News & Rumors: 25. Februar 2011,

Einstweilige Verfügung gegen Hacker Graf_Chokolo vor Hamburger Gericht

Sony Computer Entertainment hat eine einstweilige Verfügung gegen den Hacker Graf_Chokolog vor einem Hamburger Gericht erwirken können.

In Amerika hat Sony sich George Hotz als prominenten Gegner aus der PS3-Hacker-Szene ausgesucht, gegen den man vor Gericht zu Felde zieht. Nun hat es auch den deutschen Hacker Alexander Egorenkov erwischt, der unter dem Spitznamen Graf_Chokolo bekannt ist.

Vorgestern berichteten wir über die Hausdurchsuchung bei Hacker Graf_Chokolo. Wie jetzt bekannt wurde, hat Sony offenbar eine einstweilige Verfügung vor einem Hamburger Gericht gegen ihn erwirkt. Daraufhin wurde eine Hausdurchsuchung angeordnet. Alexander Egorenkov, wie Chokolo mit richtigem Namen heißt, zeigte sich davon unbeeindruckt und veröffentlichte in der Folge Dateien, die den Quellcode seiner bisherigen Arbeiten zum Reverse Engineering des Hypervisors der PlayStation beinhalten. Chokolo selbst nennt die Dokument die Hypervisor Bible.

Kopierschutz geknackt

Im Januar war Chokolo dadurch aufgefallen, dass er Informationen darüber veröffentlichte, wie man den Kopierschutz-Mechanismus (NPDRM) von Sonys Downloadgames aus dem PlayStation Network umgeht, bzw. außer Kraft setzt. In der Folge nahm der Druck seitens Sony zu. Allerdings zeigte sich der Hacker davon unbeeindruckt und drohte mit der Veröffentlichung eben jener Informationen, die er unter dem Titel Hypervisor Bible zusammenfasst. Nachdem nun vor ein paar Tagen die Hausdurchsuchung bei Egorenkov stattgefunden hat, wies dieser in der Folge andere Leute an, den besonders sensiblen Quellcode und das Informationsmaterial im Internet zu verbreiten.

Gegen Verfügung verstoßen?

Sony sieht dies allerdings als Verstoß gegen die Auflagen der in Hamburg erwirkten einstweiligen Verfügung. Genau mit dieser Information tritt der Elektronik-Hersteller nun nämlich an Internet-Seiten heran, so z. B. die Webseite PS3Crunch. Die Betreiber werden in dem Anschreiben über den Sachverhalt informiert und den Status der einstweiligen Verfügung. Der Streitwert vor dem Hamburger Gericht wurde zudem auf eine Million Euro festgesetzt. Solche Webseiten-Betreiber, die den Code und die Informationen von Graf_Chokolo weiter verbreiten, warnt Sony, machen sich angesichts der Umstände der Mittäterschaft schuldig und könnten entsprechend belangt werden.

Egorenkov hatte auf seinem Blog eine Nachricht veröffentlicht, die er mittlerweile wieder gelöscht hat. Darin wirft er Sony Versagen vor und kündigt an, dass er weiter am Reverse Engineering des Hypervisors arbeiten werde, um Linux zurück auf dei PlayStation 3 zu bringen. Man hätte ihm sein Equipment genommen, aber nicht seine geistigen Fähigkeiten (vgl. PSX-Scene, engl.).



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