Veröffentlicht am 19.04.11, 12:46 Uhr von at
Origin8 hat vor einiger Zeit den dritten Teil seiner Sentinel-Reihe auch im Mac App Store veröffentlicht. Wir haben einige Zeit mit dem Tower-Defense-Vertreter verbracht und unsere Eindrücke in einem Review festgehalten.
Das Setting in Sentinel 3 ist demjenigen aus den beiden Vorgängern ähnlich, wenn nicht sogar identisch. Sicherlich unterscheiden sich die Maps teilweise in ihrem Aufbau, doch das Spiel geht den eingeschlagenen Weg fort, auch auf dem Mac. Einige der Sprites sind ebenfalls aus der Vorgängerversion übernommen. Wenn man sich den Weg von Teil 1 zu Teil 3 genauer ansieht, stellt man fest, dass Origin8 das Produkt immer nur punktuell verändert hat. Wohl auch, weil die Vorgänger gut angekommen sind und man ein erfolgreiches Konzept nicht durch zu viele Experimente gefährden wollte. Auch beim Soundtrack ist man sich treu geblieben. Ein sehr interessanter Synthesizer-Track von “Specimen A”, der bereits die Musik zu den beiden ersten Teilen produzierte, begleitet uns durch das ganze Spiel. Sicherlich wird das langfristig ein wenig fad. Man kann aber einfach die Spielmusik in den Optionen stumm schalten und am Rechner eigene Musik hören.
Man merkt aber noch an anderer Stelle, dass wir es mit einem iOS-Game zu tun haben: bei der Bildschirmauflösung. Mir ist schon bei extrem vielen Spielen aufgefallen, die den Weg vom iPad auf den Mac gefunden haben, dass die Hersteller sich zunächst nicht die Mühe gemacht haben, das Mehr als Pixeln auch wirklich auszunutzen. Wenn man Sentinel 3 im Fenster-Modus spielt, fällt einem das auf einem Breitbild-LCD mit Full-HD-Auflösung nicht auf. Denn dann spielt man gemütlich im Fenster. Bemüht man allerdings den Vollbild-Modus, wirken die Texturen schon ein wenig verwaschen und alles ein wenig gestreckt, weil die Entwickler offenkundig die iPad-Version zur Vorlage genommen haben. Das finde ich persönlich sehr bedauerlich. Doch angesichts des Preises von 3,99 Euro darf man an dieser Stelle ein halbes Auge zudrücken.
Ich selbst besitze zwar kein Magic TrackPad, habe mir aber sagen lassen, dass die Bedienung damit sehr ordentlich funktionieren soll. Gerade dies ist nämlich ein sehr interessanter Punkt. Viele der Spiele, die es auf dem iPhone oder iPad ebenfalls gibt, waren dort zuerst veröffentlicht worden und meist mit Blick auf den Touchscreen entwickelt. Mit einer handelsüblichen Maus lässt sich Sentinel durchaus gut steuern, aber das Genre ist sicherlich auch eines, das von den medialen Eigenschaften des Touchscreen profitiert. Wer als ein Magic Trackpad sein Eigen nennt, der wird das “Feeling” vom iPad ein wenig übernehmen können. Mit der Magic Mouse kann man immerhin auch mit dem Zusammenziehen der Finger auf der Oberfläche in einer Karte hineinzoomen und mit der entgegengesetzten Bewegung wieder heraus. Leider wurde darauf verzichtet, im Menü über derlei Aktionen auf den Eingabegeräten von Apple navigieren zu können.
Gegenüber dem Vorgänger wurden einige neue Einheiten hinzugefügt, die kurzfristig ein paar neue taktische Optionen bieten, die man aber nach einer gewissen Spielzeit auch alle kennen gelernt haben wird. Es gibt zum Beispiel einen Laser, der über beinahe die gesamte Bildschirmbreite in einer Linie feuert. Diesen setzt man am besten an Eckpunkten ein, wenn die Gegner dort einen längere Weg zurücklegen müssen. Dann nämlich zieht der Laser auch gegnerischen Einheiten Lebensenergie ab, die eigentlich gar nicht in seinem Radius liegen. Doch es gibt auch Einheiten, die immun ggü. Lasern sind, entsprechend muss man natürlich die verschiedenen Verteidigungstürme ausrichten.
Interessant ist aber für die Langzeitmotivation, das neben einem Classic-Modus, mit vorgegebenen Ressourcen und einem Endlos-Modus auch eine Kampagne bereitgehalten wird und man quasi in allen drei Modi seine Ausgangssituation verbessern kann. Denn man ist im Besitz eines Mech-Roboters, dem “Commander”, der selbst über gewisse Werte wie Feuerrate, Schlagkraft und Lebensenergie verfügt. Darüber hinaus kann man diesem Koloss aber auch diverse Features angedeihen lassen, die irgendwann zum Einsatz kommen müssen, damit man an der Stelle weiterhin Vorteile gegenüber der KI hat. Denn selbst im einfachen Schwierigkeitsgrad stößt man sonst irgendwann an die Grenzen. Dann muss man sich im wiederholten Spiel der Kampagne, oder über Spielen von Maps im Endlos-Modus Erfahrungspunkte anhäufen, mit denen man den “Commander” aufrüsten kann. Das Prinzip ist ein wenig von Rollenspielen abgeguckt, wertet aber Sentinel 3 enorm auf und sorgt vor allem für eine Langzeit-Komponente. Denn der Ehrgeiz, seinen “Commander” mit allen Features auszustatten kann durchaus groß werden und es dauert aber seine Zeit, bis man genügend Erfahrungspunkte erspielt hat. In den höheren Schwierigkeitsgraden erspielt man übrigens schneller welche.
Sentinel 3 ist für mich der bisher beste Teil der Sentinel-Reihe. Auch die Vorgänger hatte ich zumindest auf dem iPhone unter die Lupe genommen. Rückblickend würde ich wahrscheinlich die Wertung der Vorgänger nach unten korrigieren, weil der dritte Teil nun Features bietet und besser für Langzeitmotivation sorgen kann, als es die ersten beiden Teile konnten. Am Mac fällt auf – das gilt aber für viele Spiele, die den Weg von iPhone und iPad auf den Mac finden -, dass man nicht alle vorhandenen Ressourcen wirklich ausnutzt. Besonders augenfällig ist sicherlich die Bildschirmauflösung. Im Vollbild wirken die Texturen verwaschen und gestreckt, da sie eigentlich für die 4:3-Anzeige am iPad gedacht waren. Trotzdem ist für mich Sentinel 3: Homeworld ein richtig ordentliches Tower-Defense-Erlebnis zum kleinen Preis.
Testurteil: 4/5 Macs
Bezeichnung: Sentinel 3 (Affiliate)
Hersteller: Origin8
Preis: 3,99€
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Tags: Games, Mac, Origin8, sentinel 3, Tower Defense