MACNOTES

Veröffentlicht am  12.03.11, 17:50 Uhr von  

GarageBand für iPad im Test – komplettes Tonstudio auf dem Tablet

GarageBand für iPadMit GarageBand aus dem iLife-Paket hat Apple schon viele Hobby-Musiker für Stunden am Rechner gehalten. Jetzt mit der iPad-Version will der IT-Riese aus Cupertino die Anwender auf die Couch locken. Ob das was wird, erfahrt ihr in unserem Review.

In der Keynote zum iPad 2 wurde nicht nur die zweite Generation des Tablet-Computers vorgestellt, sondern auch die eine oder andere App, die mögliche Anwendungsszenarien aufzeigen soll. Eine davon war GarageBand, das sogar auf dem iPad 1 ohne Tricks läuft.
 

Was ist GarageBand?

[singlepic id=11922 w=thumb float=left] GarageBand ist Programm, das ursprünglich nur auf dem Mac verfügbar war und als Teil des iLife-Pakets auf jedem neuen Apple-Computer vorinstalliert ist. Mit einer Vielzahl mitgelieferter Samples lassen sich damit per Mausklick eigene Lieder komponieren und schließlich im Ganzen exportieren. Außerdem kann man eigene Instrumente an den Mac anschließen und selbst musizieren. Die iPad-Version bietet ganz ähnliche Funktionen; auch hier können Instrumente angeschlossen und eingespielt werden. Zusätzlich hat Apple aber für Tasten-, Saiten- und Schlaginstrumente eine Bildschirmsteuerung eingebaut, sodass der Besitz eines echten Instruments nicht unbedingt notwendig ist.
 

Klangkiste

[singlepic id=11921 w=thumb float=right] GarageBand für iPad ist fast 370 MB groß – das lässt schon auf eine große Anzahl mitgelieferter Instrumente hoffen. Und dem ist auch so: Direkt in der Auswahl werden Piano/Keyboard, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Sampler und Gesang angeboten, für die echten Instrumentengruppen zusätzlich noch einmal mit der Vorsilbe “Smart”. Bei den schlauen Ausführungen kann selbst der Laie kaum etwas falsch machen. Bei Piano, Gitarre und Klavier etwa werden Akkorde schon vorgegeben und müssen nur noch angetippt werden. Etwas Handlungsspielraum entsteht durch verschiedene Variationen. Die Autoplay-Funktion hat für Saiteninstrumente vier Vorgaben auf Lager, die in der vom Benutzer ausgewählten Tonart gespielt werden. Ganz und gar die CPU musizieren lassen kann man bei den Smart-Drums. Hier werden einfach Elemente eines Schlagzeugs in einer Matrix eingeordnet, die auf der Y-Achse die Lautstärke und auf der X-Achse die Komplexität des Spielens charakterisiert. Das Würfel-Icon sorgt für eine zufällige Anordnung – ein Rhythmus ist also mit sehr einfachen Möglichkeiten gegeben.
[singlepic id=11920 w=thumb float=left] Für die meiste Klangvielfalt sorgt Apple aber bei den Tasteninstrumenten. Hierbei wird ein komplettes Keyboard nachgestellt, das allerlei Instrumente nachahmt. Von einem klassischen Piano über Orgeln bis hin zu Synthesizern ist eigentlich alles dabei, was der Hobby-Musiker in sein Lied einpflegen möchte.
Nur singen muss man weitestgehend alleine. Dafür kann man wahlweise ein Headset anschließen oder das im iPad integrierte Mikrofon nutzen. Für Abwechslung sorgen allerlei lustige Effekte, mit denen die Stimme verändert werden kann, beispielsweise eine Verzerrung wie durch ein Megafon.

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Mitgelieferte und eigene Samples

[singlepic id=11917 w=thumb float=right] In GarageBand für iPad enthalten ist neben realistischen Instrumenten noch eine Funktion, die von Keyboards bekannt ist. Wer in seinem Meisterwerk beispielsweise das Bellen eines Hundes einbauen möchte, kann hiervon Gebrauch machen. Von diesen Kuriositäten sind aber leider nur eine Hand voll enthalten, die dafür aber durch Aufnahme eigener Laute erweitert werden können.
Wie auch in der Desktop-Version liefert Apple zudem eine ganze Reihe von Audio-Loops mit, die bereits vorgefertigt sind und die Komposition unterstützen. Sie sind wahlweise nach Instrumentengattung oder Genre gegliedert und beinhalten auch Instrumente, die in GarageBand selbst nicht gespielt werden können wie Streicher und Blasinstrumente. Auch ein wenig Gesang-Loops für den Hintergrund-Chor ist mitgeliefert.
 

