News & Rumors: 15. Januar 2011,

PS3 Jailbreak: Richterin lehnt einstweilige Verfügung gegen GeoHot ab

George Hotz alias Geohot
George Hotz alias Geohot

Sony computer Entertainment America (SCEA) hatte vor einem Gericht in Kalifornien eine Klage gegen den Hacker George Hotz angestrengt. Sony wollte unter anderem eine einstweilige Verfügung gegen den Hacker erwirken und die Beschlagnahmung der Technik, mit der GeoHot die PS3 gehackt hatte.

Wir berichteten bereits über Sonys Schritt vor ein kalifornisches Gericht, außerdem über die Veröffentlichung von Dokumenten durch George Hotz, die auch die Antwort auf die Klageschrift Sonys durch Hotz‘ Anwalt einschlossen. Gestern dann gab Hotz dem Gaming-Sender G4 ein Interview und zeigte sich selbstbewusst. Offenbar tat Hotz dies nicht zu Unrecht, denn nun hat die Richterin Susan Illston Sonys Klage zunächst zurückgewiesen. Die Richterin erklärte, dass sie anzweifelt, dass der in New Jersey ansässige George Hotz unter der richterlichen Verfügung des Staates Kalifornien stehe, das berichtet das Nachrichten-Magazin The Register (engl.) aus Großbritannien.

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Einstweilige Verfügung abgelehnt

Die Richterin lehnte in ihrer Begründung Sonys Argumentation ab, dass die Nutzung von Twitter, PayPal und YouTube, deren Firmensitze allesamt im Staate Kalifornien verortet sind, ausreichen würde, um Hotz ausreichend Kontakte in Kalifornien nachzuweisen. James G. Gilliand Jr, einer der Anwälte, die Sony vertritt, bekam von der Richterin gesagt: „If having a PayPal account were enough, then there would be personal jurisdiction in this court over everybody, and that just can’t be right.“ Wenn also jeder, der einen PayPal-Account besäße, in Kalifornien gerichtet werden könnte, dann dürfte das kalifornische Gericht bald über jeden zu Gericht sitzen. Illston schloss aber nicht aus, dass sie die Rechtsprechung über Hotz vor einem kalifornischen Gericht zulassen würde, wenn Sony wesentliche Beweise beibringen kann, dass Hotz Kontakte in den Staat Kalifornien unterhält.

PS3-Kopierschutz geknackt

Sowohl Hotz als auch Mitglieder der Hackergruppe fail0verflow wurden von Sony angeklagt, weil sie wichtige Schlüssel des Systems veröffentlicht hatten, mit denen laut Sonys Argumentation Schutzmaßnahmen des Systems umgangen werden können. Mit diesem Vorgehen hätten die Hacker gegen den so genannten Digital Millenium Copyright Act (DMCA) verstoßen. Doch gerade im Interview von Hotz mit G4 wurde noch mal darauf hingewiesen, dass erst vor einiger Zeit der DMCA angepasst wurde. Nachdem Hotz als erster das iPhone gehackt hatte, erstritt in der Folge die Electronic Frontier Foundation die Abänderung des DMCA. In der Folge ist es in Amerika nicht mehr illegal sein Mobiltelefon zu „jailbreaken“. Hotz und seine Anwälte wollen vor Sony argumentieren, dass Spielekonsolen genauso geschlossene Systeme sind wie Mobiltelefone und man zwischen beiden keinen Unterschied machen kann.

Die Argumentation vieler Befürworter ist sehr basal. Da man die Konsole gekauft hat, kann man in der Folge damit anstellen, was man möchte. The Register zitiert den Jura-Professor Orin Kerr von der George Washington School of Law. Dieser erläutert, nicht ohne Ironie, dass man die PlayStation, wenn man sie gekauft hat, ohne weiteres in Brand stecken oder aus dem Fenster werfen und verschrotten könnte, sobald man aber gegen das Kleingedruckte in den Lizenzbestimmungen der Hersteller agieren würde, beginge man also eine Straftat, weil man – bildlich gesprochen – sein eigenes Eigentum betreten würde.

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