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Veröffentlicht am  29.09.10, 13:40 Uhr von  Stefan Keller

GTA: Chinatown Wars für iPad im Test

Grand Theft Auto: Chinatown Wars HD“Chinatown Wars für alle!” – etwas Ähnliches hat sich Rockstar Games wohl gedacht, als es darum ging, das ursprünglich für Nintendo DS konzipierte Spiel, dann auf Sonys Handheld PSP zu portierten und schließlich für iPhone und iPod touch umzusetzen. Anderthalb Jahre nach dem Nintendo-DS-Debüt können sich die Fans nun auf das wahrscheinlich schönste Chinatown Wars freuen – fürs iPad.
 

GTA wie man es kennt

[singlepic id=9927 w=thumb float=left] Wir haben die iPhone-Version schon getestet und bei der Gelegenheit die Geschichte von Grand Theft Auto: Chinatown Wars ausführlich breitgetreten. Deshalb hier das Wichtigste noch einmal in Kürze: Ihr spielt Huang Lee, dessen Vater ein Bandenchef in Liberty City, dem Schauplatz des Spektakels, ist. Er soll ein Familienerbstück, das Schwert „Yu Jian“, seinem Onkel Kenny geben, damit er es einer anderen Gang in der Stadt schenken kann, um die Hackordnung unter Gangstern aufrechtzuerhalten. Bereits am Flughafen wird Huang überfallen und später samt Auto im Fluss versenkt. Doch ihr könnt gerade noch die Scheibe einschlagen und euch befreien – das Intro ist vorbei und ihr übernehmt nun endgültig die Kontrolle.
 

Mission erfüllt

[singlepic id=9928 w=thumb float=right] Liberty City ist der Ort des Geschehens. Kennern ist diese Stadt bereits in GTA III und GTA IV untergekommen. Von der Größe her ist das Handheld-Liberty City in etwa wie jenes aus GTA III ausgelegt, während die eigentliche Stadt eher derjenigen aus GTA IV gleicht. Die Ähnlichkeit zum realen New York ist angeblich rein zufälliger Natur.

Wie auch in den anderen Umsetzungen gibt es rund 60 Missionen, die die Story vorantreiben. Außerdem könnt ihr euch an einer Reihe von Nebenmissionen ausprobieren. In Liberty City gibt es acht Zufallsbegegnungen mit Leuten, die Huang um Hilfe bitten. Fans der Serie werden zudem die Krankenwagen- und Taxifahrten, Polizei- und Feuerwehrmissionen wiederfinden. Mini-Jobs, die es in älteren Teilen noch nicht gab, sind ebenso vorhanden: Tattoo-Künstler für Gangster, Drogen-Lagerhäuser überfallen und Nudeln ausliefern, um nur einige zu nennen.
 

Geld her

[singlepic id=9929 w=thumb float=left] Um die Wege kurz zu halten, empfiehlt es sich, ein paar Häuser zu kaufen. Leider sind diese nicht billig und mit “ehrlicher” Arbeit (sofern man die Gangster-Aktivitäten so nennen möchte) ist die Finanzierung erst spät bis gar nicht sinnvoll möglich. Dafür hat Rockstar dem Spieler einige mehr oder weniger lukrative Verdienstmöglichkeiten organisiert. Es gibt diverse Kioske, die Rubbellose verschiedener Anbieter verkaufen. Es gibt zum größten Teil Geld (zwischen Kaufpreis des Loses und 1000 Dollar), ein Haus, Lebensmittel bei Burgershot sowie Waffen und kugelsichere Westen bei Ammunation. Letzteres ist insofern lukrativ als Ammunation eigentlich ein Online-Versandhandel ist, der eine Zeit für die Lieferung braucht. Unrealistisch viele Lose gewinnen, und also lohnt sich das Rubbeln.

Molotov Cocktails werden bequem an der Tankstelle gekauft – man nehme eine Flasche, fülle sie mit Benzin und stecke einen Lappen hinein. Rockstar Games hat das in ein Mini-Game gepackt, was wir recht witzig fanden.
[singlepic id=9930 w=thumb float=right] Relativ früh im Handlungsverlauf wird der Spieler mit dem Drogenhandel vertraut gemacht. In der gesamten Stadt tummeln sich 80 Dealer, die ihren Stoff unters Volk bringen wollen. Es gibt dabei sechs Arten, nämlich Ecstasy, Haschisch, Heroin, Kokain, LSD und Valion. Hat man sich einmal bei den Dealern einen Namen gemacht, kommen die besten Angebote (und Nachfragen) postwendend per E-Mail. In einer kleinen Zwickmühle befindet sich der Spieler dahingehend, dass die Dealer meist per Überwachungskamera beschattet werden und deshalb nach fast jedem Deal die Polizei anrückt. Man kann diese Kameras zerstören, doch ohne sie ist zwar das Risiko geringer aber damit die Gewinne ebenfalls kleiner.
 

