News & Rumors: 28. April 2011,

PSN-Ausfall: Hacker Graf_Chokolo findet Sony inkompetent im Umgang mit Daten und nutzt selbst Raubkopien

PSN
PSN - Abbildung

Sony hat heute bekannt gegeben, dass es ein Software-Update für die PS3 geben wird und User dann ein neues Passwort werden eingeben müssen, um sich am PlayStation Network anzumelden. Diese Maßnahme sollte dem Hacker Graf_Chokolo gefallen, der in einem Interview Sony Inkompetenz vorwirft.

Die Kollegen von Golem haben den Programmierer Alexander Egorenkov interviewt. Das Interview allerdings ist in Puncto PSN-Downtime eher unspektakulär. Egorenkov möchte nicht in erster Linie als Hacker gesehen werden, sondern ist Programmierer, auch von Beruf, geht offenbar gerne ins Theater und ins Ballett. Sein Interesse gilt der Technik, sagt er. Er wirft Sony Inkompetenz vor, im Umgang mit persönlichen Daten und findet Sonys Einstellung nicht okay, dass sie erwarten, nur weil man ein Produkt von ihnen gekauft hat, könnte der Hersteller nun über sie bestimmen. Der Versuch, Linux auf der Konsole zu installieren ist Egorenkovs größter Antrieb, gibt er zu. Doch der PS3-Hacker macht im Interview vor allem einen entscheidenden Fehler, der nun wieder dazu führt, dass das Gros der Leute denken wird, Hacker sind Raubkopierer und hätten nur schlechte Absichten. Denn Egorenkov gibt im Gespräch mit Golem zu, gefragt ob er Schwarzkopien verwende: „Ich würde lügen, wenn ich nein sagen würde. Allerdings spiele ich kaum.“ Ob sein Arbeitgeber in Süddeutschland, bei dem Egorenkov angestellt ist, so jemanden weiter beschäftigen möchte? Der zugibt, das Urhebergesetzt zu brechen?

Sony informiert

Sony hat erst heute Früh Informationen im US-PS-Blog (engl.) in Form einer neuen FAQ veröffentlicht. Darin wird eine Software-Aktualisierung angekündigt, die es zwingend notwendig macht, dass Nutzer sich, sobald das PSN wieder geht, ein neues Passwort werden einrichten müssen. Ein weiser Schritt von Sony, weil sich dann später niemand beschweren kann, der Elektronik-Konzern hätte – zumindest ab dem Zeitpunkt der Neuaufschaltung – nachlässig gehandelt hätte. Außerdem zieht Sony auch mit der Server-Infrastruktur um. D. h. man verfrachtet Computer von einem Ort an einen anderen. Dieser Umzug hätte bereits begonnen. Wundersam ist, dass Sony angibt, zum Eindringen in das Netzwerk hätten auch physikalische Schranken überwunden werden müssen. Das deutet darauf hin, dass die Hacker Hilfe gehabt haben müssen. Sony gibt auch zu, dass Daten entwendet wurden, betont aber, dass Kreditkarten-Daten verschlüsselt abgelegt waren und man nicht wisse, ob diese tatsächlich entwendet worden sind. Gerüchte machen allerdings die Runde, dass bereits erste Betrugsopfer sich melden, deren Konten Unregelmäßigkeiten aufweisen.

Auch kündigte Sony an, dass man mit den Strafbehörden zusammenarbeitet, um die Urheber des Ausfalls dingfest zu machen. Für Sony ist der PSN-Hack ein Verbrechen („This malicious attack against our system and against our customers ist a criminal act and we are proceeding aggressively to find those responsible“). Sony geht in die Offensive, nachdem zuvor öffentlich die Kritik immer lauter geworden war, und z. B. ein US-Senator, aber auch ein britischer Verbraucherverband die Einstellung von Sony zur Daten-Sicherheit bemängelt hatten. Die ICO aus Großbritannien prüft auch Verletzungen des britischen Rechts und könnte Sony mit einer Strafe von 560.000 Euro belegen (500.000 Pfund). Gestern hatte zudem der Amerikaner Kristopher Johns eine Klage gegen Sony vor Gericht in Kalifornien eingereicht.

Update: Mittlerweile hat Golem das Interview korrigiert. Die Aussagen Egorenkovs zur Nutzung von Raubkopien wurden entfernt/geschönigt.



PSN-Ausfall: Hacker Graf_Chokolo findet Sony inkompetent im Umgang mit Daten und nutzt selbst Raubkopien
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