Komposition und Export

[singlepic id=11916 w=thumb float=left] Sind alle Instrumente eingespielt, geht es daran, aus den Aufnahmen ein Lied zu kreieren. Dabei wird eine Übersicht genutzt, die audiophile Anwender bereits aus Programmen wie Audition oder GarageBand, aber auch aus iMovie kennen. Untereinander werden alle Instrumente aufgelistet und der Übersicht wegen in verschiedenen Farbtönen von einander getrennt. Um Spielpausen einzuhalten, werden die einzelnen Tracks einfach per Drag & Drop verschoben, die Zeitleiste am oberen Rand zeigt die Taktanzahl an. Währenddessen kann man selbst verständlich immer probehören, ob die Veränderungen das Ergebnis verbessert haben. Am Ende kann, vom Workflow her an beispielsweise Pages für iPad angelehnt, das Ergebnis per E-Mail verschickt oder in iTunes importiert werden. In jedem Fall wird eine AAC-Datei exportiert.

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Beurteilung

[singlepic id=11914 w=thumb float=right] GarageBand für iPad macht einfach Spaß. Apple hat einen wahrlich guten Spagat geschafft, Musik-Neulinge nicht zu verschrecken und fortgeschrittene ein wenig zu fordern. Freilich spielt sich eine Gitarre auf dem iPad nicht authentisch und auch beim Keyboard fehlen die physischen Tastenanschläge. Dennoch gibt die App ihr bestes, Musiker, die das wünschen, bei Fehlern zu bestrafen und bei präzisem Spiel mit gewünschten Ergebnissen zu belohnen. Durch die Intelligenz bei den smarten Instrumenten kommen aber gleichfalls Anfänger auf ihre Kosten, bereits nach kurzer Eingewöhnungszeit gute Ergebnisse zu erzielen.
Auf dem iPad 1, auf dem wir GarageBand getestet haben, ist das Umschalten zwischen den Instrumenten mit einer gewissen Ladezeit verbunden, die durchaus kürzer ausfallen könnte. Wir halten Apple jedoch zugute, dass die App eigentlich für iPad 2 beworben wird und dennoch nicht künstlich darauf eingeschränkt wird. Sind die Ladezeiten überwunden, reagiert das ausgewählte Instrument hinreichend schnell.
 

Fazit

[singlepic id=11913 w=thumb float=left] Auch auf die Gefahr hin, als Fanboy abgestempelt zu werden, gebe ich GarageBand für iPad guten Gewissens volle fünf von fünf Macs. Das liegt einfach daran, dass GarageBand hält was es verspricht, Erwartungen mehr als erfüllt und unglaublich Spaß macht. Man muss nicht unbedingt ein Instrument spielen, ein wenig Spieltrieb reicht bereits aus, ganze Nachmittage mit der App zu füllen. Ihr bekommt für knapp 4 Euro ein virtuelles Tonstudio, bei dem man wirklich lange nachdenken muss, um etwas zu finden, das verbesserungswürdig sein kann. Aber so richtig fällt einem da dann doch nichts ein, was nur einen Schluss zulässt: Kaufen!

5/5Testurteil: 5/5 Macs
Bezeichnung: GarageBand (Affiliate)
Hersteller: Apple
Preis: 3,99 €

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 15 Kommentar(e) bisher

  •  Oliver Steinke sagte am 12. März 2011:

    Ich bin auch ganz begeistert. Was es da alles zu entdecken gibt… Für den Preis von 4 Euro ein echter Kracher. Schade, dass ich scheinbar keine Möglichkeit habe, ein Midi-Keyboard anzuschließen, ähnlich, wie ich es mit der Gitarre auch machen kann. Dann wäre es für mich fast perfekt… (-:

    Antworten 
  •  Hete sagte am 12. März 2011:

    Ich bin wie mein vorredner hin und weg! Das Programm ist super. Einfach perfekt für das iPad!

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  •  Flinx sagte am 12. März 2011:

    @Oliver
    Auf youtube habe ich per USB angeschlossene MIDI-Boards gesehen, mit denen in Garageband gespielt wurde, z.B. ein kleines von Korg. Grundsätzlich geht das also. Ich bin sicher, dass es allsbald Infos gibt, welche Boards funktionieren – vielleicht gibt es sogar spezielle Keyboards für das iPad.

    Was ich ungünstig gelöst finde, ist der Export: es wird nämlich nicht in die iTunes-Mediathek auf dem iPad exportiert, sondern in den Sync-Ordner, so dass man das iPad erst an einen Rechner anschließen muss, um das Stück zu spielen (oder in GB selbst). Auch fände ich es besser, wenn man per Mail ein MP3-Track verschicken könnte. Nicht jeder beherrscht AAC.

