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Veröffentlicht am  3.02.11, 16:36 Uhr von  

Verlage fühlen sich von Apple “betrogen”, Strategietreffen geplant

iPadZahlreiche europäische Verlagshäuser planen derzeit ein Treffen in London, um gemeinsam über Apples In-App-Kauf-Verpflichtung zu diskutieren. Man fühle sich “betrogen” und wolle sich mit der European Online Publishers Association treffen, um die jeweiligen Standpunkte miteinander auszutauschen.

Der Roundtable der zum Thema Tablet Subscriptions wurde von der International Newsmedia Marketing Association (einer Dachvereinigung von insgesamt 5000 Mitgliedern in 50 Ländern der Welt) für den 17. Februar angekündigt. “Manche sagen, dass sie sich betrogen fühlen“, so Grzegorz Piechota von der INMA gegenüber Moconews. “Sie glaubten daran, dass es [das iPad, Anm.d.Red] ein guter Weg sei, auf Inhalte von Tageszeitungen und Magazinen zugreifen zu können. Also haben viele das iPad hochgelobt, viele haben sogar in die Entwicklung von Apps investiert. Indem sie diese beworben haben, haben sie auch das Gerät beworben. Verlagshäuser haben genau genommen dazu beigetragen, dass das iPad sich auf dem Markt so gut behaupten kann.

Was viele Verlage allerdings stört ist die Art und Weise, wie Apple mit ihnen umgegangen ist. So wurden zwischenzeitlich immer wieder die “Spielregeln” angepasst, im aktuellsten Fall geht es unter anderem darum, dass Verlage, die innerhalb der App ein eigenes Store-System anbieten, ebenfalls auch den Apple-eigenen In-App-Kauf anbieten müssen. Laut Piechota scheiterte es seitens Apple vor allem an der Kommunikation der neuen Regeln. “Apple hat manche Verlage kontaktiert, manche aber nicht. Manche bekommen E-Mails, manche bekommen informelle Anrufe. Der gesamte Prozess der Zulassung bzw Ablehnung von Apps ist nicht transparent. […] Manche Apps erlauben es, Inhalte zu lesen, die anderswo gekauft wurden, manche erlauben es aber nicht.” Tatsächlich besteht die Verpflichtung bereits seit Einführung der In-App-Kaufoption, nur wussten viele Verlage offenbar nichts davon.

Das Problem liegt für Piechota unter anderem in der Frage der Preisgestaltung. “Weil Apple 30 Prozent der Einnahmen verlangt, wird es für die Leser schwerer und sclechter, weil man jeweiles mehr für die iPad-App verlangen muss, um die gewünschten Umsätze zu erreichen.

Ein weiteres Problem liegt in einem Bereich, der gerade für den Verkauf von Werbeplätzen von großer Bedeutung ist: Die Weitergabe der Nutzerdaten. Über den regulären In-App-Verkauf erfährt der Verlag nichts über den Kunden, im kommenden In-App-Abonnement soll dies wohlgemerkt möglich sein, darauf weist bereits die Änderungen der iTunes Store-Nutzungsbedingungen hin.

Der Standpunkt der Verlagshäuser ist durchaus nachzuvollziehen: Erst weigert sich Apple, ein taugliches Abomodell auf die Beine zu stellen, das die Verlage dazu zwingt, andere Infrastrukturen sowie dazugehörige Webumgebungen zu entwickeln, und nun, wo das neue In-App-Abo-Modell offiziell ist, lehnen sie kategorische alles ab, was sich nicht den Regeln beugt. Genau darüber soll diskutiert werden, sowie über die Frage, wie die Zukunft der europäischen Verlage auf dem iPad aussehen könnte.

Aktuell läuft Apples Frist für die Anpassung bereits vorhandener Apps bis 30. Juni 2011, teilweise wurde Entwicklern auch der 31. März als Fristende genannt. Verlage, die bis dahin ihre Apps nicht auf den In-App-Kauf angepasst haben, werden damit rechnen müssen, dass sie aus dem System verschwinden.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 15 Kommentar(e) bisher

  •  @alias_eitel sagte am 3. Februar 2011:

    RT @Macnotes: Verlage fühlen sich von Apple "betrogen", Strategietreffen geplant http://macnot.es/57017

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  •  @ApfelTechnikYT sagte am 3. Februar 2011:

    RT @Macnotes: Verlage fühlen sich von Apple "betrogen", Strategietreffen geplant http://macnot.es/57017

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  •  @faxi05 sagte am 3. Februar 2011:

    Nix aus der Musikbranche gelernt? RT Verlage fühlen sich von Apple "betrogen", Strategietreffen geplant http://macnot.es/57017 via @Macnotes

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  •  robs sagte am 3. Februar 2011:

    Also, in diesem Fall bin ich absolut der gleichen Meinung wie der Verlagshäuser.
    Schön langsam wird Apples Kontrollwahn echt zu viel.
    Damit verderben sie sich selbst alles und locken alle zu Android. Und mit Android 3.0 hat Google wirklich gute Arbeit geleistet.
    Ich sehe es schon kommen. In 10 Jahren ist Apple mit diesem Kontrollwahn wieder genau dort, wo man VOR 10 Jahren war.

