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Veröffentlicht am  30.09.10, 18:56 Uhr von  Stefan Keller

Gangstar: Miami Vindication – Gamelofts zweiter GTA-Klon für iPhone im Test

Gangstar: Miami VindicationVor gut einem Jahr veröffentlichte Gameloft mit Gangstar: West Coast Hustle die erste Version eines Gangster-Action-Adventures, das an das große Vorbild Grand Theft Auto heranreichte. Mittlerweile müssen sie sich den App Store mit dem Original teilen und versuchen nun mit Gangstar: Miami Vindication ihre Position zu behaupten. Ob das etwas wird, testen wir für euch.
 

Wie Vice City

[singlepic id=9938 w=thumb float=left] Wer die GTA-Reihe kennt, wird gewisse Ähnlichkeiten zu Grand Theft Auto: Vice City nicht verneinen können. Der Spielort ist nun namensgebend Miami und entsprechend schönes Wetter und eine entsprechende Grundstimmung erwartet uns. Damit zieht der Titel von der Westküste aus dem ersten Teil an die Ostküste Amerikas.
Ihr seid als Johnny unterwegs, dessen kleiner Bruder von der Armada-Gang entführt wurde. Ziel nach 75 Missionen ist es, ihn aus deren Fängen zu befreien.
 

Technisch verbessert

[singlepic id=9939 w=thumb float=right] Der erste Teil war seinerzeit am nächsten dran, das bekannte GTA-Feeling auf das iPhone zu transportieren. Dennoch fielen einige kleine Problemchen auf, die zumindest am Anfang den Spielspaß etwas trügten. Gameloft hat sich für den zweiten Teil sichtlich ins Zeug gelegt und viele Kritikpunkte abgeschafft. Allen voran ist die Ladezeit zu nennen, die sich dramatisch verkürzt hat. Einzig bei Spielstart ist etwas Wartezeit einzuplanen, aber lange nicht so viel wie noch beim Vorgänger; das Laden des Savegames erfolgt in unter zwei Sekunden. Dank Multitasking ab iOS 4 bringen nicht einmal Anrufe den Spieler aus der Ruhe – das Spiel pausiert und wird dann ganz normal fortgesetzt. Ebenso wurde das Clipping verbessert: Bäume, Ampeln und sonstiges Füllmaterial der Stadt stellen nun echte Hindernisse dar, die je nach Größe entweder das Auto stoppen oder beim Darüberfahren abknicken.
[singlepic id=9940 w=thumb float=left] Verbessert wurde auch die Grafik insgesamt, es gibt schlicht mehr zu sehen. Gangstar: Miami Vindication versucht zudem, eine weite Distanzdarstellung zu erreichen. Daran scheint die Grafik-Engine aber leider zu scheitern. Es treten häufig Popups auf, also Häuser, die sich erst nach und nach aufbauen.
[singlepic id=9941 w=thumb float=right] Gleichermaßen Fluch und Segen ist die neue Kameraführung. Im Auto können wir durch vertikales Verschieben den Blickwinkel nach vorn ändern, was uns gut gefallen hat, denn diese Einstellung bleibt bestehen (während die horizontale Richtung wieder zurückgesetzt wird). Manchmal allerdings schießt diese Intelligenz der Kamera über das Ziel hinaus. Als Beispiel sei eine Mission genannt, bei der wir mit einem Boot unter einer Brücke anhalten müssen. Schließlich ist das Boot zu entsorgen. Wir können uns nun entscheiden, ob wir, um nicht selbst an der Explosion zugrunde zu gehen, einen Schritt zurück gehen oder am Boot bleiben. Entscheiden wir uns jedoch für die Deckung, meint die Kamera, selbst nach manueller Änderung, eine “bessere” Position gefunden zu haben – leider sehen wir dann nur, was auf der Brücke passiert. An ähnlichen kleinen Fehlern leidet die Engine leider öfter.
 

