News & Rumors: 28. März 2011,

Bulletstorm – Test: Rächer im Kugelhagel am PC

Der polnische Entwickler People Can Fly, bekannt durch den Ego-Shooter Painkiller und die PC-Portierung des Xbox-360-Hits Gears of War, veröffentlicht mit Bulletstorm seinen nächsten Streich. Und dank der tatkräftigen Unterstützung von Epic und der Unreal Engine 3 sieht der Ego-Shooter schon mal optisch beeindruckend aus. Ob der Rest des Spiels da mithalten kann, verrät euch unser Review.

Du verfi…

Grayson Hunt ist auf Rache aus. Verständlich, ließ er sich
doch jahrelang als williges Werkzeug für die miesen Machenschaften des
despotischen Generals Sarrano missbrauchen. Und so greift er zur Waffe und tut
das, was er am besten kann: Gegner aus dem Weg räumen. Und davon gibt es
reichlich auf dem Weg zu Sarrano. Nach einem selbstmörderischen Angriff auf das
Flaggschiff des Generals auf einem fernen Planeten notgelandet, verliert der
Weltraumpirat erst mal die Hälfte seiner Crew. Mit seinem letzten verbliebenen Freund, Ishi Sato, macht er sich auf den Weg quer über den
Planeten, um sich am Ende seines Erzfeindes, hoffentlich endgültig, zu
entledigen.

Bulletstorm Review

Die Geschichte, die Grayson durchlebt, ist wendungs- und überraschungsreich, sowie durchzogen von Verrat und Vergebung. People Can Fly
setzt die Story ausgezeichnet in Szene. In gut gemachten Zwischensequenzen, und
in Gesprächen der Figuren während der Missionen, setzt sich allmählich die
Geschichte der Charaktere und des Planeten zu einem stimmigen Gesamtbild
zusammen. Der ehemals idyllische Urlaubsplanet mit seinen prachtvollen Städten fiel
anscheinend einer Katastrophe zum Opfer und ist nun von verfeindeten Clans und
gefährlichen Mutanten, sowie einer aggressiven einheimischen Flora und Fauna
bevölkert. Dabei ist der Tonfall selbst für ein paar abgewrackte
Weltraumpiraten ziemlich rau und reich an F- und S-Worten. An manchen Stellen
wirkt das ganze Rumgefluche übertrieben und gezwungen, worunter die
Glaubwürdigkeit der Figuren in manchen Momenten etwas leidet. In den meisten
Situationen nimmt man aber den Herren UND Damen das Machogehabe unbesehen ab.{BREAK}

Der Weg zu Sarrano gestaltet sich farbenfroh und
abwechslungsreich. People Can Fly quetscht aus Epics nun schon vier Jahre alter Unreal Engine 3 das letzte Quäntchen heraus. Die Umgebungen strotzen vor Details,
die Weitsicht ist atemberaubend. Wir rennen durch staubige Wüsten und
idyllische Siedlungen mit Palmen bestandenen Straßen. Wir kämpfen uns durch
verfallene Industrieanlagen und gigantische Städte, deren ehemaliger Glanz
immer noch erkennbar ist. Lediglich an einigen wenigen Stellen stören
verwaschene Texturen den positiven Gesamteindruck. Was aber Dank des Effektfeuerwerks, das die Action auf den Bildschirm zaubert, kaum auffällt. Genau
so wenig, wie die sich stark ähnelnden Charaktermodelle einzelner Gegnertypen.

Kick it like Grayson

Bulletstorm ist ein streng linearer Shooter. Wir laufen stets
auf schmalen Wegen durch die an sich weitläufigen Gebiete. Was das Spiel aber
von der Masse abhebt, ist die eigentliche Spielmechanik. Neben den
genreüblichen Vernichtungswerkzeugen wie Maschinen- und Scharfschützengewehr
oder Schrottflinte, stehen uns weitere Hilfsmittel zur Verfügung. Wir können
zutreten und über den Untergrund rutschen. Dadurch können wir Gegner in
Abgründe oder totbringende Maschinen kicken. Relativ schnell gelangt Grayson außerdem
in den Besitz einer Energiepeitsche. Damit lassen sich Gegner und Objekte heranziehen,
um dann zum Beispiel explosive Fässer mit einem beherzten Tritt in eine
Ansammlung von Widersachern zu befördern. Dank Peitsche und erweitertem
Bewegungsrepertoire setzen wir die Umgebung zum kreativen „aus dem Weg
räumen“ unserer Feinde ein. Dabei belohnt Bulletstorm diese Kreativität
mit Punkten. Zu jeder Waffe und nahezu jedem Objekt gibt es verschiedene dieser
Skillshots, für die es je nach Schwierigkeit mal mehr, mal weniger Punkten gibt.
Die so verdienten Punkte investieren wir in Munition oder wir werten unsere
Waffen damit auf, was wiederum neue Skillshots freischaltet. Dieses System
motiviert ungemein und macht verdammt viel Spaß. Der dabei zur Schau gestellte Grad
an Gewalt klassifiziert das Spiel eindeutig als Erwachsenentitel, der zu Recht
von der USK als „Ab 18“ eingestuft wurde. Trotzdem wurde noch
reichlich geschnitten. Zum Teil in absurdem Ausmaß, was sich negativ auf die
Atmosphäre auswirkt. Die PEGI-Version ist von solchen Schnitten zum Glück nicht
betroffen.{BREAK}

Zur spannenden Einzelspielerkampagne gesellt sich der
Echo-Modus. Hier gehen wir in einzelnen Abschnitten der Kampagne auf
Highscorejagd. Darüber hinaus gibt es noch mit Anarchie einen kooperativen
Mehrspielermodus für bis zu vier Spieler. Hier wehren wir Runde für Runde immer
stärker werdende Gegnerwellen ab, wobei die nächste Welle erst mit dem Erreichen
einer vorgegebenen Punktzahl startet. Hierbei kommt es besonders auf Teamplay
an, da es für Teamaktionen, insbesondere für erfüllte Team-Herausforderungen, mehr
Punkte gibt, als für Einzelaktionen. Leider kommt es auf den Servern selten zum
gezielten Zusammenspiel und der Spaß am Onlinespiel verfliegt ziemlich schnell.

Fazit

Wir haben die internationale Version von Bulletstorm gespielt
und die ist ein atemberaubender Trip und bietet eine einzigartige Atmosphäre. Gerade
die ungewöhnliche Spielmechanik mit ihrem Skillshot-System bietet reichlich
Abwechslung. Zudem begleitet man gerne die stimmigen Charaktere auf ihrer
Reise. Ego-Shooter-Fans sollten sich das jüngste Werk von People Can Fly
unbedingt anschauen. Was allerdings nicht unbedingt für die USK-Version gilt. Deshalb
gilt unsere Wertung auch nur für die PEGI-Version.



Bulletstorm – Test: Rächer im Kugelhagel am PC
3,6 (72%) 5 Bewertungen

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