MACNOTES

Veröffentlicht am  4.12.10, 8:58 Uhr von  

Kolumne: 2. Advent

KolumneWiki hier, Leaks dort. Die Panik vor Datenklau und damit die wachsende Datenschutz-Paranoia wird kurz vor dem Fest der Liebe frisch aufgekocht. Besonders schön der Beitrag von der ZDF-Auslandsjournal-Redaktion. Darin werden in einem Aufwasch Apple, Google, Facebook & Co. verteufelt. Da denken sich direkt alle älteren ZDF-Zuschauer (also der Großteil der Zuschauer des ZDF insgesamt), dass diese Firmen aus den USA schon schlimmer seien als die Stasi zu DDR-Zeiten.

Dumm ist der,der dummes tut“. Das Motto von Forrest Gumps Mutter ist hier am besten angebracht. Schließlich kann man zwar seine allerprivatesten Informationen bei Twitter & Co. in die unübesehbare Öffentlichkeit der Internetzwelt posaunen, nur darf man sich anschließend nicht wundern, wenn solche Informationen irgendwann wieder gegen einen verwandt werden. Wahrscheinlich wird auch diese Kolumne bereits von der NSA gespeichert und ich gerate ins Ziel der Fahnder… Also nicht verrückt machen lassen, einfach den gesunden Menschenverstand einschalten. Man kann alles denken, man braucht aber nicht alles auszusprechen oder gar öffentlich niederzuschreiben. Dann ist man ganz klar auf der sicheren Seite. Das haben manche Politiker erst nach dem letzten Wikileak wohl gemerkt.

Wikileaks

Dass ein Ex-Apple-Store-Mitarbeiter einen Blog eröffnet hat und gegen Apple zu schreiben, war so eine dumme Idee. Eigentlich klar, dass Apple diesen Blog dichtmachen würde. Jeder, der mal eine Firma verlassen hat, weiß doch, dass man alles was in der Firma passiert ist, für sich behalten muss. Dafür gibt es sogar spezielle Verschwiegenheitsklauseln, die Apple garantiert jeden unterschreiben lässt. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: viel schlimmer als die Bemühungen um Datensicherheit sind die Sicherheitsvorkehrungen auf Flughäfen. Die mit den Nacktscannern auf die Spitze getriebene Ausleuchtung unserer Privatsphäre ist in der Tat schon eine Unverschämtheit – besonders, weil diese Geräte angeblich krebserregend seien. Die Wahrscheinlichkeit, durch die Körperscanner-Strahlung an Krebs zu sterben, sei höher als die, durch eine Terrorattacke ums Leben zu kommen, errechneten jüngst US-Wissenschaftler. Die unvermeidliche Strahlenbelastung durchs Fliegen wird durch eine vollkommmen vermeidbare Zusatzdosis noch gesundheitsschädlicher. Bald strahlt man im Dunkeln grün. Was soll man tun? Protestieren – ist doch klar, und in der letzten Zeit sowohl angesagt, angebracht als auch immer fantasievoller. Es gibt eine spezielle Unterwäsche, die den sichtbaren Protest in einem Nacktscanner zum Vorschein bringt. Prima, oder?

Nacktscanner

Nun ein paar weniger dramatische Nachrichten: Zum gefühlten ersten Mal seit Bestehen von Stiftung Warentest ist ein Mac-Produkt nicht mit “Befriedigend” abgespeist worden, etwa wegen eines fehlenden 3,5″ Disketten-Laufwerks. Noch erstaunlicher; es hat am besten im Test abgeschnitten und wurde Testsieger! Obwohl der Preis zu Abzügen führte. Nun ja, die Konkurrenz war aber auch nicht besonders. Da waren ein paar All-In-One-Geräte aus der “Günstig-Ist-Geil-Fraktion” im Rennen, die zudem “eher nicht mehr erhältlich” sind… Weshalb tut sich die Stiftung Warentest bei IT-Produkttests eigentlich so schwer?

