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Veröffentlicht am  31.10.10, 22:33 Uhr von  

TotalFinder im Test – Finder-Aufsatz für OS X

TotalFinderDer Finder ist ein gescholtenes Kind. Die einen mögen ihn ob seines motivierenden Icons, die anderen hassen ihn, weil er noch immer keine Ordner ergänzen kann. Es gibt zugegebenermaßen viele Baustellen in Apples Dateimanager, von denen TotalFinder einige zu vollenden weiß. Wir haben uns das Tool für euch angesehen.

TotalFinder erfindet das Rad nicht noch einmal, viel mehr schleift er die Ecken etwas ab. Es handelt sich nicht wirklich um ein eigenständiges Programm, sondern einen Aufsatz für Apples Dateimanager. Er bietet derzeit noch nicht viele Funktionen, aber doch einige, die “verwöhnte” Benutzer zuweilen schmerzlich vermissten, beispielsweise die Möglichkeit Systemdateien anzuzeigen. Dafür konnte man mit Bordmitteln nur die Konsole hernehmen, mit TotalFinder werden auch jene Dateien und Ordner angezeigt, die mit einem Punkt beginnen und folglich versteckt sind.
Des Weiteren kann TotalFinder für alle Windows-Umsteiger Ordner am Anfang der Dateiliste anzeigen. OS-X-Standard ist es, Ordner und Dateien zu vermischen und typunabhängig zu sortieren.
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Schluss mit dem Fenster-Wahnsinn

Zu den Aufgaben von TotalFinder gehört es, Ordnung auf dem Desktop zu halten. Statt viele Fenster gibt es mit TotalFinder nur eines, in dem über Tabs die Instanzen angezeigt werden. Damit bleibt die Übersicht deutlich länger erhalten. Auf Wunsch kann natürlich mehr als ein Fenster verwendet werden. Das reicht am nächsten an die Gewohnheiten mit einem Browser heran.
Ganz wie der Norton Commander beherrscht TotalFinder es, zwei Tabs in einem anzuzeigen. Die vom Finder bekannten Sidebars sind dann jeweils an der äußeren Seite zu finden. Diese Ansicht ist unübertroffen, wenn es etwa um einen Vergleich von Ordnerinhalten geht.
 

Erweiterte Funktionen

TotalFinder bietet aber noch andere Funktionen: Eine “Visor” getaufte Funktion ermöglicht es, immer einen Finder griffbereit zu haben. Er versteckt sich am unteren Bildschirmrand und poppt nach Hotkey-Eingabe von dort nach oben. Genauso schnell ist er wieder verschwunden. Das Konzept dahinter ist nicht neu, ein ebenfalls Visor getauftes Tool (vom selben Entwickler) stellt auf diese Art ein Terminal bereit.
Wer oftmals mit anderen Systemen wie Windows oder Linux Daten via Netzwerk oder USB-Speicher austauscht, kennt möglicherweise die .DS_Store-Dateien. Diese speichern die Ordneransicht und Datei-Sortierung, sind aber nur für OS X relevant. Das System erstellt standardmäßig in jedem Ordner eine solche Datei. Mit der Asepsis-Funktion kann TotalFinder all diese Dateien überflüssig machen und die darin gespeicherten Informationen in einer einzigen Datei speichern. Zudem kann verhindert werden, dass diese Dateien im Netzwerk erstellt werden. Ein experimentelles Feature ist es, das System von diesen Dateien zu befreien und die Informationen in den Container zu packen.
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Was TotalFinder noch nicht kann

Es gibt einige Funktionen, die TotalFinder noch nicht bieten kann. Dazu zählt etwa das eingangs erwähnte Ergänzen von Ordnern oder auch das Ausschneiden von Dateien. Letzteres ist jedoch bereits für eine spätere Version geplant. Ebenso wartet eine Kooperation mit dem Terminal auf seine Implementierung.
 

Fazit

TotalFinder macht aus dem Finder noch nicht den perfekten Dateimanager, aber er bringt viele gute Ideen ein, die es wesentlich erträglicher machen, mit dem Finder zu arbeiten. Uns hat vor allem der Dual Mode und Asepsis überzeugt, der niedrige Preis von nur $15 tut sein Übriges dazu.
 
4/5Testurteil: 4/5 Macs
Bezeichnung: TotalFinder
Hersteller: BinaryAge
Preis: $15

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 14 Kommentar(e) bisher

  •  rj sagte am 31. Oktober 2010:

    Ich frag mal an der Stelle noch nach: rennt das Ding stabil? Insbesondere wegen der Tabs hatte ich mir zweimal Betas draufgeworfen (iirc einmal auf Leo, einmal Snow Leo), und beidemale war ich von den Funktionen begeistert, hatte aber immer wieder – zwar selten, aber mit zu nervigen Nebenwirkungen – Finder-Abstürze. Wenn das nun durchrennt, dann brauch ich den auch wieder.

