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Veröffentlicht am  15.03.11, 10:32 Uhr von  

Jon Bon Jovi vs. Steve Jobs: iTunes hat die Musik getötet

iTunesEr hasse es, “wie ein alter Mann zu klingen”, so Jon Bon Jovi in seinem Statement zu iTunes, Jobs und der Musik, aber er tut genau das. Steve Jobs habe mit iTunes die “Magie” in der Musik getötet, die für jemanden wie Bon Jovi bezeichnenderweise im Plattenladen und der LP gelegen hat.

“Steve Jobs ist persönlich dafür verantwortlich, den Musikbusiness getötet zu haben” – nach dem Abschließen eines Rekordjahres mit Tour-Einkünften in dreistelliger Millionenhöhe muss das Statement Bon Jovis wohl in der Tat mit beginnender Altersdemenz entschuldigt werden.

Ausgerechnet dem Akteur vorzuwerfen, den Business getötet zu haben, den er gegen den Willen der Majors ins 21. Jahrhundert hinübergerettet hat, ist dreist. Dass ein gealterter Fönwellenrocker wie Bon Jovi die Magie alleine im Plattenladen erblickt und von Schulhofkassetten nichts mitbekommen hat, läuft hingegen unter “war nicht anders zu erwarten”.

Immerhin in einem Punkt liegt er nicht vollkommen jenseits der Realität: Kopfhörer aufsetzen und Regler auf 10 ist in Zeiten digitaler Player, ordentlicher In-Ears und Gehörschutzdrossel einfach nicht mehr dasselbe wie zu Zeiten der Cassetten-Walkmen.

 Und wie ist deine Meinung?  Schreib uns einfach!

 13 Kommentar(e) bisher

  •  Thorsten sagte am 15. März 2011:

    der typ kann froh sein das jemand überhaupt noch die schlechte mukke über itunes kauft…

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  •  sven sagte am 15. März 2011:

    Oh, da wird aber jemand persönlich. “Fönwellenrocker” weil jemand his steveness kritisiert hat? Nicht sehr souverän.

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  •  rj sagte am 15. März 2011:

    Hehe :) ich kann Bon jovi nicht ausstehen, das stimmt schon. Sein Statement ist wieter aber eben auch selten daemlich einerseits, und ich finde es mehr als Panne, wenn wer aus der Rock-Ecke nicht mitkriegt, dass eben ein grossteil seiner Hoerer *Tapes* gehoert hat, weil fuer die Platten die Kohle nicht reichte.

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  •  harald sagte am 15. März 2011:

    lieber jon,

    sind deine itunes verkaufszahlen so miserabel oder warum beschwerst du dich über diesen zusätzlichen vertriebskanal? vielleicht solltest du einmal die schuld bei dir selbst suchen — deine musik “heute” ist nämlich im vergleich zu deinen 80er/90er sachen einfach nur noch 08/15. das musste einfach mal gesagt werden.

    lieber jon, wenn du itunes so schlecht findest — warum forderst du dein label nicht auf deine sachen dort zu entfernen? du würdest in diesem fall dir und mir einen gefallen tun.

    vielen dank!

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  •  marcel sagte am 15. März 2011:

    ich bin auch kein fan, aber ich verstehe was er meint. die anlaufstelle für musik, der plattenladen, ist doch so gut wie ausgestorben. gerade in den us of a war das doch ein treffpunkt von angehenden musikern und denen, die sich mit gleichgesinnten unterhalten wollten. ping ist da doch kein ersatz. und es ist doch egal, welcher künstler sowas äußert…

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  •  harald sagte am 15. März 2011:

    @marcel: der “plattenladen” war aber schon _vor_ itunes tot. und daran schuld sind nicht einmal unbedingt digitale musik-medien, sondern sonder der mainstream und die grossen geschäfte wie wom, saturn und mediamarkt. die kleinen läden, wo man früher gerne gestöbert hat mussten sich spezialisieren, weil sie sonst keine chance gegenüber den grossen gehabt hätten. genau so ist es ja auch im buchhandel: hugendubel und co. haben schon lange vor amazon den kleinen buchhändlern das wasser abgegraben.

    jon bon jovi verschliesst die augen vor der realtität, wenn er itunes dafür verantwortlich macht.

