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Veröffentlicht am  22.02.11, 5:18 Uhr von  Alexander Trust

PS3 Jailbreak: George Hotz beendet erste Spendenrunde

George Hotz alias Geohot George Hotz alias Geohot

Hacker George Hotz hatte erst kürzlich um Spenden gebeten, die ihn in seiner gerichtlichen Auseinandersetzung mit Sony unterstützen helfen sollten. Kaum 72 Stunden später hat Geohot aber offenbar genug Geld gesammelt, um den Kampf gegen den Hersteller der PlayStation 3 vor Gericht aufnehmen zu können.

George Hotz hatte vor einigen Tagen einen Spendenaufruf gestartet. Der in New Jersey beheimatete Jugendliche, der bereits über den Jailbreak des iPhone zu Bekanntheit geriet, wurde im letzten Jahr von Sony vor einem kalifornischen Gericht angeklagt, gegen den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) verstoßen zu haben, als er seine “eigene” PlayStation 3 modifizierte. Um sich mit möglichst guten Verteidigern ausstatten zu können, startete Hotz die Sammlung von Spenden. Personen, die seine Sache unterstützten, aber nicht finanziell helfen könnten, waren dazu eingeladen, die Aktion weiterzusagen. 

Gekauft ist gekauft

Hotz’ Position in diesem Streit ist eindeutig. Der Jugendliche vertritt den Standpunkt, dass man mit seinem Eigentum anstellen kann, was man möchte, solange man damit niemand anderem Schaden zufügt. Das allerdings ist gerade der springenden Punkt, über den vor dem Gericht in San Francisco und Vorsitz von Richterin Susan Illston demnächst gestritten werden wird. Während Hotz wahrscheinlich daran denkt, dass man seine Konsole getrost mit dem Auto überfahren kann, während kein Hahn danach kräht, fühlt er sich in seinen Eigentumsrechte beschnitten, wenn Sony ihm nicht erlaubt, mit seiner Konsole herumzuspielen, sie zu manipulieren, um darauf ein alternatives Betriebssystem wie Linux zu installieren. 

Sony indes wird ganz anders argumentieren – nämlich, dass Hotz’ durchaus anderen Leuten Schaden zugefügt hat, indem er seine eigene Konsole manipulierte und Hinweise und Software, die zur Manipulation nötig sind, im Internet verbreitete.

Genügend Geld

Der Spendenaufruf jedenfalls ist zunächst einmal beendet. Hotz’ hat, seinen eigenen Aussagen folgend, genügend Geld gesammelt, um eine Reihe weiterer Anwälte um sich zu scharen. Hotz möchte, dass die Leute dort draußen die Öffentlichkeit darüber informieren, wie Sony seine Kunden behandelt. Sony, so Vertritt Hotz die Ansicht, verklagt lieber Leute als die zugrunde liegenden Probleme lösen zu wollen. Die Kommunikation, in Form mehrerer Blog-Beiträge und Twitter-Nachrichten, mit denen Hotz den Aufruf zum Spendensammeln gestartet hat, hatte dieser zuvor mit seinen Anwälten abgesprochen (vgl. Hotz’ Website, engl.).

Hotz hat miterlebt, wie Apple vor Gericht den Kampf gegen den Jailbreak des Smartphones verlor. Die Manipulation des eigenen Handys ist seitdem, einer Novelle des DMCA sei Dank, nicht mehr illegal, zumindest in den USA. Sony Computer Entertainment America sieht in der PlayStation 3 jedoch kein Smartphone und möchte Hotz auch kein Recht über sein eigenes PS3-(Computer-)System zugestehen, sondern erwirkte eine Einstweilige Verfügung gegen den Hacker, der in der Folge seine Datenträger (Festplatten) an den Konzern aushändigen musste, damit dieser überprüfen könne, ob relevantes Material für das anhängige Gerichtsverfahren auf den Festplatten zu finden sei. In seiner Vorgehensweise, aber auch in seiner Argumentation, spaltete der Elektronik-Konzern die Gemüter innerhalb der Community. Es gibt sowohl Stimmen, die Sonys Vorgehen befürworten, doch auch solche, die eindeutig auf der Seite von Geohot stehen.

Opportunismus

Kritiker könnten Sony vorwerfen, dass man opportun handele. Immerhin gibt es seit Jahren bereits Custom Firmwares für Sonys Handheld PSP, und in keinem Fall hat der Hersteller den Weg vor Gericht gesucht. Man ist geneigt zu glauben, weil der geldwerte Schaden sich dadurch in Grenzen hält/gehalten hat. 

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