Neue Transportmittel und alte Physik

[singlepic id=9942 w=thumb float=left] Ein Wort der Entwarnung geht an all diejenigen, die befürchteten, dass die Physik seit dem ersten Teil überarbeitet wurde. Dem ist nicht so: Ein Frontalaufprall mit einem anderen Auto lässt unseres die Hinterräder abheben und der Blechschaden hält sich stark in Grenzen (was andererseits gut ist, weil man sich seltener ein neues Auto “ausleihen” muss).
[singlepic id=9943 w=thumb float=right] Eine neue Herausforderung für die Physik ist das Wasser. In Gangstar: Miami Vindication könnt ihr nämlich schwimmen. Ein einfaches Seepferdchen reicht jedoch aus, denn das Wasser ist nicht wirklich tief. In Richtung Ozean begrenzt eine unsichtbare Pixel-Wand die Spielwelt, sodass akute Ertrinkgefahr nicht besteht. Autos können übrigens ebenfalls durch Wasser fahren, werden dabei jedoch schrecklich langsam. Sobald der Boden nicht mehr feucht ist, geht es jedoch in gewohntem Tempo weiter.
[singlepic id=9944 w=thumb float=left] Im zweiten Teil hat Gameloft dem Spiel eine Reihe von neuen Fahrzeugarten spendiert. Neben vielen neuen Autos findet ihr in Miami auch Boote, Wasserjets, Motorräder und sogar Hubschrauber. Neben der Lenkung im Allgemeinen machen Motorräder und Hubschrauber Gebrauch vom Lagesensor des iOS-Geräts. Der Hubschrauber lässt sich durch die Neigung in eine Richtung steuern, beim Motorrad kann das Gewicht verlagert werden, sodass Wheelies und Stoppies möglich werden. In der Praxis nervt das beim Motorrad aber eher, denn die Nulllinie ist dann erreicht, wenn das iPhone auf dem Tisch liegt – eine klassische Haltung auf dem Sofa veranlasst Johnny dazu, sich ständig nach hinten zu neigen (und irgendwann unsanft sein Gefährt zu verlassen).
Um die Stadt etwas lebendiger zu machen, gibt es nun eine Art Fauna zu bestaunen. Bereits relativ früh im Spiel begegnen wir Krokodilen, die offensichtlich einen Wachhund-Job ausüben, denn sie greifen uns immer an.
 

Mehr Sound

[singlepic id=9945 w=thumb float=right] Für den Umzug an die Ostküste gibt es noch etwas auf die Ohren. Wie im Vorgänger beschallt einer von fünf Radiosendern den Hobby-Gangster im Wagen. Die Musik ist durchaus abwechslungsreich, klingt jedoch stark nach MP3-Artefakten. Ansonsten gibt es gewohnt gute Kost und sogar eine kleine Überraschung, denn die Cut-Scenes sind mit guten, englischen Sprechern synchronisiert. Während die Sprecher ihre Dialoge vorlesen, vermissen wir allerdings eine Lippenbewegung. Sonstige Gestikulierungen sind jedoch vorhanden. Allerdings kommt der Szenenwechsel etwas spät. Nachdem der Dialog vorgelesen wurde, dauert es eine Weile, bis die nächste Szene beginnt. Glücklicherweise kann man diese Zeit überspringen.
 

Open-World-Aktivitäten

[singlepic id=9946 w=thumb float=left] Wie es sich für ein Open-World-Spiel gehört, könnt ihr außerhalb von Missionen die Stadt erkunden und ganz zwanglos allerlei Dinge tun. Aufgefallen ist uns, dass unsere Mitmenschen noch brutaler sind als im ersten Teil. Ein Unfall führt nicht nur dazu, dass wir vom Halter des anderen Wagens verprügelt werden, sondern nun sogar mit einer Pistole attackiert werden.
Nebenjobs sind in Miami ebenfalls vorhanden. Der von GTA verwöhnte Spieler wird hier aber an Entzugserscheinungen leiden, denn in Miami kann man nur Essen ausliefern und Krankentransporte unternehmen. Immerhin gibt es noch versteckte Objekte zu finden, die GTA-Spieler vor allem als versteckte Päckchen kennen, sowie Auszeichnungen für bestimmte Aktionen, die stark an Achievements bei Xbox Live erinnern. Über Gamelofts proprietären Online-Service können diese Errungenschaften synchronisiert werden, sodass Freunde genau im Blick haben, wie weit der jeweils andere gerade im Spiel ist.
 

Fazit

Gameloft hat sich der Kritik im ersten Teil angenommen und die unschöneren Punkte größtenteils ausgebessert. Einzig die Kameraführung ist teilweise etwas eigenwillig, aber das ist wohl verschmerzbar. Was das Open-World-Feeling angeht, ist das originale GTA nach wie vor überlegen, Gangstar bietet dafür eine coole Third-Person-Ansicht in 3D. Die Missionen sind spaßig und haben ihren ganz eigenen Humor, was das Spiel zu einem guten Action-Adventure macht. Vor allem Fans des ersten Teils sollten auf jeden Fall zugreifen.

4,5/5Testurteil: 4,5/5 Macs
Bezeichnung: Gangstar: Miami Vindication (Affiliate)
Hersteller: Gameloft
Preis: 5,49€

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