    Antworten 
  •  stk sagte am 31. Oktober 2010:

    Ich habe den jetzt knapp 3 Wochen drauf und viel auch damit gemacht und ich hatte vielleicht 2-3x dass Tabs ihr Hauptfenster nicht getroffen haben (das sah nur komisch aus, keine Ahnung wie das genau zu reproduzieren ist), aber Finder-Abstürze genau 0. Wobei ich auch nicht alles aktiviert habe, was TF so kann…

    Antworten 
  •  tobias sagte am 31. Oktober 2010:

    ich wollte an der Stelle nur mal auf path finder hinweisen, weil das programm so ziemlich all das kann was totalfinder kann und noch einiges mehr, zum beispiel ausschneiden, terminal, taskmanager. totalfinder scheint mir da eine ziemliche kopie zu sein, vielleicht mit etwas besserem design

    Antworten 
  •  @andrewewood sagte am 31. Oktober 2010:

    prüft das morgen mal :o] “@Macnotes: TotalFinder im Test – Finder-Aufsatz für OS X http://macnot.es/51568”

    Antworten 
  •  stk sagte am 31. Oktober 2010:

    Der große Vorteil am TotalFinder ist ja, dass er ein Addon für den Finder ist, das heißt, wenn ich den Papierkorb öffne, wird ein TotalFinder geöffnet. Ich habe die Funktionen also *immer*, wenn *irgendjemand* den Finder öffnet.

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  •  Psy sagte am 31. Oktober 2010:

    TotalFinder läuft seit der 1.0 so gut wie zuverlässig, bin seit den frühen alphas dabei.
    wenn bald noch ausschneiden kommt wirds überragend

    Antworten 
  •  bernd sagte am 1. November 2010:

    Was versteht man unter “Ergänzen von Ordnern”?!

    Antworten 
  •  stk sagte am 1. November 2010:

    Wenn du zwei Ordner gleichen Namens hast (an verschiedenen Orten) und du willst den zweiten Ordner dahin kopieren, wo der erste schon ist, dann kann der Finder den vorhandenen Ordner nur ersetzen. Das bedeutet: Alten Ordner löschen, neuen Ordner dahinkopieren.

    Ergänzen hieße, dass er die Inhalte beider Ordner kombiniert und bei gleichen Dateien fragt, ob er überschreiben soll.

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  •  miesepeter sagte am 1. November 2010:

    bin schon seit längerem während der beta-phase dabei und vollkommen begeistert. v.a. dass er sich eben nur einklinkt und nicht wie pathfinder ein eigenständiges programm ist, macht ihn so effektiv nutzbar. seit 1.0 sortiert er auch in der spaltenansicht die ordner nach oben. ein feature welches sich der autor zur ersten 1.0er aufgehoben hatte. wenn tatsächlich das ausschneiden kommen sollte, dann wirds so langsam aber sicher perfekt.

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  •  Georg sagte am 1. November 2010:

    Ach das ist mit ergänzen gemeint. Das kann ForkLift. “Merge” nennen die das. Ich benutze auch den TotalFinder und bin sehr zufrieden. Aber ich habe für das “heavy lifting” dann doch noch ForkLift. Das kann einfach mehr, zb ftp (und s3 etc), sync-Funktionen, Umbennen vieler Dateien, nen queue für datei-operationen (! Ein Segen, nie mehr 5 Kopiervorgänge gleichzeitig, die die Transferraten einbrechen lassen) und bestimmt noch einiges, was ich noch vergessen habe. Noch ist die Version 2 in der kostenlosen Betaphase, aber wenn das finale Produkt kommt, lohnt sich dort sicherlich auch ein Blick.

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  •  @superglide sagte am 1. November 2010:

    RT @Macnotes TotalFinder im Test – Finder-Aufsatz für OS X http://macnot.es/51568

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  •  XPert sagte am 1. November 2010:

    Einen Knopf für “Eine Ebene aufwärts” wäre mal was..

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  •  peterpansensen sagte am 1. November 2010:

    Finde es viel ärgerlicher (neben der etwas schlechten Performance), dass die Hotkeys zum Umschalten der Sortierung im Finder (Datum, Name, Groesse..) nicht mehr funktionieren. CTRL+CMD+1, CTRL+CMD+2, CTRL+CMD+3 …

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  •  stk sagte am 1. November 2010:

    Hm, bei mir funktioniert das mit den Sortierhotkeys.

    Kannst das mit der Performance näher erläutern?

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