News & Rumors: 3. Mai 2011,

GooseGogs – Test: Nur nicht wütend werden…

Choleriker sollten jetzt besser die Seite wechseln: GooseGogs, ein kürzlich für den PC erschienenes Plattformspiel von Entwickler Frederic Schimmelpfennig, könnte Menschen mit anfälliger Hutschnur in den Wahnsinn treiben. Warum das so ist und ob’s trotzdem Spaß gemacht hat, erfahrt ihr wie gewohnt bei uns in der Review!

Sie sehen harmlos aus, doch lasst euch
davon nicht täuschen: Die Gogs. Gogs sind kleine, rundliche Wesen
von denen ihr im Laufe des Spiels sechs verschiedene zur Seite
gestellt bekommt. Ihre Daseinsberechtigung scheint darin zu bestehen
wie kleine Flummies durch die Level zu hüpfen und dabei in erster
Linie für eines zu sorgen: Wut. Damit ist zunächst einmal nicht der
Gemütszustand des geneigten Spielers gemeint, sondern vielmehr eines
der zentralen Elemente des Spiels.

Wut ist ansteckend

Das Spielprinzip besteht grob darin,
euren Gog durch ein mehr oder weniger kompliziertes Level zu
bugsieren und dabei allerlei Hindernissen auszuweichen. Dies
gestaltet sich relativ leicht und fordert nicht wirklich. Die große
Herausforderung kommt erst hinzu wenn es darum geht die Punktegrenze
eines jeden Levels zu überbieten, um im Spiel voranzuschreiten. Um
dies zu erreichen müsst ihr die feindlich gesonnenen Gogs dadurch
ausschalten, dass ihr per Knopfdruck euren Gog dazu bringt über
seinen Schweif die eigene Wut an den Gegner zu übertragen. Dazu
hoppelt ihr ein wenig um diesen herum, achtet darauf, dass euer
Schweif den Widersacher längere Zeit berührt und seht schließlich
dabei zu wie dieser vor lauter Ärger platzt. Dabei müsst ihr
allerdings darauf achten, dass ihr nicht zu lange Wut ausstoßt, da
auch euer eigener Gog nicht immun gegen deren Wirkung ist. Zu viel
Zeit und Vorsicht dürft ihr dabei allerdings nicht walten lassen, da
sich euer Punktezähler konstant reduziert und dadurch zu einer Art
Zeitlimit wird, welches euch zusätzlichen Druck macht.

GooseGogs Review

Einfach und gut

Auch wenn das Ganze sehr schlicht
klingt und vom Prinzip her auch ist, so hat man doch eine Menge Liebe
in dieses Spiel gesteckt, was sich im sehr feinen Gameplay bemerkbar
macht. Jeder der sechs verfügbaren Gogs spielt sich komplett
einzigartig und überrascht immer wieder aufs neue durch seine
präzise ausgearbeiteten physikalischen Eigenschaften: Während der
Standardgog ein Allrounder ist, der keine nennenswerten
Charakteristiken besitzt, wurde bei seinen Kollegen sehr stark darauf
geachtet, dass sie verschiedene Spielerlebnisse bieten. So lässt
sich der Fels-Gog durch sein Gewicht eher weniger präzise steuern,
nimmt aber dadurch auch einiges an Fahrt auf, während der
Stachel-Gog eine bessere Verteidigung bietet, durch seine zackige
Form aber dazu neigt ein wenig zu hoppeln.{BREAK}

Nicht nur spielerisch, sondern auch
optisch ist das Game absolut top, da uns hier feine Grafiken im
Cell-Shading-Design präsentiert werden, welche auf den ersten Blick
stark an Spiele wie Patapon oder World of Goo erinnern. Doch GooseGogs bringt seinen ganz eigenen Charme mit. Die Soundkulisse gibt dem Ganzen durch seine feine Untermalung dann noch den letzten Schliff
und bildet das Pünktchen auf dem I.

Frustration vorprogrammiert

Einen Kritikpunkt gibt es an dem Spiel
allerdings doch, und der führt uns auf direktem Wege zurück zum
Leitmotiv, der Wut: Selbst auf leichtestem Schwierigkeitsgrad sind
einige Passagen des Games wirklich abartig schwer. Ich würde mich
selbst als Spieler mit langjähriger Jump-and-Run-Erfahrung
bezeichnen, jedoch stieß ich hier des öfteren an die Grenzen
dessen, was ich mir und den Gegenständen um mich herum zumuten
möchte, da diese mehrfach Opfer meiner Frustration wurden und
seitdem einige Spuren exzessiven Goosegogs-Zockens mit sich
herumtragen.

Fazit

Bereits
nach wenigen Tagen hat sich bei mir im Bezug auf das Game eine
gewissen Hass-Liebe entwickelt: Von den ganzen Frustmomenten einmal
abgesehen, handelt es sich bei GooseGogs nämlich um ein wirklich
liebevoll gestaltetes Game, welches durch ein absolut durchdachtes
Gameplay und einen extrem hohen Suchtfaktor bietet. Wer eine niedrige
Frustgrenze besitzt sollte möglicherweise erst einmal die Demo
antesten, da diese einen wirklich guten Überblick über das Spiel
und sein Gameplay bietet. Besitzer einer Xbox 360 sowie eines
iPhones oder iPads können sich zudem auf geplante Portierungen freuen.
Kauftipp!



GooseGogs – Test: Nur nicht wütend werden…
3,64 (72,73%) 22 Bewertungen

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