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Veröffentlicht am  14.10.10, 14:44 Uhr von  Alexander Trust

PES 2011 für iPhone im Test

PES 2011Konami hat vor kurzem PES 2011 in einer neuen Version für iPhone und iPod touch veröffentlicht. Auf den Nachfolger hat man nicht so lange warten müssen, wie einst noch auf PES 2010. Vergleiche haben wir in unserem Review sowohl zum Vorgänger als auch zur Konkurrenz angestellt.

PES 2011 war eigentlich einer der Titel, auf die wir im App Store gewartet haben. Der Grund ist folgender: Auf der GamesCom 2010 hatte der Produktmanager von Konami für Mobile-Produkte, Axel de Rougé, uns das Spiel schmackhaft gemacht. Er ist für die Umsetzung von PES 2011 für iPhone zuständig gewesen – hat auch schon den Vorgänger betreut – , und natürlich hatten wir mit ihm über das Spiel gesprochen, das nun vor uns liegt. Allerdings tat die Erwartungshaltung, die wir aus dem Gespräch mitgenommen haben, PES 2011 in seiner Bewertung nicht gut.
 

Gameplay gut

[singlepic id=10147 w=thumb float=right] Das Gameplay in PES 2011 auf dem iPhone und iPod touch ist gut. Die Animationen der Spielerfiguren wurden überarbeitet und vieles sieht in engen Grenzen realistischer aus. Gameplay und Spieleranimation haben jedoch schon in PES 2010 funktioniert.

Man sei auch auf das Feedback der PES-Community eingangen. Ein Feature, so sagte uns de Rougé, das Fans sich besonders gewünscht hatten, sei der visuell sichtbare Wettereffekt. Konami hatte in PES 2010 schon die Ballphysik integriert, die bei Regen oder Schnee anders reagierte. Doch Regentropfen wollten die Fans “sehen” oder Schneeflocken. Et voilà – es gibt jetzt Wettereffekte visueller Natur.
 

Schiedsrichter

[singlepic id=10146 w=thumb float=left] Nicht nur die Spielerfiguren, sondern auch die Schiedsrichter wurden überarbeitet. Es gibt nun mehr Animationen. Allerdings kriegt man davon nur sehr selten etwas mit. Der Schiri pfeift zwar notorisch häufig, aber selten gibt es einen gelben oder gar roten Karton. Er lässt sich aber eben nur dann blicken, wenn er die Karte aus der Brust- oder Hosentaschen fingert. Entsprechend bekommt man nur wenig vom neuen Glanz mit, ist aber schnell genervt von den unnötig häufigen Einmischungen.
 

Bewegung

[singlepic id=10145 w=thumb float=right] Im Vergleich zum Vorgänger gibt es deutlich zu erkennen einige neue Bewegungsabläufe der Kicker. Auch hat man quasi eine Miniaturausgabe der neuen 360-Grad-Steuerung auf den iOS-Devices implementiert. Wenn man jedoch in sich geht, dann stellt man fest, dass schon im vergangenen Zyklus die Bälle regelmäßig dort ankamen, wo sie hinsollten. Der Spielfluss ist heuer vielleicht einen Tick besser, war aber schon bei PES 2010 gut.

[singlepic id=10144 w=thumb float=left] Anders als bei der Konkurrenz von RF2011 sind die Torhüter hier nicht nur Fliegenfänger. Sie glänzen mit tollen Paraden, oder segeln auch mal daneben. Und die Stürmer schießen aus allen Lagen, können Fallrückzieher oder Kopfbälle ausführen und versuchen sogar den Ball volley zu nehmen. Wer ein Billardtor im Fernsehen gesehen hat, der wird es in Konamis Handheld-Fußballspiel ebenfalls entdecken können. Es kommt zudem vor, dass die Pille an den Pfosten, die Latte oder das Kreuz donnert und nicht ins Tor geht.
 

iPhone 4?

