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Veröffentlicht am  9.02.11, 14:51 Uhr von  rj

Börsenblatt vs. Apples Selbstüberschätzung beim iPad-Monopol im e-Print

iPadWenn eine Börsenzeitung von “nordkoreanischen Freiheitsgraden” spricht, muss an sich etwas faul sein im kapitalistischen Westen. Vorzeigeinnovator Apple, gerne als Retter digitaler Businessmodelle gefeiert, ist Ziel dieser neuen Kritik seitens der deutschen Verlagswirtschaft, die sich am Apple-Monopol am Vertriebskanal stört. Das Erscheinen freierer Tablet-Konkurrenz am Markt sei eine Frage der Zeit, die Gunst der Verlagsbranche dem erwarteten “iPad-Killer” sicher.

“In dem Augenblick, in dem vielversprechende Abo-Umsätze winken und sich Chancen für ein innovatives Kundenmarketing auftun, pocht Apple auf seine App-Store-Hoheit. App-Transaktionen, die an Apples Kaufmodul vorbeigeleitet werden, darf es demnach auf dem schicken Tablet nicht geben.”

Hoppla, auf einmal pocht Apple auf vorher vertraglich festgelegte Rechte? Einer gewissen Ironie entbehrt die Klage einer Branche nicht, die einerseits Apples “Zwangsjacke” App Store anprangern, sich gar als Mitbegründer des iPad-Erfolges betrogen sehen und andererseits Zwangsabgaben von Lesern oder Unternehmern fordern, ob diese nun ihre Erzeugnisse nutzen oder nicht, ob sie gar von ihrer kostenlosen Recherchierbarkeit profitieren oder nicht. Nun auf einmal der “Diktator Apple”, der – man stelle sich vor! – Umsatzbeteiligungen dafür fordert, dass sein Vertriebskanal genutzt wird. Wie es im Übrigen in den Verträgen steht, die App-Entwickler nun mal freiwillig unterzeichnen. Apple will man dafür in bester kapitalistischer Manier demnächst die Konkurrenz auf den Hals hetzen:

“Unter den rund 80 Mitbewerbern auf dem Gerätemarkt gibt es einige Modelle, die dem iPad Paroli bieten können und eine interessante Alternative sein dürften. Die Zukunft – das haben die Diskussionen um digitale Anbieter in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen – gehört den offenen Systemen.”

Den letzten Satz sollte man sich merken, er dürfte in aktuellen wie auch kommenden Diskussionen, egal in welcher Medienbranche, von Nutzen sein.

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 6 Kommentar(e) bisher

  •  @dobschat sagte am 9. Februar 2011:

    Oh wie gemein, Apple pocht auf Einhaltung von Verträgen… Börsenblatt vs. Apple beim iPad-Monopol im e-Print: http://macnot.es/57197

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  •  @Fresh_Neil sagte am 9. Februar 2011:

    RT @Macnotes: Börsenblatt vs. Apples Selbstüberschätzung beim iPad-Monopol im e-Print http://macnot.es/57197

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  •  DAMerrick sagte am 9. Februar 2011:

    Gut das Apple in dieser Hinsicht hart bleibt, sonst ist das Zaumzeug hart, aber in dieser Hinsicht wird das Apple Model alle Nutzer vor Werbemüll seitens der Verlage schützen. Der einzige Grund warum die Verlage was gegen In-App-Abo haben, sie kriegen keine Daten der Kunden mehr.

    Auf der einen Seite sollte Apple mal klare Verhältnisse schaffen, der Konzern weiss selber nicht wie das Abo abgerechnet werden soll und wer The Daily mal in AKtion gesehen hat weiss das es trotz dem guten Ansatz ein FAIL ist.

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  •  Boris sagte am 9. Februar 2011:

    Ist vom Börsenblatt des Deutschen Buchhandels die Rede? Wenn ja rangiert es in seiner Bedeutung für die Finanzmärkte auf einem Niveau mit Bäckerblume und der Apothekenumschau und ist nicht wirklich eine Börsenzeitung.

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  •  westernworld sagte am 10. Februar 2011:

    apple steht in sachen geldgier, kontrollzwang und machthunger den verlagen und sonstigen medienproduzeten in nichts nach und ich wünsche beiden seiten die pest, aber das die verlage nicht begreifen können das apple auch prima ohne sie und ihre publikationen leben kann und sie daher in keiner starken verhandlungsposition sind ist schon ein erstaunlicher akt der realitätsverweigerung.
    apple wird kein einziges iPhone oder iPad weniger verkaufen wenn die herrn verleger in ihrem unerfindlichen ratschluß beschließen die plattform nicht mit ihrer anwesenheit zu erfreuen.

    das soll nicht heißen das die vortschreitende privatisierung des öffentlichen digitalenraums durch geschlossene plattformen keine katastrophe auf mittlere sicht darstellte, aber um die margen der verleger und ihrer fähigkeit zum dataming und adresshandel geht es dabei nicht.

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  •  Bonbon77 sagte am 12. Februar 2011:

    Nun, das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels hat ja nun Gottseidank absolut nix mit den Finanzmärkten zu tun. Der Vergleich ist unverständlich, zumal die Finanzmärkte sch ja nicht besonderer Beliebtheit erfreuen und es sogar erstaunlich viele Leute gibt, die dem Finanzmarkt-Gesindel die Cholera und die Pest gleichzeitig wünschen ….
    Was der Buchhandel will: Natürlich seine Rechte und Urheberrechte schützen. Völlig legitim, denn schließlich geht’s ja auch um Arbeitsplätze. Dass Apple unter neurotischem Kontrollzwang leidet, lässt sich ja auch schon lange nicht mehr übersehen, auch beim besten Willen nicht. Man fragt sich langsam, ob Apple nicht der neue Feind ist.

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