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  •  kayro sagte am 3. Februar 2011:

    Als nächstes werden dann die Kioske angegangen. Da nimmt der Betreiber auch was vom Kaufpreis für seine Mühe.

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  •  Hendrik sagte am 3. Februar 2011:

    Die Verlage beginnen zu realisieren, dass sie obsolet geworden sind, das ist alles.

    Ich habe das iPad seit Tag Eins und schon etliche iPad-Zeitungs- und Magazin-Apps geladen und durchblättert. Zu mir: ich bin Nachrichten-Aficionado, politisch und kulturell stark und vielfältig interessiert.

    Mein Fazit: Die Zeitungs- und Nachrichten-Apps sind für mich nicht interessant. Sie scheitern bei mir an drei Dingen:

    1) Sie sind unaktuell und das stoßweise Nachladen dauert einfach zu lange.

    2) Sie sind bzgl. Inhalten nicht umfassend genug bzw. (in Deutschland zumindest) politisch zu einseitig ausgerichtet (biased).

    3) und dies gilt vor allem für News-Apps der News-TV-Sender wie n-tv, CNN & Co sowie für alle Magazin-Apps: die Interaktion ist überall abweichend, nicht konsistent und alles ist stilistisch und inhaltlich viel zu aufgeblasen.

    Zumindest für mich gilt:
    +kompakter Content!
    +stilistisch und interaktiv simpel
    +aktuell

    Der RSS-Client ‘Reeder’ ist genau mein Ding: across Devices (iPad, iPhone), simples (aber trotzdem schönes) Layout, hyperaktuell, kurze Anreißer, Vertiefung bei Bedarf.

    Die Verlage haben noch nicht verstanden, dass ihr Geschäftsmodell, welches entscheidend auf der Exklusivität des (physischen) Trägers Papier beruht, nicht mehr greift. Es läßt sich weder aus Vertriebs-, noch aus Kosumsicht auf ein Tablet übertragen:

    Bei einer physisch zu druckenden und zu verteilenden Zeitung läßt sich ein gewisser Preis immer argumentieren. Bei elektronischem Vertrieb dagegen müssen die Verlage die Karten auf den Tisch legen und ihren Content netto auspreisen. Sie treffen damit unvermittelt auf eine hochdynamische Preis-/Nachfrage-Elastizitätskurve, auf deutsch: was dem einen 1€ wert ist, ist dem anderen keine 5 Cents wert.

    Zudem: ein Abo für eine Zeitschrift hat primär logistische Gründe (Vertrieb): Verteilung und Zahlungsweise. Auf einem iPad macht das alles keinen Sinn mehr. Zahlung und Bezug sind sofort und einfach realisierbar, wozu da ein Abo ?

    Genauso wie im Musikbereich die Alben (vormals gebunden an den Träger CD/Vinylplatte) heute nur noch aus künstlerischer Sicht (“aktuelles Werk”), nicht aber vertrieblich (iTunes!) bedeutsam sind, ist die Idee eines “Magazins” elektronisch kaum noch vertretbar. Die Verlage haben nur eine Chance, wenn sie ihren Content schnippselweise über Reseller (Blogs u.ä.) verkaufen. Den Endkunden werden sie nicht halten können.

    Apple ist im übrigen keine Samariteranstalt zur Rettung des Verlagswesens. Apple hat diese Plattform auf eigenes Risiko entwickelt und verkauft kein iPad für 500€, damit anschließend ein Zeitungsverlag 150€ Aboumsatz netto + 150€ Werbeeinnahmen(!!) im Jahr damit generieren kann. Hätten ja die Verlage ihr eigenes Pad entwickeln können (wie war das mit dem WePad und seinem tollen Publishing-System?).

    Dass die Verlage mit ihren Zeitungsapps das iPad im Markt etabliert hätten, ist lachhaft, wenn man sich deren App-Plazierungen ansieht. Unter ferner liefen, obwohl schon gratis. So oder so, die Verlage sind am Ende und auf einem Konkurrenz-Android-Tab werden sie die gleichen Probleme haben!

    Ein Fakt, den ich begrüße, denn ich sehe die hiesige Medienlandschaft als ziemlich verschmutzt an. Heutige Zeitungen (auch TV und Radio übrigens) sind primär Propagandablätter. Redakteure schreiben entgegen den Empfindungen von großen Bevölkerungsteilen, mißliebige Leserbriefe werden unterschlagen, statt Information gibt es Agitation, statt Investigation nur bloße Unterhaltung. Apple rettet einmal mehr die Welt!