Kurze Ladezeiten und gute Grafik

[singlepic id=9931 w=thumb float=left] Rockstar Games hat Grand Theft Auto: Chinatown Wars für iPad die Vorteile vom iPhone erfolgreich vererbt. Durch die Speicherung im Flash-Speicher des Geräts sind die Ladezeiten fast nicht vorhanden und die Grafik ist sogar etwas besser geworden. Das allerdings weniger durch neue grafische Effekte, sondern eine höhere Auflösung der Texturen. Richtig punkten kann die iPad-Version generell durch die Auflösung: Während die iPhone-Version eher breit als hoch ist (und man meist nach oben fährt, also nicht viel sieht), ist das iPad beinahe quadratisch. Ihr seht also viel weiter im Voraus, wie die Straße weiter geht und welche Hindernisse kurzfristig auf euch warten. Da aber die Pixeldichte auf dem iPad geringer ist als auf dem iPhone, fällt stärker auf, dass auf eine Kantenglättung verzichtet wurde.
[singlepic id=9934 w=thumb float=left] Leider hat das iPad zuweilen Probleme die Framerate konstant zu halten. Dabei sind Explosionen augenscheinlich nicht einmal ein Problem, die Slowdowns traten in unserem Test eher zufällig auf. Das gibt einen kleinen Abzug in der B-Note, ist insgesamt aber verschmerzbar, denn das Spiel blieb im Test dennoch gut spielbar.
 

Steuerung wie auf dem iPhone

[singlepic id=9932 w=thumb float=right] An der Steuerung hat Rockstar Games im Vergleich zur iPhone-Version nichts verändert. Ohne Auto steuert man über einen analogen, virtuellen Joystick und im Auto hat man die Wahl zwischen einem Nach-Links- und Nach-Rechts-Knopf und abermals einem Joystick. An der Stelle profitiert der Titel von den Erfahrungen, die Rockstar Games mit der iPhone-Version gemacht hat. Der Joystick ist nun empfindlicher und deshalb eine Empfehlung unsererseits, zumal die beiden Digital-Knöpfe recht weit auseinander liegen und sich deshalb nur schlecht “spontan” treffen lassen. Bei stillstehender Spielfigur gibt es nach wie vor einen Kritikpunkt: Möchte man aus der Position entgegen der Blickrichtung weglaufen ist dies nur mit vorherigem Umdrehen möglich, was Zeit kostet.
 

Mehr Sound

[singlepic id=9933 w=thumb float=left] Am Klang gibt es nichts auszusetzen. Der Ton ist absolut sauber und wird über die internen Lautsprecher gleichermaßen gut transportiert wie über Kopfhörer. Aus den anfänglich fünf auf dem iPhone mitgelieferten Radiosendern sind inzwischen elf geworden (die jedoch auch auf dem iPhone mittels Update nachgeliefert wurden) und wer seine eigene Musik hören will, muss in iTunes eine Playlist mit dem Namen „GTA“ erstellen und dann „Independence FM“ einschalten. Trotz der gestiegenen Hardware-Ressourcen müssen wir uns Cut-Scenes weiterhin selber durchlesen, eine Sprachausgabe existiert auch auf dem iPad nicht.
[singlepic id=9934 w=thumb float=left] [singlepic id=9935 w=thumb float=left]
 

Fazit

Grand Theft Auto: Chinatown Wars für iPad und iPhone nehmen sich fast nichts. Der einzige, herausstechende Unterschied ist die Grafik, die vor allem durch die wesentlich günstigeren Seitenverhältnisse des iPads profitiert. Das Spiel ist eigentlich für unterwegs konzipiert gewesen, entsprechend müsste der Punkt für Mobilität an das iPhone verteilt werden, zumal die Steuerknöpfe besser erreichbar sind. Das iPad glänzt dagegen mit einer deutlich besseren Akkulaufzeit und seiner Größe. Verglichen mit den übrigen Varianten für Nintendo DS und PlayStation Portable sind beide iOS-Versionen jeweils überlegen, obwohl ihnen der Mehrspielermodus fehlt. Dafür sind sie deutlich günstiger.

Wer GTA: Chinatown Wars bereits auf dem iPhone kennt, braucht die iPad-Version nicht unbedingt. Wer mit dem Titel liebäugelt, kann getrost die iPad-Version nehmen, denn sie sieht besser aus.

4,5/5Testurteil: 4,5/5 Macs
Bezeichnung: Grand Theft Auto: Chinatown Wars HD (Affiliate)
Hersteller: Rockstar Games
Preis: 7,99€

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