewegte 3D-Sequenzen gibt es zwar nur im Intro und im Abspann, das gleicht jedoch die liebevoll gestaltete isometrische Ansicht gekonnt wieder aus. Gesteuert werden die beiden Protagonisten durch Antippen der Zielposition oder mit Drag-And-Drop. Lediglich mit einigen „Flüchtigkeitsfehlern“ hat das Spiel zu kämpfen, so ist ständig die Rede von der linken Maustaste, die es auf dem iPad natürlich nicht gibt. Bei manchen Erklärungen geht dem Spiel sogar der Bildschirm aus und die Botschaft wird am Rand abgeschnitten. Dies ist aber nicht tragisch, denn bei den für die Story relevanten Nachrichten passiert dies glücklicherweise nicht.
[singlepic id=9923 w=thumb float=right] Die Benutzeroberfläche ist relativ klar gegliedert. Unten gibt es eine Art Dock, das das Inventar beinhaltet, am oberen Bildschirmrand finden sich die beiden Herrschaften mitsamt ihren mentalen Zuständen abgebildet sowie eine Mini-Map und die Etappenziele.
 

Ein bisschen Sims

[singlepic id=9921 w=thumb float=left] Unsere Helden sind Menschen und deshalb haben sie Bedürfnisse. Wofür genau sie sich ausruhen, ernähren und unterhalten werden wollen, konnten wir nicht abschließend klären, wahrscheinlich aber um die Spielzeit künstlich etwas nach oben zu treiben.
Schlafen können die Protagonisten auf der Couch. Alternativ vertreibt ein Schluck Kaffee die Müdigkeit. Für das leibliche Wohl sorgt entweder der Kühlschrank oder später im Spiel eine Kartoffelchips-Tüte. Gegen die Langeweile hilft wahlweise der Fernseher, die Musikanlage, der GameBoy oder das Spielen an sich. Ab der Hälfte des Spiels befinden sich GameBoy, Chipstüte und Kaffee im Inventar, sodass dann der Aspekt der Spielzeitverlängerung nicht mehr greift.
 

Rätselraten

[singlepic id=9926 w=thumb float=left] Wie üblich bei einem Point-And-Click-Adventure müssen bestimmte Dinge gefunden werden, die durch Kombination ein Rätsel lösen. Das gelingt Great Adventures: Lost In The Mountains ganz gut, vor allem, weil das Spiel Indizien, die zur Lösung beitragen, zwar relativ freiwillig präsentiert. Diese ergeben allerdings erst viel später Sinn. Für alle, die ein paar Defizite in ihrem Kurzzeitgedächtnis aufweisen, wurden Hundeknochen versteckt. Drei von ihnen ergeben einen Tipp. Sam, das Haushündchen der beiden eilt dann auf Wunsch zur Hilfe, die Denkblase über seinem Kopf verrät, um welches Teil es geht und der Zielort von Sam offenbart, wo es gebraucht wird. An der Stelle hatte sich bei uns oft das „Ach, da war doch was …“-Gefühl breit gemacht, was aber nicht als Kritikpunkt zu verstehen ist.
Um Safes zu öffnen, ist meist ein komplexeres Rätsel zu lösen. Oft wird eine Frage gestellt und aus einem Pool möglicher Buchstaben muss die Antwort zusammengetippt werden. Aber es gibt noch weitaus “coolere” Rätsel, die in ihrer Idee klasse sind. Insgesamt ist gerade die Art Rätsel relativ aufwändig gemacht, aber nicht sehr kompliziert.
 

Eindrücke

[singlepic id=9920 w=thumb float=left] Im Spiel habt ihr ein Außengelände, zwei Hauptgebäude und ein kleines Häuschen, das aber nur für die eine oder andere Schaltung zuständig ist. Das Spiel ist so konzipiert, dass ihr in die Häuser hineinsehen könnt, wenn ihr sie zum ersten Mal betreten habt. Der Blick auf verschlossene Räume wird ebenfalls erst beim Öffnen einer Tür gewährt.
Da man die meiste Zeit im Hotelkomplex verbringt und die Story nur mühsam vorwärts kommt, entsteht schnell der Eindruck, dass es wohl noch eine Menge zu entdecken gibt, doch der Schein trügt. Tatsächlich ist der Titel nach wenigen Stunden, in unserem Fall knapp vier, bereits vorbei und außer den Gebäuden, die man relativ zeitig schon bewundern kann, gibt es keine anderen Lokalitäten, in denen man sich aufhalten kann. Noch etwas dramatischer wird dieser Eindruck, wenn am Ende das Funkgerät zusammengebaut wurde. Dann nämlich, achtung Spoiler, folgt ein Anruf bei der Polizei, die den Hubschrauber vorbeischickt, in dem der Vater sitzt. Da sich der Spieler jedes noch so kleine Indiz, das zur Lösung des Falls beigetragen haben könnte, mühsam erarbeiten musste, wirkt das Ende schon etwas lieblos. (Spoiler-Ende)
Deshalb kann man die Story leider als belanglos abtun – was, von der Enttäuschung aufgrund der Erwartungshaltung abgesehen, den Spielspaß aber nicht wirklich schmälert.
 

Sound

Der Klang ist recht überschaubar. Es gibt für bestimmte Situationen einige wenige Sound-Loops. Die Hintergrundmusik für die Rätsel wirkt etwas deplatziert, weil sie eine recht traurige Stimmung vermittelt, ansonsten leidet der Soundtrack nur an Abwechslungslosigkeit, ist sonst aber okay.
 

Fazit

Great Adventures: Lost In The Mountains für iPad ist ein kurzweiliges Spiel. Es leidet an einigen Ecken und Enden, zeigt aber, dass das iPad sehr wohl geeignet ist für derartige Point-And-Click-Adventures. Wer über die etwas enttäuschende Story hinwegsehen kann, findet für 1,59 Euro ein recht empfehlenswertes Spiel, das nicht einmal zu teuer ist. Der Wiederspielwert ist Adventure-typisch, faktisch nicht gegeben. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall und je nach Verwendung der Hundekuchen fällt der Schwierigkeitsgrad zwischen relativ einfach und knackig schwer aus, sodass für jeden etwas dabei sein dürfte.

3,5/5Testurteil: 3,5/5 Macs
Bezeichnung: Great Adventures (Affiliate)
Hersteller: Chillingo
Preis: 1,59€

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