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  •  printmaster sagte am 3. Februar 2011:

    Ich sehe das ein bisschen anders. Apple hat den Verlagshäusern bei der Vorstellung des iPad eine neue Möglichkeit gezeigt ihre Publikationen zu verkaufen. Das wollten aber die Wenigsten weil sie sich nicht damit abfinden können das die Printprodukte ein aussterbendes Medium sind. Jetzt bessert Apple nach und nun sind Apple wieder die Bösen denn man muss die Trägheit der Verlage ja irgendwie begründen.

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  •  @superquadric sagte am 3. Februar 2011:

    RT @Macnotes: Verlage fühlen sich von Apple "betrogen", Strategietreffen geplant http://macnot.es/57017

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  •  DAMerrick sagte am 3. Februar 2011:

    @robs

    Welcher Kontrollwahn? Apple liefert eine Pattflorm, die Verlage sind zu stolz zuzugeben das sie ein Problem haben und setzen verzweifelt auf das iPad. Und die Drohung der MEhrkosten werden die Verlage nicht durchziehen, denn Nutzer zahlen für Mehrwert. Und den gleichen billigen Nachrichtenabklatsch wie auf den Websites teuer zu bezahlen nur weil es das iPad ist – das macht keiner mit.

    @kayro

    Schon vom Leistungsschutzrecht gehört?
    Das was du gerade so ironisch sagst, wollen die Verlage durchsetzen und zwar so weit das sogar Titel und einzelne Satzstellungen Gebhrenpflichtig werden.

    @Alle

    Die Verlage sind selbst schuld, erwarten das alle Zeitung (Papier) lesen, nehmen das Internet nicht ernst und haben keine Lust Mehrwert zu liefern. Flattr hat bewiesen das Leser bereit sind zu zahlen wenn sie einen Mehrwert sehen.

    Die Verlage liefern keinen und erwarten auch noch das man ihnen dankt das sie ihre “Top News” auf das iPad bringen.
    Für The Daily würde ich zahlen, sogar schon für das Stern eMagazine. Aber nict dafür das mir die Zeitung als PDF präsentiert wird oder das Nachrichten von Websites gekürzt dargestellt werden.

    Apple hat die Plattform und bietet mit dem Abo-Modell doch eine Chance. Wettbewerbswidirig ist es natrlich. Aber wer hier die Verlage in Schutz nimmt der hat nicht ganz kapiert wer diese Verlage überhaupt sind.

    Und das iPad als Modell für die Verlage? Das ist Perlen vor die Säue werfen.

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  •  thb sagte am 3. Februar 2011:

    @ Hendrik

    besser kann man es nicht ausdrücken !
    stimme dir von anfang bis ende zu !
    grade auch der letzte teil = einer
    schreibt vom anderen ab und jeder packt
    noch etwas drauf = reinste propaganda mit
    viel blah blah !

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  •  @schmones sagte am 3. Februar 2011:

    RT @Macnotes: Verlage fühlen sich von Apple "betrogen", Strategietreffen geplant http://macnot.es/57017

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  •  Adam Riese sagte am 4. Februar 2011:

    @ Hendrik: Danke, dass Du es klar gemacht hast. Es ist wirklich genauso, wie Du es schreibst.

    Die Zeitungen und Zeitschriften haben nur eine Chance, wenn sie nicht permanent den Copy/Paste-Content wiederkäuen würden. Es kommt auch nicht auf eine andere Art von Meinungsmache an. Es geht m.E. um echte Inhalte, die man nicht an jeder Ecke findet und die die Leser weiterbringen. Da ist Reflektion gefragt. Im Grunde solch eine Qualität, wie sie der Spiegel vor 3 Jahrzehnten hatte.

    Das mit der Zensur der Leserbriefe ist auch bitter. Beinahe jede kritische Diskussion wird im Keim erstickt und artet in lamentieren aus.

    Ob Apple da das richtige Medium bietet, wage ich aber trotz aller Affinität stark zu bezweifeln. Die bringen uns nicht weiter – vernichten höchstens Arbeitsplätze.

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  •  @superglide sagte am 4. Februar 2011:

    RT @Macnotes: Verlage fühlen sich von Apple "betrogen", Strategietreffen geplant http://macnot.es/57017

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  •  Karl sagte am 4. Februar 2011:

    Apple soll ruhig die 30% kassieren, die Verlage entsprechend die Preise hoch setzen.

    Apple (und die Verlage) werden dann schnell merken das sie nix verkaufen und Apple muß dann einlenken, oder das iPad für Zeitschriften einfach vergessen.

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  •  It´s me sagte am 4. Februar 2011:

    “Apple (und die Verlage) werden dann schnell merken das sie nix verkaufen und Apple muß dann einlenken, oder das iPad für Zeitschriften einfach vergessen.”

    wofür dann ein iPad ? ^^

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