News & Rumors: 31. Mai 2011,

Hafen 2011 – Test: Auch im Sturm tut es nicht jeder Hafen

Salzige Luft, kreischende Möwen und schweres Gerät: So sieht in etwa der Alltag eines Hafenarbeiters aus. Für alle, die das einmal selbst erleben wollen und dabei auf eine Umschulung verzichten wollen haut astragon den neusten Teil seiner Simulations-Reihe für den PC raus, Hafen 2011. Wir haben uns Latzhose und Gummistiefel eingepackt, uns ans virtuelle Gewässer begeben und das Hafenleben einmal für euch ausprobiert!

Mittlerweile bin ich an dem Punkt
angekommen, an dem ich mich nicht einmal mehr frage, wo die die
Motivation für die Produktion und vor allem die Zielgruppe einiger
Simulationen liegt. Nach Kehrmaschinen-, Müllabfuhr- und
Landwirtschafts-Simulator führt uns die Reise nun an die See- und
Binnenhäfen dieser Welt und lässt uns einmal mehr den eigenen
Alltag gegen einen mehr oder weniger außergewöhnlichen und fremden
eintauschen.

Ganz laaaaaaaaaangsam…

Beim Start des Spiels habt ihr zunächst
die Wahl zwischen vier Spielmodi: Freies Spiel, Missionen,
Wirtschaftsmodus und dem Editor. Um einen Zugang zur Spielmechanik zu
finden, empfiehlt es sich zu Beginn einmal den Missionsmodus
auszuprobieren, denn dort werdet ihr Schritt für Schritt an die
einzelnen Tätigkeiten eines Hafenarbeiters herangeführt. Eure erste
Aufgabe klingt dabei schon recht spannend und führt euch zu einer eurer wichtigsten Gerätschaften: dem Portalhubwagen, einem
gigantischen, kranartigen Gefährt, mit dem ihr die Frachtcontainer
von den anliegenden Schiffen heben könnt und müsst. Ihr begebt euch
also in der Rolle eines namenlosen Hafenarbeiters zu eurem
Arbeitsplatz, um dann minutenlang Kisten zu bewegen, was alles andere
als spannend ist. Tatsächlich geht das Ganze nämlich recht langsam
von statten und ihr bewegt die Container im Schneckentempo die
wenigen Zentimeter über den Bildschirm, wobei meine Geduld relativ
schnell ihr Ende fand.

Mehr Abwechslung bitte!

Hafen 2011 Review

Die anderen Spielmodi bieten da leider
nicht wesentlich mehr Abwechslung: Zwar erweitert der
Wirtschaftsmodus das Erlebnis noch um ein paar strategische
Komponenten, da ihr hier Aufträge annehmt, um Geld für den Ausbau
und die eventuelle Reparatur eures Fuhrparks zu verdienen, wirklich Spaß gemacht hat mir das aber nicht. Da
reißt selbst der nett gemachte Editor, der euch die vorgefertigten
Häfen neu bestücken lässt, nicht mehr viel raus.{BREAK}

Auch Realismusgefühl braucht seine
Grenzen

Wie bewertet man so etwas nun? Klar,
bei einer Simulation geht es in erster Linie darum, einen bestimmten
Lebensbereich oder auch eine bestimmte Berufsgruppe dem Spieler
möglichst realistisch nahe zu bringen. Während dies bei anderen
Spielen tadellos funktioniert hat und gerade durch die teils
monotonen Tätigkeiten das Spielgefühl entstanden ist, kann Hafen
2011 nicht mithalten. Die Geduld des Spielers wird durch
die wirklich unnötig lahmen Gerätschaften strapaziert und es gibt keinerlei Möglichkeit dem durch Können und Planung zu
entgehen. Wenn dann noch eine absolut unzeitgemäße Optik und
lieblose Animationen hinzukommen, vergeht den meisten Spielern
wohl die Lust auf eine Fortsetzung.

Fazit

Die Idee, einen
ganzen Hafen zu managen, klingt auf Anhieb recht unterhaltsam,
jedoch blieb der zu erwartende Spaßfaktor eher aus. Mit der
veralteten Optik von Hafen 2011 (Affiliate) und einem Spielprinzip, das mehr Geduldsprobe als Unterhaltung ist, kann man heute niemanden mehr begeistern.
Hafen-Fans können sich den Titel ja angesichts des niedrigen Preises
einmal ansehen, alle anderen greifen lieber woanders zu. Schade!



Hafen 2011 – Test: Auch im Sturm tut es nicht jeder Hafen
4,24 (84,8%) 25 Bewertungen

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