News & Rumors: 29. April 2011,

PSN-Ausfall: Sony verändert nachträglich Aussagen in Webseiten zu Kreditkarten-Daten

PSN
PSN - Abbildung

Die Downtime des PlayStation Network nimmt kein Ende. doch Sonys Krisenmanagement beweist einmal mehr, dass es dem Druck nicht gewachsen scheint. Wiederum wurden Dokumente im Web inhaltlich verändert, um Aussagen zu Kreditkarten-Daten von PS3-Besitzern zu beschönigen.

Die Angelegenheit rund um den Ausfall des PlayStation Networks nimmt immer abstraktere Züge an. Der Elektronik-Konzern gerät nun weiter unter Druck. Wie wir schon einige Male – auch gegenüber einigen Lesern vehement bemerkt haben – werden von Sony Dokumente im Internet ständig geändert. Teilweise stehen auch unterschiedliche Versionen von Dokumenten in verschiedenen Sprachen im Netz, die dann zu unnötiger Verwirrung führen, weil beispielsweise die deutsche Version etwas anderes behauptet, als die englischsprachige, die man in den US- oder UK-Foren antrifft.

Sonys Krisenmanagement jedenfalls ist an einem neuen Tiefpunkt angekommen. In dem ersten FAQ-Dokument, das man am 27. April in USA und Großbritannien veröffentlichte (1 Tag später auch in Deutschland), schrieb Sony zunächst, dass man von den Nutzern keine Sicherheitscodes von der Rückseite von Kreditkarten verlangt hätte. Das ist so aber nicht richtig. Während es zwei unterschiedliche Codes gibt (CVC, CSC) – drei- und vierstellig – hat Sony doch zumindest bei der Anmeldung für das PSN die Eingabe des dreistelligen Prüfcodes verlangt. Warum man zunächst im Web etwas anderes geschrieben hat, ist unklar.

In der FAQ von Sony heißt es mittlerweile, dass man zwar nach dem CVC-Code fragen würde, diesen jedoch nicht in der Datenbank speichern würden. „Update: While we do ask vor CCV (sic!) codes, we do not store them in our database (engl.).“ Immerhin kann man mittlerweile wieder die zuvor formulierte Passage ebenfalls an selber Stelle durchgestrichen lesen, um die Veränderung nachzuvollziehen. Sony gerät auch deshalb unter Druck, weil diese Dinge in elektronischen Medien dokumentiert werden, und man sich nicht rausreden kann (vgl. VG24/7, engl.).

Wir haben uns mittlerweile angewöhnt, alle Dokumente, die wir im Web aufrufen in Form von Screenshots oder als PDF abzuspeichern. Denn in den letzten Tagen sind sehr viele Veränderungen rund um das PSN-Thema im Netz passiert. Zu unserem Bedauern wurde auch ein Interview mit dem Hacker Alexander Egorenkov nachträglich beschönigt. In der ursprünglichen Version hatte der Hacker unumwunden zugegeben, dass er Raubkopien nutzen würde, wenngleich er nur selten Spiele spielen würde. Sony mauert weiterhin, wenn es darum geht, zuzugeben, dass auch Kreditkarten-Daten entwendet wurden. Während man zugibt, dass normale, persönliche Daten geklaut worden sind, würde man sich mit dem Eingeständnis selbst schwächen. Also wird man strategisch auf diese Frage von Sony zu keiner Zeit eine positive Antwort erhalten. Allerdings hat sich bereits ein Australier gemeldet, der Opfer von Kreditkarten-Betrug in Folge des PSN-Hacks sein will.



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