Schwer hat es auch HTC. Irgendwie schon fast ein Déjà-Vu. Hatte Apple nicht bereits damals auf seiner Antennagate-Webseite so ein Problem auch bei anderen Herstellern bewiesen? Ebenso zum Schmunzeln ist dieser Wired-Beitrag, der diese Woche proklamierte, dass dank iTunes die Zeiten der Musikpiraterie nun zu Ende gegangen sind. Hmm, das dachte man auch von den echten Piraten. Die sind aber anscheinend nicht tot zu kriegen.

Pirates

Für alle, die Ihre Bluray-Sammlung nun auch auf dem Mac sichern möchten, existiert seit kurzer Zeit die entsprechende “Mac BlurayRipper Pro“-Software. Damit kann man – BD-Laufwerk vorausgesetzt – die blauen Scheiben am Mac direkt auf die Festplatte kopieren. Die bis zu 50GB großen Datenfiles eines Films liegen nach erfolgreichem Rip in einem Stream-Format vor und lassen sich mit VLC oder MPlayer leider nur ziemlich ruckelig abspielen. Alternativ ist es möglich, mit VMware oder BootCamp und installiertem Windows 7 die Daten zu betrachten. Die Anwendung gab es für 9,99$ im Angebot bei MacUpdate. Leider ist das Angebot nicht mehr gültig, macht aber nichts, weil der reguläre Preis mit 19,99$ immer noch zu verkraften ist. Vor dem Kauf soll noch erwähnt werden, dass aktuellere BD-Titel zum Teil nicht gerippt werden können. Da heißt es wohl, auf weitere Aktualisierungen warten. Oder man greift auf ähnliche Anwendungen aus dem Windows-Lager zurück.

BD Ripper

Wer eine alte PS3 besitzt, kann mit etwas Schrauberei, einem mit S-ATA ausgerüsteten Mac oder mit einem externen S-ATA-Gehäuse das BD-Laufwerk der PlayStation auch direkt am Mac betreiben. Damit würde sich die zuvor genannte Software ohne größere Zusatzausgaben ausprobieren lassen. Das Ganze natürlich auf eigene Gefahr und mit entsprechenden Bastelkenntnissen. A Propos Gefahr: die kommt aktuell laut Bildzeitung aus dem Land des Lächelns. Für Symbian-Anwender soll dieses Handy-Virus besonders verheerende Folgen haben, hauptsächlich Nokia-Mobiltelefone seien betroffen. Nach neuesten Erkenntnissen ist die Welt in zwei Lager aufgeteilt. Da wir in Europa mehr iOS-Mobiltelefone haben, gibt es für Europa eine Entwarnung!…

Symbian vs. iOS

Aber nicht alles, was von Apple stammt(e), wird sofort ein Hit. Es gibt auch einige Flops – zwar weniger als bei der Konkurrenz, aber auch Apple ist bei der diesjährigen Flop-Verleihung vom Business Insider mit einem Produkt dabei. Es handelt sich um Ping. Steve hatte Ping als die nächste große iTunes-Revolution angekündigt. Diese blieb bis heute aus, obwohl es Apple nun gelungen ist, nach dem Beatles-Streich auf iTunes nun bei Ping ein neues Lied von Michael Jackson als weltweite Premiere und somit exklusiv zu veröffentlichen. Ohne Facebook-Anbindung wird sich Ping wohl nicht durchsetzen…

MJ in Ping

Rausschmeißer: Das sicherste Fahrradschloss der Welt. Für ganz so sicher halte ich es nicht, weil mit einer Leiter das Fahrrad dann doch schnell entwendet werden kann. Aber trotzdem eine wirklich lustige Idee, die von Conrad für die eigene Werbung anscheinend ausgedacht wurde. Hier das Video für alle, die sich so ein Schloss nachbauen möchten:

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 4 Kommentar(e) bisher

  •  lphilipp sagte am 5. Dezember 2010:

    “das” oder “dass”/”daß” … z. B. “Daß (!!!) ein Ex-Apple-Store- Mitarbeiter …”

    Antworten 
    •  ac sagte am 7. Dezember 2010:

      Danke, der Vertipper ist korrigiert.

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  •  lphilipp sagte am 5. Dezember 2010:

    … ansonsten liebe ich Ihre Kolumnen! :-))

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    •  ac sagte am 7. Dezember 2010:

      Darüber freue ich mich sehr :)

      Antworten 

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