    Aller Kritik zum Trotzt ist Garageband aber dennoch eine der besten Apps fürs iPad und für 3,99€ eigentlich fast geschenkt.

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  •  stk sagte am 12. März 2011:

    Hm, mir fällt jetzt grad eigentlich nur Linux ein, das kein AAC out of the box abspielen kann, dafür kann das aber der VLC-Player (der auf Linux meistens vorhanden ist).
    Bei Windows gibts den Windows Media Player 12 und Winamp (als 2 prominente Vertreter), bei Mac gehts sogar direkt aus Mail.
    Außerdem ist AAC nach ISO standardisiert. Ich würde sagen, wahlweise MP3 exportieren zu können, wäre Nice-to-have gewesen, aber so wirklich ein Kompatibilitätsproblem gibt es wohl nicht.

    Antworten 
  •  Gerorg sagte am 13. März 2011:

    Midi geht über den USB Adapter… aber nur IN – kein OUT….

    Antworten 
  •  fritzn sagte am 13. März 2011:

    ich bin auch gerade beim export/import thema. export aus garageband ipad hat wunderbar geklappt. song steht jetzt in meinem iTunes Ordner. Dumm nur, dass garageband auf meinem mac mini scheinbar nichts mit der mp4 Datei anfangen kann. Laut Steve Jobs Video gehts. Aber wie?

    Antworten 
  •  @superglide sagte am 13. März 2011:

    RT @Macnotes: GarageBand für iPad im Test – komplettes Tonstudio auf dem Tablet http://macnot.es/58980

    Antworten 
  •  fay sagte am 14. März 2011:

    es gibt schon seit längerem einen midi adapter fürs iPad :-)
    ob das Garage Band unterstützt ist die Frage :-) aber gibt genug andere Apps die es können
    siehe hier http://www.iconnectmidi.com/

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    •  kg sagte am 14. März 2011:

      Es gibt ja auch das iRig, fay – von daher auch für uns nichts ganz neues. ;)

      Antworten 
  •  biosolix sagte am 11. April 2011:

    Garageband + iPad + USB Kamerakit + Midiadapter funktioniert prima.
    Auch der recht neue Sonuus i2M Musicport funktioniert auf Anhieb.
    Das Teil ermöglicht den Anschluß einer analogen Quelle, zB einer E-Gitarre, digitalisiert das Signal, erzeugt aber zusätzlich die passenden MIDI-Noten. Somit kann man die E-Gitarre als Tonspur in Garageband einspielen, andererseits aber per E-Gitarre auch zB Keyboard oder Synthie ansteuern.

    Antworten 
  •  dirk sagte am 21. August 2011:

    hat jemand eine idee, wie ich einen 3/4 takt einstellen kann? ansonsten finde ich die app voll ihr geld wert…

    Antworten 
  •  Patriot sagte am 2. November 2011:

    Heyy Leute !
    Ich Sitz hier jetzt gerade und versuche meine gitarre an mein iPad anzuschließen aber irgendwie funktioniert das nicht ich habe einfach neuer ein Klinke Klinke Kabel mit meinem iPad und meiner gittarre verbunden was mach ich falsch ?

    Antworten 
  •  Manno DeLarossa sagte am 10. Dezember 2011:

    @ Patriot

    Dir fehlt sicher hardwaremäßig ein Analog-Digital-Wandler wie der AmpliTube iRig. Preis ab ca. 20 Euro.

    Gruß Manno DeLarossa

    Antworten 
  •  Chris sagte am 26. April 2013:

    Bin am überlegen, ob ich mir ein iPad anschaffen soll, um Garage Band dann mit dem iPad nützen zu können. Habe selber keinen Mac. Weiss jemand, ob ich ein hochwertiges und nicht ganz billiges E-Piano anhängen kann? Mit Interface und USB-Anschluss funktionierts auf jeden Fall beim Mac Book. Wer kann mir weiter helfen…

    Antworten 
  •  Jens Finn sagte am 7. Mai 2013:

    Hallo Kenner von Garageband,

    leider kann ich nach dem Duplizieren bzw. Hinzufügen weiterer 8-Takte Blocks niemals alle z.B. 48 Takte am Stück hören, sondern immer nur die 8 im Fenster sichtbaren.
    Kann nur durch langatmiges Draggen den nächsten bzw. vorherigen 8er Block anwählen, und nur dieser wird dann immer wiederholt.
    Kann mir jemand bitte helfen? Oder ist das ein Bug? Habe neuestes iOS und Garageband auf iPad 2.

    Viele Grüsse,
    J.

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