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  •  harald sagte am 15. März 2011:

    im übrigen ist “bon jovi” längst schon entgültig im mainstream angekommen. d.h. seine sachen stehen defakto heute nicht mehr in den kleinen plattenläden — ich weiss also nicht wirklich, was er eigentlich will.

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  •  rj sagte am 15. März 2011:

    marcel, *den* Einwand verstehe ich tatsächlich, den bereits angebrachten Kritikpunkten mag ich aber anfügen, dass da auch wieder das “Altmännergerede” am Start ist bei JBJ und sonst nichts. Wie weit das Netz das Musikmachen, die Kollaboration, das Leute treffen, Leute kennenlernen etc. rund um die Mucke vereinfacht hat, was da an neuen Dynamiken (ja, jenseits von myspace) entstanden ist, das kann man nicht einfach ignorieren und sagen, “ja, aber früher sind wir rauchend am Plattenladen-Tresen gestanden und haben uns die neue Black Sabbath reingezogen.” weil das ist auch Jammern auf höchstem Niveau und elitäres Gehampel. Weil *den* Indie-Plattenstore a la High Fidelity hatte damals auch nur der kleinste Teil der Leute vor der Haustür (ich musste seinerzeit nach Heilbronn, und das war ne Scheissstadt). Schön, wenn JBJ dazugehört hat damals. Schön für alle, die es nicht so gut hatten und statt 30 Kilometer in die Stadt nun einen Netzanschluss im Haus haben.

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  •  klaus sagte am 15. März 2011:

    Ganz richtig, auch ich verlor meine geliebten Platten- und später CD-Läden durch die großen Elektronikmärkte! Und in den großen Geschäften werden die Tonträger ja eh nur noch rübergeschoben, da gibt es selten noch wirkliche “Verkäufer” die Ahnung haben, oder mich als Person kennen und wissen was mir gefallen könnte, da ist tatsächlich Amazon oder iTunes der Ersatz . Immerhin gibt es da Empfehlungen die gar nicht so daneben liegen, auf jeden Fall besser als in den Großmärkten, die haben nämlich gar keine Ahnung von dem was ich hören möchte!
    @rj: Ich kann und konnte Bon D**fie auch nicht ausstehen!

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  •  Michael Brandt sagte am 15. März 2011:

    Beim letzten Stadion-Konzert von Bon Jovi bin ich rausgelaufen….nur noch Schlager-/Schrammel-Mucke! Desaströs! Ähnlich wie Phil Collins, der sich zum Musical abgeseilt hat. Und von beiden war ich dereinst glühender Fan….während wir älter geworden sind, wurden diese Herren senil. Schade, aber wenigstens diese dämlichen Statements könnten sich die Herren schenken und dann ab auf’s Sofa.

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  •  Michael Brandt sagte am 15. März 2011:

    Hab soeben auf msn (bezeichnend!) das Original-Interview gelesen, Richard, Du warst ja noch milde mit dem Herrn…
    Der hat doch Kinder, merkt der dann nicht, welche genialen Möglichkeiten diese und wir heute mit Online-Musik haben? Ist JBJ Autist?

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  •  Kay sagte am 15. März 2011:

    “den Musikbusiness getötet”
    Verdammt nochmal: DAS Business!
    Ändert das!!!! ^_______^

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  •  mark sagte am 15. März 2011:

    Wer ist denn “dieser” Business?! Ein Freund von euch? ;-) Ich musste den Satz drei mal lesen, bis ich verstanden habe, dass “das Business” gemeint war…

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