[singlepic id=10143 w=thumb float=right] Die Euphorie über ordentliches Gameplay und schicke Bewegungsabläufe soll uns aber nicht davon ablenken, dass hier nur Änderungen im Detail vorgenommen wurden. Besonders bemerkenswert und zugleich wirklich enttäuschend ist das Fehlen der Unterstützung für das Retina-Display. Als Axel de Rougé auf der GamesCom 2010 davon erzählte, dass man bei PES 2010 als Basis für die Programmierung das iPhone 3G S zugrunde gelegt hätte, hakten wir nach und richtig das iPhone 4, so erzählte er uns, sollte die Grundlage für PES 2011 werden. Dass das aber wirklich so ist, kann man stark in Zweifel ziehen. Visuell hat Konami rein gar nichts für das Retina-Display getan. PES 2011 sieht aus wie der Vorgänger. Die Spielfiguren sind zwar nicht ganz so „Michelin“ wie bei Gamelofts RF2011, doch optisch sind Konamis iPhone-Kicker keine Leckerbissen. Wenn man beim Torabstoß genau hinsieht, meint man sogar, dass Jörg Butt einen Pferdeschwanz trägt.
 

Präsentation?

[singlepic id=10142 w=thumb float=left] Trotz aller Versprechen hinkt Konami in Sachen Präsentation seit Jahren immer den eigenen Ankündigungen und der Konkurrenz hinterher. Während bei RF2011 der Kommentator immerhin vorhanden war aber wie ein Automat klang, fehlt bei PES 2011 ein Audiokommentar ganz; anders bei FIFA11. Die Audiokulisse löst keine Begeisterungsstürme aus, im Gegenteil die Stadionatmosphäre klingt nach einer halben Minute wie eine Platte mit Sprung. Das ist einem PES nicht würdig und besonders bitter, da Axel de Rougé erklärte, die Firmen-Oberen aus Asien wollten eine Marke wie PES auf dem iPhone nicht “verramschen”. Doch sollte man an dieser Stelle nicht nur den Preis im Sinn haben, sondern Qualitätsansprüche formulieren.
 

Champions League

[singlepic id=10140 w=thumb float=right] Wenn man von der Einlaufmelodie absieht und den Emblemen, die die Champions- oder Europa League in PES 2011 zieren, bleibt ansonsten nur noch der Bonus der Lizenzen dieser Wettbewerbe. So kann man mit Werder oder den Bayern als deutscher Fußball-Fan aktiv sein. Doch mit dem Bisschen an Authentizität kann man die restliche Kritik nicht wettmachen.
 

Multiplayer

[singlepic id=10141 w=thumb float=left] Wer hätte gedacht, dass man das Thema Mehrspieler-Modus mal als Schwachpunkt von PES herauspicken würde: Aus Performance-Gründen hat Konami schon im Vorgänger darauf verzichtet, besonders viele Mehrspieler-Optionen anzubieten. Besonders das Thema Bluetooth kriegen die Japaner nicht in den Griff. Man kann im aktuellen PES 2011 entweder über ein vorhandenes WiFi-Netzwerk oder über eine Ad-hoc-Bluetooth-Verbindung mit einem Freund spielen. Das ist ehrlich gesagt “Durchschnitt”. Gerade das Onlinespiel macht beim großen Bruder auf den Konsolen einen immensen Teil des Stellenwerts aus, den das Spiel bei seinen Fans genießt. Zu direkten Konkurrenz: Gameloft bot bereits in RF10 Online-Multiplayer an und tut es in RF11 ebenfalls. Der Konkurrent FIFA 11 hat aktuell den Multiplayer noch deaktiviert, wird aber demnächst wohl mit Online-Partien an den Start gehen. Hier hat Konami also definitiv das Nachsehen. Schade.
 

Fazit

Das Gameplay von PES 2011 für iPhone und iPod touch ist, wie im letzten Jahr, gut. Es gibt Gründe zum Wechseln, die sich allerdings auf Detailverbesserungen beschränken. Es ist schade, dass Konami sich mit vielen – wenngleich wertvollen – Kleinigkeiten abgegeben hat. Man kann eher von Stagnation denn von Revolution sprechen. Diejenigen, die gehofft hatten, dass das neue PES auf ihrem iPhone 4 eine gute Figur machen würde, können sich direkt von dieser Idee verabschieden. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass sich hier in absehbarer Zeit mit einem Update etwas ändern würde. So wie es aktuell ausschaut, unterscheidet sich das neue Pro Evo optisch kaum vom alten. Das Gameplay bei der Konkurrenz von FIFA11 ist mindestens genauso gut und optisch und in Sachen Präsentation ist EAs Titel eine Klasse besser. Zumindest in dieser Saison – die nächste kommt bestimmt.
 
3,5/5Testurteil: 3,5/5 Macs
Bezeichnung: PES 2011 (Affiliate)
Hersteller: Konami
Preis: 5,99€

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