News & Rumors: 31. März 2011,

Test: Bionic Commando Rearmed 2 der Nachfolger des Remakes auf Xbox 360

Plattformer – ein totgeglaubtes Genre ist zurück. Vor zwei Jahren probierte Capcom es mit einem relativ einfachen Remake, nun kommt der Nachfolger dessen. Nicht mehr ganz an die Ketten des Originals gefesselt, gibt es vor allem eine Frage: Können moderne Plattformer heute noch überzeugen? Unser Review von Bionic Commando Rearmes 2 auf der Xbox 360 nimmt sich der Frage an.

Lang, lang ist’s her: In Japan schon
im Sommer 1988 erschienen, dauerte es in Europa bis Oktober 1990, als Bionic
Commando
für den NES veröffentlicht wurde. 2008 schließlich folgte ein Remake
auf PC, Xbox 360 und PS3. In diesem Jahr dürfen wir uns auf dessen Nachfolger
freuen.

Trashige Story und passende Dialoge

Wer bei der Erzählung der Story von
der Überspringen-Funktion Gebrauch macht, ist nicht wesentlich dümmer, als
jemand, der die Schriftzüge liest. Die Story ist sehr skurril und insgesamt
weit hergeholt. Immerhin haben es die Entwickler hinbekommen, dass die Dialoge
das perfekt widerspiegeln. Die Akteure sind so von sich selbst eingebildet,
dass es sich, zumindest was den Unterhaltungswert angeht, lohnt, die Texte zu
lesen. Eine Sprachausgabe gibt es leider nicht. Es fällt auf, dass sich das Spiel wohl
selbst nicht so richtig ernst nimmt. Das neutralisiert den Kritikpunkt der
Hintergrundgeschichte locker. Im Grunde geht es darum, dass
Terroristen angreifen und nur durch die Bioniker, die wir spielen, außer
Gefecht gesetzt werden können. Das Spiel setzt ein paar Jahre nach den
Geschehnissen des Vorgängers ein.

Bionic Commando ReArmed 2 Review

Spring doch, spring!

Wenn es im Vorgänger etwas nicht gab,
dann war das eine Sprungtaste. Seit Bionic Commando: Rearmed 2 wissen wir,
warum: Sie hätte nicht richtig funktioniert. Denn nun ist sie drin und
frustriert jedes Mal aufs Neue. Die Akteure springen einfach nicht weit genug
und vor allem nicht sehr präzise ab. An
sich lohnt sich die Sprung-Funktion nur, um an Kisten hochzuklettern, denn
ansonsten landet man mit großer Wahrscheinlichkeit eher nicht dort, wo man es
wollte. Wer aber noch die Vorgänger gewohnt ist, bei denen man auf seinen
Greifarm mit Ankerhaken angewiesen war, kann übrigens ein Achievement sammeln,
wenn er ohne Springen auskommt.{BREAK}

Aber auch die sonstige Steuerung
ist verbesserungswürdig: Sie verzeiht keine Fehler und ist dabei noch
umständlich in der Bedienung.

Levels: Fluch und Segen

Die Spielabschnitte sind ein zwiespältiges
Schwert. Einerseits sind sie sehr schön abwechslungsreich und gut designt. Dazu
kommen die vielen versteckten Items und alternativen Routen. Auf der anderen
Seite aber werden die meisten dieser Items nicht gebraucht, weil man die
automatische Heilung bei Zeiten findet und die Pistole früher oder später alle
Gegner umhaut (mit unendlich viel Munition). Dazu kommt, dass die Level
zuweilen ein wenig unübersichtlich werden. Es hätte dem Titel gut getan, wenn
man mal etwas weiter zur Seite hätte schauen können als eigentlich auf den
Bildschirm passt.

Dumme KI, schöne Grafik, cooler
Sound

Die Krone setzt dem Spiel die KI
auf, insofern man sie so nennen darf. Die Gegner sind vergleichsweise dumm und
vorhersehbar. Hinter Fässern verstecken sie sich zwar, aber bleiben dann für
immer dort, wenn man sich ihnen nicht selbst zu sehr nähert. Eine Granate
beispielsweise bekommen sie gar nicht erst mit – und dafür muss man sich nicht
selbst bewegen. Anders sieht es bei den Bossen aus, die dann schon eher an alte
Zeiten erinnern. Man muss die Schwachpunkte erst finden und dann geschickt
ausnutzen – gar nicht so einfach, aber halbwegs fair.

Sehr schön geworden ist die Grafik.
Sie bietet das Flair der 8-Bit-Konsolen, gepaart mit moderner Optik. Hier gibt
es nicht viel zu sagen, da stimmt das Gesamtpaket einfach. Gleiches lässt sich über den
Soundtrack sagen, der an die guten alten 8-Stimmen-MIDIs der frühen 90er
angelehnt ist und dabei nicht nervt.

Fazit

Bionic Commando Rearmed 2 ist eigentlich ein ganz
gutes Spiel, das an alte Zeiten erinnert und sie mit schicker HD-Grafik für
kleines Geld ins nächste Jahrzehnt katapultiert. Wäre da nicht die etwas
zickige Steuerung, die für den einen oder anderen Frustmoment sorgt. Wem aber
aktuelle Spiele sowieso viel zu einfach sind und früher ohnehin alles besser
war, der dürfte seine masochistischen Triebe wunderbar mit BCR2 befriedigen
können.



Test: Bionic Commando Rearmed 2 der Nachfolger des Remakes auf Xbox 360
4,14 (82,73%) 22 Bewertungen

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